02.08.2025: Im 13. Jahrhundert diente noch zum grossen Teil die Martinikirche oder die Ratsstube auf dem Kirchhof als Versammlungsort des Stadtrates. Durch das Anwachsen der städtischen Gemeinde sowie der Verwaltungsaufwände im Umland, entschied man 1381 den Baubeginn des neuen Rathauses. Anfänglich wurde es als einfacher Profanbau errichtet, später wurden dann hochwertig verzierte Anbauten angeschlossen. So auch die doppelte Freitreppe aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Rathaus so stark zerstört, dass es in den folgenden Jahren nur abgetragen werden konnte. Von 1996 bis 1998, während der Neuplanung und Neubebauung des Stadtzentrums, errichtete man einen neuen Bau am Originalstandort, wobei die Westfassade, der zerstörten, historischen Fassade aus dem 19. Jahrhundert nachempfunden wurde:
02.08.2025: In dem Jahr 1433 wurde der Roland an der Westseite des Rathauses aufgestellt. Seine Entstehung jedoch, geht vermutlich schon auf das Baujahr des Rathauses 1381 zurück. Diese 4,20 große Sandsteinfigur ist somit nach der Bremer Rolandabbilung die älteste im Original erhaltene Figur dieser Art. Als Sinnbild der Stärke, des Rechtes und der Freiheit des Bürgertums, befindet sich die Rolandfigur heute wieder am originalem Standort an der Westseite des Rathauses. Von 1948 bis 1998 stand dieser an der Martinikirche:
02.08.2025: Die Franzosenkirche in der Antoniusstrasse wurde von 1713 bis 1718 von aus Frankreich aus religiösen Gründen geflüchteten Hugenotten erbaut. Bis zum Jahre 1818 war das Rokoko-Bauwerk seiner ursprünglichen Bestimmung entsprechend als Kirche in Verwendung. Durch die Vereinigung mit der deutsch-reformierten Gemeinde stand die Kirche in den nachfolgenden Jahren leer, wurde 1824 verkauft und diente für längere Zeit als Lagerraum für diverse Waren. Im Luftschutzraum der ehemaligen Kirche kamen am 8. April 1945 etwa 70 Menschen ums Leben. Die Ruine der Franzosenkirche ist seit 1968 nach Plänen von Walter Gemm Erinnerungsort an die Opfer der Luftangriffe auf Halberstadt. Eine Inschrift auf den Stufen zur Kirchenruine besagt: „Am 8. April 1945 fielen mehr als 1700 Menschen dem Bombenangriff auf Halberstadt zum Opfer. Etwa 70 von ihnen starben in dieser Kirche.“ Jedes Jahr am 8. April gibt es an der Ruine der Franzosenkirche eine Gedenkveranstaltung:
02.08.2025: Zum Bistum Magdeburg gehört auch die um 1360 im gotischen Baustil errichtete Kirche St. Katharina und St. Barbara. Erbaut wurde diese dreischiffige, gotische Hallenkirche für das Dominikanerkloster. Der Eingang befindet sich in der Katharinenstrasse. Besonders beeindruckend in dem katholischen Gotteshaus ist die reich verzierte barocke Innenausstattung. Taufkapelle, Hochaltar, Kanzel und Kreuzigungsgruppe zeugen noch heute vom einstigen Reichtum der Stadt:
02.08.2025: Das Städtische Museum Halberstadt wurde bereits 1905 gegründet. Es befindet sich im Zentrum der alten Bischofsstadt, im Schatten des Domes auf dem Domplatz, der einst als Domburg das Machtzentrum für einen Bereich bildete, der nahezu die Grösse des heutiges Bundeslandes Sachsen-Anhalt umfasste, dem Halberstädter Bistum. Mit seinen zahlreichen Bischöfen wurde das Bistum von dieser Stelle aus kirchlich regiert. Diese Regierung stellte das Halberstädter Domkapitel mit seinen Domherren und dem jeweils gewählten Domdechanten. Die Giebelinschrift gibt Auskunft über die Vollendung des Hauses im Jahre 1782. Massgeblich im barocken Stil errichtet, hinterliess gleichwohl der aufkommende Klassizismus seine ersten Spuren. Das Städtische Museum blieb vom Bombenhagel des 8. April 1945 nicht verschont. Wertvolle Sammlungsteile wurden zerstört, andere, vorher in Sicherheit gebracht, sind aber bis in die heutige Zeit verschollen. Am 21. Juni 1946 erfolgte die Wiedereröffnung. In den 1950er Jahren erfolgte, auf Anweisung der SED Kreisleitung, eine immer stärkere Konzentration der Geschichtsdarstellung auf die Arbeiterbewegung und das Werden und Wachsen der sozialistischen Stadt. Nach 1989 entwickelte sich das Museum wieder zu einem Ort, der die gesamte historische Entwicklung der Stadt und des Hochstiftes Halberstadt in seiner Gesamtheit und Bedeutung den Besuchern näher bringt:
02.08.2025: In diesem Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert wohnte der Dichter, Sammler und Förderer Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803). Gleim trug in seinem Freundschaftstempel die grösste Dichter-Portraitgalerie seiner Zeit zusammen. Diese original erhaltene Portraitsammlung, dazu mehr als 10.000 Handschriften und eine historische Bibliothek sind die Kernstücke des Gleimhauses, das einerseits Museum andererseits eine bedeutende Forschungsstätte für die Literatur- und Kulturgeschichte des Zeitalters der Aufklärung ist. In dem Anbau von 1994 befindet sich das Stadtarchiv. Im Keller sind archäologische Mauerreste aus dem 9. Jahrhundert zu sehen:
02.08.2025: Von bemerkenswerter Schönheit zeigt sich der Hallenkirchenbau in seinem Innern. Der barocke Altar von 1696, die wunderbaren Schnitzereien an der Kanzel (1563/1690) und der Prospekt der David-Beck-Orgel von 1596. Aber ganz besonders fällt der bronzene Taufkessel von Ende 13. Hahrhunderts/Anfang 14. Jahrhunderts im nördlichen Querhaus auf. In seiner farblichen Fassung erschliesst er dem Betrachter die Weihnachtsgeschichte mit dem Schlussbild von der Taufe Jesu. In einer Urkunde wird 1186 der Bau der Kirche belegt, aber dies sicher als ein Neubau nach der Zerstörung der alten Stadtkirche durch die Kriegswirren unter Heinrich des Löwen 1179. Das Patronat durch den Heiligen Martin geht auf den französischen Einfluss im Mittelalter zurück. Bis zu Anfang der 1970er Jahre war die Martini-Gemeinde selbständig, aber das Umfeld der Kirche war durch die furchtbaren Zerstörungen am 9. April 1945 fast ohne Wohnhäuser. Deshalb schlossen sich die Stadtgemeinden Dom, Martin Luther und St. Martini zur Evangelischen Stadt- und Domgemeinde zusammen. Die Zerstörungen des Krieges waren 1955 zumeist beseitigt, die Kirche konnte wieder als Gottesdienstraum und Versammlungsstätte genutzt werden. Aber nach wenigen Jahren zeigte sich das Problem der Erhaltung neu, weil die kleiner gewordene Kirchengemeinde dieungeheure Baulast kaum noch tragen konnte. Es gab deshalb Versuche, die Kirche an die Stadt abzugeben, bzw. sie als Kunstlagerstätte für die Landeskirche zu nutzen. Letztlich scheiterten alle diese Versuche. Engagierte Gemeindeglieder erkannten den Raum als unverzichtbar für wichtige Gottesdienste, die mit der Stadtgeschichte zusammenhingen, als Ort für die Friedensgebete und als besondere Möglichkeit für moderne Kunst und Musik. Fast 25 Jahre konnten regelmässig hier Ausstellungen stattfinden, die weit über Halberstadt hinaus Bedeutung hatten. Als Stadt- und Bürgerkirche war St. Martini Ausgangspunkt für die friedliche Revolution 1989 in Halberstadt. Seit 2004 gibt es durch eine Initiative von Prof. Ablitzer (Frankreich) den Versuch, die einst berühmte Orgel von David Beck wieder als ein Werk der Spätrenaissance in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Dazu bedarf es einer Innenraumrenovierung und weiterführender Überlegungen zur Nutzung dieses besonderen Kirchenraumes. Im Sommer 2014 hat die Evangelische Kirchengemeinde die Innenraumsanierungsarbeiten begonnen:
02.08.2025: Der langgestreckte Domplatz ist heute von repräsentativen Bauten des 18. und 19. Jahrhunderts – meist auf ehemalige Kurien zurückgehend – umstanden. Es sind die Wohnbauten der Stiftsherren an Dom und Kollegiatstift. Hervorzuheben ist die 1591 bis 1611 entstandene Dompropstei, der Sitz der bischöflichen Verwaltung. Das steinerne Untergeschoss der Zweiflügelanlage zeigt die Wappenkartuschen der Domherren in den Arkadenzwickeln. Das stark vorkragende Fachwerkobergeschoss ist mit reich geschnitzten Motiven besetzt:
02.08.2025: Er gilt als eines der schönsten Kirchengebäude Deutschlands, der Dom St. Stephanus und St. Sixtus in Halberstadt. Einheitlich im Stil der französischen Gotik vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erbaut, beeindruckt er mit seiner architektonischen Pracht und der Vielfalt seiner originalen Ausstattung. Die Bilder der 290 farbigen Fenster, der Altargemälde sowie die umfangreichen Figurengruppen vermitteln einen lebhaften Eindruck von der Glaubenswelt und Kunstfertigkeit des Mittelalters. Herausragende Werke wie der aus einem Marmorblock geformte Taufstein von 1195 oder die um 1220 entstandene Triumphkreuzgruppe zeugen vom hohen Anspruch ihrer Stifter und Künstler. Die Kirche war ein bedeutendes geistliches Zentrum Mitteldeutschlands, Sitz des Bischofs und der Domherren sowie Ziel mittelalterlicher Pilgerströme. Ihre Gründung reicht in die Zeit Karls des Grossen im 9. Jahrhundert zurück. Die Reformation führten die Domherren 1591 nicht vollständig ein, sondern entschieden sich teilweise zur Beibehaltung des alten Glaubens. Bis 1810 wirkten evangelische und katholische Geistliche unter einem Dach. Dies bewahrte die kostbaren mittelalterlichen Kunstwerke in ungebrochener Tradition am ursprünglichen Ort ihrer Nutzung:
02.08.2025: Seit dem Spätsommer 2000 befindet sich die Stadtbibliothek Heinrich Heine im Nordflügel des Petershofes. Der Petershof war 600 Jahre lang die Hauptresidenz der Halberstädter Bischöfe am Domplatz. Der Nordflügel mit der Peterskapelle wurde liebevoll restauriert und unter Berücksichtigung der historischen Gegebenheiten zur Bibliothek umgebaut. Zu den Öffnungszeiten kann man diesen auch besichtigen: