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Andere Türme

19.07.2022: Die HAPAG Hallen mit dem 37 m hohen Uhrenturm, dem zentralen Kuppelsaal und der anschliessenden Hanseatenhalle, der Zollabfertigung und dem Verbindungsgang zum Steubenhöft am Amerikahafen in Cuxhaven wurden 1904 vom Architekten Georg Thielen (1853-1901) gebaut. Er war auch der verantwortliche Architekt beim  Bau des ersten Teils der Speicherstadt:

18.07.2022: Wissenschaftsteams aus aller Welt kommen nach Bremen, um den Fallturm und den GraviTower für ihre Forschung zu nutzen. Die durchgeführten Experimente reichen von Astrophysik, Biologie, Chemie, Verbrennungsforschung, Strömungsmechanik, Materialwissenschaften bis hin zu Fundamentalphysik. Das ZARM (Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitationbietet) bietet der Öffentlichkeit verschiedene Möglichkeiten, den Fallturm zu besichtigen oder die Fallturmspitze zu besuchen. In einer Fallturmführung wird u.a. die Funktionsweise des Fallturms erläutert sowie Einblicke in das Laborgebäude gewährt. Der Konferenzraum und die gläserne Panoramalounge in der Fallturmspitze können sowohl für Geschäftstermine als auch für private Anlässe gebucht werden. In einer Höhe von rund 140 Metern eröffnet sich ein faszinierender Ausblick auf den Technologiepark, das Naturschutzgebiet Blockland und die Freie Hansestadt Bremen. Hier ist es sogar möglich, standesamtliche Hochzeiten im höchstgelegenen Trauzimmer der Stadt durchzuführen:

04.06.2022: Die ehemalige Ratskirche wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Von dem frühesten steinernen Kirchenbau um 1260 ist heute nur noch ein Strebepfeiler an der nordöstlichen Turmecke erhalten. Das Untergeschoss des Turmes und die seitlichen Kapellen sind auf 1280/90 datiert. Der Chor und das Langhaus wurden 1310-1375 neu errichtet. Die älteren Bauteile, wie der Turm, zeigen noch den Kleeblattbogenfries, ein Ornament, das nach 1350 nicht mehr modern war. Der Turm wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts um drei Geschosse erhöht. Die neue Backsteinbasilika war doppelt so gross und doppelt so hoch wie die ursprüngliche Hallenkirche. Direktes Vorbild von St. Marien war die Lübecker Marienkirche. Wie für die Ewigkeit gebaut erschien St. Marien bis zum Zweiten Weltkrieg. Das Kirchenschiff wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945 durch einen Luftangriff stark beschädigt und 1960 schliesslich gesprengt. Weithin sichtbar als Wahr- und Seezeichen der Hansestadt ist daher heute nur noch der über 80 Meter hohe Turm. Bis dahin galt sie als eine der schönsten Backsteinkirchen im norddeutschen Raum. Alle 15 Minuten verkünden die zwölf Glocken der Kirche der Stadt was die Uhr geschlagen hat. Dreimal täglich lässt das Uhrwerk ein Glockenspiel über einen der vierzehn Choräle erklingen. Beeindruckend sind auch die Ziffernblätter der Turmuhr, die mit einem Durchmesser von 5 Metern einen guten Blick auf die Uhrzeit vom Boden aus zulassen:

05.12.2021: Bad Nauheims Hausberg befindet sich 268 m über dem Meeresspiegel. Durch seine herausragende Lage war der Johannisberg bereits lange vor dem Christentum Kultstätte heidnischen, keltischen und germanischen Brauchtums. Funde belegen eine Besiedlung bereits in der Stein- und Bronzezeit. Bereits 779 soll hier eine Missionskirche errichtet worden sein. Die Johanniskirche wurde als Tauf- und Mutterkirche zur Urpfarrei der ganzen nördlichen Wetterau. Während der Reformationszeit wurde die Kirche allerdings aufgegeben und verfiel schnell. Einzig der Kirchturm blieb in seinen Grundmauern erhalten und wurde 1866 zum Aussichtsturm umgebaut. Seit 1965 beherbergt der Turm die Volkssternwarte:

27.11.2021: Der Windmühlenturm an den Gradierbauten der Langen Wand in Bad Nauheim gehört zu den markantesten Wahrzeichen der Stadt. Er wurde zwischen 1742 und 1745 aus dem Taunusquarzit der Steinbrüche am Johannisberg erbaut und hatte ursprünglich eine Höhe von 20,60 Metern. Die drehbare Dachkuppel war mit Holzschindeln gedeckt, und die Windmühlenflügel hatten eine Bespannung aus Segeltuch. In Nauheim war damals unter der Leitung des Kammerrats Jacob Sigismund Waitz von Eschen eine der grössten Salinen Europas entstanden. Um die Sole auf die bis zu 3700 Meter langen Gradierbauten zu pumpen, standen zehn Triebwerke zur Verfügung: sieben Wasserräder, ein Tretrad für Pferde, die sogenannte Rosskunst, sowie zwei mächtige Windmühlentürme. Nahezu 80 Jahre lang, von 1745 bis 1824, drehten sich die Windmühlenflügel an den Türmen und übertrugen ihre Energie auf die Solepumpen. Mit einer Spannweite von 22 Metern trotzten sie Wind und Wetter. Im Herbst 1824 hielten sie der Wucht eines Orkans nicht mehr stand. Die Flügel an beiden Türmen zerbarsten, die Turmkappen wurden abgedeckt. Wegen zu hoher Kosten lehnte der damalige Salineninspektor Wilhelmi eine Reparatur ab. 1826 wurden die Flügel abmontiert und die anfallenden Materialien zum Bau des neuen Schwalheimer Kunstgestänges verwendet. Die Kuppel des Windmühlenturmes an der Langen Wand ersetzte man durch einen 6,30 Meter hohen Fachwerkbau mit Schieferdach. Heute hat der Turm eine Höhe von 26,60 Metern. Der Waitzsche Turm hinter dem Thermalbad erhielt ein Kupferdach. Der Erbauer der Türme, Jacob Sigismund Waitz von Eschen, war vor seinem Tod Minister unter Friedrich dem Grossen. Er starb 1776 in Berlin. Aufgrund der historischen Bedeutung der Salinenanlagen, die in wesentlichen Teilen bis heute erhalten sind, ist deren plausible Präsentation für Bad Nauheim und weit darüber hinaus als Zeugnisse wichtiger technischer Entwicklungen des 18. Jahrhunderts eine bedeutende Zukunftsaufgabe. Die Gradierwerke mit den technischen Anlagen sind neben dem Sprudelhof als geschichtliche Höhepunkte der Bad Nauheimer Stadtentwicklung anzusehen. Diese besondere Bedeutung der historischen technischen Anlagen legitimiert deren funktionsfähige Wiederherstellung als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und Entwicklung bei der Bewältigung komplexer technischer Aufgaben bei der Salzgewinnung im 18. und 19. Jahrhundert:

27.11.2021: Der Waitzsche Turm im Kurpark von Bad Nauheim ist neben dem Windmühlenturm an der Langen Wand eine der beiden zwischen 1742 und 1747 errichteten Windkünste der ehemaligen Saline Nauheim. Er diente als wind- und wassergetriebenes Pumpwerk zur Förderung der Sole auf die Gradierbauten. Erbauer war der Obersalzgräfe Jakob Sigismund Waitz von Eschen, der 1735 von der Landgrafschaft Hessen-Kassel den Auftrag erhalten hatte, die Nauheimer Saline zu modernisieren und die Salzgewinnung rentabel zu machen. Der Standort des Waitzschen Turms wurde von dem Salzgräfen mit Bedacht gewählt. Er hatte bemerkt, dass im Flussbett der Usa eine ergiebige Solequelle zu Tage trat. Er liess das Gewässer umleiten und im trockengelegten Kiesbett zwei Senkbrunnen mit einer Tiefe von zehn Metern ausheben. Über diesen Brunnen wurde der vierstöckige Turm mit einer Höhe von 21,30 Metern errichtet. Im Inneren führte eine hölzerne Treppe zu den einzelnen Stockwerken und bis unter die Haube. Diese war mit Schindeln gedeckt und hatte einen blechernen Knopf mit einer Fahne. Die Haube mit den Windmühlenflügeln ruhte mit zwölf eisernen Rädern auf einem hölzernen Drehkranz. Bei günstigem Wind bewegten die 20 Meter langen, mit Segeltuch bespannten Flügel über einen Wellenbaum die Pumpen zur Soleförderung auf die benachbarten Gradierbauten. Bei fehlendem Wind konnte das Pumpenwerk über ein sogenanntes Kunstgestänge von einem Wasserrad an der Usa angetrieben werden. Im Herbst 1824 wurden sowohl der Waitzsche Turm als auch der Windmühlenturm an der Langen Wand durch einen Orkan schwer beschädigt. Eine Reparatur war aus Kostengründen nicht möglich. Der Windmühlenturm an der Langen Wand wurde mit einem Fachwerkaufbau und einem Schieferdach versehen, der Waitzsche Turm verfiel zur Ruine. Erst 1931 erhielt der inzwischen so genannte Rabenturm ein Kupferdach. Heute dient das Untergeschoss des im Inneren völlig leeren Turmes als Lagerraum für Chlorgasflaschen des benachbarten Thermalbades. Die beiden Windkünste der ehemaligen Saline Nauheim sind die einzigen, jemals in Hessen errichteten Windmühlentürme zur Soleförderung. Sie sind in die Liste der Kulturdenkmäler in Hessen eingetragen:

22.09.2021: Die erste sichere Quelle über eine Mühle an der Weschnitz in Weinheim stammt aus dem Jahre 1465. Doch bereits im frühen Mittelalter soll es in Weinheim Mühlen gegeben haben, die dem Kloster Lorsch gehörten. Später wurden sie verpachtet oder privatisiert. Genutzt wurde Pferde- und später Wasserkraft. 1845 erwerben die Brüder Heinrich und Louis Hildebrand aus Worms die ehemalige Seitzenmühle und bauen sie um. Die eigentliche Hildebrandsche Mühle wird 1858 von Heinrich Hildebrand neu errichtet. 1864 kommt in der Weinheimer Mühle erstmals die Dampfkraft zur Anwendung. 1882 wird eine Unternehmervilla gebaut. 1891 erfolgt durch Georg Hildebrand eine erneute Modernisierung. 1895 wird der markante burgähnliche 40 Meter hohe Siloturm errichtet. 1906 verlagert Georg Hildebrand den Mühlbetrieb nach Mannheim, die Weinheimer Mühle wird zur Griess- und Graupenfabrik umfunktioniert. Ab 1912 wird die Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt. 1921 wird der Betrieb endgültig nach Mannheim verlagert. 1924 stirbt Georg Hildebrand. Sein Unternehmen wird 1928 an die Firma Kampffmeyer verkauft. Zum ersten Mal verfällt die Weinheimer Mühle. 1938 pachtet der Unternehmer Karl Platz die Mühle, produziert dort Holzmehl und rettet sie so vor dem Abbruch. Einen weiteren Teil der Mühle pachtet die Jute- und Säckefabrik Heidelberg. Von 1960 bis 1982 dient die Mühle der Mannheimer Schifffahrtsgesellschaft Rhenania als Getreidespeicher. Danach verfällt sie erneut. Turm und Villa werden unter Denkmalschutz gestellt. Die restlichen Bauten sollten einer Grosswohnanlage weichen, die nicht realisiert wurde. Nachdem die Hildebrand’sche Mühle die Eigentümer gewechselt hatte, weigerten sich die neuen Mühlherren, die verfallende Villa zu schützen. Die Stadt Weinheim gab den neuen Eigentümern mit Verfügung vom 17. Mai 2018 auf, bis zum 15. Juni 2018 ein provisorisches Dach zu errichten. Ausserdem sei das Anwesen dauerhaft vor Vandalismus zu schützen. Weitere Zukunft des Geländes ungewiss:

21.07.2021: Bei dem Hochbunker („Winkelturm“) auf dem Gelände des Einkaufszentrums WERKStadt, handelt es sich um einen Luftschutzbunker der Bauart Winkel, benannt nach dem Konstrukteur Leo Winkel. Er wurde im Zweiten Weltkrieg 1941 zum Schutz der Mitarbeiter des Reichsbahn-Ausbesserungswerks Limburg vor den Luftangriffen der Alliierten errichtet. Zur Verbesserung des Erschütterungsschutzes wurde der Bunker auf einem Bett aus Eisenspänen errichtet. Der Bunker, der heute noch weite Teile der seinerzeitigen Ausstattung aufweist, wie zum Beispiel die Holzbänke, auf denen die Schutzsuchenden sassen, steht heute unter Denkmalschutz: