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Burgen

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10.09.2023: Vor 1200 gründeten staufische Ministeriale aus dem Umkreis des mächtigen Dienstmannengeschlechts der Herrn von Hagen-Münzenberg zwischen drei älteren Dorfsiedlungen in der Flussniederung der Gersprenz eine Burg. Parallel dazu entstand mit Dieburg, wohl als königsnahe Gründung, eine planmässige Stadtanlage östlich der Burg. Die Wasserburg auf nahezu quadratischem Grundriss mit annähernd 60 Metern Seitenlänge, besass neben der inneren Befestigung einen äusseren Zwinger und einen Bergfried in der Mitte des Burghofes. Den Zugang zur Burg bildeten zwei Stichmauern, die das Burggelände mit der Stadtbefestigung Dieburgs verbanden, der Weg zur Burg führte über eine Brücke über die Gersprenz. Erhalten sind bis heute ein Eckturm der Zwingeranlage (Schloßturm), sowie Reste der Zwingermauern und das Albini-Schloss, erhalten bzw. restauriert sind auch die Stichmauern zur Stadtbefestigung, der nördliche Bachsprung über die Gerprenz und die historische Schlossbrücke aus dem 16. Jahrhundert:

Schlossturm:

Albinischloss:

09.09.2023: Die Burg Rheinfels wurde im Jahr 1245 von Graf Diether V. von Katzenelnbogen als Zollburg für Schiffe, die den Rhein aufwärts fuhren, errichtet. Innerhalb kurzer Zeit baute der Graf die Burg zu einer der stärksten Anlagen im Gebiet des Mittelrheins aus. Historisch belegt ist eine einjährige Belagerung im Jahr 1256 durch ein Heer des Rheinischen Städtebundes – diese blieb jedoch ohne Erfolg. Danach erlangte die Burg Rheinfels den Ruf, uneinnehmbar zu sein. Die Grafen von Katzenelnbogen stiegen im 14. Jahrhundert aufgrund vorteilhafter Heiraten und durchdachter Finanzpolitik zu einem der führenden Adelsgeschlechter am Mittelrhein auf, dadurch wurde aus Rheinfels ein bedeutsames Verwaltungszentrum. Als im 14. Jahrhundert Burg Neukatzenelnbogen auf der anderen Seite der Rheins errichtet wurde und die Grafen die Möglichkeit bekamen, eine Rheinsperre durchzusetzen, nahm die Bedeutung von Burg Rheinfels noch weiter zu. 1479 aber starb das Geschlecht der Grafen von Katzenelnbogen auf der Höhe seiner territorialen Machtentfaltung aus, damit fiel die Burg Rheinfels an die Landgrafschaft Hessen. Im 15. Jahrhundert erlangte Burg Rheinfels dann als Residenz des Grafen Johann III. und seines Sohnes Philipp auch im höfischen Leben mehr und mehr an Bedeutung und erlebte hier einen Höhepunkt. Um 1570 wurde die Burganlage von Landgraf Philipp dem Grossmütigen von Hessen zu einem prächtigen Renaissanceschloss umgestaltet. Als eine der stärksten Festungen am Mittelrhein konnte Rheinfels auch gegen die angreifenden Truppen Ludwig des XIV. erfolgreich gehalten werden. Das Ende der Burg als Festungsanlage kam im 18. Jahrhundert, als 1794 die Festung der französischen Revolutionsarmee ohne Widerstand übergeben wurde. Die Aussenwerke und die Burg selbst wurden in den Jahren 1796 und 1797 gesprengt. Die heutige Ruinenanlage ist immer noch sehr ausgedehnt und beeindruckt mit einem Gewirr an Wehr- und unterirdischen Minengängen, die zum Teil auch besichtigt werden können.

Eingangsbereich zur Burgruine Rheinfels und dem Romantikhotel Schloss Rheinfels:

Informationstafeln am Eingang:

Rheinfels Schnauferl – das Replikat aus dem Jahr 1982 eines Oldtimer-Kleinbusses des Herstellers Fleur de Lys im Stil der 1920er Jahre – es tourt durch die blühende Natur rund um St. Goar und kann auch als Location für ein ungewöhnliches Business-Meeting gemietet werden. Diverse Arrangements hat das Vier-Sterne-Superior-Hotel dazu aufgelegt – diese beinhalten beispielsweise einen Sektempfang vor der Abfahrt, verschiedene Stopps, ein Picknick oder auch ein anschliessendes Gourmet-Menü mit Blick auf den Loreley-Felsen:

Uhrturm:

Darmstädter Bau (Kernburg):

Görtz-Platz:

Standort des ehemaligen Bergfrieds:

Blick auf den Werlauer Hang:

Eingangsbereich vom Görtz-Platz aus gesehen:

Nordbau (Kernburg) mit Treppenturm und Apotheke:

Aufstieg zum Uhrturm:

Blick auf Rhein und Burg Maus:

Blick nach Sankt Goarshausen:

Ein ICE auf der linken Rheinstrecke:

Blick auf Haupt- und Kernburg:

Blick auf Vorburg mit Romantikhotel Schloss Rheinfels und dem Burghof:

Grosser Keller:

Hohe Batterie:

Marstall:

Fussgängerbrücke zum Burghof:

Blick über die Dächer von Sankt Goar beim Abstieg von der Burg:

09.09.2023: Wie eine Katze, die zum Sprung auf den Rheinzoll ansetzt – so erscheint die Burg Katz oberhalb von St. Goarshausen. An der nur von aussen zu besichtigenden Burg Katz lässt sich der fortgesetzte Konflikt zwischen den Kurtrierern und den Grafen von Katzenelnbogen ebenso festmachen wie an ihrem Pendant, der Burg Maus. Die Bezeichnung „Katz“ hat der Burg in St. Goarshausen der Volksmund eingetragen, die 1371 eigentlich als Burg Neu-Katzenelnbogen entstanden war. Mit ihr wollten die Grafen von Katzenelnbogen ihre Besitzungen am Rhein und insbesondere die Zollstelle im gegenüberliegenden St. Goar schützen – sowie gleichermassen bewusst ein Gegengewicht zur kurtrierer Burg Maus setzen, welche ihre Zollabfertigung bedrohte. Wie viele Rheinburgen vermag sie den französischen Truppen schlussendlich nicht zu wiederstehen, die Burg wird 1806 zerstört. Es dauert fast ein Jahrhundert, ehe ein historisierender Wiederaufbau 1898 bis 1899 die Ruine zum prächtigen Wohnsitz werden liess. Heute in Privatbesitz, steht die Burg einmal im Jahr zu Rhein in Flammen im Mittelpunkt, wenn von hier aus das Feuerwerk abgeschossen wird und bengalisches Feuer die Burg in rotes Licht taucht:

07.09.2023: Die Burgruine Bickenbach, im Volksmund besser bekannt als Alsbacher Schloss, sitzt auf einer 257 m hohen Anhöhe oberhalb der Ortschaft Alsbach in unmittelbarer Nähe der Odenwälder Bergstraße. Erbaut hat sie Gottfried I. von Bickenbach um 1230. Urkundlich erwähnt wird sie erstmals 1251. Die Vorburg stammt aus dem Jahr 1371, der Zwinger ist knapp 30 Jahre später entstanden. 1463 wurde die Burg zerstört, aber danach wieder aufgebaut. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts liess man sie verfallen. Die Burg besitzt zwei Tortürme, also zwei Eingänge. Der nördliche Torturm stammt aus dem Jahre 1370. Der Zugang zur Burg erfolgt heute über eine Brücke und eine Doppeltoranlage, von der nur noch ein Tor existent ist und mündet in die Vorburg. Die Vorburg beherbergt heute eine kleine Gaststätte. Noch vorhanden sind der Zugang zur Kernburg, sowie Teile der äusseren Wehrmauer, die aus der Zwingeranlage bestehen. Im Zwinger sind noch zwei Türme in ihren Ansätzen gut zu erkennen, die bei der Restauration wie der Rest der Mauer mit Zinnen versehen wurden und einen Eindruck liefern, wie gut diese Seite der Burg verteidigt gewesen sein muss. Gebäude sind in der Vorburg keine mehr existent. Die Vorburg gehört zu den jüngsten Teilen der Burganlage und wurde bei einem grossen Umbau der Burganlage zum Halsgraben hin gelegt, so dass sie nicht von der Schildmauer geschützt war und befeuert werden konnte. Man stösst unter anderem auf einige Folterinstrumente, einen Burggarten, der angeblich an alter Stelle angelegt wurde und auf den Zugang zur Kernburg, der im Mittelalter noch nicht existent war, sondern auf der Südostseite hinter dem Restaurant lag. Die Kernburg erscheint heute zum Teil etwas leer, aber dennoch imposant und interessant. Nach ihrer Zerstörung wurden viele innen liegende Mauern abgetragen, bzw. abgebrochen, bevor man begann die Burg zu sichern. Der Burghof, der einst von hohen Gebäuden umrahmt war und nur die Hälfte an Grösse aufwies, weitet sich nun zu allen Seiten aus und bildet einen grossen Platz, der von einigen Mauern und dem Bergfried umringt wird. Gut zu erkennen ist der Palas, der sich deutlich durch Grösse, repräsentativem Auftreten und zahlreiche Fenster hervorhebt. Zur Schildmauer hin trifft man heute auf den Bergfried. Dessen Zugang führt über eine Treppe auf die Schildmauer und von dort in den Turm. Die Schildmauer gibt die Möglichkeit einen Blick auf die Vorburg, den Halsgraben, das Tor der Vorburg und die Umgebung zu werfen. Von der Schildmauer erfolgt der Zugang in den Bergfried. Von dem Bergfried eröffnet sich ein Blick auf den umliegenden Odenwald, das von Rhein geformte Tal und auf die gesamte Burganlage:

29.08.2022: Blick auf die Burgruine vom 517 Meter hohen Melibokus:

05.08.2023: Mit ihren zwei mächtigen Bergfrieden, dem zwischen ihnen hochaufragendem Giebel und den massiven, teils zinnenbewehrten Mauern ist die Burgruine Münzenberg (oder kurz: Münzenburg) heute das Wahrzeichen der Wetterau. Errichtet wurde sie einst als Manifest des Machtanspruchs der Staufer, jener Familie, die zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert die römisch-deutschen Könige und Kaiser stellten. Mit damals insgesamt zehn Burgen in der Wetterau demonstrierten und sicherten sie ihren Anspruch auf das Land. Unterstützt wurden sie dabei von örtlichen Adelsgeschlechtern, die ihnen – wie die Familie von Hagen-Arnsburg – als Reichministeriale direkt unterstellt waren. Kuno von Hagen-Arnsburg, der Mitte des 12. Jahrhunderts die Burg errichten liess, nannte sich nach seinem neuen Domizil fortan Kuno von Münzenberg. Durch seine enge Verbindung zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) wurden er und seine Familie zur beherrschenden territorialpolitischen Macht in der Wetterau. Vom ersten Bauabschnitt des 12. Jahrhunderts sind heute noch der östliche und südliche Teil der inneren Ringmauer, der östliche Bergfried und der romanische Palas erhalten. Obwohl Kuno die Anlage nicht vollendete, entsprach sie mit diesen Bauten dem Idealbild einer stauferzeitlichen Burganlage. Die Mauern aus imposanten Buckelquadern und die Rundbögen der Fenster am Palas sind nicht nur typische Elemente für die Architektur der Romanik, wie die Epoche zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert in der Kunstgeschichte genannt wird. Die repräsentativen Wohnbauten mit dem reichen plastischen Schmuck an Säulen und Kapitellen der Fensterarkaden geben auch ein nachdrückliches Zeugnis von Rang und Selbstverständnis ihrer Erbauer. 1255 starben die Münzenberger in männlicher Linie aus. Mehrere Adelsgeschlechter teilten sich infolge die Burg, die bis Anfang des 15. Jahrhunderts als Ganerbenburg, sozusagen eine Art Wohngemeinschaft verschiedener Familien war. Eine davon waren die Herren von Falkenstein. Sie errichteten gegenüber dem Romanischen Palas um 1260 den Falkensteiner Palas. Wie sein Pendant hatte auch er im Obergeschoss einen grossen Saal – seine Fenster zeigen mit ihren Spitzbögen die damals zeitgemässe Formensprache der Gotik. Des Weiteren vollendeten die Falkensteiner die innere äussere Ringmauer und den westlichen Bergfried. Um 1500 schliesslich wurde die Münzenburg u.a. mit der Anlage eines grossen Bollwerks ein letztes Mal verteidigungstechnisch auf den neusten Stand gebracht. Noch vor dem Jahr 1600 begann die, schon nicht mehr bewohnte Burg zur zerfallen, im 30-jährigen Krieg wurde sie vollends zur Ruine. Zur Zeit der Burgenromantik Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Münzenberg als Ausflugsziel entdeckt. Erste Massnahmen zu ihrer Erhaltung folgten und dauern bis heute an. Aber auch als Ruine zeigt die Münzenburg ihren Besuchern und Besucherinnen eindrucksvoll, dass sie zu den bedeutendsten romanischen Burganlagen Deutschlands zählt.

Ansicht aus Südwesten vom Galgenweg:

Vortor im Hirschgarten:

In Höhe Hattsteiner Hof aus Richtung Süden:

Portenturm im Torzwinger:

Burgtor:

Romanischer Palas:

Zwingermauern und Schalentürme:

Östlicher Bergfried:

Blick vom östlichen Bergfried auf die Kernburg mit dem westlichen Bergfried, dem Romanischen Palas (links) und dem Gotischen Palas (rechts):

Blick auf Münzenberg:

Blick nach Ober-Hörgern und Eberstadt:

Aussichtsplattform des östlichen Bergfrieds:

Aufstieg im östlichen Bergfried:

Westl. Bergfried mit Romanischem Palas und Gotischem Palas:

Informationstafel:

Blick aus Richtung Norden in Höhe Ober-Hörgern:

05.08.2023: Die Geschichte von Burg Rockenberg geht zurück bis ins 12. Jahrhundert. Das, was man jetzt noch sieht, sind die Baubestandteile der Burg von Ritter Johannes von Bellersheim, der sie Mitte des 14. Jahrhunderts baute und sich später „von Rockenberg“ nannte. Burg Rockenberg steht ziemlich präsent südlich der katholischen Kirche neben einem ebenfalls historischen Haus, dem ehemaligen Kellereigebäude, heute Landgasthof. Jener wurde im 18. Jahrhundert errichtet, weswegen die Ostmauer der Burg weichen musste. Nach wie vor eindrücklich ist der mächtige, rechteckige Wohnturm mit Walmdach, der im Kern der Erbauungszeit entspricht. Über tonnengewölbten Kellern befand sich im Obergeschoss ein Festsaal. Der dient heute der Rockenberger Gemeinde, die im Besitz der Burg und der Kellerei ist, als Sitzungssaal. In der Südostecke war einmal eine Kapelle, die Ausbauarbeiten zum Opfer fiel. Um den Wohnturm schliesst sich eine zinnenbekrönte hohe Ringmauer, an deren Ecken vier Türmchen standen, davon sind drei heute noch erhalten, zwei an der Mauer, ein Turm steht frei. Zum Schutz des Wohnturmes wurde später eine zweite Mauer gebaut, so ergaben sich zwei Zwinger (freie Plätze zwischen den Mauern). Reste der Ringmauer sind noch vorhanden und zu sehen an der Nordseite. Trotz allem Gemauer erlebte die Burg Rockenberg eine wechselvolle Geschichte, vom Amtssitz zum Pferdelazarett, von der militärischen Nutzung bis zur Fluchtburg, in diesem Fall Flüchtlingswohnheim nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute wird auf Burg Rockenberg geheiratet, es finden Ausstellungen statt, Ratssitzungen und Wettbewerbe.

Kellereigebäude – ehemaliges Rentamt – heute Restaurant Rotes Haus:

Ehemaliger Wohnturm der Burg:

Im Binnenbezirk der Burg steht noch ein Wohngebäude für Arbeiter oder Verwalter des späteren Ökonomiehofes. Es wurde wahrscheinlich in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg offenbar aus dem Abbruchmaterial von Teilen der Ringmauer und des südlichen Rundturmes errichtet:

08.07.2023: Im Alteburgpark von Schotten thront die Alteburg auf einem künstlich aufgeschütteten Burghügel als Wasserburg. Sie ist umgeben von einem aus der Nidda gespeisten, kreisrunden Wassergraben. Die Burg diente der Überwachung einer wichtigen Fernstrasse, die entlang der Nidda über die Höhen des Vogelsberges führte. Heute ist der sehr gut erhaltene prächtige Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert Privatbesitz. Die sehr kleine Parkanlage mit dem Wassergraben ist frei zugänglich. Die Burg kann man am besten im Winter bewundern, da sie im Sommer durch das viele Grün der Bäume und Sträucher rund um den Wassergraben, kaum zu erkennen ist. Da sich die Alteburg und der kleine Wasserfall der Nidda in unmittelbarer Nähe der Altstadt von Schotten befinden, sollte der Besuch in die Stadtbesichtigung mit eingeplant werden:

16.06.2023: Die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1122. Zwei Jahre später schenkte Kaiser Heinrich V. eine Hälfte dem Erzstift Mainz, das wenige Jahre später auch die zweite Hälfte in seinen Besitz bringen konnte. In der Mitte des 12. Jahrhunderts übernahm die Hochadelsfamilie der Herren von Hainhausen die Burg Eppstein als Lehen, nannten sich fortan „von Eppstein“ und machten die Anlage zum Mittelpunkt ihres Territoriums. Der Unterhalt der Burg war schon damals kostspielig. In einer politischen und wirtschaftlichen Notlage mussten die Herren von Eppstein 1492 die westliche Hälfte der Burg an die Landgrafen von Hessen verkaufen. Diese wiederum nutzten die Burg als Verwaltungszentrum. Nach dem Aussterben der Herren von Eppstein fiel die östliche Hälfte der Burg an die Grafen von Stolberg-Wernigerode und 1581 an das Kurfürstentum Mainz, das hier ebenfalls eine Verwaltung einrichtete. Hessen und Kurmainz bauten die Burg im 16. und 17. Jahrhundert schlossartig aus. 1803 kam Eppstein an das Herzogtum Nassau, das, ebenso wie ein privater Besitzer, grosse Teile der Burg niederlegen ließ. 1824 konnte der Abbruch durch privates Eingreifen gestoppt werden. Die Rettung der Ruine erfolgte zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Ab 1926 legte der letzte private Eigentümer die alten Mauern frei und sicherte sie. 1929 schenkte er die Burg Eppstein der Stadt, die damit auch die Verpflichtung zur Erhaltung des Denkmals übernahm. Die erhaltene Bausubstanz stammt hauptsächlich aus der Zeit des 14. bis 17. Jahrhunderts. Der runde Bergfried überragt weithin sichtbar die Anlage mit den Überresten mehrerer herrschaftlicher Wohnbauten. Im Osten der Kernburg haben sich die Bauten durch ihre spätere kirchliche Verwendung besser erhalten. Dort dokumentiert heute das Burgmuseum die wechselvolle Geschichte der denkmalgeschützten Anlage und künftig auch der Stadt Eppstein.

Burg mit Bergfried aus der Burgstrasse und vom Wernerplatz aus gesehen:

Infotafel am Eingang zur Burg:

Bettelbubturm:

Inneres Tor:

Bergfried, Palas und Kemenate:

Burginnenhof mit Bühne und Tribüne:

Im Inneren des Bergfrieds:

Auf der frisch sanierten Plattform des Bergfrieds:

Blick von der Burg auf das Zentrum Eppsteins und dem neuen Südostportal des Eppsteiner Tunnels mit der S-Bahn Linie 2 und Güterzug:

Blick in Richtung Nordosten und zum Staufen mit Kaisertempel und Restaurant:

Blick in Richtung Bergpark Villa Anna mit Neufville-Turm und einem der drei Tempel im Kriegerwald:

Blick zur Stanniolfabrik und Tiefblick auf Kappelle, Museum und Zuschauertribüne:

Baumgarten:

Altangarten:

Blick durch eine Schiessscharte auf den Turm des Alten Rat- und Spritzenhauses:

Ansicht aus Süden und Westen:

26.05.2023: Historischer Ausgangspunkt der Burgengruppe von Neckarsteinach ist die über der Altstadt gelegene und mit der Stadtmauer verbundene Vorderburg, die zwar erst ab 1341 in den Urkunden erscheint, aber vermutlich bereits zum Zeitpunkt der urkundlichen Erstnennung Neckarsteinachs und der Steinacher im Jahr 1142 existierte. Sie blieb immer im Lehensbesitz der Herren von Steinach bis zu deren Aussterben im Jahre 1653. Um 1200 lebte in ihren Mauern der Minnesänger Bligger von Steinach, der von einigen Wissenschaftlern sogar als Verfasser des Nibelungenliedes vermutet wird. Der Baubestand wurde bedauerlicherweise im 18. Jahrhundert durch Abbrüche auf den heutigen, fast unbedeutend erscheinenden Rest aus Bergfried und Steinhaus vermindert. Zur Vorderburg gehörte der noch erhaltene Stadthof der Herren von Steinach neben der Kirche. Heute ist sie Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden:

26.05.2023: Die Neckarsteinacher Mittelburg ist eine der vier örtlichen Burgen. Sie ist im Privatbesitz der Freiherren von Warsberg-Dorth. Da sie von dieser Familie bewohnt wird, kann sie nicht besichtigt werden. Einzelne Räume können aber für Veranstaltungen, wie Familien- oder Firmenfeiern angemietet werden. Die Burg wurde 1165 durch Conrad I. von Steinach erbaut. Dieser war als jüngerer Bruder des Familienerbes, Bligger II. von Steinach, nicht in der Erbfolge bedacht worden und errichtete deshalb auf dem selben Felsen, auf dem auch der Familienstammsitz stand, eine neue Burg. Conrad hatte die Burg zur Hälfte als Wormser Lehen, zur anderen Hälfte in eigenem Besitz. 1325 kam sie je zur Hälfte in den Besitz der Bischöfe von Worms und Mainz. Während die Mainzer Hälfte in den Jahren bis 1550 achtzehn mal verpfändet wurde, erlebte die Wormser Hälfte durch die Hirschhorner Ritter eine Kontinuität zwischen 1400 und 1436. Im Jahr 1550 übernahmen die Landschaden wieder die Burg, die sie umgehend im Renaissance-Stil umbauen liessen. Als bauliches Vorbild für diese Baumassnahmen wurde das Heidelberger Schloss herangezogen. Vier Jahre nach dem Aussterben des Geschlechtes der Landschaden im Jahr 1653 ging die Burg als Lehen an den Freiherren von Metternich. Nachdem dessen Familie hundert Jahre später ebenfalls ausstarb, verwalteten die beiden Bistümer die Burg selbst. Die Ansprüche der Freiherren von Dorth, die von der Familie von Metternich abstammte, wurden von beiden Eigentümern abgewiesen. Erst nach dem Übergang des Ortes Neckarsteinach an das Land Hessen-Darmstadt konnte die Burg im Jahr 1807 zum Preis von 2000 Gulden erworben werden. 1835 begann ein Umbau in neugotischem Stil, der auf Wunsch der eingeheirateten Freiherrin von Warsberg zwanzig Jahre später mit dem Bau einer Kapelle in der Burg endete. 1934 begann eine Umgestaltung des Burginneren in den ursprünglichen Baustil. Die entsprechende Anpassung des Äusseren konnte aufgrund des Ausbruches des Zweiten Weltkrieges nicht begonnen werden. Seit 1983 ist Johannes Freiherr v. Warsberg Eigentümer der Burg. Dessen Grossvater kam 1920 durch Adoption in die direkte Erbfolge. Die heutigen Burgherren können in Stammbaum auf Bligger II. von Steinach zurückführen:

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