30.09.2025: Die St. Nikolai-Kirche in Borstel ist ein historisches Bauwerk mit bewegter Geschichte. Ursprünglich stand sie auf dem Hanöfersand, einer noch heute existierenden vorgelagerten Halbinsel an der Elbe. Nach der verheerenden Cäcilienflut von 1412 wurde sie an ihrem heutigen Standort errichtet. Markant steht der Glockenturm, typisch für Kirchen im Alten Land, einen Meter abseits des Hauptgebäudes. Die St. Nikolai-Kirche beeindruckt durch ihre reiche Bemalung und Ausstattung – zu entdecken sind zum Beispiel das Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert und der spätbarocke Kanzelaltar mit dem auf dem Altartisch stehenden Holzkreuz von 1520. In den 1770er Jahren bemalte der Hamburger Maler Friedrich Nikolaus Schnibbe die neu eingebauten Emporen und das hölzerne Tonnengewölbe. Die Orgel, die einst von dem berühmten Orgelbauer Arp Schnitger repariert wurde, zieht besonders Kulturinteressierte an:
30.09.2025: Beim Werth´schen Hof handelt es sich um den einzigen erhaltenen Herrensitz des Alten Landes. Die erste Erwähnung stammt von 1275, als er sich im Besitz des Bremer Erzbischofs Giselbert befand. Das heutige Herrenhaus wurde 1632 von dem Grafen Nikolaus Dehmel errichtet, nachdem der Vorgängerbau abgebrannt war. Der frühbarocke Bau wurde T-förmig errichtet und besteht aus einem zweigeschossigen Herrenhaus und einem 30 Meter langen Wirtschaftsteil mit Reetdeckung. Diese wirkt besonders beeindruckend, ragt sie doch tief über die seitlichen Kübbungen, die nicht tragenden Seitenschiffe, und trotzen somit dem Wind besonders gut. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel gehörte der Hof im 17. Jahrhundert dem schwedischen Grafen Königsmarck, ehe 1790 erstmals der Name der heutigen Besitzerfamilie auftaucht:
30.09.2025: Der Standort ist für Bockwindmühlen bis ins 17. Jahrhundert belegt. Die Galerieholländerin Aurora wurde 1856 anstelle einer verschwundenen Bockmühle erbaut. Die ehemalige Kornmühle hat einen viergeschossigen 10 m hohen quadratischen Backsteinunterbau und besitzt Segelflügel und Steert. Ab der Galerie verfügt sie über einen achteckigen Oberbau mit neun Ebenen. Die Windmühle ist insgesamt 24 m hoch. 1911 wurde eine Motoranlage eingebaut, die Stillegung war im Jahr 1961. 1984 wurde die Borsteler Mühle Aurora mit Mitteln des Landkreises Stade nach dem Erwerb restauriert und steht seitdem für Besichtigungen zur Verfügung. Unter Berücksichtigung der vorhandenen Strukturen erfolgte 1993 der behutsame Umbau zum Restaurant, wobei der mühlentypische Charakter erhalten blieb. Auf drei Ebenen kann heute gegessen und getrunken werden – im ehemaligen Lager, im Mühlenhauptraum und im früheren Mehl-Absackraum. Die Mühlentechnik wie z.B. ein Mahlstein ist noch vorhanden, aber nicht mehr funktionsfähig. Der Name Aurora wurde zu Ehren von Aurora von Königsmarck verliehen, der Enkelin des ersten schwedischen Generalgouverneurs in Stade. Die Windmühle kann einschliesslich der Galerie mit freigelegtem Mühlenstein und vielen Informationen zur Geschichte täglich ausser dienstags von 12:00 bis 17:00 Uhr als Museum besichtigt werden:
30.09.2025: Die 100 Jahre alte Kattau-Mühle ist DAS Industriedenkmal der Stadt Buxtehude und stellt – als ehemals modernster Kornspeicher Europas – eines der wichtigsten Bauwerke für die Stadt dar. Seit 50 Jahren ist an der Mühle nichts Grundlegendes mehr verändert worden und nichts in den Erhalt investiert worden, das Dach war undicht, Risse taten sich in der Fassade auf, der nördliche Anbau war komplett marode. Nun wurde das annähernd abgängige Gebäude in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt saniert und sensibel ergänzt. Durch die geschickte Anordnung von wenigen Bauelementen konnte trotz der Umnutzung zum Wohngebäude, die ursprüngliche Wirkung als Industriedenkmal erhalten bleiben:
30.09.2025: Der siebte Schornstein verweist darauf, dass es auch einen ersten, einen zweiten und so weiter geben muss. Tatsächlich errichtete der Künstler Jan Svenungsson mit Hilfe von Maurern diese dreidimensionalen Objekte in unterschiedlichen Zusammenhängen und Gegenden. In Buxtehude steht der sechzehn Meter hohe Schornstein in unmittelbarer Nähe zum Kirchturm von St.-Petri, zum Zwinger und zum Hafen, wo früher durchaus reale Schornsteine standen. Aus der Ferne sehen wir einen Schornstein, aus der Nähe eine künstlerische Arbeit – diese Spannung macht das Werk von 2005 des in Berlin und Wien arbeitenden Künstlers aus:
30.09.2025: Das Gebäude der Stadtbibliothek Buxtehude diente ursprünglich als Wohnhaus für die Lehrer der Stadt, den Mathematicus (Rechenlehrer) und den Cantor (Musiklehrer). Seit 1979 beherbergt es die Bibliothek. Im Inneren können Besucher eine prachtvolle Rokoko-Stuckdecke bewundern, die ursprünglich aus einem abgerissenen Geschäftshaus in der Langen Strasse stammt:
30.09.2025: Das Abthaus war ursprünglich das Stadthaus der Erzäbte von Harsefeld. Bereits im Jahr 1399 hatte der Erzabt Gerlach Schulte das Grundstück erworben. Als das darauf errichtete Haus im 17. Jahrhundert baufällig geworden war, ließ Erzabt Paridon Korff 1625 ein neues Haus bauen, das in seiner Grundstruktur bis heute überkommen ist. Nach der Säkularisation von 1648 war es in Privathand übergegangen und wurde seit 1800 als Schankwirtschaft genutzt. Um das bedeutende Baudenkmal zu sichern, übernahm der Heimatverein im Jahr 1973 das Haus. Seine Erhaltung war die erste restaurative Sanierung in Buxtehude und wurde vom Architektenbüro Frenzel+Frenzel durchgeführt. Fachwerkhölzer wurden zum Teil abgetragen und auf dem Zimmermannsplatz nach alter Vätersitte restauriert. Der freigelegte Baugrund untersucht und fachgerecht tragfähig saniert. Der originale Fussboden wurde wiedergefunden und im Erdgeschoss eingebaut. Im Bereich der alten Schwarzen Küche wurde ein reich ornamentierter Schmuckbalken gefunden, mit der Inschrift Paridon Korff, der wieder im Eingangsbereich im Fachwerk eingebunden wurde. Im Fassadenfachwerk fallen die Schnitzereien an den Konsolen mit Aposteln und das Eingangstor auf. Leider sind beide Objekte nicht dem Original identisch. Die Apostel sind Nachschnitzwerke vom Bildhauer Brüggemann aus Winsen. Das Tor ist ein Export vom Kirchenschiff Neuenhafen/Cadenberge. Heute ist das Abthaus ein beliebtes Restaurant in Buxtehude:
30.09.2025: Das Buxtehude Museum für Regionalgeschichte und Kunst zeigt sich heute als eine vielgliedrige Anlage, die mehrere Stadien der Baugeschichte verdeutlicht. 1913 wurde am St.-Petri-Platz anstelle eines alten Ackerbürgerhauses ein Gebäude errichtet, das in einer Art Musterfassade die regionale Architektur spiegelt. Ausfachungen mit Ziegelornamenten, wie man sie auch im Alten Land findet, eine typische Klöndoor, die Utlucht, eine Brauttür. Erweitert wurde 1992 mit einem grosszügigen Neubau, der innen den alten mit dem neuen Teil verbindet. Nun entsteht eine nochmalige Erweiterung, sodass die umfangreiche Sammlung zur Stadtgeschichte, zur Handwerkskunst, zur Wohnkultur sowie die spektakulären Funde aus dem Immenbecker Gräberfeld zeitgemäss präsentiert werden können:
30.09.2025: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1912/13) wurde eine Viehmarkthalle erbaut, von der heute nur noch die – nun verschlossene – Eingangsseite steht. Das Gebäude selbst wird seit der Sanierung des Rathausquartiers für ein Geschäftshaus in der Breiten Strasse verwendet. Die Fassade des kernsanierten zweigeschossigen Gebäudes zeigt die Architekturelemente der Neuromanik – turmartige Dachaufbauten, Rundbogenfenster und Blendarkaden. Typisch für diesen Stil, der die Romanik des Mittelalters aufgreift, ist der gegliederte Baukörper, der Assoziationen an eine Burg aufkommen lässt:
30.09.2025: Das Rathaus Buxtehude befindet sich am Markt, Ecke Lange Strasse und Breite Strasse. Alfred Sasse baute das Gebäude 1911 im Stil der Heimatschutzarchitektur auf. Der Vorgängerbau, ein gotischer Hallenbau aus dem Jahr 1408, fiel leider einem Stadtbrand zum Opfer. Das heutige Rathausgebäude liess man mit dem Baumaterial Backstein errichten. Daneben entstand an der Hausecke ein markanter polygonaler Eckturm. Im Inneren des Rathauses verwendete man Teile der Ausstattung des alten Rathauses einfach wieder. So zum Beispiel Teile der Wandvertäfelung. Im historischen Ratssaal können sich heiratswillige Paare das Jawort geben. Hier befinden vielfältige Figuren- und Bildprogramme mit Motiven aus der Stadt und dem Umland: