Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten
02.10.2025: Ein Besuch im Schleswiger Rathaus ist eine Reise in die Vergangenheit. In dem fast 800 Jahre alten ehemaligen Kloster arbeiten heute die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung. Klösterliches Refugium oder die Wohnzellen der Mönche des ehemaligen Franziskaner-Klosters, nach den grauen Kutten der Bettelmönche auch Graukloster genannt, sind heute Büros oder Sitzungszimmer. Die Klosterkirche St. Paul bildete einst den südlichen, vierten Flügel der Anlage. Nach der Reformation wandelte sich der Charakter des Grauklosters. Es ging in den Besitz der Stadt über und die Klausurgebäude nahmen nun eine Armenstiftung auf. Nach 1530 baute man gleichzeitig auch die Klosterkirche um, den südlichen Abschnitt des Gebäudekomplexes. Die Kirche St. Paul diente fortan als Rathaus und spielte bis zu ihrem Abbruch 1793 eine zentrale Rolle im öffentlichen Leben der Stadt. Der klassizistische Rathausneubau wurde 1794/95 im Wesentlichen auf den Fundamenten der Klosterkirche errichtet. Der markanteste Raum ist hier der durch zwei Geschosse reichende Ständesaal mit seinem perspektivisch ausgemalten Spiegelgewölbe. Heute wird der Ständesaal in erster Linie für die Ratsversammlungen der Stadt genutzt:

02.10.2025: Das Arbosche Haus in der Langen Strasse 9 in Schleswig ist ein bedeutendes Baudenkmal, das 1735 im Stil des niederländischen Barock errichtet wurde. Es ist nach der einflussreichen Schleswiger Familie Arbo benannt, die seit dem 17. Jahrhundert in der Stadt ansässig war. Das Vorderhaus wurde vom Brauer Johann Jürgen Arbo erbaut, der als städtischer Deputierter tätig war. Das Hinterhaus ist mit dem Baujahr 1696 deutlich älter:

02.10.2025 Der eigentliche Schmiedenhof wurde 1662 von dem Amtinspektor Joachim Schmidt erbaut. Ein späterer Eigentümer, der Landrat von Jügert vergrösserte 1727 das Grundstück des Hofes und 1793 wurde dann das Sandsteinportal mit dem markanten eisernen Torgitter errichtet. In dieser Zeit wurden wahrscheinlich auch die barocken Elemente an der restlichen Fassade hinzugefügt. Im 20. Jahrhundert war hier eine Gärtnerei und heute residiert in dem Gebäude das Bau- und Umweltamt der Stadt Schleswig:
02.10.2025: Der Alte Kreisbahnhof ist ein denkmalgeschütztes Jugendstil-Gebäude aus dem Jahr 1904. Bis in die 1980er Jahre diente das Gebäude als Endstation der Kreisbahn-Strecke von Schleswig nach Kappeln. Das Haus beherbergt heute das Hotel Alter Kreisbahnhof mit 31 Zimmern sowie das stilvolle Restaurant Gleis 9, das regionale Küche in historischem Ambiente serviert:

02.10.2025: Der Plessenhof, ein prachtvoller Backsteinbau, wurde im Jahre 1798 von dem Schleswiger Arzt Johann Friedrich Licht direkt gegenüber vom Sankt-Petri-Dom im Stile des Klassizismus errichtet. Damals war die heutige Plessenstrasse noch unter dem Namen Hinter dem Graben bekannt, was bedeutet, dass sich die Strasse ausserhalb der Altstadt befindet. Im deutsch-dänischen Krieg im Jahre 1864 diente das Haus vorübergehend als Lazarett. Seinen heutigen Namen Plessenhof verdankt das Gebäude dem ersten, preussischen Landrat Baron Hugo von Plessen, der lange Jahre dort lebte. Aus Dankbarkeit gaben die Schleswiger Bürger dem Plessenhof den Namen.
Später wurde der Plessenhof zu einem repräsentativen Herrenhaus umgebaut. Zwei völlig verschiedene Stilrichtungen, Klassizismus und Jugendstil, bilden einen besonders reizvollen Kontrast, welcher bis heute an vielen Stellen im Haus erkennbar ist.
Zwischen 1979 und 1981 wurde der Plessenhof dann für das Stadtarchiv und die Touristinformation renoviert:

02.10.2025: Die Geschichte des Doms wird durch eine schriftliche Erwähnung im Jahr 1134 greifbar. Zu diesem Zeitpunkt war der Dom laut bauhistorischen Untersuchungen eine dreischiffige romanische Basilika mit flachen Decken in den Haupt- und Seitenschiffen und einem rechteckigen Chor mit Chorapsis. Aus dieser frühen Zeit hat sich das rundbogige Stufenportal an der Südseite des Querschiffes mit einem schönen Steinrelief aus dem Jahr 1175 erhalten. Erst in den nächsten Jahrhunderten wurde der Bau nach und nach erweitert und wandelte sich zu einer spätgotischen Hallenkirche. Das Querschiff der St. Petri-Kirche wurde um das Jahr 1200 fertiggestellt, dann folgte das Hauptschiff mit den gotischen Gewölben. Ende des zwölften Jahrhunderts entstanden der hochgotische Hallenchor und der Schwahl – auch er besteht bis heute und beherbergt im Advent den Schwahlmarkt. Erst im 15. Jahrhundert entstanden die Seitenschiffe in ihrer heutigen Form. Ende des 19. Jahrhunderts, als Schleswig preussische Provinzhauptstadt geworden war, erhielt der St.-Petri-Dom seine heutige äussere Form mit dem mächtigen Westturm, den Turmhelmen am Chor, den farbigen Glasfenstern und den verzierten Querhausgiebeln:

02.10.2025: Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg vom 1864 wurde Schleswig unter die Verwaltung Preussens gestellt und das hatte zur Folge, das viele katholische Beamte und Soldaten nach Schleswig kamen. So wurde relativ schnell der Wunsch nach einer Katholischen Kirche laut und nachdem man sich lange mit einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert begnügen musste, wurde eine neue St. Ansgar Kirche gebaut und am 22. März 1898 geweiht. In den Jahren 2002 – 2006 wurde die St.-Ansgar Kirche aufwendig restauriert und neu gestaltet:

02.10.2025: Das Amtsgericht Schleswig ist ein deutsches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit im Bezirk des Landgerichtes Flensburg. Das Gericht ist eines von 22 Amtsgerichten im Land Schleswig-Holstein. Das Amtsgericht hat seinen Sitz im Heespenhof auf dem Lollfuss. Der Heespenhof ist ein denkmalgeschütztes Palais, das 1754 für den Conferenzrat Christian Friedrich von Heespen (* 1717 in Lübeck; † 1776 in Schleswig) als Wohnhaus erbaut wurde. Heespen gehörten als landwirtschaftlicher Grundbesitz die Güter Hemmelmark und Deutsch-Nienhof. Das mit grossem Aufwand hergestellte Treppenhaus und die Ausstattung mit Stuckaturen erinnert an die Zeiten der Hofhaltung in der Gottorfer Residenz:

02.10.2025: Das Slesvighus wurde im Jahre 1901 als Hotel gebaut und wird seit 1922 als dänisches Kulturzentrum genutzt. Seit der Schliessung des baufälligen Theaters in Schleswig dient es als Interimsspielstätte für das Schleswig-Holsteinische Landestheater. Gleichzeitig finden hier Veranstaltungen des SSF (Sydslesvigsk Forening), der kulturellen Hauptorganisation der dänischen Minderheit, statt – z.B. Konzerte, dänische Theaterstücke und Feste:

02.10.2025: Die Geschichte des Schlosses geht bis ins Mittelalter zurück. So diente die Burg Gottorf von 1161-1268 als Sitz der Bischhöfe von Schleswig. Im Jahr 1268 tauschte Herzog Erich I. von Schleswig die Burg gegen die Burg von Schwabstedt und Gottorf blieb fortan in weltlichem Besitz. 1288 liess Herzog Waldemar IV. von Schleswig den Westflügel abbrechen und die Burg ab 1295 in eine Vierflügelanlage umwandeln. 1326-1459 residierten die Schauenburger Grafen auf Gottorf, das 1460 an den dänischen König Christian I. fiel. Sein Sohn, der spätere König Friedrich I., übernahm das Schloss 1490 und nahm einen Brand im Jahr 1492 zum Anlass für weitreichende Umbauten. Nach einem weiteren Brand in der Neujahrsnacht 1564/65 wurde das Schloss in unterschiedlichen Bauabschnitten zu einer vierflügeligen Festungsanlage ausgebaut. Unter Herzog Friedrich III. (1597-1656) erlebte Gottorf seine Blüte und wurde zu einem der bedeutendsten Fürstenhöfe Europas. Künstler und Gelehrte wurden an den Hof geholt und Expeditionen bis in den Orient gesandt. Der Gottorfer Globus, der Barock-Garten und die wertvollen Sammlungen der Kunstkammer genossen einen hervorragenden Ruf und der Gottorfer Hofstaat bestand zeitweilig aus mehr als 400 Personen. Herzog Freidrich IV. starb während des Grossen Nordischen Krieges und erlebte Gottorfs Umbau in eine barocke Residenz nicht mehr. Bis zu seinem Tod wurde nur der Südflügel fertig, die übrigen Pläne wurden nicht mehr ausgeführt. Nach dem verlorenen Krieg wurden die Länder Schleswig und Holstein im Jahr 1713 verschiedenen Herrschern zugesprochen und fortan gehörte das Herzogtum Schleswig mit Gottorf zum Machtbereich des dänischen Königs, der zugleich den Titel des Herzogs von Schleswig erhielt. Im Jahr 1848 wurde in Gottorf ein dänisches Lazarett eingerichtet. Die einstigen Paradezimmer wurden zu Schlaf- und Esssälen umgebaut, die Nebengebäude abgerissen, die Verteidigungsanlagen geschleift und der Niedergang des Schlosses nahm seinen Anfang. Nach 1945 wurde Gottorf als Auffanglager für Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten genutzt und so wurden zeitweise mehrere hundert Flüchtlinge im Schloss untergebracht. 1948 schliesslich wurde Schloss Gottorf zum Sitz zweier Landesmuseen – dem heutigen Museum für Kunst- und Kulturgeschichte und dem Museum für Archäologie – erklärt und ab 1972 wurden die kaserenenmässigen Ein- und Umbauten im Zuge einer Grundinstandsetzung entfernt.
Der Südflügel ist der imposanteste und größte Bauteil:

Der Westflügel mit Schlachterturm wurde ab 1530 errichtet:

Der Nordflügel ist der älteste Bauteil, in ihm sind noch Teile der alten Burg enthalten:

Das Kavaliershaus liegt südlich des imposanten Hauptschlosses und ergänzt das historische Ensemble der Museumsinsel:

Kreuzstall – östlich des Schlosses befanden sich die umfangreichen Marställe für die Pferde und Wagen der herzoglichen Familie und anderer Würdenträger:

Neuwerkgarten mit Tempel und Barockgarten:







Users Today : 805
Users Yesterday : 1075


