Kirchen
02.06.2022: Die Kirche St. Nicolai ist die jüngste und kleinste der drei Hauptkirchen der Stadt. Die dem heiligen Nikolaus von Myra geweihte Kirche ist eine dreischiffige Basilika. Sie wurde von 1407 bis 1440 im Stil der Backsteingotik errichtet wie andere Kirchen in Hansestädten im Ostseeraum. Seit der Einführung der Reformation in Lüneburg 1530 werden in der Kirche evangelische Gottesdienste gehalten. Der Vorgängerbau der Lüneburger Nikolaikirche, eine Kapelle für die Einwohner des Wasserviertels, wurde 1409 als erster von der Stadt selbst initiierter Sakralbau geweiht. Bereits 1420 beschloss der Rat der Stadt, die Kapelle zu einer Kirche zu erweitern, die um 1440 fertiggestellt war. Der erst 20 Jahre später begonnene Turmbau blieb aus finanziellen Gründen unvollendet und wies bald Schäden auf. Erst 1587 erhielt der gedrungene Turm einen Helm. 1831 musste der Turm wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Auch das Kirchenschiff war zu diesem Zeitpunkt bereits stark beschädigt. 1843 gründete sich ein Verein zur Rettung der Kirche, auf dessen Bemühungen die Instandsetzung des Kirchenschiffs ab 1869 und der Bau des 1896 fertiggestellten neugotischen Turms beruhen. Die Kirche ist eine der letzten Backsteinbasiliken. St. Nicolai ist eine querschifflose Pfeilerbasilika mit einem vierjochigen Langhaus mit Chorjoch. Beeindruckend ist das etwa 7,20 Meter breite und 28,70 Meter hohe gotische Mittelschiff mit dem im heutigen Norddeutschland einmaligen achtzackigen Sternengewölbe und mit seinem mittelalterlichen Gepräge. Durch zahlreiche Restaurierungen ist die gotische Kirche stark vom 19. Jahrhundert geprägt. Auffällig ist der im Stil der Neugotik erbaute, 93 Meter hohe Backsteinturm, der erst 1895 neu errichtet wurde und zu den höchsten Kirchtürmen Niedersachsens gehört. An drei Seiten ist eine Turmuhr angebracht, an der Nordseite, an der der historische Stadtkern recht bald endet, nicht. Grund dafür ist der Treppenaufgang, der die Anbringung eines vierten Zifferblattes nicht ermöglicht hatte:

03.05.2022: Die evangelische Pfarrkirche Unser Frauen ist die zweitgrösste Kirche des evangelisch-lutherischen Dekanates Memmingen. Sie wird umgangssprachlich auch Frauenkirche oder Zu Unserer lieben Frau genannt. Sie ist geostet, wie es bei Kirchenbauten bis ins 16. Jahrhundert üblich war, steht im ehemaligen Weber- und Gerberviertel der Stadt und setzt einen starken städtebaulichen Akzent in der südlichen Altstadt. Urkundlich wurde sie erstmals im Jahre 1258 erwähnt, doch dürfte der erste Kirchenbau an dieser Stelle bereits vor 500 errichtet worden sein. Er ist damit einer der ältesten Oberschwabens. Bekannt ist die Kirche vor allem durch ihre hervorragend erhaltenen Fresken aus der Anfangszeit der Memminger Schule im 15. Jahrhundert. Die Kirche wurde nach der Reformation von etwa 1530 bis 1806 als Simultankirche von der katholischen und der evangelischen Stadtbevölkerung benutzt, bis zur Säkurlarisation 1802 auch von den katholischen Kreuzherren und Franziskanerinnen. Sie war damit vermutlich die älteste Simultankirche auf dem Gebiet des heutigen Bayerns. Beim Bombenangriff vom 20. April 1945 stürzte das vierteilige Kreuzrippengewölbe im Westjoch des nördlichen Seitenschiffes ein. Die Fresken des Hauptschiffes und der Arkadenbögen blieben jedoch erhalten. Durch die Druckwellen barsten alle 43 Fenster, darunter auch die grossen Chorfenster. Die Dächer wurden abgedeckt, das Hauptportal wurde vom Luftdruck zerrissen. Erst 1955 waren die Spuren des Bombenangriffs vollständig beseitigt und der ursprüngliche Zustand, soweit möglich, wiederhergestellt. In den 1970er Jahren wurde die Kirche erneut renoviert:

03.05.2022: Die Stadtpfarrkirche Sankt Martin in Memmingen ist eine der ältesten Kirchen Oberschwabens – ein Wahrzeichen der Stadt. Ihr Turm ist mit etwa 65 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Ihre Geschichte lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie war ein Schauplatz der Memminger Reformation im 16. Jahrhundert, die nach Oberschwaben und ins Allgäu ausstrahlte. Die in ihrer heutigen Form um 1325 begonnene und um 1500 vollendete dreischiffige Basilika war danach die grösste gotische Stadtkirche zwischen Bodensee und Lech. Ihre Kunstwerke sind bedeutend. Das über 500 Jahre alte Chorgestühl zählt zu den besten spätgotischen Schnitzwerken in Süddeutschland, gilt als grösster Kunstschatz der Stadt. Sie besitzt die früheste Welsche Haube Süddeutschlands. Die Bürgerkathedrale der ehemaligen freien Reichsstadt Memmingen ist der Verleihungsort des Memminger Freiheitspreises seit 1525. Der Bau ist mit seiner Goll-Orgel von 1998 Konzertkirche und geniesst als solche durch Rundfunk- und CD-Aufnahmen grosses Ansehen in der Internationalen Fachwelt.
Wertvoller Wandmalereibestand aus dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit sind nicht nur im Kirchenraum, sondern auch oberhalb der später eingebauten Deckenkonstruktionen im Dachraum erhalten. Seit 2015 fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Dachinstandsetzung:

03.05.2022: Sankt Josef – die katholische Pfarrkirche vor den Mauern der Memminger Altstadt – ist Memmingens erster Kirchenbau seit Reformation, Mediatisierung und Säkularisation. Das 19. Jahrhundert war eine Zeit grosser Gegensätze, in der Fortschritte in Technik und Wissenschaft, zunehmend kapitalistische Wirtschaftsweise und Verarmung einer zunächst rechtlosen Arbeiterschaft mit einer Hinwendung zu Baustilen vergangener Epochen einher gingen. Erst zur Jahrhundertwende ist eine Abkehr vom Historismus zu beobachten. Von 1927 bis 1929 von den Architekten Michael Kurz und Thomas Wechs geschaffen, ist der 100 Meter lange Kirchenbau von Sankt Josef ein Zeugnis seiner Zeit – sowohl in der Gestaltung seines Äusseren als Stätte des Glaubens als auch in seiner Raumkonzeption als Wegkirche und Gemeindesaal. An ein langgestrecktes Rechteck schliesst sich im Westen ein mächtiges Querhaus mit dreieckigem Portalvorbau an. Im Osten steigt terrassenförmig ein hoher Chor zwischen zwei achteckigen, 45 Meter hohen Türmen empor. Der burgartige Eindruck wird verstärkt durch die in Klinkerbauweise verkleideten Aussenwände. Am 20. Oktober 1929 weihte Weihbischof Dr. Karl Reth die Kirche auf den Namen des heiligen Josef:

12.04.2022: Das Tempelhaus blickt auf eine mindestens 700-jährige Geschichte zurück. Die älteste Erwähnung der vermutlich noch älteren Tiefburg in Neckarelz ist eine Urkunde vom 11. Juni 1300, nach der die Johanniter in diesem Gebäude ihre Niederlassung hatten. Sein tatsächliches Alter kann nur vermutet werden. Man geht vom 12. bis 13. Jahrhundert aus. Ursprung des Gebäudes ist vermutlich ein Wohnturm aus der Stauferzeit, den die Johanniter übernommen haben. Schon 50 Jahre später, am 5. Februar 1350 verkauften die Johanniter ihr Haus an Engelhart von Hirschhorn. Über die Jahrhunderte erfuhr das Tempelhaus zahlreiche Nutzungen, Umbauten und Eigentumsänderungen. Im Jahr 1737 wurde es Pfarrkirche der katholischen Kirchengemeinde Neckarelz und ist auch heute noch in ihrem Eigentum. Beim Tempelhaus handelt es sich um das älteste in Mosbach erhaltene Gebäude und um die einzige in ihrer authentischen Form erhaltene Johanniterburg in Baden-Württemberg:

12.04.2022: 773 n. Chr. beginnt die geschriebene Geschichte von Neckarelz mit der Erwähnung in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch. Um diese Zeit dürfte die erste Martinskirche bereits gestanden haben, umgeben von einer nachweisbaren, christlichen Begräbnisstätte. Schutzpatron war der Hl. Martin, Bischof von Tours. 1371 war die zweite Martinskirche fertig, ein stattlicher, spätgotischer Bau mit einem fast 52 m hohen Turm. Die Kirche hatte besonders unter den Folgen des Dreissgjährigen Krieges zu leiden. Die Not führte dazu, dass notwendige Reparaturen an Dach und Kirchenschiff nicht durchgeführt werden konnten. 1765 erfolgte eine gründliche Untersuchung. Das Gutachten empfahl den Abriss des Kirchenschiffs. Die dritte Martinskirche wurde unter Beibehaltung des spätgotischen Turms gebaut, in dem sich die Sakristei befindet. Die Einweihungsschrift von 1773 finden wir über dem geschlossenen Eingangsportal der Ostseite. Die Sitzanordnung war ursprünglich quer gerichtet, Kanzel und Altar an der Nordseite. Die Herkunft des barocken Orgelprospekts ist ungeklärt. Beim Kirchenumbau 1929/30 fand eine Umgestaltung in Längsrichtung statt, die Orgelempore wurde erweitert. 1961-1963 erhielt die Kirche eine helle Gestaltung und farbige Fenster. Mit Ausnahme des 1959 gestifteten Kanzelfensters sind diese Arbeiten von Hans Göthert. In der Folge erhielt das Turmdach neue Schieferziegel. Hauptstück des Dreier-Geläutes dort ist die 1000 kg schwere Osanna-Glocke aus dem Jahr 1511:

12.04.2022: Die Kirche wurde 1957 im Nordwesten der Stadt für die nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelten Katholiken erbaut und 1959 zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Die geostete Kirche hat einen nahezu rechteckigen Grundriss mit seitlich angebautem, etwas eingerücktem Turm. Das einschiffige Kirchengebäude ist ebenso wie der Turm von einem Satteldach überspannt und wird durch hoch gelegene Fensterreihen an den Seitenwänden erhellt. An der westlichen Giebelseite ist eine Orgelempore eingezogen. Die Kirche hat 480 Sitzplätze, die geräumige Krypta unter dem Hochaltar fasst nochmals 200 Menschen:
12.04.2022: Die Stiftskirche St. Juliana ist eine Simultankirche in Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis. Der evangelische Teil wird als Stiftskirche, der katholische Teil als Kirche St. Juliana bezeichnet. Die Geschichte Mosbachs ist zu einem guten Teil die Geschichte der Stiftskirche. Die in einem Kloster zusammenlebenden Benediktiner begannen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit dem Bau einer Stiftskirche, die nach der Heiligen Juliana benannt wurde. Ihre schlichte Gestaltung ist ein typisches Beispiel der Spätgotik im ländlichen Raum. 1708 wurde quer durch das Gotteshaus eine Trennmauer errichtet, so dass Katholiken und Protestanten das Gotteshaus gleichzeitig nutzen konnten. Im evangelischen Teil der Stadtkirche sind mehrere mittelalterliche Grabplatten (die älteste stammt aus dem Jahr 1312) und Fresken mit deutschen Texten zu sehen. Bedeutendes Kunstwerk im katholischen Chor ist das Grabdenkmal der 1444 gestorbenen Pfalzgräfin Johanna, ein Bronzerelief:

12.04.2022: Die neue Kirche Sankt Cäcilia auf dem Berge wurde 1935 in Mosbach eingeweiht. Denn die katholische Gemeinde fand längst nicht mehr genug Platz in der Stiftskirche St. Juliana am Marktplatz, die beiden Konfessionen in getrennten Räumen als Gotteshaus dient. Auf einer Teilfläche des ehemaligen Gartens des Mosbacher Schlosses entstand St. Cäcilia unter Architekt Hans Herkommer. Ihre sakrale Architektur mit der Aussenfassade in hellgelbem und rotem Sandstein lässt sich in den Stil der neuen Sachlichkeit des frühen 20. Jahrhunderts einordnen:

28.03.2022: Im Jahre 1753 wurde die katholische Pfarrkirche St. Andreas in den letzten Jahren unter dem regierenden Adelsgeschlecht von Sickingen geweiht. Die Kirche entstand an der Stelle der ehemaligen Marienkapelle, die erstmals im Jahre 1496 erwähnt wurde und aufgrund von Baufälligkeit 1751 abgerissen werden musste. Bereits im 14. Jahrhundert existierte ausserhalb der Stadtgrenze eine St. Andreaskirche, die über die Jahrhunderte stark beschädigt und zurückgebaut wurde. Dabei handelt es sich um die heutige Heilig-Kreuzkapelle. Man entschied sich also dazu eine grössere Pfarrkirche innerhalb der Stadtgrenzen zu errichten, die den Namen der ehemaligen St. Andreaskirche übernahm. Der Sakralbau St. Andreas entstand unmittelbar am alten Wartturm der Verbindungsmauer zwischen Schloss und Stadt. Dieser mittelalterliche Turm wurde in den Bau der Kirche integriert und diente von nun an als Glockenturm. Dies ist der Grund, weshalb er sich stilistisch stark vom Rest des Kirchengebäudes unterscheidet. In der Kirche ist das Grabdenkmal des Ritters Franz von Sickingen untergebracht. Der Ritter posiert in Rüstung auf einem Löwen stehend und symbolisiert Macht und Stärke. Nachdem die Kirche im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Gruft abbrannte, verschwanden die letzten sterblichen Überreste des Sickinger Adelsgeschlechtes und somit auch die Hoffnung, Franz von Sickingens Gebeine tatsächlich noch zu finden. Die St. Andreaskirche wurde 1753 als barocke Stadtkirche geweiht. Ein ehemaliger Wehrturm in der Verbindungsmauer zwischen Schloss und Stadt dient als Glockenturm. Er unterscheidet sich stilistisch zum Rest der Kirche, da er bereits im Mittelalter errichtet wurde. Aufgrund von Baufälligkeit wurde 1869 der ursprüngliche Spitzturm gegen ein geschiefertes, tetraedisches Dach ersetzt und zudem eine Galerie eingebaut. Die barocke und lichtdurchflutete Saalbaukirche ist eine imposante und eine der bedeutendsten Kirchen der Region aus dem 18. Jahrhundert:
