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Monats-Archive: August 2025

21.08.2025: Das Kalensche Tor ist das besterhaltene Tor der Malchiner Stadtbefestigung. Der Bau ist ein reich gegliederter gotischer Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert mit Pultdach und teilweise glasierten Ziegeln. Es wurde als Doppeltor erbaut. Im Jahr 1837 begann der teilweise Abbruch. So wurde das Haupttor abgerissen, um eine Erhöhung der Durchfahrt zu erreichen. Bis ins 19. Jahrhundert wurde es als Gefängnis genutzt, im Jahr 1900 restauriert. Heute ist das Kalensche Tor eines der bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Den Namen dürfte das Tor vom Ort (Alt-)kalen bekommen haben, in dessen Richtung das Tor liegt. Eine andere Herleitung des Namens wäre von den Kalandsbrüdern, deren Kloster sich auf dem Mönchhof (Wedenhof) in der Nähe befand. Dies dürfte aber eher unwahrscheinlich sein: 

MALCHIN

(6.700 Einwohner, 10 m ü. NHN) ist eine Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern im Nordwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Sie gehört historisch zum Landesteil Mecklenburg. Der Ort bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum. Fürst Nicolaus I. von Werle gründete Malchin am 7. April 1236 und verlieh ihr das Schweriner Stadtrecht. Die Stadt wurde als befestigte Siedlung in der sumpfigen Peeneniederung angelegt. Um 1370 zerstörten Bürger das fürstliche Schloss in der Stadt. 1372 versöhnte sich Fürst Johann zu Werle mit der Stadt und versprach, nie wieder ein Haus in Malchin zu bauen. Ab dem 15. Jahrhundert war Malchin neben Sternberg einer der beiden festen Tagungsorte der mecklenburgischen Landstände. Diese Tradition der Landtage in Malchin prägte die politische Identität der Stadt bis ins frühe 20. Jahrhundert. Über Jahrhunderte blieb Malchin eine typische Ackerbürgerstadt, deren Wirtschaft stark von der Landwirtschaft im Umland geprägt war. Um 1900 entstanden wichtige Infrastrukturbauten wie der Wasserturm (1902) und die zentrale Wasserversorgung (1903). Ein einschneidendes Ereignis war der verheerende Stadtbrand am Ende des Zweiten Weltkriegs (1945), dem grosse Teile der historischen Altstadt zum Opfer fielen. Malchin war Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Bezirk Neubrandenburg (1952–1990). Nach 1990 wurde die historische Bausubstanz, darunter Teile der Stadtmauer und das Rathaus, umfassend saniert.

Bahnhof-Empfangsgebäude:

Bahnwasserturm:

Kalensches Tor:

Alter Feuerwehrschlauchturm:

Fangelturm:

Museum Alte Stadtmühle:

Die Peene:

Rathaus:

Evangelische Kirche St. Johannis:

Steintor:

Altes Amtsgericht:

Wasserturm:

Kaiserliches Postamt:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Kurzbesuchs am 21.08.2025.

18.08.2025: Die Alte Artilleriekaserne wurde nach der Revolution zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Schutz der inneren Sicherheit nach Plänen von Militärbaumeister Wachhusen auf dem Ostorfer Berg errichtet. Bei Volksaufständen hätte man durch den Schlossgarten Kanonen und Geschütze direkt zum Schloss bringen können. Daneben konnte man von hier aus eine wichtige Einfallsstrasse vom Berliner Tor zum Ostorfer Berg beobachten. Das aus drei grossen Flügelbauten bestehende Gebäude stellt als bewusst burgenhaft gestalteter Bau einen Blickfang über dem Burgsee dar. Heute befinden sich hier das Finanzamt sowie Räume des Archäologischen Landesmuseums:

18.08.2025: Das Residenzschloss ist der Kern des Residenzensembles Schwerin, auf das alle Sichtachsen fokussiert sind. Seine Geschichte als Herrschaftsstandort reicht bis in die slawische Zeit zurück. Der letzte freie Fürst der Obotriten, Niklot, wurde 1160 von Heinrich dem Löwen besiegt, der daraufhin auf den Resten des slawischen Burgwalls eine Deutsche Burg errichten liess und die Stadt Schwerin gründete. Fast 200 Jahre später, 1348, erhielten die christianisierten Nachfahren Niklots die Burg zurück. Seitdem regierten sie nahezu ohne Unterbrechung bis 1918 von hier aus den Schweriner Landesteil Mecklenburgs. 1918, mit der Novemberrevolution, war Friedrich Franz IV. gezwungen abzudanken. Er und seine Familie mussten aus dem Residenzschloss ausziehen. Nach dem Weggang der Grossherzogsfamilie und dem Übergang des Schlosses in das Eigentum des Staates diente es wiederholt als Sitz des Landtages, in der Weimarer Republik und von 1948-1952. Seit 1990 tagt der Landtag des neu gegründeten Landes Mecklenburg-Vorpommern in dem altehrwürdigen Gebäude. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es auch als Lazarett und Flüchtlingsunterkunft genutzt. Der DDR diente das Schloss unter anderem als Sitz des Bezirkstages Schwerin, als Internatsschule für Erzieherinnen, als Probe- und Spielstätte der Schweriner Philharmonie sowie als Aussenstelle der Musikhochschule Hanns EislerBerlin. Ausserdem wurde es seit den 1920er Jahren museal genutzt. Auch heute kann man das Museum mit historisch ausgestatteten Thron- und Prunkappartements besichtigen. Das Schloss erlebte im Wesentlichen zwei Umbauphasen: im 16. Jahrhundert unter Herzog Johann Albrecht I. und im 19. Jahrhundert unter Grossherzog Friedrich Franz II. Zudem gab es kurz vor Ausbruch des Dreissigjährigen Krieges Pläne, die Residenz im Stil der Renaissance umzugestalten. Die vollständige Umsetzung wurde jedoch durch den jahrzehntelang anhaltenden Konflikt vereitelt. Das heutige Erscheinungsbild setzt sich hauptsächlich aus diesen Umbauphasen zusammen, auch wenn der Kern einiger Gebäude, wie der des Bischofshauses, um einiges älter ist. Die prägendste Phase war jene von 1843 bis 1857, bestimmt durch die Hofbaumeister Georg Adolph Demmler, Hermann Willebrand und den Baumeister des preussischen Königs Friedrich August Stüler. Des weiteren war Gottfried Semper mit Entwürfen am Umbau beteiligt. Die Schlosskirche, der erste protestantische Kirchenneubau Mecklenburgs, stammt allerdings noch aus dem 16. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert bekam sie einen Choranbau und erfuhr einige Umgestaltungen im Inneren:

Schlossbrücke:

Schlosskirche:

Die bewusste Verbindung der Gebäude des Residenzensembles mit der Seenlandschaft und damit die romantische Inszenierung der Wechselwirkung zwischen Natur und menschlicher Schöpfungskraft spielt bei der im 19. Jahrhundert geschaffenen Kulturlandschaft eine grosse Rolle. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch der Burggarten mit seinen verschiedenen Gartenpartien als ein Meisterwerk dieses harmonischen Zusammenspiels gilt. Geplant von Peter Joseph Lenné wurde er von dem Hofgärtner Theodor Klett umgesetzt. Im Zentrum des Burggartens unter der Terrasse des Hauptturms befindet sich die Orangerie, direkt neben ihr eine künstlich angelegte Felsengrotte. Die fortschrittliche Verwendung von damals hochmodernem Gusseisen beim Bau der Orangerie ist ein Zeitzeugnis der Industriellen Revolution. Die Orangerie ist ihrer Funktion als Schutz für Pflanzen in den Wintermonaten treu geblieben. In den Sommermonaten kann man hier in einem Café den Blick auf das Schloss und über den See geniessen:

Brücke zum Schlossgarten:

Schlossgarten mit u.a. Reiterstandbild von Friedrich Franz:

18.08.2025: Wie fast alle Elemente des Schweriner Residenzensembles steht auch der Marstall in direkter Sichtbeziehung zum Schloss. Der Marstall wurde nach Plänen von Georg Adolf Demmler in den Jahren 1838–1842 auf den ehemaligen Wadewiesen erbaut. Der Name der Wiesen leitet sich aus der Nutzung, der Trocknung von Fischernetzen (Waden), ab. Auch befand sich dort zuvor der Holzhof des Schlosses. Der Bau orientierte sich an dem Ludwigsluster Marstall von Johann Georg Barca. Die Bauleitung für den Schweriner Marstall übernahm Baukondukteur Carl Behnke. In seinem Zentrum befindet sich die repräsentative Reithalle, rechts und links davon zwei weitere Gebäude, in dem einen waren die edlen Reittiere, die Wagen und das Reitzubehör untergebracht, in dem anderen die Wohnungen der Bediensteten. Der Marstall war nicht nur Funktions- sondern auch Repräsentationsgebäude. Die Reithalle wurde sowohl für Reitvorführungen als auch für höfische Festlichkeiten genutzt. Heute wird der Marstall vom Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales sowie dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur genutzt:

18.08.2025: Die Geschichte des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin reicht bis 1563 zurück, als Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg den Auftrag zur Gründung einer Hofkapelle erteilte und folglich eine Spielstätte benötigt wurde. Das heutige Gebäude steht an der Stelle des ursprünglich im klassizistischen Stil erbauten, jedoch 1882 abgebrannten Theaters, wurde von 1883 bis 1886 unter dem Hofbaumeister Georg Daniel errichtet und erhielt schliesslich 1926 seinen heutigen Namen. Direkt gegenüber des Schweriner Schlosses gelegen, kann man an dem heute staatlichen Mehrspartentheater (Konzert, Oper, Theater, Ballett, Niederdeutsches Schauspiel und Figurentheater), das große Theater-Flair des 19. Jahrhunderts erleben. Hinter dem mit 550 roten Samtsitzen ausgestatteten Saal mit prächtigen Stuck- und Goldverzierungen verbirgt sich modernste Bühnentechnik, die es erlaubt, jährlich mehr als zwanzig Neuinszenierungen zu realisieren. Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin zieht jedes Jahr bis zu 200.000 Besucher an, was knapp das Doppelte der Einwohnerzahl Schwerins entspricht. Seit der Spielzeit 2016/17 ist Lars Tietje Generalintendant und Geschäftsführer:

18.08.2025: Im Auftrag von Grossherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (1823–1883) wurde der Museumsneubau 1882 eröffnet. Der Architekt Hermann Willebrand (1816–1899), ein Schüler Friedrich August Stülers, entwarf den damals technisch wegweisenden Museumsneubau nach modernsten Gesichtspunkten. Direkt am Schweriner See und am Alten Garten gelegen prägt das Museum – gemeinsam mit dem Schweriner Schloss, dem Staatstheater, der Staatskanzlei und dem Alten Palais einen der wenigen komplett erhaltenen historistischen Plätze in Deutschland. Willebrand erbaute das repräsentative Gebäude im Stil der griechischen Renaissance in der Zeit von 1877 bis zu seiner Übergabe am 26. Mai 1882 unter Mitarbeit des  Intendanten der Kunstsammlungen Eduard Prosch (1804–1878). Der historistische Baustil, der vor allem ein markantes Eingangsportal mit ionischen Säulen und einer grossen Treppe verwendet, ist typisch für diese Zeit:

18.08.2025: An der Westseite des Alten Gartens, der Burgfreiheit des Grossherzoglichen Schlosses, liegt das Alte Palais oder auch Erbprinzenpalais oder eben auch Witwenpalais. Das in Fachwerk ausgeführte Gebäude zwischen Staatskanzlei und Theater hat viele Namen – warum lässt sich aus der Geschichte erschliessen. Um 1705 wurde das Palais für Erbprinz Karl Leopold erbaut. Auch Erbprinz Franz lebte bis zur Übernahme der Regierungsgeschäfte darin. 1799 wurde das Erbprinzenpalais modernisiert. Friedrich Franz hatte Johann Georg Barca dafür den Auftrag gegeben. Er sollte für Erbprinz Friedrich Ludwig und seine Frau Helena Pawlowna alles renovieren und um vier Achsen in nördlicher Richtung erweitern. Etwa 40 Jahre später erfolgte noch eine Erweiterung, diesmal für Grossherzog Paul Friedrich, der dort 1837 seine Übergangsresidenz einrichten wollte. Georg Adolph Demmler setzte diesen Umbau um. Nach dem plötzlichen Tod des Grossherzogs 1842 lebte seine Witwe Grossherzogin Alexandrine hier bis zu ihrem Tod 1892. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist heute Sitz der Landtagsverwaltung:

18.08.2025: Die Staatskanzlei ist als Dienstsitz der Ministerpräsi­dentin die Zentrale der Landesregierung. Hier führt die Ministerpräsi­dentin ihre Kabinetts- und Amtsgeschäfte. Amtsleiter ist der Chef der Staatskanzlei im Rang eines Parlamentarischen Staatssekretärs. Die Staatskanzlei hat ihren Sitz im sogenannten Kollegiengebäude I (auch Regierungsgebäude I oder Staatskanzleigebäude genannt). Entstanden ist das Gebäude 1825 – 1834 nach Plänen von Carl Heinrich Wünsch und Georg Adolph Demmler, abgebrannt war es 1865, wiederaufgebaut wurde es in unveränderter Architektur bis 1867, und die Sanierung des Baus erfolgte in jüngster Zeit zwischen 1990 und 2001: