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Tages-Archive: 9. September 2023

09.09.2023: Im Jahr 1878 wurde in einem Gutachten die Baufälligkeit des alten, barocken Gotteshauses festgestellt. Die Kirche, das Pfarrhaus und einige weitere Häuser wurden 1888 abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Die Grundsteinlegung fand am 28. Juli 1889 statt, 1891 war der Neubau fertiggestellt. Die Konsekration der Kirche zu Ehren des Heiligen Goar und der Heiligen Elisabeth erfolgte am 11. Juli 1896 durch den Trierer Bischof Michael Felix Korum. Die Gewölbebasilika mit Querhaus und Chor wurde aus Bruchstein errichtet und wird von einem Dachreiter bekrönt. Das kreuzgewölbte Langhaus ist über Vierung und Chor mit einem Sterngewölbe versehen. Der freistehende Kirchturm, ein ehemaliger Torturm der Stadtmauer, der schon dem Vorgängerbau als Glockenturm diente, wurde 1923 um ein Stockwerk erhöht und mit dem Neubau verbunden:

09.09.2023: Das Gebäude wurde 1880 von Bauinspektor Delius aus Koblenz errichtet. Es handelt sich dabei um einen zweigeschossigen Backsteinbau in den Formen der Spätgotik und der deutschen Renaissance:

09.09.2023: Das ehemalige Weinbauamt in St. Goar würde in weniger verwöhnten Regionen als Schlösschen aus der Kaiserzeit oder zumindest als Villa am Rheinufer gefeiert, aber am Mittelrhein ist so ein Gebäude eher alltäglich. Das gut gepflegte Anwesen mit derzeit vier Wohneinheiten war ursprünglich in Staatsbesitz. Es wurde 1898 als königlich preussisches Amtsgericht erbaut und ging später auf das Land Rheinland-Pfalz über. Nach dem Ende des Kreises St. Goar 1969 zog das Gericht in die leerstehende Kreisverwaltung und das Weinbauamt rückte nach. 1994 wurde die Behörde aufgelöst und das Gebäude verkauft:

09.09.2023: Seit jeher ist Sankt Goar Gerichtsstandort gewesen. So gehen erste Erkenntnisse über den hiesigen Gerichtsstandort bereits auf die Karolingerzeit zurück. Mit Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1.Oktober 1879 wurde in St. Goar ein Amtsgericht eingerichtet, welches sich im damaligen Rathaus der Stadt, dem heutigen Hotel Zum Goldenen Löwen befand. Im Jahre 1899 wurde das an der heutigen Bundesstrasse 9 gelegene und später als Weinbauamt genutzte Gebäude als Amtsgericht erbaut und bis zu dessen Umzug in das heutige Gebäude genutzt. Nach der Zusammenlegung der Amtsgerichte St. Goarshausen und Boppard mit dem Amtsgericht St. Goar war Anfang der 1970er Jahre der grössere Platzbedarf ausschlaggebend für den Erwerb des heutigen Standortes des Gerichts im Bismarckweg, durch den Justizfiskus. Das heutige Gebäude war vor seiner Nutzung als Landratsamt des alten Landkreises St. Goar auch die Herberge der örtlichen Sparkasse:

09.09.2023: Auf engstem Raum zwischen Bahntrasse und Bundesstrasse entstand 2008 die städtische Rheinfelshalle, die neben dem Schul- und Vereinssport auch den speziellen Ansprüchen eines zeitgemässen Tagungsortes gerecht wird. Das Gebäude bietet neben einer mehrfach nutzbaren, multimedial ausgestatteten Halle mit Versenkbühne (Grosser Saal), mehrere Veranstaltungsräume (Graf-Diether-Saal u.a.), sowie einen weitläufigen Foyerbereich. Die Rheinfelshalle hat mit dem über drei Geschosse verglasten und kragenden Foyer eine moderne Anmutung und hohe Präsenz. Sie vermittelt mit leichtem Schwung und einem den Rheinverlauf abbildenden Lichtband entlang der Frontseite zwischen Innen und Aussen und lässt das interne Geschehen auch von aussen erlebbar werden:

09.09.2023: Die Burg Rheinfels wurde im Jahr 1245 von Graf Diether V. von Katzenelnbogen als Zollburg für Schiffe, die den Rhein aufwärts fuhren, errichtet. Innerhalb kurzer Zeit baute der Graf die Burg zu einer der stärksten Anlagen im Gebiet des Mittelrheins aus. Historisch belegt ist eine einjährige Belagerung im Jahr 1256 durch ein Heer des Rheinischen Städtebundes – diese blieb jedoch ohne Erfolg. Danach erlangte die Burg Rheinfels den Ruf, uneinnehmbar zu sein. Die Grafen von Katzenelnbogen stiegen im 14. Jahrhundert aufgrund vorteilhafter Heiraten und durchdachter Finanzpolitik zu einem der führenden Adelsgeschlechter am Mittelrhein auf, dadurch wurde aus Rheinfels ein bedeutsames Verwaltungszentrum. Als im 14. Jahrhundert Burg Neukatzenelnbogen auf der anderen Seite der Rheins errichtet wurde und die Grafen die Möglichkeit bekamen, eine Rheinsperre durchzusetzen, nahm die Bedeutung von Burg Rheinfels noch weiter zu. 1479 aber starb das Geschlecht der Grafen von Katzenelnbogen auf der Höhe seiner territorialen Machtentfaltung aus, damit fiel die Burg Rheinfels an die Landgrafschaft Hessen. Im 15. Jahrhundert erlangte Burg Rheinfels dann als Residenz des Grafen Johann III. und seines Sohnes Philipp auch im höfischen Leben mehr und mehr an Bedeutung und erlebte hier einen Höhepunkt. Um 1570 wurde die Burganlage von Landgraf Philipp dem Grossmütigen von Hessen zu einem prächtigen Renaissanceschloss umgestaltet. Als eine der stärksten Festungen am Mittelrhein konnte Rheinfels auch gegen die angreifenden Truppen Ludwig des XIV. erfolgreich gehalten werden. Das Ende der Burg als Festungsanlage kam im 18. Jahrhundert, als 1794 die Festung der französischen Revolutionsarmee ohne Widerstand übergeben wurde. Die Aussenwerke und die Burg selbst wurden in den Jahren 1796 und 1797 gesprengt. Die heutige Ruinenanlage ist immer noch sehr ausgedehnt und beeindruckt mit einem Gewirr an Wehr- und unterirdischen Minengängen, die zum Teil auch besichtigt werden können.

Eingangsbereich zur Burgruine Rheinfels und dem Romantikhotel Schloss Rheinfels:

Informationstafeln am Eingang:

Rheinfels Schnauferl – das Replikat aus dem Jahr 1982 eines Oldtimer-Kleinbusses des Herstellers Fleur de Lys im Stil der 1920er Jahre – es tourt durch die blühende Natur rund um St. Goar und kann auch als Location für ein ungewöhnliches Business-Meeting gemietet werden. Diverse Arrangements hat das Vier-Sterne-Superior-Hotel dazu aufgelegt – diese beinhalten beispielsweise einen Sektempfang vor der Abfahrt, verschiedene Stopps, ein Picknick oder auch ein anschliessendes Gourmet-Menü mit Blick auf den Loreley-Felsen:

Uhrturm:

Darmstädter Bau (Kernburg):

Görtz-Platz:

Standort des ehemaligen Bergfrieds:

Blick auf den Werlauer Hang:

Eingangsbereich vom Görtz-Platz aus gesehen:

Nordbau (Kernburg) mit Treppenturm und Apotheke:

Aufstieg zum Uhrturm:

Blick auf Rhein und Burg Maus:

Blick nach Sankt Goarshausen:

Ein ICE auf der linken Rheinstrecke:

Blick auf Haupt- und Kernburg:

Blick auf Vorburg mit Romantikhotel Schloss Rheinfels und dem Burghof:

Grosser Keller:

Hohe Batterie:

Marstall:

Fussgängerbrücke zum Burghof:

Blick über die Dächer von Sankt Goar beim Abstieg von der Burg:

09.09.2023: Von der ehemaligen Stadtbefestigung der Stadt Sankt Goar sind heute noch Teile erhalten. Bis um 1800 war die Stadt von einer Befestigung mit zehn Türmen und drei Toren umschlossen. Die Nordmauer wurde durch drei Türme unterteilt. Am Südlichen Ende befand sich der heute nicht mehr erhaltene Nappenturm, in der Mitte der Mauer der Hexenturm und an der Nordwestecke der Kanzleiturm. Der Kanzleiturm steht an der Gelenkstelle zwischen bergseitigen West- und der Nordwestmauer und besitzt einen Fünfeckgrundriss aus einem leicht trapezförmig zulaufenden, stadtseitigen Quadrat und einer bergseitig vorgesetzten, spornartig vorstossenden Dreieckspitze. An der Südostseite liegt ein vom ersten Obergeschoss aufsteigender Treppenturm an drei Seiten des Sechsecks an. Der Grundriss und die Ausrichtung resultieren aus seiner ursprünglich wehrtechnischen Funktion und dem Standort an der Nordwestecke der Stadtmauer. Die Turmspitze weist nach Nordwesten gegen die Feindseite auf das ehemals offene Feld zwischen Stadt, Neustadt und Burg Rheinfels. Der Treppenturm steht eingepasst zwischen Turm und bergseitiger Westmauer an der ehemals geschützten Südseite. Der Turm ist urkundlich und bildlich zwar erst ab dem 17. Jahrhundert erwähnt, jedoch sprechen einige Elemente für eine frühere Entstehung. Der fünfeckige Grundriss mit polygonalem Treppenturm, die im Vergleich zu älteren Türmen schlanken Proportionen, der geschlossene Baukörper sowie das über dem umlaufenden Bogenfries schwach vortretende, vermutlich von Beginn an bedachte Obergeschoss sowie die am Bogenfries verwendeten schmalen Backsteine und die langgestreckte Form der Schiessscharten der unteren Geschosse deuten auf eine Datierung des Turm in die Mitte des 14. Jahrhunderts:

09.09.2023: Mit dem Bau die Stadtmauer von Sankt Goar wurde vor 1219 begonnen. Die Ortsumwehrung ist mit dem Bering der Burg verbunden. Erhalten sind der hangseitige Mauerzug mit zwei starken, nach innen ursprünglich offenen Türmen, dem Hexenturm am Bahnhof und den Kanzleiturm am Ulmenhof. Beide Türme sind neu überdacht und zu Wohnzwecken ausgebaut:

09.09.2023: An der Stadtbefestigung hinter dem Bahnhof St. Goar befindet sich der Eiserturm, der in alten Unterlagen auch als Glockhaus bezeichnet wird. Der Eiserturm wurde inzwischen komplett vom Efeu befreit. Dadurch ist jetzt deutlich zu erkennen, dass der Turm aufgestockt wurde, um ihn für Wohnzwecke herzurichten. Der ehemalige Dechant von St. Goar, Karlwerner Eiser, hatte sich den Ausbau vorgenommen, dann aber nach ersten Bauarbeiten nicht weiter verfolgt. Neben dem Eiserturm sind in den letzten Kriegstagen 1945 noch Bomben gefallen, die einen Teil der Befestigung zerstört haben. Im Hintergrund ist hinter dem Eiserturm der als Kurzer Pfad bezeichnete steile Weg hinauf zum Ortteil Biebernheim zu sehen:

09.09.2023: Der Bahnhof von Sankt Goar liegt an der linken Rheinstrecke Frankfurt – Mainz – Bingen – Koblenz – Köln und ist nicht mehr personenbesetzt. Der Fahrkartenverkauf erfolgt nur noch über SB-Automaten. Bedient wird der Bahnhof tagsüber stündlich von der Mittelrheinbahn RB 26 Köln – Mainz. Der Baustil des Bahnhofsgebäudes von 1927 wird als leicht expressionistischer Heimatstil angesehen. Auffällig ist das architektonische Gesamtkonzept rund um den Bahnhof, welches sich in der Bauweise stark ähnelt. Grund dafür ist eine Auflage der Stadt, sich bei Neubauten am benachbarten Bahnhof zu orientieren. Bei dem heutigen Gebäude handelt es sich um ein 2,5-geschossiges traufständiges Gebäude mit Walmdach, welches aus grob bearbeitetem Schieferbruchstein besteht. Das Obergeschoss mit den sieben Sprossenfenstern ist verputzt und durch einen Sims zum Bruchstein abgesetzt. Auf der Süd- bzw. Nordseite finden sich drei Fenster. Im Dachstuhl finden sich zur Strasse fünf Giebelfenster. Hier sind es auf der Nord- und Südseite nur noch zwei Fenster. Aufgrund der höher liegenden Eisenbahngleise ist die Gebäuderückseite 1,5-geschossig: