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07.06.2023: Das Lauenburger Schloss, an dessen Platz sich heute das Rathaus befindet, entstand im Jahre 1182, als Heinrich der Löwe von Kaiser Friedrich Barbarossa seiner Reichslehen enthoben wurde. Damals erhielt Bernhard von Askanien das nördliche Sachsen beiderseits der Elbe als Lehn. Anstelle der beschädigten Ertheneburg, die bei Schnakenbek oder bei Artlenburg lag, liess er auf dem heutigen Schlossberg ein festes Lager errichten. Nach dessen Zerstörung durch adlige Rivalen mussten diese auf kaiserlichen Befehl hin die Anlage 1185 wieder aufbauen. Ab 1203 wurde die Burg durch die Dänen besetzt. 1228 eroberte ein Sohn Bernhards, Albrecht I., die Lauenburg zurück. Er machte sie zu seinem Stammsitz und gestaltete das Gebäude weiter aus, ohne dass es jedoch mehr wurde als eine landesübliche Burg. Herzog Johann IV verfügte im 15. Jahrhundert über die nötigen Mittel, die Burg zeitgemäss umzubauen, sowie den Schlossturm und weitere Wohngebäude zu errichten.Ein grosser Brand von 1616 und schwerer Beschuss während des Schwedisch-Polnischen Krieges (1656) liessen von der ursprünglichen Anlage nur noch den Schlossturm und den Ostflügel übrig. Anfang des 18. Jahrhunderts entstand hier das Amtshaus, welches noch heute „Schloss“ genannt wird. 1865 verweilten hier der preussische König Wilhelm I. und Ministerpräsident Otto von Bismarck. Das Gebäude wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Privathaus vermietet. Nach dem Tode der Bewohner wurde es ab 1919 als Rathaus und ab 1923 auch als Amtsgericht genutzt. Heute hat die Stadtverwaltung hier ihren Sitz. In den Nebengebäuden sind das Stadtentwicklungsamt und die Stadtkasse untergebracht:

Der Schlossturm ist das älteste noch erhaltene Bauwerk des einstigen Ensembles. Nach zwanzigjähriger Bauzeit wurde er 1477 fertiggestellt. Zu dieser Zeit, begannen die aufkommenden Feuerwaffen die Festung zu bedrohen. Der Schlossturm ist deshalb mit über zwei Meter dicken Wänden errichtet worden. Das Untergeschoss diente als Pulverkammer und Verlies, das Obergeschoss zur Aufstellung von Geschützen. Ein weiteres Stockwerk wurde vermutlich 1725 abgetragen. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde der Turm sehr unterschiedlich genutzt. Zunächst waren darin eine Pulverkammer und das herzogliche Archiv mit wichtigen Dokumenten untergebracht. Im 18. Jahrhundert lagen darin Gefängniszellen, die heute noch zu besichtigen sind. In den 1920er Jahren bot der Turm schliesslich 22 Schlafstätten für eine Jugendherberge. Seit 1963 beherbergt das Untergeschoss als Lapidarium frühbarocke Steinplastiken. Der Schlossturm und das Lapidarium können zu den Öffnungszeiten besichtigt werden. Wer den Aufstieg bis in das oberste Stockwerk wagt, der wird mit einem herrlichen Blick über Lauenburg und die Elbe belohnt:

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