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Tages-Archive: 19. Juli 2022

19.07.2022: Gestrandet mit dem RE 9 von Bremerhaven-Lehe nach Osnabrück in Stubben (Niedersachsen) zwischen Bremerhaven HBF und Bremen HBF an einem abends immer noch heissen Sommertag…in über einer Stunde Wartezeit vor dem defektem Regionalexpress wurden wir zwischenzeitlich von zwei Regionalbahnen der Nordwestbahn zu meinem Zielbahnhof Bremen auf dem Mittelgleis ohne Halt passiert, der Folge-Regionalexpress eine Stunde später fiel auch aus…später mussten wir erfahren, dass die DB an diesem Tag den Verkehr auf dieser Strecke komplett eingestellt hatte…die immer noch schwitzenden Fahrgäste flüchteten zwischenzeitlich auf den Bahnsteig, da auch die Klimaanlage im Zug natürlich nicht mehr lief…dann kam die Aufforderung des Zugpersonals, den Bahnsteig zu wechseln um mit der nächsten Nordwestbahn nach Bremerhaven-Lehe zurückfahren zu können…es startete ein Fahrgast-Exodus wie ihn der kleine Bahnhof Stubben wohl noch nie gesehen hatte 😉 …nach einer weiteren halben Stunde Wartezeit ging es dann in einer überfüllten Regionalbahn zurück nach Bremerhaven-Lehe…dort durften die Fahrgäste des ursprünglichen Regionalexpresses dann sitzenbleiben und mit der nun auch schon eine halbe Stunde verspäteten Nordwestbahn nach Twistringen in Richtung Bremen fahren…aus einer halbstündigen Verbindung von Bremerhaven nach Bremen wurde so eine knapp vierstündige Odyssee durch die niedersächsische Einöde…meine Frage, die bis heute unbeantwortet blieb: Warum war es dem Fahrdienstleiter nicht möglich, die durchfahrenden Regionalbahnen in Richtung Bremen nicht auf das Gegengleis umzuleiten, sondern sie auf dem Mittelgleis durchrauschen zu lassen? :

19.07.2022: Der Bahnhof Cuxhaven ist ein Kopfbahnhof. Die Fahrt der aus Hamburg und Bremerhaven kommenden Züge endet hier. Der Bahnhof liegt in der Nähe vom Stadtzentrum am Cuxhavener Hafen. Eröffnet wurde dieser Bahnhof bereits 1881. Der Bahnhof in Cuxhaven ist behindertengerecht ausgestattet. Zu den Gleise 1, 2 und 3 gibt es einen stufenfreien Zugang. Auf dem Vorplatz vom Bahnhof gibt es Taxistände, Bushaltestellen und Parkplätze. Das Bahnhofsgebäude befindet sich quer zu den Gleisen am Querbahnsteig. 2016 kaufte die Stadt Cuxhaven von der DB über 30.000 m² des Geländes einschliesslich der Fläche, auf der das Bahnhofsgebäude steht. Am 17. Juli 2016 verkaufte die Stadt Cuxhaven das Empfangsgebäude inklusive einer Fläche von ca. 1.700 m² schliesslich an die Bürgerbahnhof Cuxhaven eG. Seit September 2017 wurden umfangreiche Abriss- und Umbauarbeiten durchgeführt. Am 5. Dezember 2018 wurde das Empfangsgebäude neu eröffnet. Im Erdgeschoss befinden sich ein DB-Reisezentrum, Bahnhofsgastronomie, Autovermietung, Bahnhofsbuchhandlung, Touristeninformation, Souvenirshop, Businfo und öffentliche Toiletten, in den Obergeschossen Betriebs- und Personalräume der Verkehrsgesellschaften und ein Versammlungsraum für bis zu 50 Personen:

19.07.2022: Gleich hinter dem Lotsenhaus gelegen findet sich das bereits im Dezember 1923 fertiggestellte und von der Bugsierreederei an der Elbstrasse errichtete, sogenannte Bugsierhaus (heute Leuchtturmweg 3). Dieses ist ein über rechtwinkligem Grundriss angelegtes Reedereigebäude, das im Obergeschoß mit Ziegelziersetzungen geschmückt und seeseitig mit einer Aussichtsplattform ausgestattet ist:

19.07.2022: Am 22. April 1988 ging in der Elbmündung vor Cuxhaven die 172jährige Geschichte bemannter Feuerschiffe zu Ende. Diese wiesen als schwimmende Leuchttürme der internationalen Schifffahrt den sicheren Weg durch die Sandbänke in die Elbmündung oder nach See. Die Besatzungen waren nicht nur notwendig, um die Feuerschiffe zu betreiben, sondern sie halfen Menschen in Seenot oder holten über Funk Hilfe herbei, beobachteten den Schiffsverkehr, Wind, Wasser und Wetter und gaben Meldungen weiter. Ein Feuerschiff hatte seine Position unter allen Umständen ständig zu halten. Die ELBE 1 ist nach ihrer Position so benannt. Ihr eigentlicher Schiffsname ist BÜRGERMEISTER O’SWALD. Die heutige ELBE 1 wurde am 7. November 1948 als Nachfolgerin des am 27. Oktober 1936 in einem schweren Orkan gekenterten und mit 15 Besatzungsmitgliedern untergegangenen Vorgängers in Dienst gestellt. Nach der Ausserdienststellung wurde das Schiff von der Stadt Cuxhaven erworben und liegt heute im Alten Hafen von Cuxhaven. Es kann dort zu bestimmten Zeiten besichtigt werden. Betreut wird es von Mitgliedern des „Feuerschiff-Verein ELBE 1 von 2001 e.V.“ Cuxhaven. Die Unterkünfte mit Kammern, Kombüse, Mannschafts- und Offiziersmesse sind für Besucher ebenso zugänglich wie der eindrucksvolle Maschinenraum und natürlich die Kommandobrücke. Alle nautischen und technischen Einrichtungen sind in einem betriebsbereiten Zustand. Dadurch unterscheidet sich das Cuxhavener Feuerschiff von vielen anderen Museumsschiffen. Die Besucher erkunden das Schiff anhand eines Leitfadens, der an der Kasse erhältlich ist, über einen Rundgang von 30 Stationen mit funktionellen Einrichtungen wie Radar- und Funkanlagen sowie nautischen, meterologischen und technischen Geräten. Auch die laufenden schiffbaulichen Restaurierungsarbeiten sind sehenswert. Die Offiziersmesse dient heute dem Cuxhavener Standesamt als Trauzimmer. Nach Voranmeldung beim Standesbeamten können Brautpaare hier in den Hafen der Ehe einlaufen:

19.07.2022: Am Leuchtturmweg 5 befindet sich das am 21. Oktober 1924 offiziell eingeweihte Lotsenhaus. Es handelt sich bei diesem, so die knappe Beschreibung in der amtlichen Publikation zu den Baudenkmalen in Niedersachsen, um einen schlichten zweigeschossigen Kubus, dessen Mittelachse auf der westlichen Traufseite turmähnlich hervortritt und mit einer Aussichtsplattform abschliesst:

19.07.2022: Der Hamburger Leuchtturm in Cuxhaven wurde 1802-03 in Backsteinbauweise errichtet. Der Turm mit einer Höhe von 23 Metern ersetzte verschiedene ältere Seezeichen und sorgte für eine Erhöhung der Sicherheit an der vielbefahrenen Elbmündung. Das Leuchtfeuer wurde im Laufe der Zeit immer weiter verbessert (Blenden, Reflektoren) und zunächst mit Petroleum, später mit Gasglühlicht und ab 1926 elektrisch betrieben. Der erst 2010 ausser Betrieb genommene Leuchtturm ist der älteste an der deutschen Küste und steht unter Denkmalschutz:

19.07.2022: Die HAPAG Hallen mit dem 37 m hohen Uhrenturm, dem zentralen Kuppelsaal und der anschliessenden Hanseatenhalle, der Zollabfertigung und dem Verbindungsgang zum Steubenhöft am Amerikahafen in Cuxhaven wurden 1904 vom Architekten Georg Thielen (1853-1901) gebaut. Er war auch der verantwortliche Architekt beim  Bau des ersten Teils der Speicherstadt:

19.07.2022: Die verklinkerte ehemalige Wetterwarte Cuxhaven aus den 1920er Jahren besteht aus einem dreigeschossigen Verwaltungsgebäude mit walmdach und einer prägenden Freitreppe und einem sechsgeschossigen achteckigen Turm. Die früher täglich von 5.00 bis 21.30 Uhr besetzte wetterwarte als wetterdienst und meteorologische Station berichtete regelmässig dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Main und der Regionalzentrale Hamburg. Die Warte hatte eine lokale Bedeutung für die Berufs- und Hobbyschifffahrt oder für Bürger, die nach Sturmschäden für die Versicherung Informationen über lokale Wetterereignisse benötigten. Bekannt ist die Meldung des Leiters der Wetterwarte Cuxhaven am Morgen des 16. Februar 1962, also vor der Sturmflut 1962 in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962: „In den nächsten 18 bis 24 Stunden anhaltender voller Sturm aus West, später Nordwest. Erste Flut um 11.07 Uhr mindestens 1,80 Meter, zweite Flut 23.33 Uhr mehr als zwei Meter über normal erhöht. Nach meiner privaten Auffassung steht eine besorgniserregende Situation bevor, die gefährliche Ausmasse anzunehmen droht“. Die Wetterwarte ist seit 2017 nur noch eine automatisierte Sensorstation. Aktuell hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Nebenstelle Cuxhaven hier seinen Sitz:

19.07.2022: Nach Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1907 bezog die Verwaltung zunächst ein Gebäude an der Deichstrasse. Das erste Rathaus der eigenständigen Stadt Cuxhaven ist 1915-17 am Grünen Weg erbaut worden. Eine erste Erweiterung auf der Südseite folgte 1931, 1939 ist dieser Flügel entlang der Rathausstrasse um einen langgestreckten Riegel mit gotischen Spitzbögen ergänzt worden. Altbau und Vorplatz sind 1953 umgestaltet worden. 1973 erfolgte zur Behebung des Platzmangels eine provisorische Erweiterung aus gestapelten Containern, die 2005-06 durch einen Neubau am westlichen Rathausplatz ersetzt wurde:

19.07.2022: Das zweigeschossige verputzte Gebäude von 1898 aus der Epoche des Historismus mit einem hohen Sockelgeschoss, dem seitlichen Giebelflügel mit Loggien  und Eingang und dem Krüppelwalmdach mit Giebelspitzen war die Alte Polizeiwache. Markant sind aus Wesersandstein die Tür- und Fensterumrahmungen, das dekorative Dreieck mit einer stilisierten Muschel und das Hamburger Wappen oben im Giebel. Nachdem die Polizei auszog war hier einige Jahrzehnte bis 2003 der Sitz des Ordnungsamts. Das dann privatisierte Haus wurde umfangreich saniert und wird heute für Wohnungen, Ferienwohnung und Büros genutzt: