Stadttürme
01.08.2025: Der Wehrturm Kiek in de Köken verdankt seinen Namen dem Umstand, dass man einst von dort aus in die erzbischöfliche Küche schauen konnte. Während des Ausbaus der Befestigungsanlagen sind 1430 die Wehrtürme Hinter der Möllenvogtei und Kiek in die Köken errichtet worden. Insgesamt wurden in dieser Zeit fünf Wehrtürme gebaut. Erst 1525 begann der Bau einer festen Stadtmauer zwischen den Wehrtürmen. Beide Türme wurden im Zuge der Sanierung des Fürstenwalls restauriert. Ein Stück mittelalterlicher Stadt konnte so erhalten werden:

31.07.2025: Der Vorgängerbau des Salzturms stammt aus dem Jahr 1613. Das heutige Bauwerk mit offenen Glockenturm und zweifacher barocker Turmhaube wurde zwischen 1711 und 1714 errichtet, und war einst Teil des mittelalterlichen Salztores, welches 1839 abgerissen wurde. Damals führte im oberen Teil noch eine Holzgalerie um den 37 Meter hohen Turm. Weil sich in ihm auch die Wohnung des Türmers befand, der bis zur Jahrhundertwende nachts stündlich das Horn blies und Feuerwache hielt, wurde der Turm auch Hausmannsturm genannt. 1993 wurde der Salzturm nochmals grundlegend saniert und als Aussichtsturm zugänglich gemacht. Im Inneren führen die 92 Treppenstufen der doppelläufigen Treppe bis nach oben auf die in 30 Metern Höhe angebrachte Balustrade, welche den Blick in alle vier Himmelsrichtungen weit über die Dächer von Schönebeck hinaus ermöglicht:

31.07.2025: Der 1470 erbaute Pfännerturm gehörte einst als flankierender Torturm des Elmener Tores zur Gross Salzer Stadtmauer. Er besteht aus Bruchstein und ist anhand des markanten Pyramidendachs erkennbar. Der Zugang ist nur auf der Höhe des ehemaligen Wehrgangs über das erste Obergeschoss möglich. Im späten Mittelalter diente der Turm als Gefängnis. Nach 1880 wurden sämtliche Tore der Stadt abgerissen. Einzig der Pfännerturm blieb noch erhalten. Teilweise sind heute noch Reste der Stadtmauer erkennbar. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutze man den Turm gar zum Wohnen. Das Torhaus wurde 1961 abgerissen. 1994 wurde der Turm umfassend in Stand gesetzt:

30.07.2025: Der Steigberg ist ein später durchbrochener Wehrturm, vor dem einstmals eine kleine Bastion (Festungsrondell) vorgelagert war. Diese ist heute noch als Erdhügel zu erkennen. Diese Bastion wiederum schützte die nahe gelegene Rossfurt im Falle eines Angriffs. Die Stadtmauer am Steigberg ist ein beliebtes Fotomotiv, da sich hier die kleinen Stadthäuser wie Schwalbennester über der Mauerkrone befinden:

30.07.2025: Die Putinnen sind zwei quadratische Türme auf der mittelalterlichen Stadtmauer von Tangermünde. Sie gehörten zum Verteidigungssystem, dienten aber auch als Gefängnis. Ihr Name Putinnen gibt zumindest Rätsel auf. Experten vermuten dahinter eine Ableitung des Wortes Butentinnen, was im Niedermitteldeutschen Aussenzinnen bedeutet. Klarer ist ihre Funktion, die beiden mit Walmdach versehenen Türme auf der mittelalterlichen Stadtmauer von Tangermünde gehörten zum ausgeklügelten Verteidigungssystem, das die Stadt vor Angreifern schützen sollte. Zudem sicherten sie den Zugang zum Tangerwasser, das viele Bauern zur Bewässerung ihrer Felder nutzten, wenn die Wassermengen der Brunnen in den Sommermonaten nicht ausreichten. Der Turm gegenüber dem Durchgang zum Wasser wurde auch als Gefängnis für Tangermünder Bürger genutzt. Von 1819 bis 1833 war hier das erste Eichamt der Altmark untergebracht:

30.07.2025: Mit seiner gewaltigen Höhe von 47 Metern ist der Schrotturm einer der auffälligsten mittelalterlichen Wehrtürme der Stadt. Allerdings war der Turm ursprünglich wesentlich niedriger. Erst 1825 erhielt er seine heutige Höhe, als ein Tangermünder Kaufmann in dem Turm eine Schrotgiesserei einrichtete. Flüssiges Blei liess man hierzu aus grosser Höhe in einen Bottich mit Wasser fallen. Die so hergestellten Schrotkugeln erhielten mit dieser Methode die perfekte Kugelform:

29.07.2025: Im Jahr 1241 wurde zum Schutz vor Überfällen aus dem Elbvorland an der uralten Stützmauer südöstlich des Magdeburger Domes der mächtige Tatarenturm angebaut. Er wird damals noch mindestens eine Etage höher gewesen sein als heute und hatte wohl auch ein hohes Dach getragen. Heute ist die Situation dagegen völlig verändert, der untere Teil ist im Boden verschwunden und gegen 1890 wurde ein breiter Duchgang (der Remtergang) angelegt, um bequem von der Promenade Fürstenwall zum Domgelände zu gelangen. Dafür wurde die Südostseite aufgeschüttet und der Turm wirkt von der Rampe jetzt nur noch wie ein Haus mit Durchfahrt. Man muss schon sehr genau hinschauen, um noch die alten Bögen oder vermauerten Fenster zu erkennen:

29.07.2025: Der Turm entstand 1430 an der der Elbe zugewandten Seite der Stadtbefestigung. Der Turm steht in der Nähe des Magdeburger Doms am Fürstenwall und erhebt sich über dem Schleinufer. In der näheren Umgebung sind mit dem Kiek in de Köken und dem Tatarenturm am Fürstenwall weitere Wehrtürme erhalten. Der ungewöhnliche, eher eine Ortsbeschreibung darstellende Name des Turms nimmt Bezug auf das neben der alten Möllenvogtei befindliche alte, gleichfalls erhaltene Stadttor Ausfahrt an der Möllenvogtei. Der Turm steht in der Nähe des südlichen Endes der alten Stadtbefestigung und damit noch hinter der ebenfalls im Süden der Stadt gelegenen Ausfahrt. Im Rahmen einer Grundsanierung wurde eine moderne Büronutzung auf insgesamt vier Etagen durch den Anbau eines äusseren Treppenturmes erschlossen. Im Turmaufsatz entstand zusätzlich eine exklusive Ferienwohnung, von der aus man einen atemberaubenden Blick auf den Dom, die Elbe und die Stadt geniessen kann:

29.07.2025: Der Pulverturm ist der letzte erhaltene aus einer Reihe von Wehrtürmen im Zuge der ehemaligen Stadtmauer. Der runde Turm stammt in seinen wesentlichen Teilen aus der Zeit um 1450. Der Ansatz der Stadtmauer ist noch heute deutlich zu erkennen:

28.07.2025: Der Wachturm ist ein Relikt der ersten Stadtbefestigung aus dem 11. Jahrhundert, vormals eckig, wurde er auf Grund der besseren Verteidigung gegen Kanonenkugeln abgerundet. Neben dem Turm befindet sich die sogenannte Katzentreppe, über die steinerne Geschosse für die Katapulte und Schleuder, auch Katzen genannt, herangeschafft wurden. Später wurden diese Steine als sogenannte Katzenköpfe beim Strassenbau verwendet. Seinen Namen erhielt der Hexenturm zur Zeit der Hexenverfolgung als dort die vermeintlichen Hexen eingesperrt wurden. So diente der Turm mit seinem sechs Meter tiefen Verlies ab dem 17. Jahrhundert der Inhaftierung von Frauen. In diese sogenannten Hexenprozesse waren auch Töchter bekannter Burger Familien involviert. Die bekanntesten Insassinnen waren z.B. die als Hexe bezichtigte Schwarze Barbara sowie die als Kindesmörderin überführte Marie Huhn. Bis 1846 wurde der Turm so als Kriminalgefängnis für lüderliche Mädgens genutzt. 1885 sollte er abgerissen werden, weil er keinen Verwendungszweck mehr erfüllte. Die Regierung in Magdeburg verhinderte dies. Zehn Jahre später wurde der Abriss des Turms erneut diskutiert. Ab 1985 wurde der Hexenturm saniert und schliesslich in den Stand eines Denkmals erhoben:
