Schlösser
22.05.2023: Das zwischen Mainlauf und Berghang auf einer Talterrasse gelegene Renaissanceschloss zeigt sich in einem hervorragend erhaltenen und restaurierten Zustand. Nach der Zerstörung des alten Schlosses im Bauernkrieg begannen die Nachfolger der Grafen von Wertheim mit dem Bau der neuen Anlage auf der oben erwähnten Talterrasse. 1556 ging Laudenbach in den Besitz des Ludwig von Stolberg, verh. mit einer Tochter des Grafen von Wertheim über. Bauherr vor Ort könnte 1566-1569 Valentin Rüdiger, Amtsmann von Laudenbach, Vorgänger und Schwiegervater des Abtes Clemens Leusser von Brombach gewesen sein. In einem Wappenstein im Renaissanceportaleingang des polygonen Treppenturms finden wir ein gehörntes Schaf, ein Tier, das die Grafen von Rieneck als Symbol benutzten:

04.05.2023: Von 1602 bis 1618 wurde bereits ein Schloss (das so genannte „alte Schloss“) ausserhalb der eigentlichen Stadtmauern von den Grafen von Nassau-Weilburg errichtet, die ihre ständige Residenz in Weilburg an der Lahn hatten. Unter dem Fürsten Carl-August von Nassau-Weilburg wurde 1738 bis 1740 ein Neubau errichtet. Karl August war Reichsfürst und wollte einen zeitgemässen Bau. Als Architekt und Baumeister wurde Guillaume d’Hauberat engagiert, der auch das Mannheimer Schloss und das Schwetzinger Schloss für den Kurfürsten der Kurpfalz baute. Terrassenförmig sollte beim neuen Schloss ein Schlossgarten angelegt werden, dessen Bewässerung sich aus den Kupfergruben des nahen Dörfchens Haide herleiten sollte. Diese Wasserkanäle haben sich teilweise bis heute erhalten. Nach der Besetzung des nahen Mainz durch die Franzosen floh der Fürst Friedrich-Wilhelm von Nassau-Weilburg 1793 aus Kirchheimbolanden nach Bayreuth. Damit endete für das Schloss die Funktion als Fürstenresidenz, und damit auch die Herrschaft der Fürsten von Nassau-Weilburg über diese Region. 1807 wurden Schloss und Schlossgarten zum französischen Nationaleigentum erklärt und konnten somit verkauft werden. Die Anlage wurde 1807 in Mainz versteigert, da Mainz jetzt Verwaltungssitz des Département Donnersberg war. Der Gutsbesitzer und Textilfabrikant Daniel Andreas aus Mülheim an der Ruhr ersteigerte die Immobilie. Er liess den Mittelbau und den linken Schlossflügel abtragen und bezog im verbliebenen rechten Schlossflügel seine Privatwohnung. Nach Ende der französischen Herrschaft fiel das Département Donnersberg 1816 an das Königreich Bayern. Die Region wurde zunächst als Rheinkreis, später als Rheinpfalz bezeichnet. Am 21. März 1839 erfolgte der Verkauf von Schloss Kirchheimbolanden an den bayerischen Baumeister Leo von Klenze aus München. Er liess umfangreiche bauliche Änderungen vornehmen, bezog jedoch keinen ständigen Wohnsitz im Schloss. Er verkaufte die Anlage 1841 weiter an den Rentner Heinrich Seligmann aus Mainz, der sie wiederum 1844 an den Landwirt Friedrich Brunck aus dem nahen Winterborn/Alsenz veräusserte. Im Jahre 1848/49 erklärten die pfälzischen Freischärler das Schloss zu ihrem Hauptquartier, wurden aber bald von preussischen Truppen vertrieben. Am 3. November 1861 brannte der noch stehende Ostflügel des Schlosses ab. Friedrich Brunck ließ diesen in vereinfachter Form mit zwei Stockwerken und Walmdach wieder errichten. Im Jahre 2003 entstand wieder die alte U-Form des Schlosses als „Seniorenresidenz Schloss Kirchheimbolanden“, wobei nur der Ostflügel baulich an seine frühere Form und seinen Glanz erinnert. Aber auf diese Weise sind die Konturen des alten Schlosses als dreiflügige Anlage wieder auferstanden:

Schlossgarten – die heutige Grundstruktur des Schlossgartens geht auf die letzte grössere Umgestaltung im Auftrag des damaligen Besitzers Dr. Heinrich von Brunck, Ende des 19. Jahrhunderts, zurück. Ab 1889 holte er die renommierten Gartengestalter Gebrüder Siesmayer aus Bockenheim bei Frankfurt, um den Garten im landschaftlichen Stil neu zu gestalten. Neben den für sie typischen Wegeverläufen in Brezelform schufen die Gebrüder Siesmayer einen grossen Teich mit Pavillon und Wasserlauf als zentrale Achse. Besonders viel Wert legte von Brunck auf die Verwendung einer Vielzahl an exotischen Gehölzen aus fernen Ländern, die er zum Teil selbst von seinen Reisen mitbrachte, und auf Sonderformen heimischer und exotischer Laub- und Nadelgehölze. Viele dieser Gehölze sind noch erhalten und mittlerweile zu stattlichen Bäumen hochgewachsen, sie erfreuen sowohl Laien als auch Pflanzenkenner:
Kelterhaus im Schlosspark:
Orangerie – im historischen Stadtgefüge Kirchheimbolandens zwischen Altstadt, Schlossplatz, Schloss, Schlossgarten und Herrngarten ist die Orangerie eine wichtige Wegmarke und ein baulicher Höhepunkt. Das barocke Gebäude ist eine der wenigen erhaltenen und originalen Orangerien Deutschlands, mit einer seltenen Schrägverglasung und dem darüber liegenden Schwanenhalsdach. Das unsanierte Ensemble war im Stadtgefüge lange in Vergessenheit geraten und erhielt erst im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau der Stadthalle am Herrngarten wieder Aufmerksamkeit. Die Räume der Orangerie sollten einbezogen werden in die öffentliche Nutzung. Nach der behutsamen und substanzschonenden Revitalisierung und Umnutzung für Veranstaltungen, Gastronomie und Marketingbüro bildet die Orangerie nun zusammen mit der neuen Stadthalle und dem historischen Küchengarten ein stimmiges Gesamtensemble. Der westliche Orangerie-Flügel beherbergt nun einen Veranstaltungssaal, der östliche Flügel wird wie ehemals als Pflanzenhaus genutzt. In den Mittelbau ist ein Restaurant für etwa 60 Gäste eingezogen. Hierfür wurden grossflächige Küchen- und Lagerbereiche geschaffen, die zusätzlich für das Catering in der benachbarten Stadthalle genutzt werden. Die zur grosszügigen, barock wiederhergestellten Grünfläche orientierte Südfassade kehrt die ehemalige Rückseite nun zur öffentlichen Vorderseite. Die Orangerie wird ihrem historisch prominenten und zentralen Standort wieder gerecht:

Der goldene Löwe, das nassauische Wappentier, vor der Orangerie ist ein Geschenk der Stadt Weilburg:

01.03.2023: Ritter und adlige Herren prägten einst die Geschichte Heddernheims. Die ruhmvolle Vergangenheit des Stadtteils spiegelt sich noch heute in einem kleinen Schlösschen wider, das versteckt im alten Dorfkern liegt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Strasse Alt-Heddernheim gibt es noch einen kleinen Park, der zu den Nidda-Wiesen führt und die attraktive Lage des ehemaligen Anwesens erkennen lässt. Vorgänger des kleinen Schlösschens war die stattliche Burg Philippseck, erbaut 1584, und bewohnt von Philipp Wolf von Praunheim. Nach Familienstreitigkeiten und dem Dreissigjährigen Krieg blieb nicht viel von der Burg übrig. Freiherr von Riedt, ein Nachkomme und Gewinner der Streitigkeiten, erbaute 1740 das heutige Schlösschen. Sein Sandstein-Wappen sowie das seiner Frau Katharina von Katzenelnbogen schmücken das Gebäude an der Strassenseite. Nach dem Verkauf des Herrenhauses wurde es zu einem Stift für adlige Damen. Seit 1908 ist es im Besitz der Stadt Frankfurt und ist heute untervermietet. In den Nebenräumen gibt es einen Kindergarten:

19.07.2022: Das Schloss Ritzebüttel ist ein im 14. Jahrhundert errichtetes Gebäude, das lange Zeit als Wohnsitz für hamburgische Amtmänner zu Zeiten von Ritzebüttels Zugehörigkeit zur Hansestadt Hamburg genutzt wurde. Dabei gehört es zu den ältesten nichtkirchlichen Bauten der Norddeutschen Backsteingotik. Über 500 Jahre lang kam dem Schloss Ritzebüttel dabei eine wichtige Bedeutung zu, nach der Trennung von Justiz und Verwaltung des Amtes in der Mitte des 19. Jahrhunderts verloren die Amtmänner jedoch deutlich an Einfluss, was sich auch auf das Schloss Ritzebüttel übertrug. Endgültig an Wichtigkeit verlor es im Jahr 1937, als Cuxhaven im von der Reichsregierung erlassenen Groß-Hamburg-Gesetz an Preußen fiel.In der Zeit danach verfiel Schloss Ritzebüttel zusehends. Geldmangel verzögerten Sanierungsarbeiten immer weiter, so dass diese erst 1996 fertig gestellt werden konnten. Heute ist es eine beliebte Sehenswürdigkeit und für Besucher zugänglich. Dabei sind die Räume zur Besichtigung freigegeben. Ein Restaurant, mehrere Ausstellungsräume, ein schöner Schlosspark sowie das sich im Park befindliche Schweizerhaus und das 1932 eingeweihte Kriegerehrenmal runden einen spannenden Tag am Schloss Ritzebüttel ab:

Das Alte Amtsgericht in Cuxhaven-Ritzebüttel ist seit 1992 das Künstlerhaus im Schlossgarten. Das Gebäude steht unter niedersächsischem Denkmalschutz:

Kanonen am Schloss Ritzebüttel:

Marstall und heutiges Schlossrestaurant:

Das Schweizerhaus im Schlosspark entstand 1847 als Teehaus:

Die Schlosswache oder auch Alte Wache hütete den Eingang zum Schloss:

Das heute unter Denkmalschutz stehende Gärtnerhaus wurde 1821 als Offiziershaus am Eingang des Schlossgartens gebaut…gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde es vom Schlossgärtner als Wohnhaus genutzt, daher der Name Gärtnerhaus:

Hinweistafel:

25.06.2022: Das Schloss Langenselbold wurde von den Grafen zu Isenburg-Birstein in den Jahren 1722 bis 1752 mit Unterbrechungen errichtet. Bauplatz war das Gelände des 1543 aufgelösten Prämonstratenser-Chorherrenstifts Selbold. Die Anlage besteht aus sechs einzelnen Gebäuden, die sich zum Teil paarweise um die vier Seiten eines 95 × 127 m grossen Innenhofes gruppieren. Hier wurde ursprünglich ein Barock-Garten angelegt, dessen zentraler Brunnen später in das Schloss Birstein versetzt wurde. An der östlichen und westlichen Langseite des Hofes stehen Scheunen und Remisen, an der südlichen Schmalseite ein Gebäude, das ehemals Gesindewohnungen enthielt und heute als Gaststätte genutzt wird. All diese Gebäude sind einstöckig. Die Nordseite der Anlage bilden zwei zweigeschossige Bauten mit Mansarddächern. Das westliche, von 1722, ist das älteste der Anlage und diente als Fruchtspeicher. Das östliche, von 1749, ist das jüngste des Ensembles und war das herrschaftliche Wohngebäude. Im Innern befinden sich mehrere Räume mit Rokoko-Ausstattung, Seidentapeten und Gemälden aus der Erbauungszeit. Christian Ludwig von Isenburg-Birstein bezog das Schloss 1757, nachdem er den Militärdienst quittiert hatte. Sein Vater Graf Wolfgang Ernst besorgte die Einrichtung. 1940 kaufte die Stadt Langenselbold den Fruchtspeicher und baute ihn nach dem Zweiten Weltkrieg zum Rathaus um, 1976 kaufte sie den Rest der Anlage. Dabei blieb ein lebenslanges Wohnrecht für einige Mitglieder der fürstlichen Familie bestehen. Dazu zählte auch die Kunsthistorikerin Margarete Prinzessin von Isenburg. Im ehemaligen herrschaftlichen Wohngebäude befinden sich heute die städtische Bücherei, Versammlungsräume und ein Festsaal.
Fruchthaus und aktuell Rathaus von Langenselbold:

Ehemaliges herrschaftliches Wohngebäude – heute Stadtbibliothek:

Das Mönch-Denkmal soll an den Mönchpriester Rabenuld erinnern, der um 1108 dem Grafen Dietmar von Selbold und Gelnhausen die frohe Botschaft des Papstes in einer Urkunde überbrachte, in Selbold bei der Kirche „Johann Baptist“ (Johannes der Täufer) ein Kloster zu errichten und dass er dieses unter seinen Schutz stellt:

Schlosspark:

Scheunen und Remisen – heute u.a. Heimatmuseum:






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