Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten
31.08.2024: Das in einem Zuge mit der Stadtbefestigung errichtete Wohnschloss wird um 1350 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es diente den Grafen von Nassau als Nebenresidenz, Kanonenschmiede und Witwensitz. Das Hauptgebäude im Stile eines französischen Chateaus wurde, allerdings erst um 1440, unter Graf Engelberg I von Nassau-Breda, einem direkten Vorfahren der heutigen niederländischen Königsfamilie, fertig gestellt. Seit Gründung der Hohen Schule wurde das Schloss auch immer wieder für akademische Zwecke und Dienstwohnungen von Professoren genutzt. Heute ist das immer noch bewohnte Schloss im Besitz der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau und beherbergt mit dem Theologischen Seminar eine Nachfolgeinstitution der Hohen Schule, an der angehende evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer ausgebildet werden. Zudem befindet sich in seinen Mauern eine bedeutende historische und auch eine umfangreiche zeitgenössische Bibliothek:

31.08.2024: Die Alte Färberei (1676) war ursprünglich ein Werkstattgebäude mit vier Eingängen und einer Wohnung. Im 18. Jahrhundert erstarkte die Färberzunft durch die Einführung der Blaufärberei. Im Ausstellungsbereich des Gebäudes sind heute noch Gebrauchsgegenstände und Blaudruckstöcke zu besichtigen. Mittlerweile stehen die Räume Herborner Vereinen zur Nutzung (z.B. Musizieren, Schachspielen, Malen) zur Verfügung. In den unteren Stockwerken befindet sich ein grosszügiger Bereich für Veranstaltungen und Ausstellungen:

31.08.2024: Ein kombiniertes Gerber- und Wohnhaus, erbaut 1611, als letzte Station des früheren Mühlbachs, mit angrenzendem Speckturm und dazu gehörigem Wassertor. Es gab in Herborn sowohl Loh- (Rot) – als auch Weissgerber. Der Speckturm diente der Sicherung des Mauerbogens, durch den der Mühlbach aus dem Stadtgebiet hinaus floss. Diese Öffnung war zusätzlich gesichert und versperrt:

31.08.2024: Der an der Ecke zur Hainstrasse und unterhalb des Burgberges gelegene Bau wird in der örtlichen Überlieferung als Scharfrichter-Haus bezeichnet. Es handelt sich um einen Fachwerkbau noch des 16. Jahrhunderts. Der Bau ist verschiefert, sichtbar sind die Schwellen der oberen Geschosse auf den vorkragenden Balkenenden. Die beiden östlichen Gebäudeecken werden in den beiden Obergeschossen von polygonalen Erkern gebildet:
31.08.2024: Die katholische Kirche in Herborn wurde 1959 infolge des Wachstums der Pfarrgemeinde durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener neu gebaut. Zum Schutzpatron wurde der Heilige Petrus gewählt, nachdem die erste Kirche Herborns im Mittelalter ebenso seinen Namen trug und Petrus bis heute im Herborner Stadtwappen zu sehen ist. Hier auf dem Kirchenvorplatz ist er mit einer Statue verewigt. Im Inneren der Kirche sind die weit ausgreifende Chorrundung und die Marienstatue aus Muschelkalkstein sowie die bunt verglaste Taukapelle sehenswert. Die vielen Fenster bilden zahlreiche Symbole ab. Neben einer Widmung an die Gottesmutter, gibt es die Attribute des Heiligen Petrus sowie Menschwerdung, Tod, Auferstehung, Himmelfahrt und Sendung des Heiligen Geistes zu entdecken:
31.08.2024: Das Amtsgericht Herborn war ein seit 1867 bestehendes Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Sitz in Herborn. Seit 2005 dient es als Zweigstelle des Amtsgerichts Dillenburg. Das Gerichtsgebäude befindet sich in der Westerwaldstr. 16. Es wurde in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts erbaut und steht unter Denkmalschutz. Das Haus wurde in Rohziegelmauerwerk mit Werksteingliederung erbaut. Die Denkmaltopographie hebt besonders den Giebel des zur Westerwaldstrasse gelegenen Querbaus hervor:

31.08.2024: Der Eiserne Steg wurde vor rund 20 Jahren als Fussgängerbrücke über die Dill neu gebaut. Er ersetzte damals den alten Eisernen Steg, dessen Spannweite aufgrund der ausgeführten Hochwasserschutzmassnahmen nicht mehr ausreichte. Die alte Brücke hatte einen Holzbelag aus Eichebohlen, der immer wieder erneuert werden musste, da das Holz nicht witterungsbeständig war. Bei der neuen Brücke hat man daher einen Belag aus einem Tropenholz gewählt, der haltbar und pflegeleicht ist:
31.08.2024: Errichtet wurde das Empfangsgebäude 1907 bis 1908 nach den Plänen des Architekten Ludwig Hofmann, der es im Stil der Neorenaissance entwarf. Das Gebäude ersetzte den ursprünglichen Bahnhof von 1862, der mit der Eröffnung der am 12.1.1862 eröffneten Linie Burbach – Giessen der Cöln-Mindener Eisenbahn errichtet wurde. Mit dem Bau der Westerwaldstrecke Herborn – Driedorf, die 1906 von den Hessisch-Preussischen Staatsbahnen eröffnet wurde, wurde ein neues Bahnhofsgebäude erforderlich. Ein weiterer Grund für einen neuen, zeitgemässen Bau war die Erneuerung der Innenstadt, die 1904 durch einen Grossbrand grosse Schäden davon getragen hatte und nun wieder aufgebaut wurde. Das Gebäude ist Eigentum der Stadt Herborn, die es im Zuge des Hessentags 2016 sanierte. Im Gebäude finden sich eine Gaststätte, ein Kiosk sowie Dienstleisungsangebote und Wohnungen. Mit einer Tourist-Information ist auch das Stadtmarketing im Bahnhofsgebäude untergebracht und bietet damit an zentraler Stelle eine Anlaufstelle für Touristen und Reisende. Der Bahnhof steht aufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung unter Denkmalschutz. Heute halten hier Regional-Express-Züge der Relation Siegen-Giessen-Frankfurt Hbf (Main-Lahn-Sieg-Express – RE99) und der Mittelhessen-Express der Relation Dillenburg–Giessen–Frankfurt Hbf (RB 40). Der Nahverkehr wird durch die HLB (RE 99) und die DB Regio Mitte (RB 40) durchgeführt. Von Dezember 2021 bis Dezember 2024 hielt in Herborn ein einzelner Intercity der Linie 34 wochentags frühmorgens von Siegen nach Frankfurt:

27.08.2024: Die Burg Hermannstein, der der Ort seinen Namen verdankt, wurde im 14. Jahrhundert vom Landgrafen Hermann, I. gebaut. Ursprünglich diente sie ihm als Schutz gegen seine ärgsten Widersacher Graf Johann von Dillenburg und Johann von Solms. Im 18. Jahrhundert zerfiel die Burg zunehmend, weil sie nicht mehr bewohnt war. Seit ihrer Restaurierung in den Jahren 1965 bis 1968 wird die Burg von ihren heutigen Besitzern bewohnt:
Sehenswert ist auch das zur Burg gehörige Hofgut, das übrigens mit seiner einmaligen Kulisse ein regelmässiger Standort der Wetzlarer Festspiele ist: