Andere Profanbauten
15.02.2024: Der Turm Luginsland war zu den anstossenden, in rechtem Winkel aufeinander zulaufenden Mauern, der Süd- und der Westmauer der inneren Stadtbefestigung, diagonal gestellt und bildete die südwestliche Ecke und das Scharnier zwischen beiden Mauerabschnitten. Der Turm war er 33 m hoch. Nach einer lokalen Legende liess Kaiser Friedrich II. 1235 hier seinen sich gegen ihn auflehnenden Sohn, Heinrich VII., einsperren. Auf einer Zeichnung von Peter Hamman, die er von der 1689 zerstörten Stadt Worms gefertigt hat, zeigt er den gesprengten Turm, dessen stadtseitige Wand erhalten, aber dessen feldseitige Wand komplett eingestürzt ist. Der Turm wurde später wieder aufgebaut. Erst beim Bau der in den 1890er Jahren errichteten Villa Werger wurde er abgebrochen. Der Eckturm der Villa vollzieht die Situation an gleicher Stelle nach. Der Turm Luginsland war namensgebend für die gleichnamige Strasse:

15.02.2024: Das Heylsschlösschen befindet sich am Schlossplatz in Worms. Erbaut wurde es 1843 an dem Standort des ehemaligen mittelalterlichen Bischofshofes. Später kaufte das Gebäude die Familie Heyl, die es ab 1851 im klassizistischen Stil erweiterte. 1905 fügte der Architekt Bruno Paul ein weiteres Stockwerk und ein Mansardendach hinzu. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Schlösschen schwere Beschädigungen. Der komplette Wiederaufbau erfolgte erst in den 1960er Jahren. Bis heute befindet sich das Heylsschlösschen in Familienbesitz. Während das Erdgeschoss gewerblich genutzt wird, ist das erste Obergeschoss teilweise bewohnt. Während der Nibelungenfestspiele in Worms wird das Bauwerk auch für begleitende Veranstaltungen genutzt:

15.02.2024: Das Rote Haus ist ein im Jahre 1624 im Stil der Renaissance errichtetes, repräsentatives Bürgerhaus. Die mittig angeordnete Toreinfahrt mit Schlussstein ist spätgotisch gestaltet. Heute wird das Gebäude als Gemeindehaus der benachbarten Friedrichskirche genutzt:

15.02.2024: Martin Luther kam in die Stadt durch die Martinspforte. Heute steht an der Stelle ein 1904 nach Entwürfen von Georg Metzler in den Formen des 1689 zerstörten inneren nördlichen Stadttores errichtetes Gebäude, an dessen kunstvoll gestalteter Fassade das Wort Martinspforte geprägt ist. Von der Martinspforte führte Luthers Weg geradeaus durch die heutige Kämmererstrasse, vorbei an der mehr als 1000 Jahre alten Martinskirche und der jetzt nicht mehr vorhandenen Lampertuskirche zu seinem Quartier im Johanniterhof:

15.02.2024: Das Amtsgericht Worms ist eines von vier Amtsgerichten im Bezirk des Landgerichts Mainz. Als Amtsgericht ist das Gericht in Angelegenheiten erster Instanz zuständig. Ihm übergeordnet ist das Landgericht Mainz. Zuständiges Oberlandesgericht ist das Oberlandesgericht Koblenz. Das Gerichtsgebäude befindet sich in der Hardtgasse 6 im Stadtzentrum am Obermarkt. Der repräsentative Bau ist dreiflügelig, die Hauptfassade fünfachsig und von Formen der Neorenaissance bestimmt, das Mansarddach ist dagegen ein neobarockes Zitat. Im Innern gibt sich das Gebäude dagegen in schlichten klassizistischen Formen, insbesondere im Treppenhaus. Die Aufstockung von 1906 weist Baudetails auf, die dem Jugendstil zuzuordnen sind. Im Zweiten Weltkrieg erlitten vor allem die Seitenflügel und der Dachbereich Schäden. Der Wiederaufbau erfolgte in vereinfachten Formen:
02.02.2024: Das 1820 von Christian Zais fertig gestellte Erbprinzenpalais wurde so benannt, weil es als Residenz für Prinz Wilhelm von Nassau-Weilburg vorgesehen war. Dieser zog jedoch nach dem Tod seines Vaters in das Biebricher Schloss. Der klassizistische Bau wurde später als Herzögliche Nassauische Bibliothek, als Sitz der Steuerdirektion und der Rechnungskammer sowie als Museum genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich das Hessische Justizministerium in dem Gebäude in der Wilhelmstrasse. Seit 1971 ist das Palais nach langen Renovierungs- und Umbauarbeiten Sitz der Industrie- und Handelskammer:

02.02.2024: Im Jahr 1834 entschloss man sich zum Neubau des Regierungsgebäudes des Herzogtums Nassau. Carl Boos erbaute das Verwaltungsgebäude zwischen 1838 und 1843. Nur wenige Jahre später, 1854, fiel der gesamte Bau einem Brand zum Opfer, wurde jedoch noch im gleichen Jahr wieder aufgebaut. Für die Renovierung und Neudekoration war der Architekt Philipp Hoffmann zuständig. In den Jahren 1925/26 wurde das Gebäude erweitert. Mit dem Anbau eines Verwaltungsgebäudes verlängerte man die Front an der Bahnhofstraße. Diese Fassaden und zwei parallele Flügel zu den Fronten Luisenstrasse / Bahnhofstrasse bildeten gemeinsam ein Rechteck, dessen Innenhof aus dem ehemaligen offenen Garten, dem Herrenhof, bestand. 1866 vollzog sich ein Wechsel von der herzoglich-nassauischen Regierung zur preussischen Verwaltung durch die Regierungspräsidenten. Ein zweiter grosser Umbruch fand im Zuge der politischen Umwälzungen 1918 statt, als französische Truppen als Besatzungsmacht in Wiesbaden einzogen. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Regierungsgebäude unbeschadet:

02.02.2024: Das Dienstgebäude in der Wiesbadener Rheinstrasse wurde 1837 als Stadtpalais des Grafen Walderdorff errichtet. 1876 baute die Postbehörde den Palast zur zentralen Niederlassung um. Es folgten Erweiterungen und Umbauten sowie der Bau eines repräsentativen Eingangsportals. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Komplex 99 Jahre, bis 1975, Sitz des Hauptpostamtes. Das Fernmeldeamt zog einige Jahre später aus. Von 1984 bis 1987 erfolgte eine aufwändige Sanierung des Ensembles, zu dem auch ein Dienstgebäude in der Luisenstrasse gehört. 1987 konnte das Ministerium das Gebäude beziehen:

02.02.2024: Das Hessische Statistische Landesamt ist untergebracht im ehemaligen Greveschen Palais von 1833 (Überarbeitung der Fassade 1936) in der Rheinstrasse:

02.02.2024: Das als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz stehende historistische Gerichtsgebäude entstand 1893–1897. Der Entwurf im Stil der Frührenaissance mit gotischen Anklängen wurde in Ziegelbauweise und reichem zum Teil figürlichem Zierrat aus Sandstein realisiert. Nach dem Umbau sind 48 Mietwohnungen (ca. 3.800 Quadratmeter Wohnfläche) entstanden. Die ehemaligen Gerichtssäle und angrenzende Bereiche (ca. 1.500 Quadratmeter) werden gewerblich genutzt (Veranstaltungen, Café). Sie sind öffentlich zugänglich:
