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08.08.2025: Der Derzsche Hof aus der Renaissance ist das älteste Profangebäude im Zentrum der Altstadt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Das zweigeschossige Dielenhaus wurde 1539 in der Zeit der Hochrenaissance gebaut. Der reich verzierte Backsteingiebel hat viele Fialen und ein grosses Portal. Im Inneren gibt es bemalte Holzdecken vom Ende des 16. Jahrhunderts. Der Erbauer ist nicht bekannt. Die Forschung vermutet, dass das Gebäude als Stadtsitz des Klosters Doberan genutzt wurde und auf dem Grundstück weitere Lagergebäude standen. Um 1600 wohnte hier Protasius Marstaller, Gelehrter am Hofe von Herzog Ulrich. Es erfolgten erste Umbauten sowie die Bemalung der Holzbalkendecke mit Portraitmedaillons von Wissenschaftlern aus dem 15. Jahrhundert. Verschiedene bürgerliche und adlige Familien wohnten hier im 18. Jahrhundert. Bei Umbauten von um 1750 entstanden die erhaltene, reich geschnitzte Haustür, eine schöne Innentür und die Stuckdecken in den strassenseitigen Erdgeschossräumen. Die Decke zum Galeriegeschoss wird durch eine barocke Fachwerkwand getragen. Das Gebäude wurde nun auch als das Hansen-Haus bezeichnet. Gründerzeitliche Erweiterungen erfolgten Mitte des 19. Jahrhunderts. Genutzt wurde das Haus bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Brauerei. Benannt wurde das Haus nach dem letzten Brauereibesitzer Paul Derz sowie auch als Altes Brauhaus. Weitere Umbauten fanden 1912 statt. Von 1950 bis 2011 war es im Besitz der Stadt. Zur DRR-Zeit verfiel das Haus. In den 1970er Jahren kam der Abriss der Kemlade bis auf die Aussenwand und ab den 1980er Jahren stand das Haus leer. Von der Kemlade blieben nur wenige Bauteile erhalten, die um 2016 in einen gläsernen Neubau mit einem Glasdach einbezogen wurde:

08.08.2025: Der Maler Georg Friedrich Kersting (1785-1847) wurde in Güstrow geboren und gehört neben Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge zu den bedeutendsten Malern der deutschen Romantik. Genau wie diese erhielt er seine Ausbildung an der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen, die zu den fortschrittlichsten ihrer Art in Europa zählte. Sein Geburtshaus befindet sich heute in Privatbesitz, seine Werke sind im Stadtmuseum zu besichtigen. Georg Friedrich Kersting wuchs in Güstrow als Sohn eines Glasermeisters in bescheidenen Verhältnissen auf. Davon zeugt auch sein Geburtshaus in der Hollstrasse 6, ein schlichtes Wohndielenhaus in Fachwerkbauweise, dessen älteste Bauphase bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück reicht. Im Zeitraum von 1982 bis 1985 wurde das bauhistorisch wertvolle Gebäude durch den VEB Denkmalpflege Schwerin, Restaurierungswerkstatt Güstrow, umfassend saniert. Zum 200. Geburtstag des Künstlers im Jahr 1985 erfolgte die Eröffnung des Hauses als museale Erinnerungsstätte an diesen bedeutenden Maler der deutschen Romantik. 1994 wurde das Museum geschlossen. Das Geburtshaus Georg Friedrich Kerstings befindet sich heute in Privatbesitz. Eine ständige qualitätvolle Sammlung Kerstingscher Gemälde und Zeichnungen befindet sich im Stadtmuseum Güstrow:

08.08.2025: Wie alle anderen Bauten auf dem Platz ist das Güstrower Rathaus erst nach den grossen Stadtbränden zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstanden. Noch um 1700 bestand das Rathaus aus fünf verschiedenen, nebeneinander angeordneten Giebelhäusern, von denen eines mit einem Turm versehen war. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Rathaus mehrfach umgebaut. In jener Zeit entstand der Audienzsaal, heute Stadtvertretersaal, mit einer figürlichen Stuckdecke von Johann Metz und dem Motiv Gerechtigkeit und Frieden (1754). Nach Entwürfen des Güstrower Baumeisters David Anton Kufahl fand 1798 die Neugestaltung der Fassade statt, welche die fünf Giebelhäuser zu einem Baukörper verband. Dass Rathaus und Kirche mitten auf dem Marktplatz ihren Platz erhielten, ist im mecklenburgischen Raum ungewöhnlich und so nur noch in Güstrow anzutreffen. Von 2001-2002 wurde das Rathaus umfassend restauriert. Die Gestaltung der Fassade erfolgte dabei nach dem historischen Vorbild:

08.08.2025: Vom Domkapitel für die geistigen Bedürfnisse der Bürger der Stadt Güstrow gestiftet, wird die Pfarrkirche St. Marien auf dem Markt 1308 das erste Mal urkundlich erwähnt. Anfang des 16. Jahrhundert wurde sie dreimal durch Stadtbrände zerstört bzw. stark in Mitleidenschaft gezogen, aber immer wieder zusammen mit den Häusern der Stadt aufgebaut. Seit 1533 wurde in der Marienkirche lutherisch gepredigt. 1780 bekam sie den barocken Turmhelm, 1880-1883 wurde sie durch Hofbaurat Daniel grundlegend umgebaut und erhielt die heutige Gestalt als dreischiffige Hallenkirche. Die Bürger Güstrows statteten ihre Kirche im Laufe der Jahrhunderte grosszügig aus. Zu sehen sind eine Pietà (Anfang 1500), eine fünfteilige Triumphkreuzgruppe (1516), der prächtige Wandelaltar (1522) mit dreizehn Schnitzreliefs von Jan Bormann und sechs Tafelgemälden von Bernaert von Orley sowie das Ratsgestühl von 1599 mit Eichenintarsien. Zahlreiche Wandleuchter und zwei flämische Kronen wurden von Handwerkern und Bürgern gestiftet. An den Wänden befinden sich verschiedene Epitaphien, die an Bürgermeister und Bürger der Stadt erinnern. Die Orgel samt Orgelempore wurde 1764 durch den Rostocker Orgelbaumeister Paul Schmidt im barocken Stil in die Kirche hineingebaut:

08.08.2025: Das repräsentative, im Stil des Historismus erbaute Gebäude an der traditionellen Haupteinkaufs-Strasse Pferdemarkt wurde 1896 fertiggestellt. Zuvor war die Post in der Domstrasse 6 untergebracht. Dieses Gebäude genügte aber nicht mehr den Ansprüchen des Deutschen Reiches an ein zentrales Gebäude für Post und Telegrafie. Dazu kam damals auch noch das lokale Telefonnetz. Nachdem die Stadt einen Zuschuss von 34.000 Reichsmarkt bewilligt hatte begann der Bau. Im Erdgeschoss waren die Diensträume für den Postbetrieb untergebracht. Das Obergeschoss wurde für den Telegafen- und Telefondienst genutzt, letzterer wurde damals ja noch handvermittelt. Ausserdem befand sich dort die Dienstwohnung des Postamtsvorstehers. Auf den frühen Aufnahmen des Gebäudes lassen sich in den Turmfenstern noch deutlich die Isolatoren der Telegrafen- und Telefonleitungen ausmachen, die von hier aus bis 1929 über die Dächer der Stadt verliefen. In den DDR-Jahren war der schwarze Reichsadler des Kaiserreichs auf goldenem Grund über der Erker am Turm übermalt. 1956 erfolgte eine erste Sanierung des Turms. Als sich 1984 Schieferplatten der Eindeckung lösten, wurde der Turmhelm erneut saniert. Eine grundlegende Rekonstruktion erfolgte 1995. Heute ist das Gebäude in Privateigentum und wird nicht mehr für Postzwecke genutzt:

08.08.2025: Im Jahr 1928‭ ‬wurde mit dem Wasserkraftwerk das erste Mal Strom erzeugt‭.‬
Die Entwicklung und den Bau des Wasserkraftwerkes in den Jahren 1926‭ ‬und 1927‭ ‬übernahm die Firma Siemens und Schückert‭ aus Berlin‭.‬ Das Nutzungsgefälle beträgt 2,10‭ ‬Meter‭.‬ Die Restaurierung des Wasserkraftwerkes wurde in den Jahren 1999‭ ‬und 2000‭ ‬durchgeführt‭.‬ Das ablaufende Wasser mündet hinter dem Gebäude in den Energiegraben‭.‬ Die Francis-Turbine ‬arbeitet vertikal und hat eine Leistung von 20,6‭ ‬kW‭, ‬sowie eine Wasserdurchflussmenge von maximal 1250‭ ‬l/s‭.‬ Die Kaplan-Turbine ist heute zeitweilig ausser Betrieb‭. ‬Sie arbeitet axial mit einer Leistung von 56‭ ‬kW und einer Wasserdurchflussmenge von maximal 3500‭ ‬l/s‭. Das historische Wasserkraftwerk der Stadtwerke Güstrow erzeugt bis heute Ökostrom aus Wasserkraft, welcher in das Güstrower Stromnetz eingespeist wird. Die Geschichte des Wasserkraftwerkes reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück:

08.08.2025: Der Armesünderturm ist einer der wenigen Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung die noch in Güstrow existieren. Er stand wohl ursprünglich inmitten der Schnoienmauer von der man in diesem Bereich auch noch einige Reste sehen kann, dahinter lag der Stadtgraben. Heute steht der Turm an der Kreuzung von Armesünderstrasse und Schnoienstrasse, stadtauswärts geht man heute an ihm vorbei durch die Turmstrasse über die Bleichstrasse in den Rosengarten. Im Mittelalter gelangte man auf diesem Weg zum Galgen. Der Turm soll als Verlies für Verbrecher gedient haben. Nach der Wende wurde er vollständig saniert und wird als Wohnhaus genutzt:

08.08.2025: Der Bahnwasserturm am Paradiesweg ist in der Liste der baulichen Einzeldenkmäler des Landkreises Rostock aufgeführt, er steht unter Denkmalschutz. Der Paradiesweg wurde 1862 im Zuge der Errichtung der Bahnlinie nach Neubrandenburg gebaut. Später wurde dann auf der Gleisseite der Wasserturm für die Eisenbahn errichtet:

GÜSTROW

(28.950 Einwohner, 13 m ü. NHN) ist die siebtgrösste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns und Kreisstadt des Landkreises Rostock. Die Stadt ist Sitz des Amts Güstrow-Land, dem 14 Gemeinden angehören, selbst aber amtsfrei. Sie ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und führt seit 2006 offiziell den Namenszusatz Barlachstadt nach dem Bildhauer Ernst Barlach. Am Schnittpunkt alter Handelswege gelegen, erhielt Güstrow 1228 Stadtrecht sowie seine städtebauliche Struktur. Im 16./17. Jahrhundert residierten hier die mecklenburgischen Herzöge der Nebenlinie Mecklenburg-Güstrow. Herzog Ulrich von Mecklenburg-Güstrow liess an Stelle der durch Brand zerstörten landesherrlichen Burg Mitte des 16. Jahrhundert ein Schloss im Renaissance-Stil errichten. Dieses war 1628-29 auch Residenz Albrechts von Wallenstein, dessen Heer den Dänenkönig Christian IV. 1626 besiegte und daraufhin Mecklenburg vom Kaiser als Pfand für seine Kriegskosten erhielt. Nach Abzug der Wallensteinschen Truppen kehrten die Herzöge 1631 nach Güstrow zurück. Im Nordischen Krieg wurde 1712 in der heutigen Schlossapotheke am Markt über einen Waffenstillstand zwischen August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, dem russischen Zaren Peter I. und dem schwedischen General Steenbock verhandelt. 1813 war Güstrow der Sammelpunkt der mecklenburgischen Freiwilligen. Im 19. Jahrhundert erfuhr das Städtchen durch die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben, Anschluss an das Verkehrsnetz (1850 Bahnlinie Güstrow – Bützow, 1896 Güstrow – Bützow – Kanal) sowie den Bau eines Theaters einen bescheidenen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Güstrow wurde 1887 Garnisonsstadt und entwickelte sich zu einer Kongress- und Ausstellungsstadt. Das Theater trägt heute den Namen des Bildhauers und Dichters Ernst Barlach, der von 1910 bis zu seinem Tode 1938 in Güstrow seine Wahlheimat fand. Nach 1933 wurde im Zuge der Aufrüstung die Garnison wesentlich vergrössert und Rüstungsbetriebe bzw. Einrichtungen der Wehrmacht angesiedelt. Das Heereszeugamt war Ziel eines alliierten Bombenangriffs im Jahr 1943, der auch Opfer unter der Zivilbevölkerung forderte. 1945 entging die Stadt durch den Einsatz einiger mutiger Bürger nur knapp der Zerstörung. Vor allem in den 70er und 80er Jahren erfolgte die Ansiedlung weiterer Industriebetriebe und die Stadt wurde um die Neubauviertel Südstadt und Distelberg erweitert. Heute ist die Barlachstadt Güstrow mit seiner sehenswerten Altstadt, den Kulturdenkmälern sowie ihrer malerischen Umgebung der touristische Höhepunkt im mittleren Mecklenburg.

Bahnhof-Empfangsgebäude:

Bahnwasserturm: 

Armesünderturm: 

Wasserturm des historischen Wasserkraftwerks: 

Finanzamt:

Ehemaliges Kaiserliches Postamt:Evangelische Kirche St. Marien:

Rathaus:

Kersting-Haus:

Derzscher Hof:

Palais – zweigeschossiges klassizistisches Palais von nach 1793 des Hofgerichtsadvokaten Joachim Christoph Breslach, Postamt Güstrow von 1831 bis 1866:

Norddeutsches Krippenmuseum (Heilig-Geist-Kirche):

Heiligengeisthof – Grundschule G.F. Kersting:

Schloss Güstrow:

Ernst-Barlach-Theater:

Städtische Galerie Wollhalle:

Stadtmuseum:

Amtsgericht:

Blick durch die Domstrasse zu St. Marien:

Evangelischer Dom St. Maria, St. Johannes Evangelista und St. Cäcilia:

Blick in die Hageböcker Strasse und St. Marien:

Gertrudenkapelle:

Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt:

Stadtplan von Güstrow auf dem Bahnhofsvorplatz:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Kurzbesuchs am 08.08.2025.