Monats-Archive: August 2025
02.08.2025: Das Städtische Museum Halberstadt wurde bereits 1905 gegründet. Es befindet sich im Zentrum der alten Bischofsstadt, im Schatten des Domes auf dem Domplatz, der einst als Domburg das Machtzentrum für einen Bereich bildete, der nahezu die Grösse des heutiges Bundeslandes Sachsen-Anhalt umfasste, dem Halberstädter Bistum. Mit seinen zahlreichen Bischöfen wurde das Bistum von dieser Stelle aus kirchlich regiert. Diese Regierung stellte das Halberstädter Domkapitel mit seinen Domherren und dem jeweils gewählten Domdechanten. Die Giebelinschrift gibt Auskunft über die Vollendung des Hauses im Jahre 1782. Massgeblich im barocken Stil errichtet, hinterliess gleichwohl der aufkommende Klassizismus seine ersten Spuren. Das Städtische Museum blieb vom Bombenhagel des 8. April 1945 nicht verschont. Wertvolle Sammlungsteile wurden zerstört, andere, vorher in Sicherheit gebracht, sind aber bis in die heutige Zeit verschollen. Am 21. Juni 1946 erfolgte die Wiedereröffnung. In den 1950er Jahren erfolgte, auf Anweisung der SED Kreisleitung, eine immer stärkere Konzentration der Geschichtsdarstellung auf die Arbeiterbewegung und das Werden und Wachsen der sozialistischen Stadt. Nach 1989 entwickelte sich das Museum wieder zu einem Ort, der die gesamte historische Entwicklung der Stadt und des Hochstiftes Halberstadt in seiner Gesamtheit und Bedeutung den Besuchern näher bringt:

02.08.2025: In diesem Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert wohnte der Dichter, Sammler und Förderer Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803). Gleim trug in seinem Freundschaftstempel die grösste Dichter-Portraitgalerie seiner Zeit zusammen. Diese original erhaltene Portraitsammlung, dazu mehr als 10.000 Handschriften und eine historische Bibliothek sind die Kernstücke des Gleimhauses, das einerseits Museum andererseits eine bedeutende Forschungsstätte für die Literatur- und Kulturgeschichte des Zeitalters der Aufklärung ist. In dem Anbau von 1994 befindet sich das Stadtarchiv. Im Keller sind archäologische Mauerreste aus dem 9. Jahrhundert zu sehen:

02.08.2025: Der langgestreckte Domplatz ist heute von repräsentativen Bauten des 18. und 19. Jahrhunderts – meist auf ehemalige Kurien zurückgehend – umstanden. Es sind die Wohnbauten der Stiftsherren an Dom und Kollegiatstift. Hervorzuheben ist die 1591 bis 1611 entstandene Dompropstei, der Sitz der bischöflichen Verwaltung. Das steinerne Untergeschoss der Zweiflügelanlage zeigt die Wappenkartuschen der Domherren in den Arkadenzwickeln. Das stark vorkragende Fachwerkobergeschoss ist mit reich geschnitzten Motiven besetzt:

02.08.2025: Von bemerkenswerter Schönheit zeigt sich der Hallenkirchenbau in seinem Innern. Der barocke Altar von 1696, die wunderbaren Schnitzereien an der Kanzel (1563/1690) und der Prospekt der David-Beck-Orgel von 1596. Aber ganz besonders fällt der bronzene Taufkessel von Ende 13. Hahrhunderts/Anfang 14. Jahrhunderts im nördlichen Querhaus auf. In seiner farblichen Fassung erschliesst er dem Betrachter die Weihnachtsgeschichte mit dem Schlussbild von der Taufe Jesu. In einer Urkunde wird 1186 der Bau der Kirche belegt, aber dies sicher als ein Neubau nach der Zerstörung der alten Stadtkirche durch die Kriegswirren unter Heinrich des Löwen 1179. Das Patronat durch den Heiligen Martin geht auf den französischen Einfluss im Mittelalter zurück. Bis zu Anfang der 1970er Jahre war die Martini-Gemeinde selbständig, aber das Umfeld der Kirche war durch die furchtbaren Zerstörungen am 9. April 1945 fast ohne Wohnhäuser. Deshalb schlossen sich die Stadtgemeinden Dom, Martin Luther und St. Martini zur Evangelischen Stadt- und Domgemeinde zusammen. Die Zerstörungen des Krieges waren 1955 zumeist beseitigt, die Kirche konnte wieder als Gottesdienstraum und Versammlungsstätte genutzt werden. Aber nach wenigen Jahren zeigte sich das Problem der Erhaltung neu, weil die kleiner gewordene Kirchengemeinde dieungeheure Baulast kaum noch tragen konnte. Es gab deshalb Versuche, die Kirche an die Stadt abzugeben, bzw. sie als Kunstlagerstätte für die Landeskirche zu nutzen. Letztlich scheiterten alle diese Versuche. Engagierte Gemeindeglieder erkannten den Raum als unverzichtbar für wichtige Gottesdienste, die mit der Stadtgeschichte zusammenhingen, als Ort für die Friedensgebete und als besondere Möglichkeit für moderne Kunst und Musik. Fast 25 Jahre konnten regelmässig hier Ausstellungen stattfinden, die weit über Halberstadt hinaus Bedeutung hatten. Als Stadt- und Bürgerkirche war St. Martini Ausgangspunkt für die friedliche Revolution 1989 in Halberstadt. Seit 2004 gibt es durch eine Initiative von Prof. Ablitzer (Frankreich) den Versuch, die einst berühmte Orgel von David Beck wieder als ein Werk der Spätrenaissance in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Dazu bedarf es einer Innenraumrenovierung und weiterführender Überlegungen zur Nutzung dieses besonderen Kirchenraumes. Im Sommer 2014 hat die Evangelische Kirchengemeinde die Innenraumsanierungsarbeiten begonnen:

02.08.2025: Seit dem Spätsommer 2000 befindet sich die Stadtbibliothek Heinrich Heine im Nordflügel des Petershofes. Der Petershof war 600 Jahre lang die Hauptresidenz der Halberstädter Bischöfe am Domplatz. Der Nordflügel mit der Peterskapelle wurde liebevoll restauriert und unter Berücksichtigung der historischen Gegebenheiten zur Bibliothek umgebaut. Zu den Öffnungszeiten kann man diesen auch besichtigen:

02.08.2025: Er gilt als eines der schönsten Kirchengebäude Deutschlands, der Dom St. Stephanus und St. Sixtus in Halberstadt. Einheitlich im Stil der französischen Gotik vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erbaut, beeindruckt er mit seiner architektonischen Pracht und der Vielfalt seiner originalen Ausstattung. Die Bilder der 290 farbigen Fenster, der Altargemälde sowie die umfangreichen Figurengruppen vermitteln einen lebhaften Eindruck von der Glaubenswelt und Kunstfertigkeit des Mittelalters. Herausragende Werke wie der aus einem Marmorblock geformte Taufstein von 1195 oder die um 1220 entstandene Triumphkreuzgruppe zeugen vom hohen Anspruch ihrer Stifter und Künstler. Die Kirche war ein bedeutendes geistliches Zentrum Mitteldeutschlands, Sitz des Bischofs und der Domherren sowie Ziel mittelalterlicher Pilgerströme. Ihre Gründung reicht in die Zeit Karls des Grossen im 9. Jahrhundert zurück. Die Reformation führten die Domherren 1591 nicht vollständig ein, sondern entschieden sich teilweise zur Beibehaltung des alten Glaubens. Bis 1810 wirkten evangelische und katholische Geistliche unter einem Dach. Dies bewahrte die kostbaren mittelalterlichen Kunstwerke in ungebrochener Tradition am ursprünglichen Ort ihrer Nutzung:

02.08.2025: Die Basilika mit vier Türmen entstand um 1005 in Halberstadt. Bischof Arnulf, von dem die Kirchengründung ausging, plante in den heiligen Hallen ein Chorherrenstift, was er in die Tat umsetzte. Bereits im fünfzehnten Jahrhundert erlangte das Kollegiatstift einen bedeutenden Ruf und war in Halberstadt und über die Grenzen hinaus bekannt. Nach dem Tod Bischof Arnulfs im Jahr 1023, übernahm Bischof Rudolf die Hauptverantwortung bezüglich der Kirche und ordnete weitere bauliche Massnahmen an. Unterdessen, begrub der neue Bischof seinen verstorbenen Vorgänger in der Krypta der Kirche, wie dieser es sich einst wünschte. Hinsichtlich der neuen Baumassnahmen, kam es zur Erbauung des Langhauses und der östlichen Türme, die Bischof Rudolf bis zu seinem Tod um 1149 leitete. Es folgten weitere Änderungen an der Kirche, wie der Ausbau der südwestlichen Kapelle, welche nach ihrer Fertigstellung für Taufen diente. 1179 kam es zur teilweisen Zerstörung der Kirche, die Heinrich der Löwe mit seinen Angriffen zu verantworten hatte. Die Kirche erhielt daraufhin einen erneuten Aufbau, der auch die zwei quadratischen Türme betraf. Die Innenausstattung der Kirche ist, der romanischen Zeit entsprechend schlicht gehalten. Aufgrund der vielen Umbauten, weist sie dennoch verschiedene Stilelemente auf. 2003 endeten wiederholte Restaurierungsarbeiten, die beispielsweise Langzeitschäden aus dem Zweiten Weltkrieg ausglichen:

Im Kreuzgang der Liebfrauenkirche befindet sich eine Fachwerkausstellung mit einzigartigen Ausstellungsstücken der Halberstädter Fachwerkkunst:






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