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Tages-Archive: 30. Juli 2025

30.07.2025: Besuch Bismarckturm Schnarsleben (Höhe: 12 m, Einweihung: 1910). Ganz in der Nähe der Landeshauptstadt Magdeburg, zwischen Irxleben und Niederndodeleben, befindet sich der Grosse Wartberg. Er ist mit fast 146 Metern die höchste Erhebung in der Magdeburger Börde. Auf dem Gipfel wurde 1910 zu Ehren des ehemaligen deutschen Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck der Bismarckturm errichtet. Der 12 Meter hohe Turm besitzt einen quadratischen 6 x 6 Meter grossen Grundriss und kann über 29 Stein- und 18 Metallstufen bis hin zur Aussichtsplattform bestiegen werden. Vor dem Turm befindet sich ein Gedenkstein, an welchem sich bis zur DDR-Zeit ein Relief Bismarcks befand. Später wurden alle mit Bismarck in Zusammenhang stehenden Merkmale entfernt. Die Sowjetische Armee legte nach der Gründung der DDR eine Funkstation mit zugehörigen militärischen Gebäuden für Personen und Fahrzeugen an. Heute wird der Grosse Wartberg und der Bismarckturm vom Verein Naturfreunde Wartberg (1993 gegründet) gepflegt:

Blick aus Richtung Irxleben zum Grossen Wartberg…:

…und auf dem Rückweg in Richtung Irxleben:

30.07.2025: Die Exempel Gaststuben sind eine alte Schule im Stile der 1920er Jahren mit Klassenraum, alter Küche, Schlafzimmer und vielem mehr. Hier kann der Gast wunderbare deutsche Küche kombiniert mit frischesten Zutaten geniessen und selbst einmal als frecher Lehrer unterrichten:

In den Exempel Schlafstuben gegenüber hat der Gast die Qual der Wahl. Jedes der 18 Themenzimmer im Hotel ist ein Unikat, jedes erlaubt eine Zeitreise in eine andere Ära. Soll es die Schlafstube der Jungfer Emerentia Lorenz sein? Das Mädchen wurde der Sage nach in grauer Vorzeit von einem Hirsch gerettet. Oder vielleicht Grete Mindes Brandruine? Hier erinnern verkohlte Wände und verrußte Balken an das Jahr 1617, als man der jungen Frau die Schuld für einen verheerenden Stadtbrand in die Schuhe schob. Winsels Folterkammer versetzt die Gäste mit Lehmwänden und mittelalterlichem Inventar gar zurück in die Zeit um 1200. Und in Wallensteins Lager campieren die Besucher wie müde Krieger auf Feldbetten:

30.07.2025: Direkt vor dem Tor der Burg befindet sich das Burgmannenhaus Schlossfreiheit Nr. 5, das älteste Wohngebäude der Stadt. Seit 1998 zeigt das Museum die Bedeutung der Burg Tangermünde als Residenz der Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts und beschreibt die Beudetung von Tangermünde als Kaiser-Residenz Karls IV:

30.07.2025: Die Burg Tangermünde selber war mehrmals Residenzort verschiedener Landesherrscher. Erste Bedeutung erlangt sie im 14. Jahrhundert unter Kaiser Karl IV. Er  erwarb 1373 die Mark Brandenburg und somit die Altmark. Tangermünde lag für ihn strategisch günstig gelegen auf halben Wege zwischen den Hansestädten im Norden, wie Hamburg und im Süden Prag – seiner Hauptresidenz. Er wollte den Handel zwischen diesen Orten forcieren. Nachweislich soll Kaiser Karl IV. zwei Drittel seiner letzten fünf Lebensjahre auf der Burg zu Tangermünde residiert haben. Es war eine Hochzeit für die Burg und für die Stadt und wer weiss, was aus Tangermünde geworden wäre, wären seine Pläne durchgesetzt worden. Aber nach seinem Tode kam alles anders. Eingesetzt vom Sohne Kaiser Karls IV. als Obersten Verweser und Hauptmann der Mark Brandenburg wurde 1412 der Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg. Der Hohenzollern Burggraf und späterer Kurfürst Friedrich I. und seine Söhne residierten bis 1451 auf der Burg zu Tangermünde. Die Schweden zerstörten im dreissigjährigen Krieg das Schloss. Allein sein Tanzhaus aus dem 14. Jahrhundert ist auf der Hauptburg erhalten geblieben. An der Stelle des Schlosses steht seit über 300 Jahren ein Barockbau, in dem sich heute das Hotel Schloss Tangermünde befindet.

Der im 14. Jahrhundert errichtete Bergfried wird Kapitelturm genannt, da er einst als Getreidespeicher für das Berliner Domkapitel diente. Er ragt 50 Meter empor und hat sechs Stockwerke. Er wird heute als Aussichtsturm genutzt und bietet einen weiten Ausblick über Tangermünde und das Umland:

Burgmauer und Hexenturm:

Im Jahre 1909 stiftete Kaiser Wilhelm II der Stadt Tangermünde ein Denkmal für ihren bedeutendsten Bewohner – Kaiser Karl IV. Dieser residierte 1373 – 78 in Tangermünde:

Schloss – Kaiser Karl IV. baute in seiner Residenzzeit in Tangermünde auch die aus dem ersten Jahrtausend stammende Burg aus. Die Gebäude aus seiner Zeit wurden grösstenteils im Dreissigjährigen Krieg zerstört. Knapp 70 Jahre später wurde das heutige Schloss im Stil des Landbarock wieder aufgebaut. Das Schloss Tangermünde ist heute ein Restaurant und Hotel mit grandiosem Elbblick:

Die Kanzlei (Tanzhaus) aus dem 14. Jahrhundert im inneren Burghof:

Das Denkmal für Friedrlich I. auf der Burg erinnert an den ersten Hohenzollern-Kurfürsten, vormals Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg. Als Markgraf Friedrich I. führt er die Reihe der Ansbacher Markgrafen an. Geschaffen und eingeweiht wurde das Denkmal von dem Bildhauer Ludwig Manzel 1912, als sich der Einzug des ersten Hohenzollern in die Mark Brandenburg zum 500. Mal jährte:

Der Gefängnisturm der ehemaligen Burg wurde um 1480 errichtet. Er diente zur zusätzlichen Sicherung der Anlage. Erst im 18. Jahrhundert wurde er dann tatsächlich zur Verwahrung von Gefangenen genutzt. Sein Kegeldach erhielt der Turm 1912…davor das Burgtor:

30.07.2025: Der Steigberg ist ein später durchbrochener Wehrturm, vor dem einstmals eine kleine Bastion (Festungsrondell) vorgelagert war. Diese ist heute noch als Erdhügel zu erkennen. Diese Bastion wiederum schützte die nahe gelegene Rossfurt im Falle eines Angriffs. Die Stadtmauer am Steigberg ist ein beliebtes Fotomotiv, da sich hier die kleinen Stadthäuser wie Schwalbennester über der Mauerkrone befinden:

30.07.2025: Das Elbtor in Tangermünde ist ein markanter Teil der historischen Stadtbefestigung und diente bis ins 19. Jahrhundert als einziger Zugang zur Stadt von der Elbseite her. Es ist eng mit der Rossfurt verbunden, einem etwa 100 Meter langen, von hohen Mauern eingefassten Hohlweg, der direkt zur Altstadt führt. Das Elbtor wurde im 15. Jahrhundert errichtet. An der linken Seite des Torbogens befindet sich eine Messlatte mit den Höchstwasserständen der vergangenen Jahrhunderte:

30.07.2025: Vom einstigen Hünerdorfer Tor in Tangermünde blieb nur der schlanke Wehrturm erhalten, der die Lange Strasse teilt. Im Volksmund ist er auch als Eulenturm bekannt. Sie fanden vermutlich in früheren Zeiten einen sicheren Rückzugsort im Turm. Die unteren Etagen entstanden um 1300 über einem quadratischen Grundriss. Ab 1460 wurde der Turm auf 24 Meter Höhe aufgestockt. Den achteckigen Aufsatz ziert ein Zinnenkranz. Erker am Turm ermöglichten dem Wachpersonal einen freien Blick in alle Himmelsrichtungen. Im Erdgeschoss des Eulenturms befand sich einst ein Frauengefängnis. Dort soll Grete Minde unter Folter gestanden haben, den grossen Stadtbrand von 1617 gelegt zu haben. Sie war ein Opfer von Verleumdungen und Justizwillkür. Auf einem Scheiterhaufen wurde sie verbrannt:

30.07.2025: Einen Tiefpunkt in der Geschichte von Tangermünde erlebten die Bürger am 13. September 1617, als an drei Stellen zur gleichen Zeit gewaltige Brände aufloderten. Lediglich die Gebäude aus Backstein, welche zur Zeit der Hanse errichtet worden waren, wie Stadtmauer, Stadttore, Kirchen und der heutige Rathausanbau, blieben mehr oder weniger verschont. Grete Minde wurde für diese Tat zur Verantwortung gezogen. Das von der Stadt angerufene Schöppengericht der Mark Brandenburg verurteilte Grete Minde zum Tode. Am 22. März 1619 wurde das Urteil, ein qualvoller Tod auf dem Scheiterhaufen vollstreckt. Theodor Fontane setzte ihr in seiner gleichnamigen Novelle Grete Minde ein literarisches Denkmal. Bis heute ist die Schuld oder Unschuld dieser Frau am Stadtbrand und somit am Beginn des Niederganges der einst reichen Stadt nicht ganz geklärt. Tangermünder Bürger haben dieser Frau ein Denkmal gesetzt. Es wurde an Ihrem 390. Todestag am 22.03.2009 am Rathaus enthüllt, eine Erinnerung an Unrecht und Leid. Die Bronzeplastik ist eine echte Sehenswürdigkeit und steht neben der Gerichtslaube des Rathauses und wurde von Lutz Gaede, einem Künstler aus der Altmark erschaffen:

30.07.2025: Das historische Rathaus gehört zu den bekanntesten Profanbauten der norddeutschen Backsteingotik. Es wurde vermutlich vom Stettiner Baumeister Hinrich Brunsberg um 1430 erbaut. Ein Blickfang ist die 24 Meter hohe Schaufassade. Dahinter verbirgt sich der Rathausfestsaal mit seinem prächtigen Sternrippengewölbe und einem Mittelpfeiler, der sich durch alle Ebenen des Rathauses zieht. 1480 kam der westliche Flügel mit der Gerichtslaube, in der heute Trauungen stattfinden, hinzu. Das zweigeschossige Gebäude besass ursprünglich keine Aussentreppe. Seit 1929 beherbergt das Rathaus im Erdgeschoss sowie in den Kellergewölben das älteste Museum Tangermündes:

Stadthaus, Sitz der Stadtverwaltung in der Langen Strasse 61 neben dem Alten Rathaus:

30.07.2025: Die Putinnen sind zwei quadratische Türme auf der mittelalterlichen Stadtmauer von Tangermünde. Sie gehörten zum Verteidigungssystem, dienten aber auch als Gefängnis. Ihr Name Putinnen gibt zumindest Rätsel auf. Experten vermuten dahinter eine Ableitung des Wortes Butentinnen, was im Niedermitteldeutschen Aussenzinnen bedeutet. Klarer ist ihre Funktion, die beiden mit Walmdach versehenen Türme auf der mittelalterlichen Stadtmauer von Tangermünde gehörten zum ausgeklügelten Verteidigungssystem, das die Stadt vor Angreifern schützen sollte. Zudem sicherten sie den Zugang zum Tangerwasser, das viele Bauern zur Bewässerung ihrer Felder nutzten, wenn die Wassermengen der Brunnen in den Sommermonaten nicht ausreichten. Der Turm gegenüber dem Durchgang zum Wasser wurde auch als Gefängnis für Tangermünder Bürger genutzt. Von 1819 bis 1833 war hier das erste Eichamt der Altmark untergebracht: