Kalender
Mai 2023
M D M D F S S
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  
Archiv
374207
Users Today : 37
Users Yesterday : 471
From the Makers of…

luebeckportdiary
schiffeinfrankfurt
nahverkehrinhessen

Monats-Archive: Mai 2023

06.05.2023: Nach Abriss des alten Stadtmauertores wurde 1772-1773 dieses neue, triumphbogenartige Tor errichtet. Die Anbauten, welche rechts und links des Tores vorhanden waren, sind heute nicht mehr erhalten. Die steinernen Löwen, welche auf dem Tor sitzen, wurden 1975 wieder angebracht. Das Speyerer Tor ist heute das letzte noch erhaltene Tor dieser Art in Rheinland-Pfalz. Es gilt als unmittelbare Vorlage für das Karlstor in Heidelberg, und ist wohl auch vom gleichen Architekten entworfen worden. Das Speyerer Tor gilt heute als Wahrzeichen der Stadt und diente auch als Vorlage für das offizielle Logo Frankenthals:

06.05.2023: Wie eine Zeitreise in die Vergangenheit – so lässt sich ein Besuch im stadthistorischen Erkenbert-Museum wohl am besten beschreiben. Die Sammlung umfasst ca. 10.000 – 15.000 Objekte, darunter Artefakte aus der Stein- und Bronzezeit sowie Schätze aus über 1500 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte. Sie dokumentiert die ereignisreiche Vergangenheit der Stadt Frankenthal, die einst einen Kanal zum Rhein besass und als Dritte Hauptstadt von Kurpfalz bekannt war. Zu den besonderen Glanzstücken zählen Werke der Frankenthaler Maler um 1600, wie Gillis van Coninxloo und Anton Mirou, sowie die Sammlung des Frankenthaler Porzellans (1755 – 1800), das auch an europäischen Fürstenhöfen Verwendung fand. 1893 richtete der im Vorjahr gegründete Altertumsverein Frankenthal im ehemaligen Getreidespeicher des Augustiner-Chorherrenstifts das Museum ein. Zwischen 1910 und 1914 zog dieses in die unmittelbare Nachbarschaft eines grossen Ratssaals in einem Obergeschoss der Ruine. Diese Teile der Ruine wurden während des Luftkrieges 1943 völlig zerstört, die Reste des Museums 1960 abgetragen. Altertumsverein und Stadtverwaltung verständigten sich 1986, das Museum künftig gemeinsam zu betreiben. Daraus ergab sich ein neuer Standort im ehemaligen Gebäude der Stadtsparkasse am Rathausplatz, das ab 1988 saniert und 1990 eröffnet wurde. Der Name des Museums geht auf den aus Worms stammenden Erkenbert, eigentlich Eckenbert (um 1079–1132), zurück, der im Jahr 1119 das Augustiner-Chorherrenstift in Frankenthal gründete:

06.05.2023: Gegründet wurde das Stift 1119 durch Erkenbert. Nach der Weihung 1125 folgte 1134 die päpstliche Bestätigung. 1163 folgte die Erhebung des Stiftes zur Abtei und 1181 der Neubau der Kirche, welche eine dreischiffige, ungewölbte Pfeilerbasilika war. Durch die Reformation wurde die Abtei geschwächt und 1562 schliesslich aufgegeben. Kurfürst Friedrich III. stellte das Gebiet des ehemaligen Stiftes dann flämischen Siedlern zur Verfügung. Bei der Niederbrennung Frankenthals durch französische Truppen 1689 wurde auch die Stiftskirche zerstört. Sie wurde danach notdürftig wieder aufgebaut und simultan von beiden Konfessionen genutzt. Dabei benutzten die Reformierten das Schiff und das Querhaus und die Katholiken den Chor, bis diese in ihre neu erbaute Pfarrkirche umzogen. Viele Reste der Anlage wurden im mittleren 18. Jahrhundert als Steinbruch verwendet. So wurde das Rathaus mit Steinen der ehemaligen Stiftsanlage erbaut. 1820 wurde der Chor bis zum Lettner abgetragen, der Chorflankenturm wurde in den Neubau der Zwölf-Apostel-Kirche einbezogen. 1912-14 wurden die Umfassungsmauern des Schiffs zum Einbau des Erkenbert-Museums genutzt. Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche abermals aus. 1960 wurden die Reste der An- und Einbauten grösstenteils entfernt. In heutiger Zeit wird die Ruine für kulturelle Veranstaltungen wie Freilicht-Kino, musikalische Aufführungen oder Theaterveranstaltungen genutzt:

06.05.2023: Die Kirche wurde von 1820-1823 errichtet. Der Chorflankenturm der ehemaligen Stiftskirche wurde als Glockenturm einbezogen und 1845 durch ein Glockengeschoss mit Spitzhelm erhöht. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte mit neuem Innenraum und verändertem Abschluss des Glockenturms. Die Kirche besitzt einen rechteckigen Grundriss. Im heutigen Innenraum befinden sich zwölf oval angeordneten Säulen, welche Decke, Emporen, Kanzel und Orgel tragen. Der östlichen Eingangstür ist ein monumentaler Säulenportikus vorgelagert:

06.05.2023: Zusammen mit den beiden Innenstadtkirchen und der Erkenbertruine, prägt das Rathaus mit seinen markanten Arkaden das Bild des Rathausplatzes. Der Grundstein für den Gebäudekomplex wurde am 29. Oktober 1952 gelegt – dem 375. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte. Seit der Einweihung am 9. Mai 1954, dient das nach Plänen des Stadtbaudirektors Julius Beier errichtete Gebäude als Sitz der Stadtverwaltung. Die Dauerausstellung „Frankenthal. Eine Zeitreise.“ im 1. OG des Rathauses, gewährt Besuchern einen Einblick in die Frankenthaler Stadtgeschichte. Die Ausstellung reicht von Mammutknochen, die bei der Erweiterung des Frankenthaler Strandbades gefunden worden sind, über das berühmte Frankenthaler Porzellan bis hin zu einem kompletten Satz Frankenthaler Strohhutbuttons und vielem mehr:

06.05.2023: Die Kirche St. Dreifaltigkeit entstand 1709 bis 1732 nach Plänen des Kapitäningenieurs Villiancourt und des Vorarlberger Baumeisters Johann Jakob Rischer. Sie dominiert den Marktplatz. Die lange Bauzeit erklärt sich aus der Tatsache, dass die erst 1702 eingerichtete katholische Kirchengemeinde in der zuvor rein reformierten Einwohnerschaft nur über wenige Mitglieder verfügte. Gleichwohl wurde ihr ein prominenter Bauplatz zur Verfügung gestellt mit nur 3 Metern Abstand zur Fassade der ehemaligen Stiftskirche St. Maria Magdalena. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bis auf die Umfassungsmauern zerstört, jedoch bereits in den Jahren 1945 bis 1949 unter Pfarrer Wilhelm Hilzensauer und mit grosser Opferbereitschaft der Frankenthaler Katholiken wiedererrichtet nach den Plänen des Frankenthaler Architekten Josef Ochs. Die Altäre des späteren 18. Jahrhunderts wurden 1953 aus der Spitalkirche Baden-Baden übernommen. Nach Fertigstellung der zweijährigen umfangreichen Aussen- und Innensanierung im Mai 2011 erstrahlt die altehrwürdige St. Dreifaltigkeitskirche wieder als Mittelpunkt der Stadt in neuem Glanz. Charakteristisch sind der flach gedeckte, geostete Saalbau, die zurückhaltend barocke Erscheinung mit stark eingezogenem, apsidialem Chor und der ausgeprägte Dachreiter über dem Eingang mit Glockenstube und Laterne. Die Ausmalung im Innern durch Vitus Wurmdobler lehnt sich an die alte barocke Gestaltung an, ohne diese zu kopieren:

06.05.2023: Wie das Speyerer Tor wurde auch das Wormser Tor als Nachfolger eines alten Stadtmauertores errichtet. Von 1770-1772 wurde das triumphbogenartige Tor gebaut. Es besitzt eine kreuzgradgewölbte Durchfahrt. Wie beim Speyerer Tor ist eine Durchfahrt heute allerdings nicht mehr möglich. Die Torseite, welche früher auf der Aussenseite der Stadtmauer zu sehen war ist mit einem Doppelpilaster und einem breiten Giebel geschmückt. Die Torseite, welche man von der Stadt aus sah, mit einem flächigen Reliefschmuck und einem Reliefporträts des Kurfürsten Karl Theodor im Giebel. Bis etwa 1890 war das Tor über Nebengebäude beidseitig mit der Stadtmauer verbunden:

06.05.2023: Die Kirche St. Ludwig wurde 1934 bis 1936 nach Plänen des in Frankenthal geborenen Architekten Albert Boßlet (1880 bis 1957) errichtet, nachdem St. Dreifaltigkeit für die Frankenthaler Katholiken zu klein wurde. Sie ist kein freistehender Bau, sondern durch gestaffelt gesetzte Flügelbauten in eine historische Häuserzeile eingebunden, die aus der Zeit der nördlichen Stadterweiterung im ausgehenden 19. Jahrhundert stammt. St. Ludwig ist eine blockhafte, dreischiffige Basilika mit einer markanten, asymmetrisch sich steigernden Doppelturmfassade aus roten Sandsteinquadern, durchsetzt mit rotem Klinker. Besonders erwähnenswert sind die im Altarraum angebrachten Tafeln über das Leben des Kirchenpatrons König Ludwig IX. von Frankreich, die der Frankenthaler Künstler Martin Adam Foeller gestaltet hat, sowie die Glasmalereien verschiedener Heiliger in den Fenstern. Beeindruckend ist ferner die große Kuhn-Orgel mit ihren 44 Registern und den sogenannten spanischen Trompeten, die im Gottesdienst und zu Kirchenkonzerten den Kirchenraum mit ihrem Klang erfüllen. Zur Kirche gehören 26 Buntglasfenster, die Kirche kann vor und nach den Gottesdiensten besichtigt werden, ausserdem kann sie auf Anfrage von den Mitarbeiter/-innen des Pfarrbüros geöffnet werden:

06.05.2023: Das Amtsgericht zog im Jahre 1970 in ein „neues“ (eigentlich aber altes, da stark renovierungsbedürftiges) Gebäude in der Friedrich-Ebert-Strasse und überliess das eigentliche Amtsgerichtsgebäude dem Landgericht. Aber auch hier musste das Amtsgericht dem Raumbedarf einer anderen Justizbehörde weichen. Als 1981 die Staatsanwaltschaft mehr Platz benötigte, wurde das Grundbuchamt, die Zivil- und die Zwangsvollstreckungsabteilung in das ehemalige Verwaltungsgebäude der alten Haftanstalt, direkt hinter dem ehemaligen Amtsgerichtsgebäude, verlegt. Die alte Haftanstalt am Neumayerring war in der Zwischenzeit abgerissen worden, da am Stadtrand eine neue Justizvollzugsanstalt gebaut worden war. Die Fläche der alten Haftanstalt diente bis zum Neubau des Justizzentrums als Parkplatz für die Mitarbeiter des Landgerichts. Von 1981 bis zum Bezug des Neubaus des Justizzentrums im Jahre 2000 blieb das Amtsgericht Frankenthal damit zweigeteilt, mit allen Nachteilen für die rechtssuchenden Bürger Frankenthals, aber auch für deren Mitarbeiter, unter denen besonders die Verwaltung zu leiden hatte. In dieser Zeit gehörte der Geschäftsleiter, der mit Plastiktüten, Aktenbündel und sonstigen Schriftstücken beladen durch die Frankenthaler Innenstadt zwischen den beiden Gebäuden hin- und herpendelte, zum Alltagsbild der Stadt:

FRANKENTHAL (PFALZ)

(49.000 Einwohner, 96 m ü. NHN) ist eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz im Nordosten der Region Pfalz. Unmittelbar benachbart sind die Städte Worms im Norden und Ludwigshafen im Süden. Historisch war Frankenthal vom 16. bis zum 18. Jahrhundert einer der wichtigsten Orte des Kurfürstentums Pfalz. Frankenthal fungiert als Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis und gehört mit ihnen zur Metropolregion Rhein-Neckar. Erstmals erwähnt wurde die Gemeinde, die ursprünglich Franconodal hiess und eine fränkische Gründung aus dem späten 5Jahrhundert war. Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts zur stärksten linksrheinischen Festung der Kurpfalz ausgebaut, geriet Frankenthal schnell in die Wirren des Dreissigjährigen Kriegs. Nach mehreren vergeblichen Belagerungen wurde die Stadt Ende März 1623 von den auf Seiten des Kaisers und der Katholiken kämpfenden Spaniern eingenommen und stand das nächste Jahrzehnt über wie die gesamte linksrheinische Pfalz unter spanischer Sequesterverwaltung. Im November 1632 vertrieben die Schweden die Spanier vorübergehend aus Frankenthal, die nach erneuter Eroberung im Oktober 1635 in die Stadt zurückkehrten und sie bis über das Ende des Krieges hinaus besetzt hielten. Die Spanier kämpften nach 1648 weiterhin gegen Frankreich im Französisch-Spanischen Krieg und konnten von der Festung aus das nun französische Elsass bedrohen. Erst Anfang Mai 1652 zogen sie gegen finanzielle Entschädigung durch die Reichsstände ab und übergaben Frankenthal an die im Westfälischen Frieden teilweise wiederhergestellte Kurpfalz. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt nur noch 324 von vor dem Krieg 18.000 Einwohnern. Besonders schwer traf die Stadt auch der Pfälzische Erbfolgekrieg. Im September 1689 wurde die Stadt von französischen Truppen in Brand gesteckt und fast völlig zerstört. Dem Niedergang folgte bald ein neuer wirtschaftlicher Aufstieg. Im 18. Jahrhundert wurde Frankenthal dritte Hauptstadt der Kurpfalz, im Zentrum wurde die Dreifaltigkeitskirche erbaut. Die Stadt avancierte zum Experimentierfeld staatlich- merkantilistischer Wirtschaftsförderung, wobei über 20 Manufakturen entstanden. Sie stellten vor allem Galanteriewaren her. Besondere Bedeutung erlangte die 1755 errichtete Porzellanmanufaktur, die zwar nur 45 Jahre Bestand hatte, deren Produkte aber noch heute als wertvolle Antiquitäten gehandelt werden. Die Nachwirren der Französischen Revolution bereiteten dieser Blütezeit ein Ende. Am 23. September 1943 wurde Frankenthal durch Bomben stark zerstört und verlor einen Grossteil seiner älteren Bebauung. Die Stadt wurde in der Nachkriegszeit wie viele andere in zweckmässiger, allerdings schmuckloser Architektur wieder aufgebaut. Ob die Schilderung des Dichters August von Platen aus dem Jahre 1815, Frankenthal sei ein „gar so schöngebautes Städtchen, eines der schönsten in der ganzen Pfalz“, heute noch zutrifft, ist deshalb zumindest umstritten. Auf jeden Fall konnte die Stadt in den 1950er und 1960er Jahren wieder sehr schnell an ihre wirtschaftlichen und urbanen Traditionen anknüpfen.

Frankenthal HBF:

Ehemaliges Amtsgericht:

Katholische Pfarrkirche St. Ludwig:

Wormser Tor:

Rathausplatz:

Katholische Pfarrkirche St. Dreifaltigkeit:

Rathaus:

Protestantische Zwölf-Apostel-Kirche:

Erkenbert-Ruine (ehemalige Augustiner-Chorherrenkirche St. Maria Magdalena):

Erkenbert-Museum:

Speyerer Tor:

Jahnplatz mit der Gaststätte Jahnstube in der Jahnhalle (1922-24) und dem Kriegerdenkmal (Erster Weltkrieg) von Georg Schubert und Walter Perron von 1936:

Direktorenvilla der ehemaligen Zuckerfabrik mit integriertem Wasserturm:

Verwaltungsgebäude der ehemaligen Zuckerfabrik und heutiger Sitz der Städtischen Musikschule:

Justizzentrum mit Amts- und Landgericht:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Kurzbesuchs am 06.05.2023.