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Monats-Archive: Mai 2018

09.05.2018: Ein von weither sichtbarer Glanzpunkt auf dem Neroberg ist die russische Kirche, der schönste und in seiner Ausstattung kostbarste Sakralbau der Stadt Wiesbaden. Die 1849 bis 1855 erbaute Grabkirche liess Herzog Adolf von Nassau für seine verstorbene Ehefrau erbauen. Verantwortlich für den Bau war der nassauische Baumeister Philipp Hoffmann, der auch für den Bau der Bonifatiuskirche und der Synagoge am Michelsberg zuständig war. Nach einer Russlandreise, während der sich Hoffmann mit der zeitgenössischen russischen Baukunst beschäftigte, beschloss er, die Kirche nach dem Vorbild der Moskauer Erlöser-Kirche zu bauen. Die als Griechische Kapelle bekannte Kirche dient heute der russischen Gemeinde Wiesbadens als Pfarrkirche. Hinter dem dazugehörigen Pfarrhaus liegt der russische Friedhof, auf dem sich zahlreiche Fürstengräber aus dem 19. Jahrhundert befinden:

09.05.2018: Nach Plänen des nassauischen Landbaumeisters Philipp Hoffmann wurde der runde Aussichtstempel – auch als Monopteros bezeichnet – 1851 erbaut. Und zwar als Mittelpunkt eines kleinen Bergparks, mit bester Aussicht über Wiesbaden und Mainz bis manchmal gar zum Odenwald. Der Bautypus des Tempelchens mit zehn Säulen sei laut Kulturamtsexperten ein wichtiges Versatzstück der Gartenkunst im Sinne der Naturromantik des späten 18. Jahrhunderts. Der Monopteros ist heute Teil des historisch geschützten Landschaftsparks Neroberg/Oberes Nerotal, der laut Magistratsvorlage zu den flächenmässig grössten Gartendenkmäler in Hessen gehören soll. Touristisch erschlossen habe das Terrain der Verschönerungsverein Wiesbaden, der um das Jahr 1900 auf dem Neroberg das Felsentheater errichten liess, sowie Grotten, Brücken und Alleen anlegte:

09.05.2018: Der leider nicht begehbare Turm ist das einzige, was vom schlossartigen Neroberg-Hotel übrig geblieben ist. Das Hotel stand 105 Jahre auf dem Wiesbadener Hausberg, bevor es 1986 zum Raub der Flammen wurde. Anfang der 1950-er Jahre diente die Terrasse des malerisch gelegenen Anwesens sogar als Kulisse für den Film „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, in dem die damaligen Teenager Romy Schneider und Götz George ihr Leinwand-Debüt gaben. Der Turm ist heute Bestandteil des Cafés, das – umgeben von bis zu 1000 Jahre alten Eichen – auf 245 Höhenmetern mit einem grandiosen Ausblick über Wiesbaden liegt. Bis zu 400 Gäste finden hier auf rustikalen Bänken und Stühlen Platz zum Entspannen und Geniessen. Die Bistro-Küche bietet neben Kleinigkeiten wie original Münchener Weisswürsten auch Herzhaftes aus Topf und Pfanne:

NEROBERGBAHN WIESBADEN

Am Ende des oberen Nerotales liegt die Talstation der Nerobergbahn. Davor befindet sich ein Toilettenhäuschen in Fachwerk, das von Felix Genzmer aus den Jahren 1897/98 stammt. Heute ist darin ein Museum zur Geschichte der Nerobergbahn untergebracht. In 1888 wurde die Neroberg­bahn eröffnet; ihre Technik blieb seither unverändert. Die mit Wasserballast betriebene Bahn, deren Wagen in ihrer Konstruktion der Steigung angepasst sind, führt auf einer Länge von 438,5 m in nur wenigen Minuten auf den Neroberg hinauf und überwindet dabei die gleichmässige Steigung von etwa 25 Prozent. Zwei Wagen sind durch ein Stahlseil miteinander verbunden und treffen sich in der Mitte der Strecke, wo sie mittels Weichen aneinander vorbei fahren können. Um Trinkwasser einzu­sparen, werden die rund 7.000 Liter Wasser heute in ein Auffangbecken abgelassen und per Pumpen wieder nach oben transportiert.

Talstation mit Viadukt:

Museumshäuschen:

Informationstafel bei der Talstation:

Abfahrt Wagen 1 von der Talstation auf dem Viadukt:

Ankunft Wagen 2 an der Talstation:

Vor Abfahrt von der Talstation:

Bergstation:

Blick vom Neroberg auf Wiesbaden:

Das alte Neroberghotel, das ebenfalls im 19. Jahrhundert ganz in der Nähe errichtet wurde, fiel 1989 einem Brand zum Opfer. Übrig blieb nur der Turm, der 1993 renoviert wurde und heute ein Restaurant mit Gartenwirtschaft beherbergt:

Mittelpunkt ist ein von Philipp Hoffmann entworfener Monopteros, von dem man einen sehr guten Blick auf die Stadt hat. Seine Säulen standen früher entlang der Wilhelmstrasse und trugen die Öllampen der alten Straßenbeleuchtung. Von Oktober 2010 bis August 2013 wurde er saniert:

Abfahrt Wagen 1 von der Bergstation:

Wagen 1 und 2 auf der Strecke:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Kurzbesuchs am 09.05.2018.

 

08.05.2018: Der im 12. Jahrhundert erbaute Turm ist 14 Meter hoch und war früher Teil der inneren Stadtmauer und des Nordtores, das die Bürgerstadt vom Klosterbezirk abtrennte. Ursprünglich wurde der Turm als Wachturm genutzt, im späteren Mittelalter dann, wie der Name schon andeutet, als Frauengefängnis. Allerdings: Die Opfer der Hexenverfolgung, die unter Fürstabt Balthasar von Dernbach zwischen 1600 und 1606 im Fuldaer Land wütete, wurden hier nicht gefangen gehalten, sondern im Stadtschloss. Rund 270 Frauen fielen der barbarischen Hexenverfolgung in Fulda zum Opfer. Sie wurden eingekerkert, gefoltert und später auf Scheiterhaufen öffentlich hingerichtet. Auf dem Alten Dompfarrlichen Friedhof an der Alfred-Dregger-Allee wurde 2008 eine Gedenkstätte für sie eingerichtet. Der Name Hexenturm bürgerte sich erst im ausgehenden 19. Jahrhundert ein. Zuvor wurde er schlicht „Turm am Frauentörlein“ genannt. In direkter Nachbarschaft befindet sich übrigens das Geburtshaus von Ferdinand Braun, dem berühmten Nobelpreisträger und Erfinder der Braunschen Röhre. Und gleich hinter dem Hexenturm liegt der herrliche Dahliengarten, wo im Spätsommer über 30 verschiedene Dahlienarten erblühen:

08.05.2018: Der Fuldaer Dom St. Salvator ist nicht nur das berühmteste Wahrzeichen der Barockstadt, er ist auch die bedeutendste Barockkirche Hessens. Seit der Erhebung der Fürstabtei Fuldas zum Fürstbistum im Jahre 1752 ist das Gotteshaus Kathedrale und damit Bischofskirche. Zuvor war es Kloster- bzw. Stiftskirche des 744 im Auftrag des Heiligen Bonifatius gegründeten Klosters Fulda. Seine Gebeine wurden auf den Wunsch des Heiligen hin in der Westkrypta der Klosterkirche bestattet. Bis heute ist sein Grab Ziel für Wallfahrer und Touristen aus nah und fern. Früh musste die erste Klosterkirche einem erheblich grösseren Nachfolgebau weichen: der Ratgarbasilika, die bis ins 11. Jahrhundert als grösster Kirchenbau nördlich der Alpen galt. Fürstabt Adalbert von Schleiffras liess die Ratgarbasilika durch die Hohe Stiftskirche – den heutigen Dom – ersetzen. Johann Dientzenhofer erbaute zwischen 1704 und 1712 die neue Kirche im Stil des italienischen Barock und übernahm dabei wesentliche Elemente des Vorgängerbaus, darunter die beiden hohen Türme. Wie die beiden Vorgängerkirchen ist auch der Dom St. Salvator, dem Erlöser der Welt geweiht. Der weiss gehaltene Innenraum greift Elemente von St. Peter und der Lateransbasilika in Rom auf und bedient sich der Formensprache der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Über dem barocken Hochaltar sind die Himmelfahrt Mariens und die Dreifaltigkeit dargestellt. Eine prächtige Kanzel, kunstvolle Nebenaltäre und aufwändig gestaltete Grabmäler sowie die eindrucksvolle Vierungskuppel mit den Evangelisten bannen den Blick des Betrachters ebenso wie der Bonifatiusaltar in der Westkrypta:

08.05.2018: Das Paulustor in Fulda wurde in den Jahren 1709 bis 1711 wie viele andere Gebäude in Fulda im barocken Stil nach den Plänen von Dombaumeister Johann Dientzenhofer errichtet. Das Tor befand sind ursprünglich zwischen dem Stadtschloss und der Hauptwache und trennte den damaligen Stiftsbezirk von der Bürgerstadt. Erst 1771 wurde es auf Wunsch von Fürstbischof Heinrich von Bibra an seinen jetzigen Standort am Ende der Pauluspromenade versetzt und mit Seitenanbauten versehen. Durch die Standortverlegung sollte der etwas ausserhalb des Stadtkerns liegende Dom besser in das Stadtbild integriert werden. Nach Ansicht des Historikers Werner Kirchhoff manifestierte sich in der Versetzung noch ein anderer, politischer Aspekt: „Von Bibra hob damit die Trennung zwischen Klosterbereich und Stadt auf und dokumentierte, dass die bisherigen Untertanen nun Bürger waren.“ Das barocke Tor wurde nach dem Apostel Paulus benannt, dessen Statue in der Mitte über dem Portal steht. Er wird flankiert von den zwei Stadtheiligen Simplizius und Faustinus. Beide Sandsteinstatuen wurden vermutlich von dem Bildhauer Andreas Balthasar Weber geschaffen. Sie dienten als Wächterfiguren dem Schutz der Stadt vor Feinden und symbolisierten die Verteidigung des Glaubens:

08.05.2018: Direkt neben dem Stadtschloss in Richtung Altstadt am Busbahnhof befindet sich mit dem Heertor eine durchaus anschauliche Sehenswürdigkeit der Stadt Fulda aus einer anderen Epoche und wurde hier in diesem kleinen Überbleibsel doch schön erhalten. Eine Tafel am Heertor weist auf die Geschichte der Tores hin. 1150 wurde das Tor durch Abt Marquard errichtet und im Mittelalter umgebaut. Das Heertor in Fulda ist heute das älteste erhaltene romanische Stadttor Deutschlands und war einst Durchgangspunkt für den Verkehr zwischen Frankfurt, Erfurt und Leipzig:

08.05.2018: Vor fast 300 Jahren hat Fürstabt Amand v. Buseck nach Plänen des Baumeisters Gallasini 1741 den Schlossbau um eine barocke (Winter-) Reithalle ergänzen lassen. Der mächtige, ca. 20 Meter hohe Bau mit seinem in Richtung Schlossgarten weisenden barocken Walmdach war seitlich mit Stallgebäuden erweitert und hatte so bereits damals die bauliche Form, die wir heute von der Schlossstraße aus erkennen können. 1883 erwarb die Stadt Fulda das Schloss mit seinen Nebenanlagen. Nach starker Beschädigung durch Bomben 1944 konnte der Bau erst 1951 nur teilweise instand gesetzt einer weiteren, neuen Nutzung übergeben werden – als Schlosstheater. Mit dem Votum der städtischen Gremien für den Neubau eines voll funktionsfähigen Theaters für Schauspiel und Musiktheater unter Einbeziehung der barocken Bausubstanz entschied man sich Mitte der 1950er Jahre für die schwierigste Variante der Weiterentwicklung. Die Bühnenauslegung, Zuschauerraum und Foyer mussten sich dem Gebäudevolumen anpassen. So sind die bühnentechnischen Möglichkeiten, auch die Nutzbarkeit des Foyers aus heutiger Sicht wohl eingeschränkt, der Zuschauerraum mit seiner Decke mit Glasstäben aus dem venezianischen Murano bietet aber ein besonders eindrucksvolles Raumerlebnis. 1978 konnte der Bau nach zweijähriger Bauzeit übergeben werden. Seitdem bewährt sich das Theater mit attraktivem Programm aber auch nach aussen als lebendiges, gewichtiges städtebauliches Element im barocken Stadtbild Fuldas:

FULDA

( 68.000 Einwohner, 261 m ü. NHN) am gleichnamigen Fluss ist die hessische Kreisstadt des Landkreises Fulda. Fulda war Sitz des Kloster Fuldas und ist eine Hochschul-, Barock- und Bischofsstadt mit Bischofssitz des gleichnamigen Bistums. Wahrzeichen der Hochschul-, Bischofs- und Messestadt ist der Dom St. Salvator, das Highlight des Fuldaer Barockviertels, zu dem unter anderem auch das prächtige Schloss samt schöner Orangerie zählen. Auf dem Domplatz und Schlosshof finden regelmässig grosse Open-Air-Konzerte statt. Doch Fulda bietet nicht nur Meisterleistungen der barocken Architektur. Wenn man ein wenig weiter durch die romantischen Straßen schlendert, gelangt man in die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Häusern, Plätzen und Bauwerken wie dem berühmten Hexenturm. Dabei wirkt die allgegenwärtige Geschichte hier nie museal, dafür ist das Leben in den Gassen viel zu bunt. Die städtischen Gärtnerinnen und Gärtner sorgen derweil liebevoll dafür, dass es in Fulda üppig grünt und blüht – der weite Schlossgarten oder die Palmen in der Fussgängerzone lassen sommers ein beinah mediterranes Flair aufkommen. Bei Führungen, die täglich an der Tourist Info starten, erfahren Besucher zudem mehr über Wesen und Werden der Stadt. Ist das Wetter mal nicht so gut, locken schöne Sammlungen etwa im Dommuseum oder im Schloss Fasanerie. Eine bunte Mischung also aus traditionsreichen Sehenswürdigkeiten, kulturellen Highlights und Angeboten für Genießer. Nicht ohne Grund wurde Fulda schon zur schönsten Stadt Hessens gewählt.

Bahnhof:

Schlosstheater:

Heertor:

Stadtschloss Fulda, Sitz des Stadtparlamentes in Fulda:

Paulustor:

Dom St. Salvator:

Michaelskirche:

Hexenturm:

Alle Aufnahmen entstanden bei einem Kurztrip in die Barockstadt am 08.05.2018.

Die folgenden Bilder wurden bei einem zweiten Besuch am 20.07.2021 auf der Suche nach weiteren Motiven gemacht.

Dicker Turm (Landkreis Fulda) Künzell-Dirlos:

Wasserturm Bundesbahn-Ausbesserungswerk Fulda:

Wasserturm Heidelsteinstrasse:

Das Reifenwerk in Fulda ist einer der sechs deutschen Standorte innerhalb der Goodyear Dunlop Gruppe. Die Reifen werden im Goodyear Innovation Center in Colmar-Berg (Luxemburg) entwickelt. Fulda konzentriert sich mittlerweile fast ausschliesslich auf das Ersatzgeschäft mit Lieferungen an den Reifenfachhandel. Das Erstausrüstungsgeschäft wird hauptsächlich in den Produktsegmenten Lkw- und Landwirtschaftsreifen betrieben:

Alter Schienenkran an der Strasse Am Emaillierwerk:

Stellwerk Ff am Bahnhof:

Altes Rathaus am Borgiasplatz:

Kanzler-Palais:

Stadtpfarrkirche St. Blasius:

Palais Buseck:

Palais von der Tann:

Abtei St. Maria:

Palais Altenstein:

Die Hauptwache ist ein ehemaliges Wachgebäude, das 1757 bis 1759 von Andreas Gallasini für den Fürstbischof Adalbert von Walderdorff gegenüber des Fuldaer Stadtschlosses und seitlich des Paulustores errichtet wurde. Heute befindet sich dort ein kubanisches Restaurant mit Cocktailbar:

Evangelische Christuskirche: