29.07.2025: Hinter dem Rathaus recken sich die gotischen Türme der Kirche St. Marien eindrucksvoll in die Höhe. Die Kirche wurde 1283 erstmals erwähnt. Zunächst wurde die St.-Marien-Kirche als romanische Basilika gebaut. Im späten 14. Jahrhundert erhielt dieser Bau zwei Türme. 1420 begann man damit an Stelle der romanischen Basilika eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche mit Umgangschor zu setzen. Schon 1447 wurde das Kirchenschiff überwölbt und am Bartholomäustag desselben Jahres geweiht. Die Marienkapelle baute man von 1470 bis 1473 an. In dieser Zeit wurde auch der Hochaltar aufgestellt. Die heutigen Doppeltürme wurden um 1516 vollendet. Die Kirche diente der Kaufmannsgilde als Hauptpfarrkirche und schliesst sich als Ratskirche direkt ans Rathaus an. 1538 wurde in der Marienkirche die erste reformatorische Predigt in der Mark Brandenburg gehalten. Ein besonderes Ausstattungsstück ist die gotische Bronzefünte, die im 13. Jahrhundert die steinernen Taufbecken vor allem in den Hansestädten und an der südlichen Ostseeküste ablösten. Dieses Taufbecken stammt von 1474 und ruht auf den vier Evangelisten: Matthäus als Engel, Johannes mit einem Adlerkopf, Lucas mit einem Stierkopf und Markus mit einem Löwenkopf, bei dem sich als Besonderheit die Zunge bewegen lässt. Ein weiteres einzigartiges Ausstellungsstück ist die astronomische Uhr, die sich unterhalb der Orgelempore befindet. Sie ist, wie alle astronomischen Uhren, mit drei mal drei Metern sehr gross und entstand, wie im Tierkreiszeichen Löwe erkenntlich, im Jahr 1552. Die Tageszeit wird auf ihr in einer 24-Stunden-Einteilung gezeigt:
29.07.2025: Am Südrand des Mönchskirchhofes steht die kleine spätgotische Backsteinkirche St. Anna. Sie war einst die Kirche des Franziskanerinnen-Klosters. Heute ist sie die Parrkirche der katholischen Gemeinde in Stendal. Zu ihrer Ausstattung gehört unter anderem ein beachtenswerter Marienaltar aus der Zeit um 1430/40:
29.07.2025: Die Stadtbibliothek ist eine öffentliche Einrichtung der Hansestadt Stendal. Sie wurde 1935 gegründet und befindet sich in der Klosterbibliothek, dem einzig erhaltenen Bestandteil eines ehemaligen Franziskanerklosters in der Stadtmitte Stendals. Dieses ist ein zweigeschossiger Backsteinbau mit typischen Formen der hochgotischen Architektur in Norddeutschland. Im Jahre 2012 wurde das Gebäude teilsaniert und durch einen modernen Anbau erweitert. Die Stadtbibliothek ist eine kombinierte Kinder- und Erwachsenenbibliothek:
29.07.2025: Der erste Bau aus der Zeit um 1250 war aus Feldsteinen errichtet. Von ihm ist noch eine romanische Rundbogenpforte an der Südseite des Chores erhalten. Um 1300 entstand dann der hochgotische Backsteinbau unter Verwendung von Feldsteinen für den Chor. Der Turmhelm in seiner Gestalt mit den vier Zwergtürmchen stammt aus dem Jahre 1583. Die Kirche besitzt einen im 15. Jahrhundert eingebauten Lettner aus Backstein. In seiner Wand stehen Schnitzfiguren aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts, Christus und die zwölf Apostel. Darüber befindet sich ein grosses Kruzifix mit den Evangelistensymbolen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Hochalter ist zusammengesetzt aus zwei Flügelaltären aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Um 1600 entstand die hölzerne Kanzel. Im Geläut gibt es zwei alte Bronzeglocken. Eine von Ihnen goss der berühmte Niederländer Gerhard van Wou im Jahre 1490 zusammen mit den beiden grossen Glocken der Marienkirche. Der Meister hatte offensichtlich in Stendal einen grösseren Auftrag erhalten. Von ihm sind noch weitere Glocken bekannt aus Demker und Beikau im Kreis Stendal. Eine zweite Glocke der Petrikirche goss 1498 Herrmann Vogel aus Soest. Am 12. Dezember 1717, dem 3. Advent, wurde in der Petrikirche Johann Joachim Winckelmann getauft:
29.07.2025: Das Winckelmann-Museum widmet sich dem Leben und Werk Johann Joachim Winckelmanns (1717-1768), dem Begründer der Klassischen Archäologie und Kunstgeschichtsschreibung. Im Zentrum des 2016-2018 grunderneuerten, weitgehend barrierefreien Museumsquartiers steht die ständige Ausstellung zu Winckelmann, die sich nun im modernen Antlitz präsentiert. Im generationsübergreifenden Familienmuseum können Klein und Gross die römische Welt spielerisch erkunden. Ein Skulpturenhof lädt zum Verweilen, Schauen und Lauschen akustischer Geschichten ein. Unter dem Motto 8000 Jahre Kunst – das Mäzenaten-Museum können die Besucher in neu eingerichteten Schaumagazinen jene Sammlungen bestaunen, die von Mitgliedern der Winckelmann-Gesellschaft dem Haus grosszügig geschenkt wurden. Sonderausstellungen mit Themenschwerpunkten zur Kunst und Kultur des Altertums, zum 18. Jahrhundert oder zur Antikenrezeption bis in die Gegenwart ergänzen das Ausstellungsprogramm des Hauses. Ausserdem kann die Winckelmann-Bibliothek von interessierten Lesern besucht werden:
29.07.2025: Durch das Alte Dorf gelangt man zum Uenglinger Tor, eines von zwei heute noch erhaltenen Stadttoren. Es entstand um 1450/60 und ist nach dem Holstentor in Lübeck wohl das schönste mittelalterliche Stadttor im Gebiet der norddeutschen Backsteinbauweise. Zugeschrieben wird es Steffen Boxthude, der zu den bedeutendsten Baumeisterpersönlichkeiten des 15. Jahrhunderts zählt. Es steht von der Gesamtanlage, die einmal grösser war, noch der Turm mit einer spitzbogigen Durchfahrt. Darüber erhebt sich ein quadratischer Backsteinbau mit zinnenbesetzter Plattform, vier erkerartigen Ecktürmchen und einem runden Turmaufsatz. Die Höhe des Turmes beträgt 27,5 Meter. Mit seinem reichen Schmuck an Friesen, Blendnischen und Stabwerk demonstriert er nicht nur die Wehrhaftigkeit der Stadt, sondern auch das Repräsentationsbedürfnis der hansischen Kaufmannsschaft. Ein solches Tor war einmal eine regelrechte kleine Festung innerhalb des Zuges der Stadtmauer. Es gab noch ein Vortor auf der Feldseite, das mit dem Turm durch Mauern so verbunden war, dass zwischen beiden ein zwingerartiger Hof entstand. In den Jahren von 1983 bis 1986 erfuhr der Turm eine Generalinstandsetzung durch die damalige Kooperationsgemeinschaft des Bauwesens des Kreises Stendal. Seither wird er als Aussichtsturm genutzt. Von seiner Plattform aus hat man einen weiten Blick über die Stadt und ihre Umgebung. Die Stendaler gestalteten im 19 Jahrhundert den Innenwall, der einmal die Stadtmauer trug, zu einer Promenade, die noch heute als grüner Ring fast vollständig erhalten ist und unter Denkmalschutz steht, wie die historischen Bauwerke:
29.07.2025: Die Jacobikirche ist die zweite der drei Stendaler Grosskirchen. Sie stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Ihr Turm wurde von 1893 bis 1901 errichtet und steht anstelle des ursprünglichen Turmes, der 1808 eingestürzt war. An ihrer Südseite ist eine aus Sandstein gefertigte Tafel eingelassen, deren Inschrift denjenigen einen Ablass verspricht, die sich am Bau beteiligen. Auch in dieser Kirche zeigt die wertvolle Ausstattung die Bedeutung und den Reichtum der alten Hansestadt. Die geschnitzte Chorschranke gehört in das erste Viertel des 16. Jahrhunderts. Das Vorbild aus der Marienkirche ist unverkennbar, im Chor befindet sich ein vierteiliges geschnitztes Chorgestühl aus der Zeit um 1420/30 und an der Nordseite des Chores ein eingebauter Schrank mit Flachschnitzerei, um 1500. Der Sandsteinaltar von 1600-1603 besitzt einen dreigeschossigen Aufbau. Über dem Hauptfeld hat der Meister seinen Schild angebracht. Ein besonderes Kunstwerk ist die Kanzel aus Sandstein aus dem Jahre 1612 von Hans Hacke aus Werben in der Altmark. Die lebensgrosse Tragefigur stellt Jakobus den Älteren dar als Schutzpatron der Pilger mit dem Pilgerzeichen am Hut, der Muschel:
28.07.2025: Seit dem Jahr 2002 zeigt sich die Stadthalle als Domizil für Kunst und Kultur. In der Stadt Burg und Umgebung stellt das Multifunktionshaus aufgrund seiner Grössenordnung den einzigen Saalbetrieb in dieser Art dar. Das Haus verfügt ebenso über zwei multifunktionale Konferenzräume sowie ein Restaurant. Mutig gestaltet und farblich facettenreich wie die auf ihren Bühnen gebotene Kunst, bietet die Stadthalle Raum für Begegnungen – zwischen Künstlern und Publikum, Gefühl und Verstand, Anregung und Entspannung:
28.07.2025: In den Jahren bis 1869 wurde die Schuhfabrik in der Magdeburger Chaussee 1 erbaut. Zu Beginn wurden überwiegend Stiefel für die weibliche Bevölkerung, später auch für das preussische Heer gefertigt. Erstmals in Deutschland beschäftigte der Fabrikant Conrad Tack einen Handelsreisenden zur Erweiterung seiner Kundschaft und arbeitete viel mit Reklame. In den firmeneigenen Schuhgeschäften gab es sogar eine eigene Werbe-Kinderzeitschrift „Der gute Conrad“ mit Rätseln und Geschichten. Im Jahr 1888 wurde die Firma, nach Eintritt seines Berliner Lederlieferanten Wilhelm Krojanker, in Conrad Tack & Cie. umbenannt. 1905 zog sich die Familie Tack schliesslich aus der Firma zurück. Zu diesem Zeitpunkt produziert die Schuhfabrik mit 1050 Beschäftigten rund 4000 Paar Schuhe am Tag. Ab 1912 firmierte das Unternehmen als Aktiengesellschaft. 1924 wurde Hermann Krojanker Miteigentümer. Er schloss sich der zionistischen Bewegung an und ging 1932 nach Palästina. Es erfolgte die Übernahme durch das Familienunternehmen der ehemaligen Gerberei Freudenberg, welche die Schuhfabrik ab 1936 als Kommanditgesellschaft Conrad Tack & Cie. führte. Die Burger Schuhfabrik gehörte bis 1938 zu den grössten europäischen Unternehmungen der Branche und war in ihrer Entwicklung als Musterbetrieb sowie als grösster Arbeitgeber für die Stadt Burg von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Ab 1946 wurde die Schuhfabrik unter sozialistischen Bedingungen volkseigen und unter dem Namen Roter Stern bekannt. Im Jahr 1990 erreichte die Fabrik nach Umwandlung in die Burger Schuhfabrik GmbH mit 2.700 Beschäftigten eine Höchstproduktion von 16.000 Paar Schuhe je Tag. Im Jahr 1992 erfolgte die Schliessung der Schuhfabrik. Nach umfangreicher Sanierung des Gebäudekomplexes, in Höhe von 54 Millionen Mark, ist hier seit dem Jahr 2000 die Berufsbildende Schule des Landkreises Jerichower Land ansässig:
28.07.2025: Neben der Oberkirche bestimmte die Unterkirche Sankt Nicolai die Stadtgeschichte im 12. Jahrhundert. Der romanische Granitquaderbau wurde zwischen 1161 bis 1186 als Pfarrkirche der Unterstadt errichtet. Die Kirche ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika mit einem zweitürmigen Westbau. Sankt Nicolai gilt als grösste romanische Granitbasilika östlich der Elbe und ist damit ein besonderes Zeichen der Feldsteinbaukunst. Die Ausstattung ist einfach und schlicht gehalten. Die Kanzel und das prunkvolle Epitaph wurden Anfang des 17. Jahrhunderts erschaffen. Der älteste Grabstein der Unterkirche stammt aus dem Jahr 1321. Sie gehört zur Kirchengemeinde St. Nicolai und Unser Lieben Frauen: