04.04.2025: Der im Wilhelm-Erbstollen in Kaub abgebaute Schiefer wurde noch im bergfeuchten Zustand mit Bohlenloren an die Erdoberfläche, sprich nach über Tage, gebracht. Diese Blöcke waren in der Regel etwa 10 cm dick mit einem Gewicht von ca. einem Zentner. Nachfolgend begann sofort die Bearbeitung in den drei Schritten Sägen, Spalten und Zurichten. Gesägt wurde der Rohstoff unmittelbar am Spalthaus, gespalten wurde er im Haus. Der letzte Arbeitsschritt, das Zurichten, fand am Zurichtplatz statt. Seine besondere chemische Zusammensetzung verliehen dem Kauber Schiefer, der überwiegend Verwendung als Dachschiefer fand, allerhöchste Qualität. Auf der Weltausstellung von 1889 in Paris gewann er eine Goldmedaille. Das Spalthaus entstand 1921 auf massiver Stahlbetonkonstruktion. Über dieser wurde ein langgestreckter Fachwerkbau als Werk- und Wohngebäude errichtet:
04.04.2025: Am 22. Februar 1862 baute die Wiesbadener Eisenbahn-Gesellschaft die 56,6 km lange rechte Rheinstrecke zwischen Rüdesheim und Oberlahnstein weiter aus. Die zunächst eingleisige Gesamtstrecke von Wiesbaden nach Niederlahnstein wurde am 3. Juni 1864 in Betrieb genommen. Die Strecke dient heute in der Hauptsache dem Güterverkehr. Im Personenverkehr wird der Bahnhof stündlich von der SPNV-Linie RB 10 (Rheingau-Linie) bedient. Das Empfangsgebäude befand sich südlich vom Ortskern in einer isolierten Lage. Es handelt sich um einen traufenständigen, variierten Typenbau des Klassizismus von 1862 und entstand nach Entwürfen von Heinrich Velde:
19.03.2025: Der renommierte Münchner Architekt Leonhard Romeis (1854–1904) errichtete zwischen 1892 und 1896 für den Textilfabrikanten Heinrich Baron von Liebieg (1839–1904) einen der schönsten und prachtvollsten Privatbauten der Gründerzeit. Geprägt durch zahlreiche Studienreisen, aber auch durch die Bauten seiner fränkischen Heimat, vereinte Romeis in dem Gebäude Elemente verschiedener europäischer Baustile wie der Südtiroler und der Bamberger Renaissance. Besonders im Inneren der Villa, deren Räumlichkeiten mit Stuck- und Holzdecken, Vertäfelungen, massgearbeiteten Möbeln und Kunstwerken geschmückt sind, treffen unterschiedliche Stilrichtungen aufeinander. Das Liebieghaus zählt mit über 3.000 Werken auf rund 1.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu den international wichtigsten Skulpturenmuseen. Die Sammlung vereinigt herausragende Skulpturen vom alten Ägypten bis zum Klassizismus. Mit Werken der ägyptischen, griechischen und römischen Antike, des Mittelalters und der Renaissance, des Manierismus, des Barock und Rokoko, des Klassizismus sowie Ostasiens bietet sie in ihrer Vielfalt einen fundierten Überblick über 5.000 Jahre Geschichte der Bildhauerei. Zu den zahlreichen Meisterwerken der Sammlung zählen unter anderem die marmorne Athena-Skulptur (ca. 450 v. Chr.) nach dem Vorbild von Myron, die Sandsteinfigur Muttergottes (um 1520) von Tilman Riemenschneider und der von Andrea della Robbia um 1500 geschaffene Terrakottaaltar:
23.02.2025: Das nördliche Waldgebiet von Kahl umfasst ca. 580 Hektar und ist seit über 150 Jahren im Besitz der Familie Waitz von Eschen. Um 1766/68 errichteten Staatsdiener des Mainzischen Kurfürst-Erzbischofs die Hofanlagen, welche schon 1770 nach ihrem Lehensherrn Emmerichshöfe genannt wurden. Den Bau der drei Höfe plante ein Mainzer Architekt. Am 25. Januar 1824 erwarb Sigmund August Philipp Waitz von Eschen aus Hanau das gesamte Hofgut-Lindenhof und am 17. April 1835 das Schloss mit Grundbesitz. Freiherr Waitz von Eschen betrieb eine Musterlandwirtschaft, für die ihm ein Orden verliehen wurde. Boden-Ertragslisten von 1854 weisen auf den Anbau von Roggen, Kartoffeln, Hafer, Buchweizen, Heidekorn,Welschkorn, Bohnen und Raps. Auch Tabak wurde angebaut und um 1850 gab es einen Weingarten. Viele Kahler und auch Grosskrotzenburger fanden dort Arbeit als Köche, Mägde, Knechte und Gärtner. Nach dem Tod von Siegmund August Freiherr Waitz von Eschen 1864 übernahm dessen Sohn Emmerichshofen und erkannte, dass der Grossteil des Bodens nicht für den Ackerbau geeignet war. Er begann mit Aufforstungen. Die letzten noch landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden um 1970 aufgeforstet. Die jüngere Linie Waitz von Eschen erlosch nach 110 Jahren. Carl Waitz von Eschen starb 1933 und vererbte Emmerichshofen an seinen Patensohn und Neffen in der Kasseler Linie der Familie. Schloss und Nebengebäude wurden im Krieg als Kinderheim genutzt und nach dem Zweiten Weltkrieg von Flüchtlingen bewohnt. In den 60er und 70er Jahren entstanden durch Kiesabbau auch auf Emmerichshofener Gebiet Seen, die sehr naturnah entwickelt wurden. An einem Teil der Ufer wurde ein Wochenendhausgebiet angelegt. Emmerichshofen ist noch heute Wohnsitz der Familie:
23.02.2025: Die Festhalle Kahl am Main ist aus einer 1926-27 errichteten Turnhalle mit einer leichten Dachkonstruktion hervorgegangen und wurde zuletzt 1985-86 zu dem seit nun fast 40 Jahren bekannten Erscheinungsbild umgebaut. Das Dachtragwerk blieb erhalten und erforderte aus bauordnungsrechtlichen und brandschutztechnischen Gründen Handlungsbedarf zum Erhalt der Betriebserlaubnis für den Veranstaltungsort. Sie ist Treffpunkt des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens und bietet Räumlichkeiten für kulturelle und gesellige Veranstaltungen jeder Art. Über 40 Ortsvereine bilden die Säulen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens und sorgen mit einer Vielfalt an Festen, Konzerten und Veranstaltungen dafür, dass sich das ganze Jahr hindurch im Ort immer etwas tut. Die Gemeinde rundet mit eigenen Kultureinrichtungen und -veranstaltungen das Angebot der Vereine ab:
23.02.2025: Die Gemeindebibliothek Kahl sieht sich als Familienbibliothek. Schon für Kleinkinder findet sich ein umfangreiches Angebot. Sie verfügt über eine Vielzahl Kindersach- und Lesebücher zu vielen verschiedenen Themen. Ausserdem finden regelmässig Veranstaltungen, wie Leseclubs oder Spieleabende statt. Alle Nutzerinnen und Nutzer können aus insgesamt ca. 18.000 Medien auswählen. Zusätzlich wird auch ein grosses Angebot an digitalen Medien angeboten:
23.02.2025: Die heutige Pfarrkirche St. Margareta wurde im Jahr 1910 erbaut, 1961/62 erweitert und 1979 renoviert. Die Kirche entstand unter Einbeziehung des Hauptraumes der alten Kirche von 1766 als Eingangshalle. Bei den Umbauarbeiten wurden im nördlichen Teil des Kirchenschiffes Fundamentsreste von früheren Kirchenbauten gefunden. Mit grosser Wahrscheinlichkeit gab es bereits im Jahr 1330 in Kahl ein Gotteshaus, das auf demselben Platz stand, wie die heutige Pfarrkirche. Es wird angenommen, dass im Laufe der Jahrhunderte vier Kirchen gebaut wurden. Die Knochenreste aus den Gräbern um die alte Kirche wurden in einem Grab unter dem Altar der heutigen Marienkapelle gesammelt. Die Pieta, welche früher am Kirchenplatz stand, fand einen würdigen Platz in der Kapelle. Der Tabernakel und das Altarkreuz in der Kapelle sind Werke des Goldschmiedemeisters Bossle aus Würzburg. Bei der Kirchenrenovierung im Jahr 1979 wurden fünf neue Glasfenster nach Entwürfen von Maler Fritz Wilz eingesetzt:
23.02.2025: Der gemeindeeigene Backofen gehört wahrscheinlich zu den ältesten Bauwerken des Dorfes. Erbaut wurde er im Jahre 1650 und war seit dem bis 1938 in Gebrauch. Der Backofen aus Bruchsteinmauerwerk war der älteste Bestandteil des damaligen Gemeinde-, Hirten- und Backhauses. Die Bauweise des quadratischen Aufbaus mit dem kegelförmigen Sockel ist heute ebenfalls noch in Niedersteinbach vorzufinden. Alle Kahler Familien waren dazu berechtigt den Backofen zu nutzen. Wöchentlich wurden sogenannte Backparteien gegründet, welche bis zu drei Familien umfassten, diese wurden durch ziehen von Losen auf die Woche verteilt. Die Backzeiten gingen die Woche durch von montagmorgens um sechs Uhr bis Samstag 24 Uhr. Im Schnitt verbrachten die einzelnen Parteien drei Stunden in der Backstube. Die Nutzung kostete die Bürger zehn Pfennige und einen Eintrag in das Backbuch. Die Familien bereiteten meist am Vortag ihre Teigwaren vor und backten diese in dem Ofen der je nach Größe, 30 bis 40 Leibe fasste. An Fest- und Feiertagen war ein grosser Ansturm auf die Lose, jedoch reichte die Zeit, auch mit Nachtbetrieb nicht aus, um alle Parteien in eine Woche einzuteilen und es wurden sogenannte blinden Lose eingeführt. Wer solch eines erwischte, musste seinen Backtag auf die nächste Woche verschieben:
23.02.2025: Das Gebäude wurde 1830 als Zollamt errichtet. Nach dem Verlust dieser Funktion richtete der Schreiner Georg Bessenbacher darin eine Wirtschaft ein. Raumnot führte am 1. April 1870 zur Umnutzung als Schulhaus. Bessenbacher erhielt dafür 4000 Gulden Aufgeld. In dem Gebäude wurden zwei Schulsäle, eine Lehrerwohnung und ein Kaplaneizimmer eingerichtet. Zudem erhielt das Haus ein Sitzungszimmer der Gemeinde. 1916 wurden weitere zwei Zimmer für die Gemeindeverwaltung genutzt, ab Mai 1929 das gesamte Erdgeschoss. Seit 1939 dient das Haus vollständig als Rathaus. Das Haus wurde aus rotem Sandstein errichtet. Die Fassade wird durch gleichmässig angeordnete Fenster im Rundbogenstil gegliedert:
23.02.2025: Die Evangelisch-lutherische Kirche wurde 1929 in schlichter Klinkerbauweise nach den Plänen von Architekt Cost aus Hanau erbaut. Vor dem Kirchenbau fanden die ersten gottesdienstlichen Zusammenkünfte um 1912 in der Gastwirtschaft Zur Rabenau statt. Bis zur neuen Kirchenerbauung wurden die Gottesdienste in der Schule gehalten. Die neue Kirche hat Platz für 400 bis 500 Gläubige. In ihrem 20 Meter hohen Turm hängen drei Glocken. Die mittelgrosse Glocke, war eine Stiftung von der Stadt Aschaffenburg. Das Kircheninnere ist ebenfalls schlicht, aber traulich. Hinter dem Altar befindet sich eine grosse Kanzel und hinter dieser drei grosse Backsteinkreuze: