Andere Profanbauten
16.10.2023: Das Äussere der von Philipp Holzmann 1920/21 erbauten, zur Fabrik hin geöffneten Dreiflügelanlage des Verwaltungsgebäudes zeigt die zeittypische Unterteilung in repräsentative, öffentlichkeitsbezogene und interne Fassaden. In der als Lochfassade ausgebildeten Strassenfront lassen die in kolossaler Ordnung gestellten Pfeiler die Vertikale dominieren:

11.09.2023: Im Innenhof des Seligenstädter Rathauses steht ein Kleinod dessen Wert man erst vor wenigen Jahren erkannte. Ein historisches Steinhaus aus dem 12. Jahrhundert. Das romanische Gebäude wurde über Jahre in einem Bauernhof als Wohnhaus genutzt. Untersuchungen des Baumaterials ergaben, dass das Haus um 1190 wahrscheinlich als Vogtei, dem Amtssitz, eines Bevollmächtigten des Kaisers Barbarossa errichtet wurde:

10.09.2023: Im Jahr 1905 war der architektonisch schöne, am Jugendstil orientierte Neubau des Gerichts im ehemaligen Pfarrgarten der katholischen Kirche erstellt. Die geplante Einweihungsfeier zum 01.07.1905 fiel allerdings aus nicht bekannten Gründen ins Wasser. Man begann stillschweigend mit der Arbeit. Das Gericht war fortan für folgende Orte zuständig: Dieburg, Gross- und Klein-Zimmern, Münster, Altheim, Ober-Roden, Messenhausen, Eppertshausen, Nieder-Roden und Gundernhausen, ein Bezirk mit insgesamt 18.808 Gerichtseingessenen. Der erste Leiter wurde Oberamtsrichter Pullmann aus Gross-Zimmern, der zuvor in Altenstadt gearbeitet hatte:
10.09.2023: Der grosse zweigeschossige Bau in der Badgasse hat ein massives Erdgeschoss. Hier lag auch die Badestube. Das Obergeschoss wurde um 1579 in Fachwerk erbaut. Der einst hohe Schwebegiebel fiel wie bei vielen Fachwerkhäusern Dieburgs auch hier der barocken Umgestaltung zum Opfer, konnte aber wieder rekonstruiert werden und vermittelt dem Betrachter eine Vorstellung der hohen Schwebegiebel, die im Mittelalter den Markt und die Strassen säumten. Im Badhaus gab es neben dem Badlokal, Feuerungs- und Heizraum noch Räumlichkeiten für medizinische Behandlung und Körperpflege:

10.09.2023: In dem grossen zweigeschossigen massiven Gebäude mit gebrochenem Walmdach war einst die kurmainzische Zentscheuer untergebracht. Im 19. Jahrhundert zu Wohnzwecken umgebaut, erinnert es durch sein auffälliges Volumen noch immer an diese öffentliche Funktion. Ortsgeschichtliche Gründe sprechen für seine Erhaltung als Kulturdenkmal:

10.09.2023: Das Amtsgericht Dieburg (von 1821 bis 1879 Landgericht Dieburg) ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Dieburg im Landkreis Darmstadt-Dieburg. In dem 1981 eingeweihten Gericht Bei der Erlesmühle sind aktuell 80 Personen beschäftigt, darunter zehn Richter, die sich im Jahr mit ca. 1400 Zivilrechtssachen, 960 Familienverfahren, 350 Strafverfahren gegen Erwachsene und 140 gegen Jugendliche und Heranwachsende, sowie 270 Ordnungswidrigkeiten befassen:

09.09.2023: Das ehemalige Weinbauamt in St. Goar würde in weniger verwöhnten Regionen als Schlösschen aus der Kaiserzeit oder zumindest als Villa am Rheinufer gefeiert, aber am Mittelrhein ist so ein Gebäude eher alltäglich. Das gut gepflegte Anwesen mit derzeit vier Wohneinheiten war ursprünglich in Staatsbesitz. Es wurde 1898 als königlich preussisches Amtsgericht erbaut und ging später auf das Land Rheinland-Pfalz über. Nach dem Ende des Kreises St. Goar 1969 zog das Gericht in die leerstehende Kreisverwaltung und das Weinbauamt rückte nach. 1994 wurde die Behörde aufgelöst und das Gebäude verkauft:

09.09.2023: Seit jeher ist Sankt Goar Gerichtsstandort gewesen. So gehen erste Erkenntnisse über den hiesigen Gerichtsstandort bereits auf die Karolingerzeit zurück. Mit Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1.Oktober 1879 wurde in St. Goar ein Amtsgericht eingerichtet, welches sich im damaligen Rathaus der Stadt, dem heutigen Hotel Zum Goldenen Löwen befand. Im Jahre 1899 wurde das an der heutigen Bundesstrasse 9 gelegene und später als Weinbauamt genutzte Gebäude als Amtsgericht erbaut und bis zu dessen Umzug in das heutige Gebäude genutzt. Nach der Zusammenlegung der Amtsgerichte St. Goarshausen und Boppard mit dem Amtsgericht St. Goar war Anfang der 1970er Jahre der grössere Platzbedarf ausschlaggebend für den Erwerb des heutigen Standortes des Gerichts im Bismarckweg, durch den Justizfiskus. Das heutige Gebäude war vor seiner Nutzung als Landratsamt des alten Landkreises St. Goar auch die Herberge der örtlichen Sparkasse:
09.09.2023: Das zweigeschossige, giebelständige Wohnhaus hat ein massives Erdgeschoss. Das ehemalige Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert ist heute verputzt. Im Inneren findet man aber teilweise noch die alte Raumaufteilung sowie eine kurze Barocktreppe. Auch der liegende Dachstuhl stammt noch aus dem 18. Jahrhundert. Die Besonderheit dieses Hauses ist die durchschnittlich 2 Meter dicke, mehrmals modifizierte Keller- und Erdgeschossmauer. Möglicherweise gehörte diese Mauer zur Strassenseite früher einmal zur mittelalterlichen Stadtbefestigung. Auf dem Schild an der Aussenfassade des Hauses ist zu erkennen, dass die „Lurelei“ in diesem Haus als Pflegekind ihre Jugendjahre verbrachte. Die Bewohnr des Hauses waren über Jahrhunderte als Fischer, Schiffer und Lotsen tätig. In den letzten Jahren wurde das Haus restauriert:

08.09.2023: Am Markt 7 sind zwei ursprünglich getrennte Gebäude unter einer Hausnummer zusammengefasst. Beide Fachwerkbauten sind fünfgeschossig und traufständig mit jeweils einem Quergiebel. Das vom Marktplatz aus gesehen rechte der beiden Gebäude ist in seinem Türsturz 1636 datiert. Sein Fachwerk zeichnet sich durch den Reichtum an geschnitzten Zierformen aus. Zum Zeitpunkt seiner Entstehung wurde in dem stattlichen Bauwerk das oben genannte Gasthaus geführt. 1742 erfolgte unter dem neuen Eigentümer Bender die Besitzvereinigung mit dem südlich benachbarten Haus, dem vom Marktplatz aus gesehen linken. Bender richtete in diesem Gebäude eine Poststation ein, die bis 1866 bestand:
