Tages-Archive: 8. September 2025
08.09.2025: Das Schifffahrtsmuseum in der Fischhalle an der Kieler Förde ist ein maritimes Glanzstück der Landeshauptstadt. Mit dem hohen Bohlenbinderdach sowie der von Jugendstil und Barock beeinflussten Architektur ist es ein ausdrucksstarker Bau. Die innen lichte Halle wurde 1910 eröffnet, um den Fischhandel zu konzentrieren und witterungsunabhängig zu machen. Allerdings erfüllte sie nicht die Erwartungen. Für Auktionen war sie zu klein, und die Läden und Stände fanden kaum Mieter. Beim Umzug des Fischmarkts an die Schwentine verlor der Bau 1948 seine Funktion. Er diente unter anderem als Getreidelager, bevor 1978 das Schifffahrtsmuseum einzog:

08.09.2025: 1925 entschloss sich Hermann Langness jun. zum Bau eines neuen modernen Speichers am Sartori-Kai. Zusammen mit der Stadt Kiel beauftragte die Firma Hermann Langness den Kieler Architekten Ernst Stoffers und Hermann Müller mit der Planung und Ausführung (1926 Eröffnung als Langness Speicher). Nach 1945 mietete sich die Firma Sartori & Berger in den Langness-Speicher ein, bevor sie das Gebäude abschnittweise erwerben und als Sartori & Berger Speicher umbenennen konnten. Die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek ist seit 2002 im historischen Sartori & Berger-Speicher (Langness-Speicher) untergebracht:

08.09.2025: Der gotische Hallenbau der Nikolaikirche wurde um 1242 errichtet und 100 Jahre später nach dem Vorbild der Petrikirche in Lübeck umgebaut und mit einem langen Chor versehen als Backsteinhallenkirche fertiggestellt. In den Jahren 1877 bis 1884 bekam die Kirche eine neugotische Fassade und wurde mit Maschinenziegeln verblendet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchengebäude bei einem alliierten Luftangriff am 22. Mai 1944 schwer zerstört. Der brennende Turmhelm und der Dachstuhl durchschlugen dabei alle Gewölbe des Mittelschiffs und des südlichen Seitenschiffs. Das Nordschiff wurde ebenfalls beschädigt. Die wertvolle Innenausstattung war in den Jahren zuvor geborgen worden. Der Wiederaufbau erfolgte 1950 durch den Architekten Gerhard Langmaack zu grossen Teilen in neuzeitlichen Formen und Konstruktionen, wie beispielsweise Betonpfeilern und einer Stahlbetondecke. Die alten Gewölbe wurden nicht wiedererrichtet, stattdessen erhielt der Aussenbau ein schlichtes, alle drei Schiffe zusammenfassendes Satteldach. 1986 wurden die Innenräume durch Peter Kahlcke aus Kiel renoviert:

Auf dem zur Kirche hin erhöhten Terrain steht auf gestuftem, mit bräunlichen Keramikplatten belegtem, sich nach oben verjüngendem Sockel die Bronzefigur des Geistkämpfers. Auf einer rechteckigen Plinthe mit geschwungenen Kanten steht ein stilisiertes Tier, eine Löwin oder ein Wolf. Auf dessen Rücken ruht breitbeinig mit langem Gewand die geflügelte Gestalt des Erzengels Michael mit hoch erhobenem Schwert, dessen Griff er mit beiden Händen hält:

08.09.2025: Das Kieler Opernhaus wurde durch den Berliner Architekten Heinrich Seeling entworfen. Die Bauzeit betrug drei Jahre (1905-1907). Am 01.10.1907 wurde das Opernhaus mit der Aufführung des Fidelio eingeweiht. In den Jahren 1943/44 wurde ein Teil des Opernhauses zerstört (Zuschauerraum und Bühnenturm), der Wiederaufbau fand in den Jahren 1952/53 statt. Heute zieren die Büsten von Schiller und Mozart den Balkon. Das Operhaus liegt in der Kieler Innenstadt, direkt am Kleinen Kiel. Es steht direkt gegenüber vom Kieler Rathaus:

08.09.2025: Die Jakobikirche wurde von 1882 bis 1886 im neugotischen Stil aus Spenden der Gemeindemitglieder erbaut, weshalb sie damals den Spitznamen Groschenkirche trug. Der Architekt Prof. Johannes Otzen aus Berlin verzichtete damals auf sein Honorar, daher betrugen die Baukosten rund 100.000 Reichsmark. Die Kirche ist nicht geostet, ihre Hauptachse zeigt nach Nordosten und liegt in der Fluchtlinie der Muhliusstrasse. Der Kieler Architekt Heinrich Moldenschardt hatte 1878-1880 Vorentwürfe und einen Gegenentwurf im Stil der Neorenaissance für die Kirche gemacht. 1944 wurde die Kirche durch Brandbomben zerstört, von 1952 bis 1954 wurde sie durch Gerhard Langmark aus Hamburg vereinfacht wieder aufgebaut. Der ursprünglich vorhandene Spitzturm konnte dabei aufgrund städtischer Auflagen nicht wieder hergestellt werden, sondern wurde durch einen verglasten Rundturm mit stumpfem Dachkegel ersetzt. Dies trug der Kirche im Volksmund den Beinamen Halleluja-Gasometer ein. In dieser Zeit entsprach der Wiederaufbau der damals gültigen Architektur- und Denkmalpflege-Devise teils konservieren, teils modern, aber nicht restaurieren. Der oktogonische Turm erinnert aber auch ein bisschen an den Kuppelturm im Gegenentwurf von Moldenschardt. 1980-1981 wurde die Kirche durch die Kieler Architekten Peter Kahlcke und Bertram Steingräber renoviert:
08.09.2025: Die St. Nikolaus-Kirche konnte im Jahre 1890 als erster katholischer Kirchenneubau Kiels seit der Reformation begonnen werden. Sie ist ein dreischiffiger Ziegelsteinbau im Stil einer Basilika mit polygonaler Apsis. Die Kirche wurde von Dombaumeister Arnold Güldenpfennig aus Paderborn entworfen und 1893 vom Osnabrücker Bischof Bernhard Höting geweiht. Das Gebäude ist eingetragen in die Liste der Kulturdenkmale in Kiel-Vorstadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark im Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Krieg erhielt sie anstelle des zerstörten spitzen Turmhelms nur einen flachen Nothelm. Ebenso bekam die Kirche ein ähnlich flaches Notdach. Erst 1967 wurde sie grundlegend umgebaut. Nach einem Entwurf des Kieler Architekten Otto Schnittger wurde der Turm neu gestaltet, die Kirche bekam wieder ein Spitzdach und der Eingang wurde vom der Turmportal an der Rathausstrasse an die Südseite des Kirchenschiffes verlegt:

08.09.2025: Um 1900 wurde das bisherige Rathaus am Alten Markt für die stark wachsende Marine- und Werftenstadt zu klein. Die Stadtverwaltung schrieb daraufhin einen Architektenwettbewerb aus. Der Siegerentwurf des Karlsruher Architekten Hermann Billing wurde von 1907 bis 1911 in der Vorstadt am heutigen Rathausplatz westlich der Altstadt gebaut. Bei den Einwohnern hiess es lange Zeit das Neue Rathaus. Auch heute wird es im Volksmunde gelegentlich so genannt. Das Rathaus hat eine Grundfläche von rund 6.250 Quadratmetern und ist viergeschossig. Sein langgestrecktes Hauptgebäude untergliedert sich in drei Bauwerksteile, die durch Material und Gestaltung deutlich unterschieden sind. Die Flügelbauten bestehen aus unverputzten Backsteinen, im Mittelteil wurde auch heller Stein verwendet. Der 106 Meter hohe Rathausturm erhebt sich aus einem Verbindungsbau zwischen den Innenhöfen. Er hat einen fast quadratischen Grundriss mit Seitenlängen von rund 14 Metern. In 67 Metern Höhe befindet sich eine umlaufende Aussichtsplattform, die im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann. Der Turm ist inspiriert vom Markusdom in Venedig. Die goldene Kugel auf der Turmspitze dient als Zeitkapsel und beinhaltet unter anderem Kassetten aus den Jahren 1910, 1964 und 1993, die Kieler Nachrichten vom 1. September 1964, eine Münzserie vom Pfennig bis zum 5-Mark-Stück und das erste Theaterstück der Gesellschaft der Freunde des Kieler Theaters. Vom Turm des Kieler Rathauses ertönt viertelstündlich ein Glockenspiel, das bis zur vollen Stunde jeweils ein weiteres Viertel der Melodie hören lässt. Die Melodie stammt von Heinrich Johannsen, dem damaligen Königlichen Musikdirektor:

08.09.2025: Heimspielort des THW Kiel ist die Merkur Ostseehalle Kiel, die seit ihrem Umbau 2001 eine der grössten und schönsten Handballhallen Deutschlands ist. Die Merkur Ostseehalle, im Zentrum der Stadt Kiel gelegen, ist ein Wahrzeichen der Landeshauptstadt. Sie bietet als eine der grössten Multifunktionshallen Deutschlands und als Tagungs- und Kongresszentrum den passenden Rahmen für Veranstaltungen aller Art. Mit ihrer Kapazität von bis zu 13.000 Zuschauern und jährlichen 1,5 Mio. Besuchern ist sie das Veranstaltungszentrum des Nordens. Aufgrund dieser Vielzahl an Möglichkeiten hat sich die Merkur Ostseehalle schon seit vielen Jahren als Spielort des THW einen bedeutenden Ruf erworben. Der Umbau und die Erweiterung der Halle ermöglicht nun ca. 10.000 Besuchern, die spannenden Spiele des THW live zu erleben. Zum 1. Juli 2020 wurde das Online-Casino Wunderino neuer Namenssponsor, woraufhin die Halle in Wunderino-Arena umbenannt wurde. Der Vertrag lief bis zum 31. März 2025. Im März 2026 wurde bekannt, dass die Merkur Group ab April 2026 für zehn Jahre Sponsor der Merkur Ostseehalle werde:

08.09.2025: Schon vor der Jahrtausendwende bot das Kieler Rathaus am Rathausplatz nicht mehr genügend Raum für die städtischen Ämter. Viele waren in private Objekte im Stadtgebiet ausgelagert und verursachten dadurch erhebliche Mietkosten. Deshalb wurden seit dem Jahr 2000 Teile der Stadtverwaltung in der von der Stadt angekauften ehemaligen Oberpostdirektion am Stresemannplatz Ecke Andreas-Gayk-Strasse zusammengefasst. Dieses Gebäude wird seitdem Neues Rathaus genannt. Heute befinden sich im Neuen Rathaus u. a. die Zentralbücherei, die Stadtgalerie und die Tourist Information Kiel e.V. sowie die Bistro-Bar Statt-Café:

KIEL
(252.000 Einwohner, 5 m ü. NHN) ist die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und dessen bevölkerungsreichste Stadt. Als Holstenstadt tom Kyle im 13. Jahrhundert gegründet, wurde sie im Jahr 1900 zur Grossstadt. Heute ist Kiel die nördlichste Grossstadt Deutschlands und gehört zu den 30 grössten Städten Deutschlands. Die Stadt ist kreisfrei und bildet das Zentrum der Kiel-Region. Kiel liegt an der Ostsee (Kieler Förde) und ist Endpunkt der meistbefahrenen künstlichen Wasserstrasse der Welt, des international Kiel Canal genannten Nord-Ostsee-Kanal. Kiel ist traditionell ein bedeutender Marinestützpunkt. Bekannt ist die Stadt durch die Kieler Woche, durch den Handballverein THW Kiel, den Fußballverein Holstein Kiel und durch die kulinarische Spezialität Kieler Sprotten. Die Stadt ist von Anfang an eine geplante Metropole und entsteht nicht aus einer kleinen urzeitlichen Siedlung. Ihr Name lautet damals noch Holstenstadt tom kyle. Kyle bedeutet soviel wie Keil und beschreibt die spitz ins Land ragende Kieler Förde. Bis ins 19. Jahrhundert bleibt Kiel wegen politischer Streitigkeiten eine grössere Bedeutung verwehrt. 1865 annektiert Preussen die Stadt und siedelt die Marine an. 1871 wird Kiel zum Reichskriegshafen ernannt. Die Zahl der Marineeinrichtungen, Werften und Arbeiter steigt in der Folgezeit, die Stadt wächst schnell. 1882 richten Segler zum ersten Mal eine Regatta auf der Kieler Förde aus, sie gilt als Geburtsstunde der Kieler Woche. 1918 leben bereits um die 300.000 Menschen in der Stadt. Im selben Jahr markiert der sogenannte Matrosenaufstand das Ende der Kaiserzeit und den Anfang der Weimarer Republik. Doch trotz der neugewonnenen Demokratie geht es in Kiel wirtschaftlich bergab. Wegen des verlorenen Ersten Weltkrieges zieht sich die Marine aus Kiel zurück. Dann übernehmen die Nationalsozialisten das Ruder und im Zuge des Zweiten Weltkrieges wird Kiel wieder zum Militär- und Rüstungsstandort ausgebaut. Mit der Wirtschaft geht es erneut aufwärts, aber der positive Trend hält nicht lange an. Aufgrund ihres Status muss Kiel 90 alliierte Bombenangriffe aushalten, zum Ende des Krieges liegen drei Viertel der Stadt in Schutt und Asche. 1946 wird Kiel zur Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins ernannt. Seitdem erlebt die Stadt wieder einen kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung. Heute ist die Marine aus Kiel nicht mehr wegzudenken, was auch durch internationale Flottenbesuche immer wieder deutlich wird. Die im Osten an den Naturpark Holsteinische Schweiz angrenzende Stadt ist durchweg von ihrer Lage an der Ostsee geprägt. Der Seehafen mit Fracht-, Fähr- und Kreuzfahrtterminals sowie die Werften bilden wichtige wirtschaftliche Säulen, lange Küstenpromenaden und Sandstrände sind ein ideales Naherholungsgebiet.
Hauptbahnhof Kiel – Ostansicht (25.02.2019):
Hörnbrücke (25.02.2019):

Hochhaus-Center am Germania-Hafen:

Hafenhaus:

Neues Rathaus:

Merkur Ostseehalle:

Rathaus:

Katholische Probsteikirche Sankt Nikolaus:

Evangelische Jacobikirche:

Opernhaus:

Evangelische Hauptkirche St. Nikolai:

Geistkämpfer-Statue:

Sartorihaus:

Sell-Speicher:

Schwedenkai:

Norwegenterminal Color-Line:

Schifffahrtsmuseum:

Feuerträger des Stammfeuerschiffs KIEL III:

German Naval Yards:

Ostseekai:

Kilia-Denkmal:

Stadtmuseum Warleberger Hof:

Kieler Schloss:

Kunsthalle:

Seeburg:

Finanzministerium:

Landeshaus:

Sitz der Wasserschutzpolizei – das Gebäude ist Teil der ehemaligen Marine-Nachrichten-Versuchsanstalt und weist an der Kielliniefassade ein Keramikfliesen-Relief aus dem Jahr 1926 auf:

Evangelische Pauluskirche:

Wasserturm Ravensberg:

Wasserturm Kiel-Wik (25.02.2019):

Kanalfähre Kiel-Holtenau (25.02.2019):

Schleuse Holtenau (25.02.2019):

Kieler Förde – Leuchtturm Holtenau (25.09.2019):

Kieler Förde mit Blick nach Laboe:

Leuchtturm Friedrichsort:

Maschinenbau Kiel AG (MaK):






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