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Tages-Archive: 28. Juli 2025

28.07.2025: Seit dem Jahr 2002 zeigt sich die Stadthalle als Domizil für Kunst und Kultur. In der Stadt Burg und Umgebung stellt das Multifunktionshaus aufgrund seiner Grössenordnung den einzigen Saalbetrieb in dieser Art dar. Das Haus verfügt ebenso über zwei multifunktionale Konferenzräume sowie ein Restaurant. Mutig gestaltet und farblich facettenreich wie die auf ihren Bühnen gebotene Kunst, bietet die Stadthalle Raum für Begegnungen – zwischen Künstlern und Publikum, Gefühl und Verstand, Anregung und Entspannung:

28.07.2025: In den Jahren bis 1869 wurde die Schuhfabrik in der Magdeburger Chaussee 1 erbaut. Zu Beginn wurden überwiegend Stiefel für die weibliche Bevölkerung, später auch für das preussische Heer gefertigt. Erstmals in Deutschland beschäftigte der Fabrikant Conrad Tack einen Handelsreisenden zur Erweiterung seiner Kundschaft und arbeitete viel mit Reklame. In den firmeneigenen Schuhgeschäften gab es sogar eine eigene Werbe-Kinderzeitschrift „Der gute Conrad“ mit Rätseln und Geschichten. Im Jahr 1888 wurde die Firma, nach Eintritt seines Berliner Lederlieferanten Wilhelm Krojanker, in Conrad Tack & Cie. umbenannt. 1905 zog sich die Familie Tack schliesslich aus der Firma zurück. Zu diesem Zeitpunkt produziert die Schuhfabrik mit 1050 Beschäftigten rund 4000 Paar Schuhe am Tag. Ab 1912 firmierte das Unternehmen als Aktiengesellschaft. 1924 wurde Hermann Krojanker Miteigentümer. Er schloss sich der zionistischen Bewegung an und ging 1932 nach Palästina. Es erfolgte die Übernahme durch das Familienunternehmen der ehemaligen Gerberei Freudenberg, welche die Schuhfabrik ab 1936 als Kommanditgesellschaft Conrad Tack & Cie. führte. Die Burger Schuhfabrik gehörte bis 1938 zu den grössten europäischen Unternehmungen der Branche und war in ihrer Entwicklung als Musterbetrieb sowie als grösster Arbeitgeber für die Stadt Burg von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Ab 1946 wurde die Schuhfabrik unter sozialistischen Bedingungen volkseigen und unter dem Namen Roter Stern bekannt. Im Jahr 1990 erreichte die Fabrik nach Umwandlung in die Burger Schuhfabrik GmbH mit 2.700 Beschäftigten eine Höchstproduktion von 16.000 Paar Schuhe je Tag. Im Jahr 1992 erfolgte die Schliessung der Schuhfabrik. Nach umfangreicher Sanierung des Gebäudekomplexes, in Höhe von 54 Millionen Mark, ist hier seit dem Jahr 2000 die Berufsbildende Schule des Landkreises Jerichower Land ansässig:

28.07.2025: Neben der Oberkirche bestimmte die Unterkirche Sankt Nicolai die Stadtgeschichte im 12. Jahrhundert. Der romanische Granitquaderbau wurde zwischen 1161 bis 1186 als Pfarrkirche der Unterstadt errichtet. Die Kirche ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika mit einem zweitürmigen Westbau. Sankt Nicolai gilt als grösste romanische Granitbasilika östlich der Elbe und ist damit ein besonderes Zeichen der Feldsteinbaukunst. Die Ausstattung ist einfach und schlicht gehalten. Die Kanzel und das prunkvolle Epitaph wurden Anfang des 17. Jahrhunderts erschaffen. Der älteste Grabstein der Unterkirche stammt aus dem Jahr 1321. Sie gehört zur Kirchengemeinde St. Nicolai und Unser Lieben Frauen:

28.07.2025: Im Jahr 1904 wurde nach Plänen des Diözesenbaumeisters Dr. Güldenpfennig aus Paderborn mit dem Bau der Kirche im neugotischen Stil begonnen. Am 6. November 1904 wurde dafür feierlich der Grundstein gelegt. Zwei Jahre darauf wurde die Kirche eingeweiht. Doch bereits 1815 wurde die Gemeinde zur Pfarrei erhoben. Die einst vom Schuhfabrikanten Ernst Tack gespendeten Glocken konnten 1905 eingeweiht werden. 12 Jahre später wurden sie am 1. August 1917 beschlagnahmt und abgenommen. Am 17. Juni 1923 wurden dann zwei neue Glocken durch Pfarrer Bruns geweiht. Dieser Vorgang  wiederholte sich 1941 ein zweites Mal. So wurden die beiden Glocken Johannes und Maria für Kriegszwecke vom Turm geholt. Erst 1956 wurden drei neue Glocken durch Caritasdirektor Solbach aus Magdeburg geweiht. 2006 schlossen sich die Pfarreien Burg, Gommern und Loburg zu einem Gemeindeverbund zusammen:

28.07.2025: Mit der Errichtung einer zentralen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung entstand im Jahr 1902 der weithin sichtbare 46 Meter hohe Wasserturm. Innerhalb weniger Monate wurde dieser vom Burger Maurermeister Gustav Ortloff aus rotem Backstein gebaut. Wo einst das Presshaus für die reiche Weinernte stand, ist heute der Wasserturm zu finden. Hier auf dem Weinberg, der höchsten Stelle der Stadt, prägt er mit dem Stadtwappen Burgs Silhouette. Sein Tank fasste 400 Kubikmeter Wasser. In den 1980er Jahren wurde die Nutzung des Turmes für die Wasserversorgung der Stadt eingestellt. Heute gilt er als technisches Denkmal. Dank dem Verein Wasserturm Burg e.V. können Besucher seit 2017 Foto-Ausstellungen, Konzerte und Open-Air Kinoabende im und um den Wasserturm erleben:

28.07.2025: Die im 12. Jahrhundert erbaute und 1355 erstmals urkundlich erwähnte Peterskapelle im Feldsteinbau sowie dessen Kirchhof gehören zum Erbe der Hugenotten. Die genaue Erbauung der Kirche im romanischen Stil ist nicht dokumentiert. Fest steht, dass sie die älteste Sakralbaute der Stadt Burg ist. Durch das 1685 von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg erlassene Potsdamer Edikt setzte eine grosse Kolonisteneinwanderung ein, sodass Hugenotten 1691 eine französisch- sowie eine deutschsprachige Gemeinde in Burg gründeten.Die Hugenotten bauten die ihr zugeteilte St. Petri-Kapelle ab 1691 zur St. Petrikirche aus. Zuvor stand sie lange Zeit leer und wurde sogar als Brauerei genutzt. Das Innere und die Sakristei wurden um 1880 im neugotischen Stil gestaltet, die Orgel baute der Orgelbaumeister Wilhelm Sauer 1882.Heute dient sie der Evangelisch-Reformierten Petrigemeinde Burg:

28.07.2025: Aufgrund der politischen Diskriminierung der Hugenotten in Frankreich emigrierten viele gläubige Franzosen. Ab 1689 trafen in der Stadt Burg die ersten Hugenottenfamilien ein. Bis 1704 vergrösserte sich die französische Gemeinde zunächst auf 53 Familien mit 172 Personen. Darunter befanden sich z.B. die Familien Delorme (1690) und Patté (1692). Die Nachkommen sind noch heute in Burg etabliert. Das heutige Burger Hugenottenkabinett ist ein über 300 Jahre altes Fachwerkhaus. Lange Zeit diente es als Pfarr- und Pfarrwitwenhaus. 2005-2006 wurde es mit Hilfe kirchlicher und öffentliche Gelder, Spendenmittel und viel ehrenamtlichem Engagement saniert. Heute beherbergt es eine Pfarrdienstwohnung und Gemeinderäume. Das Hugenottenkabinett bildet das Herzstück dieses Gebäudes. Hier haben Besucher die Möglichkeit, einen authentischen Einblick in die Geschichte der Hugenotten sowie deren einmalige Bedeutung für die Stadtentwicklung zu bekommen. Interessante Daten und Dokumente von Glaubensflüchtlingen können eingesehen werden. Zahlreiche Bücher, Bilder und Filme über das Leben und die Herkunft der Hugenotten sowie anderer Reformierter werden gezeigt. Die Kirche Sankt Petri, ehemalige Kirche der Hugenotten und heute der älteste Sakralbau der Stadt, kann im Rahmen eines Besuches des Hugenottenkabinetts besichtigt werden. Führungen und Vorträge sind nach vorheriger Anmeldung möglich:

28.07.2025: Das repräsentative Gebäude (um 1900) am Markt 8/9 war lange Zeit Sitz des Hauptpostamtes Burg. Es diente nicht nur als Postamt, sondern beherbergte zuletzt auch einen Zustellstützpunkt, Postfachanlagen und eine Postbank-Filiale. Die Deutsche Post ist bereits seit mehreren Jahren nicht mehr Eigentümerin der Immobilie. Das Gebäude wurde an einen privaten Investor verkauft:

28.07.2025: Die historische Wassermühle an der Ihle ist als Kulturdenkmal gelistet. Sie befindet sich im Breiten Weg 11-13. Das Gebäude ist ein markantes Zeugnis der Industriegeschichte von Burg, der Stadt der Türme. Historische Ansichten zeigen das Gebäude bereits um 1905 als zentrales Element des Stadtbildes nahe der Oberkirche. Die Mühle liegt direkt an der Ihle und ist ein beliebter Orientierungspunkt für Wanderungen und Rundwege durch die historische Altstadt: