Kalender
Juli 2025
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
Archiv
531076
Users Today : 780
Users Yesterday : 878
From the Makers of…

luebeckportdiary
schiffeinfrankfurt
nahverkehrinhessen

Tages-Archive: 19. Juli 2025

19.07.2025: Das ehemalige Kaiserliche Postamt steht in der Bahnhofstrasse 17. Im Jahr 2009 mietete die Sozial- und Diakoniestation die Räume im Erdgeschoss der ehemaligen Escheder Post für fünf Jahre. Heute befindet sich u.a. eine Firma für Industrieschilder- und kennzeichnungen und eine Arztpraxis in dem Gebäude:

19.07.2025: Der Name Eschede löst bei vielen Menschen Erinnerungen an die ICE-Katastrophe am 3. Juni 1998 aus. Zwar zeigte sich damals eine nahezu überströmende Hilfsbereitschaft der Bürger dieser Gemeinde, aber zunächst weckt der Name ungute Assoziationen. Der Bahnhof liegt an einer Hauptstrecke, die als Bahnlinie Celle–Harburg am 1. Mai 1847 eröffnet wurde. Das damalige Bahnhofsgebäude war eine Standardausführung der Königlich Hannoverschen Staatseisenbahn, zeigte jedoch durch seine architektonische Gestaltung die Bedeutung Eschedes an. Nach dem Krieg stieg die Bedeutung des Personenverkehrs zunächst rapide an, um dann etwa ab Mitte der 1960er Jahre ebenso schnell zu sinken. Das bisherige Bahnhofsgebäude wurde 1977 abgerissen und stattdessen ein schmuckloser einstöckiger Bau mit Flachdach gesetzt. Der war nach Ansicht der damaligen Bundesbahn auf den Bedarf zugeschnitten, hatte aber weder einen geschlossenen Warteraum noch ein WC. Das passte den Reisenden und Einwohnern gar nicht. Nach Beratung fasste der Gemeinderat einhellig den mutigen – wie Bürgermeister Günter Berg ihn charakterisierte – Beschluss, alle Bahnhofsgebäude zu kaufen. Unter Einbeziehung des Flachbaus wurde ein ansprechendes Gebäude errichtet. Neu in ihm sind neben Warteraum und WC ein Reisebüro. Nahverkehrszüge der Metronom halten hier im Stundentakt:

Gedenkstätte:

Ein Metronom passiert die Gedenkstätte:

Die neu erbaute Brücke über die Bahnlinie und die Unglücksweiche:

ESCHEDE

(5.450 Einwohner, 87 m ü. NHN) ist eine Gemeinde zwischen Celle und Uelzen, am Rand des Naturparks Südheide, in der Lüneburger Heide. Eschede gehört zum Landkreis Celle in Niedersachsen. Eschede entwickelte sich über Jahrhunderte als Siedlung in der Südheide. Anfang des 20. Jahrhunderts (um 1907) galt der Ort als Aufsteigerdorf mit Bestrebungen zur Kleinstadt. Im Jahr 1940 wurde in Eschede ein Kriegsgefangenenlager errichtet. Am 21.2.1945 explodierte am Bahnhof ein vollbeladener Munitionszug. Es gibt mehrere Tote und Verletzte. Kaum ein Haus bleibt von der Druckwelle verschont. Eschede wird ab Ende Januar Knotenpunkt für Flüchtlingstrecks aus den Ostgebieten. Am 12./13. April rücken amerikanische Truppen ein, britische Besatzer folgen. 1967 wurde die Samtgemeinde Eschede als erste ihrer Art im Landkreis Celle gegründet. In ihrer heutigen Form besteht sie seit der niedersächsischen Gebietsreform von 1973/74. Eschede ist weltweit bekannt für das schwerste Zugunglück der Bundesrepublik Deutschland. Ein Ermüdungsriss in einem Radreifen führte bei einer Geschwindigkeit von etwa 200 km/h zur Entgleisung des ICE Wilhelm Konrad Röntgen. Der Zug kollidierte mit einer Brücke, die daraufhin einstürzte. 101 Menschen verloren ihr Leben, 105 wurden verletzt. Am Ort der Katastrophe wurde 2001 eine Gedenkstätte eingeweiht. Dort stehen 101 Kirschbäume – einer für jedes Opfer – sowie eine Granitwand mit den Namen der Verstorbenen.

Bahnhof-Empfangsgebäude:

Kaiserliches Postamt:

Markmanns Spielzeugstuben:

Evangelische Johanniskirche:

Hotel Deutsches Haus:

Haus Mertens:

(Altes) Rathaus der Gemeinde Eschede:

Flohrmühle:

Informationstafel Ortsmitte:

Escher Musenmöhl:

Gedenkstätte:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Kurzbesuchs am 19.07.2025.