Wassertürme
02.06.2022: Der Wasserturm in Lüneburg prägt neben den Türmen der drei gotischen Kirchen die Silhouette der Stadt. Auf seiner Aussichtsplattform in 56 Metern Höhe erlebt der Besucher einen fantastischen Panoramablick über Lüneburg. Bei gutem Wetter kann man bis zu 40 Kilometer ins Land und nach Hamburg schauen. Die unvergleichliche Sicht über die Dächer Lüneburgs begeistert. Lüneburg benötigte Anfang des 20. Jahrhunderts eine moderne Trinkwasserversorgung. Zwischen 1905 und 1907 wurde daraufhin der Wasserturm auf den Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigungsanlagen im neogotischen Stil errichtet. Er erhielt einen Tank mit einem Volumen von 500.000 Litern, von dem aus das Wasser in das Leitungsnetz der Stadt Lüneburg eingespeist wurde. Im Jahr 1985 wurde der Wasserturm stillgelegt und die alte Wassertechnik verschrottet, nur der Wassertank blieb erhalten. Später wurde er unter Denkmalschutz gestellt, blieb aber ungenutzt und verfiel zusehends. Vom Motto der EXPO 2000 in Hannover „Mensch-Natur-Technik“ inspiriert, wurde 1998 der Trägerverein Wasserturm Lüneburg gegründet. Er erwarb den Bau und begann mit der Sanierung. Seit Sommer 2000 dient der Wasserturm Lüneburg nicht mehr zur Wasserversorgung, sondern als Veranstaltungsort und Aussichtsturm. Besucher können die Aussichtsplattform barrierefrei mit Fahrstuhl oder über die Treppe erreichen. Jedes Jahr zur Adventszeit beginnt eine besondere Zeit am Wasserturm. Dann nämlich wird auf dem Wasserturm der wohl höchste Adventskranz Deutschland aufgebaut, der von weithin sichtbar ist:

02.06.2022: Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Lüneburger Wasserviertels, die Nedderste Molen (Niederste Mühle). Der Besitzer war der welfische Herzog Heinrich der Löwe, welcher die Mühle 1147 dem damaligen Abt des St. Michaelisklosters, Bischof Eberhard von Holle, zum Geschenk machte. Etwa 200 Jahre betrieb das Kloster die Mühle selbst. Eine alte Urkunde belegt, dass sie ab 1366 als Lehen an die Lüneburger Ratsfamilie van der Molen ging. Bis ins frühe 19. Jahrhundert wechselten mehrfach die Besitzer und Betreiber, zeitweise auch gemeinsam mit der Lüner Mühle auf der anderen Seite der Ilmenau. Es gab im Stadtgebiet zwar einige flache Brunnen, diese enthielten aber nur besonders kalkhaltiges Wasser, das sich in Gipsspalten gesammelt hatte. Dieses Wasser war für das Bierbrauen unbrauchbar. Aber gerade die bis zu 80 Brauereien benötigten grosse Mengen kalkarmes Wasser, um ein sauberes Bier zu brauen. Dieses Wasser musste von ausserhalb herbei geschafft werden – dazu entstanden einige Brunnengesellschaften. 24 Bürger, vorwiegend Bierbrauer, schlossen sich zusammen und erwirkten 1530 vom Michaeliskloster die Genehmigung, auf dem klostereigenen Gelände der Abtsmühle eine Wasserkunst zu errichten, einen großen Turm, in den mit Hilfe eineswasserradbetriebenen Schöpfwerks Wasser aus der Ilmenau gepumpt wurde um die Anwohner und Betriebe zu versorgen. An festgelegten Tagen des Monats durfte die Bevölkerung keine Fäkalien in die Ilmenau zu schütten. Dann nämlich wurde aus dem Fluss Wasser für die Bierherstellung in den Wasserturm gepumpt. Der Wasserturm ist einer der ältesten in Deutschland, er wurde bis 1950 als solcher genutzt. Die Abtswasserkunst wurde 1632 – 1634 renoviert, während dieser Bauphase entstand auch die Brausebrücke, die die beiden Mühlen miteinander verbindet. 1837 wurde eine neue Pumpe eingebaut und 1903/04 entstand ein Durchgang durch den Turm zur Brausebrücke. Darüber befindet sich noch heute das Wappen der Brauer in einem Medaillon. Der Turm wird schon lange als Teil eines Hotels genutzt. 1579 wurde das Mühlengebäude erneuert, später kam ein zweites hinzu, es gab insgesamt drei unterschlächtige Wasserräder. Die heutige Mühle wurde 1880 errichtet. Sie war mit mit 11 Doppelwalzenstühlen ausgestattet, die mit Wasserrädern angetrieben wurden. Erst 1957 wurden diese durch Turbinen ersetzt. 1995 stellte die Abts- und Lüner Mühle GmbH den Betrieb ein, die gesamte Anlage wurde von einem Hotelbetreiber in der Nachbarschaft gekauft, komplett restauriert und als Hotel umfunktioniert. Besonders der Wasserturm mit seinen romantischen Suiten ist sehr beliebt:

26.03.2022: Der Wasserturm Bebra ist ein Wahrzeichen in der hessischen Stadt Bebra. Der Wasserturm der Bauart Klönne wurde 1910 zur Versorgung des Eisenbahnbetriebs mit Brauchwasser nach Planungen der Preussischen Staatseisenbahnen fertiggestellt. Den Ausbau des Eisenbahnnetzes und -betriebes, insbesondere die westliche Anbindung über Bebra übernahm am 1. April 1867 Preussen mit den Möglichkeiten des Preussischen Eisenbahngesetzes (prEG) von der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Gesellschaft und übertrug den Bahnbetrieb den Preussischen Staatseisenbahnen, die damit die Zuständigkeit für den Bahnhof von Bebra erhielten. Für den zunehmenden Bahnbetrieb mit Dampflokomotiven musste somit auch im Bahnhof Bebra eine Brauchwasserversorgung von Seiten der Bahn hergestellt werden. Im Jahr 1952 wurde die Wasserversorgungsanlage grundlegend überholt und diente bis zum Jahr 1984 der Wasserversorgung des Bahnbetriebs bzw. in den letzten Jahren nur noch dem Bahnhofsbetrieb. Das Bauwerk ist ein kegelförmiger Turmunterbau aus Mauerwerk mit integrierten Mauerwerksstützen zur Lastaufnahme, darüber ein aufgesetzter Stahlbehälter mit einem gurtungsähnlichen, umlaufenden Wandelgang für Wartungsarbeiten am Behälter. Auf dem Turm befindet sich ein Behälter für die Aufnahme von Brauchwasser, das der Fulda entnommen wurde. Die Stadt Bebra übernahm von der Bahn im Jahr 1985 den Turm, der dann – auch mit Mitteln von Land und Bund – saniert wurde. Die Sanierung wurde 1988 abgeschlossen und der Turm damit als geschütztes Industriedenkmal sowie als Wahrzeichen der Stadt Bebra erhalten. Mit Fertigstellung der Sanierung widmete man den Turm einem Eisenbahnmuseum mit umlaufender Museumseisenbahn:

04.03.2022: Der in den Jahren 1907/08 erbaute Schlachthof in Bruchsal ist ein bemerkenswertes Jugendstil-Gebäude. Es ersetzte den 1772 in der Innenstadt erbauten Schlachthof, welcher den neuen Hygienevorschriften nicht mehr genügte. Den Strom für Maschinen und zur Kühlung erzeugte der Schlachthof selbst – wohl mit Wasserkraft des am Gebäude entlang fliessenden Saalbaches.Im Jahr 1992 wurde der Schlachtbetrieb eingestellt. Der Turm am Schlachthof ist eine Kreuzung zwischen Schornstein und Wasserturm. Aktuell sind im Gebäude einige Firmen untergebracht und der Bruchsaler Tafelladen:

01.10.2021: Der ehemalige Bahnwasserturm aus dem Jahr 1879 ist heute in Privatbesitz und denkmalgeschützt. Es handelt sich um eine Fachwerkkonstruktion auf Trachyt-Sockel mit vorgelagertem Fachwerktreppenhaus:

22.09.2021: Die Reichsbahndirektion beschloss 1908, einen 21,50 m tiefen Brunnen für besseres Wasser bohren zu lassen und errichtete zusätzlich den 20,40 m hohen Wasserturm. Der Turm hat an der Sohle einen Durchmesser von 6,40 m und verjüngt sich nach oben. Im Turmaufbau war ein Wasserbehälter aus 8 mm dickem Stahl, der 150 m³ Wasser fasste. Der Durchmesser des gesamten Aufbaus beträgt 8,50 m. Daraus wurden bis 1971 die Dampflokomotiven gespeist. Zum Turm gehörte ein Anbau in dem Badegelegenheiten für die Bahnangehörigen untergebracht waren. Die Heizer und Lokführer der Bahn konnten so nach Dienstschluss den Russ abwaschen. Am Wochenende durften auch die Familien dort baden, denn vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in normalen Wohnungen keine Badezimmer. Bis 1970 war das Bad in Betrieb und wurde 1988 abgebrochen. 1991 erwarb die Unternehmensgruppe Freudenberg den 1987 unter Denkmalschutz gestellten Wasserturm vor dem Werksgelände, der bereits in sehr schlechtem Zustand war. Um das schöne Bauwerk zu retten, stellte Freudenberg den Wasserturm 1992 erstmal äusserlich in Stand. Erst 2006-2007 wurden die Pläne zum inneren Ausbau verwirklicht. Das Konzept, den Turm als Ausstellungsgebäude zu nutzen, wurde durchgeführt, indem man drei zusätzliche Ebenen einzog und mit einer Wendeltreppe an der Innenwand des Turmes erschloss. Eine museumsgerechte Beleuchtung wurde angebracht und Museumsvitrinen für hochwertige Exponate aufgestellt:

08.09.2021: Der alte Wasserturm auf dem Kasernenareal in Babenhausen ist im Gründungsjahr 1901 errichtet und 1990 renoviert worden:

08.09.2021: Der neue Wasserturm (Baujahr 1952) auf dem Kasernenareal in Babenhausen. In den Jahren 1900 und 1901 wurde die Kasernenanlage erbaut und diente bis zum Ende des Ersten Weltkrieges als Unterkunft für Artillerie- und Kavallerieeinheiten sowie als Reservelazarett. Ab Mitte der 1930er Jahre zog erneut ein Artillerieregiment in die Anlage ein. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde das Gelände zu einem Feldflugplatz der Luftwaffe erweitert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges diente das Areal zuerst als Kriegsgefangenen- und UN-Durchgangslager. Anschliessend nutzten die US-Streitkräfte die Liegenschaft erneut militärisch, bauten die Kaserne aus und gaben diese im Juli 2007 an die Bundesrepublik Deutschland zurück:

08.09.2021: Im Jahr 2012 wurde der Abschluss der Sanierungsarbeiten des 1928/29 im damals hochmodernen Bauhaus-Stil erbauten, 33 Meter hohen Turms gefeiert. Die tragende Konstruktion, von den Fundamenten bis zum Dach, ist aus Stahlbeton und im Hochbehälter finden 200 Kubikmeter Wasser Platz. Die Wand des Wassertanks besteht aus fünf Zentimetern Stahlbeton mit einer Torfdämmung. Ausgedient hatte der Wasserturm in den 70er Jahren. Denn durch den Verkauf und Anschluss des Babenhäuser Wassernetzes an das Wasserwerk in Hergershausen und die damit verbundene technische Umstellung des Systems war der Hochbehälter nicht mehr von Nöten, um einen konstanten Wasserdruck zu erzielen. Der Wasserturm ging vom Netz. 1980 wurde das Bauwerk in das Denkmalbuch des Landkreises aufgenommen, was Überlegungen über einen Abriss des sanierungsbedürftigen Turmes aus finanziellen Gründen einen Riegel vorschob. Der Turm wurde saniert. Die Witterung setzte dem Bauwerk weiter zu, so dass es im Jahre 2004 sogar zu einer Vollsperrung der Durchfahrt wegen sich lösender Fassaden-, Fenster- und Metallteile kam. Vorübergehende Teilsanierungsmassnahmen brachten nur kurze Besserung. Eine Komplettsanierung wurde dadurch nicht verhindert. Im April 2010 wurde der in die Jahre gekommene Hochbehälter zum Schutz der Passanten eingerüstet und eingenetzt. Fast zwei Jahre blieb diese Schutz-Einrüstung des Wasserturms, der für geschätzte 350 000 Euro saniert werden musste. Zu viel Geld für die Stadt, die deshalb einen Investor suchte, der den Turm mit einer Sanierungsauflage für die symbolische Summe von einem Euro kaufte. Die Suche nach einem Käufer war zunächst erfolglos, bis sich das örtliche Architekturbüro Schlösser Ende 2011 der Sache annahm:

25.08.2021: Im Ortsteil Königshofen ist heute aus der guten alten Zeit der Dampflokomotiven noch ein Lokschuppen mit relativ kleinem Wasserturm von 1900 erhalten. Der Wasserturm ist in Backstein gemauert und mit Gesimsen verziert. Der Aufsatz für den Wasserbehälter auf zahlreichen dünnen Eisenkonsolen ist verputzt. Beide Gebäude sind Bestandteil der historischen Eisenbahnlinie von Höchst nach Idstein. Der Wasserturm wurde zwischenzeitlich restauriert und in einen Wohnkomplex integriert:
