Kulturstätten
25.07.2025: Das heutige Bibliotheksgebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Stil eines florentinischen Palazzo errichtet und ersetzte die baufällige berühmte Bibliotheksrotunde des vorherigen Jahrhunderts. Heute befindet sich in dem imposanten Gebäude eine moderne Forschungsbibliothek von internationalem Rang. Ungefähr eine Million Bände, davon circa 350.000 Bände aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, beinhaltet die Sammlung der Herzog-August-Bibliothek. Gäste aus aller Welt besuchen die musealen Räume der Bibliothek, um die bibliophilen Kleinodien vergangener Zeiten zu bestaunen. Neben der Dauerausstellung gibt es regelmässig Sonderausstellungen sowie ein vielfältiges Kulturprogramm. Der Schatz der Schätze in der Bibliotheca Augusta und Besuchermagnet schlechthin ist das 1983 in London für 32,5 Millionen DM ersteigerte Evangeliar Heinrichs des Löwen. Eine der prächtigsten und kunsthistorisch wertvollsten Handschriften des Mittelalters hat nun seinen endgültigen und prominenten Platz in Wolfenbüttel gefunden:

25.07.2025: Der Kuba-Komet, das Stadtmodell von 1747, der bucklige Friedel von Wilhelm Busch, ein selbstgebauter Fluchtkoffer von 1944 mit Rädern – das 2017 eingeweihte Bürger Museum zeigt an Themeninseln aussergewöhnliche und typische Ausstellungsstücke Wolfenbütteler Stadt- und Bürgergeschichte der vergangenen 500 Jahre. Zu diesem Zweck wurde die ehemalige Jahnturnhalle, die im 19. Jahrhundert als Reithalle errichtet wurde und später als Sporthalle für Leichtathletik, Basketball und Boxveranstaltungen diente, zu einem modernen Museum am historischen Ort umgebaut. Unter dem Motto Bürger erzählen lädt das Bürger Museum Wolfenbüttel zu vielen partizipativen Projekten ein und erklärt mit grosser Lebendigkeit die Geschichten hinter den ausgewählten Exponaten:
25.07.2025: Die ehemals neue herzogliche Kanzlei wurde 1587 bis 1590 durch Um- und Anbauten älterer Gebäudeteile und unter Verwendung von Grundmauern eines Vorwerkes auf Veranlassung von Herzog Julius durch den Baumeister Hans Vredemann de Vries errichtet und zeigt sich heute als eines der schönsten Renaissancebauwerke in Wolfenbüttel. Seit 1956 ist das Gebäude Sitz der Abteilung Ur- und Frühgeschichte des Braunschweigischen Landesmuseums mit der archäologischen Schausammlung unserer Region. In moderner Aufmachung wird dem Besucher eine archäologische Dauerausstellung präsentiert, die durch 500.000 Jahre Geschichte des Braunschweiger Landes führt. Chronologisch aufgereiht, von der Urgeschichte durch alle Epochen der Frühgeschichte bis zur fränkischen Eroberung des sächsischen Stammesgebietes und dem damit beginnenden Mittelalter begibt sich der Besucher auf eine Zeitreise. Die wird verständlich und vor allem sehr anschaulich dargestellt:

25.07.2025: In der Residenzstadt Wolfenbüttel wurde 1592 mit dem Theater des Schlosses Wolfenbüttel Deutschlands erste stehende Spielstätte mit einem festen Ensemble gegründet. Geplant durch den Braunschweiger Architekten Otto Rasche, wurde der Theaterbau in Stahlbetonweise errichtet. Die Einweihung des im Stil des Jugendstil und Neoklassizismus errichteten Hauses erfolgte nach vierjähriger Planungsdauer und nach nur einjähriger Bauzeit am 25. September 1909 mit der Aufführung von Lessings Nathan der Weise. Das Lessingtheater und die Stadt Wolfenbüttel überstanden die beiden Weltkriege unbeschädigt. Das Theater erhielt erst 1929 seinen heutigen Namen, bis dahin wurde es Stadttheater genannt. Als Bespieltheater betrieben hat das Lessingtheater kein eigenes Ensemble und führt regelmässig Gastspiele mit wechselndem Programm auf. Bis zu seiner Schliessung im Jahr 2007 war es Veranstaltungsort für etwa 90 Veranstaltungen jährlich und bot bis zu 699 Gästen Platz. Im Januar 2007 wurde das Theater geschlossen, weil es nicht mehr den gesetzlichen Brandschutzanforderungen entsprach. Auch musste stetig in die Katakomben eindringendes Wasser aufgefangen und entsorgt werden. Das Theater wurde nach Sanierungsarbeiten Ende Mai 2013 wieder eröffnet:

24.07.2025: Für die Pflege der örtlichen Kunstszene steht insbesondere die Kleine Galerie im Tillyhaus in Salzgitter-Bad. Jedes Jahr werden dort vier Einzelausstellungen von Mitgliedern der Salzgitter Gruppe und zwei Einzelausstellungen von Mitgliedern des Freien Kunststudios Spektrum gezeigt. Die Kleine Galerie im Tillyhaus erfreut sich grosser Beliebtheit und wird von der Städtischen Kunstsammlung des Fachdienstes Kultur mitbetreut. Namensgeber für das Tilly-Haus ist der Feldherr Tilly. Dieser hat während des Dreissigjährigen Krieges im Jahr 1626 nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge dort Quartier bezogen. Der Überlieferung nach soll das Haus etwa 1608 während der Regierungszeit von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig/Wolfenbüttel errichtet worden sein. Vermutlich ist der Bau jedoch erst etwa 100 Jahre später entstanden. Das Tillyhaus war als Wohn- und Verwaltungssitz für den jeweiligen Salinenpächter bzw. -verwalter gedacht. Von 1714 an verpachtete der Braunschweiger Herzog die Saline für jeweils drei Jahre. Um 1745 wird die Witwe Garssen als Pächterin genannt, danach hatte Conrad Sievers von etwa 1749 bis 1756 die Saline in Pacht. 1926 ging das Gebäude in privaten und am 1. Juli 1977 in städtischen Besitz über:

24.07.2025: Das Kniestedter Herrenhaus war 1698 auf dem Gelände des Unterhofes als Ersatz für das zu klein gewordene Gutshaus errichtet worden. Das Gebäude wurde 1790 umfangreich saniert. Es handelt sich um einen zweigeschossigen steinernen Bau, der bis heute weitgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten ist. Veränderungen am Äusseren des Gebäudes betrafen die Abwalmung des Daches und die Vergrösserung einiger Ochsenaugenfenster im Stallbereich. Ab 1991 wurde das Herrenhaus vollständig im Stil des 18. Jahrhunderts renoviert. Dazu mussten aufwändige Arbeiten zur Sicherung der Fundamente durchgeführt werden, da das Haus im sumpfigen Gelände der nahen Warne liegt und es an verschiedenen Stellen bereits Schäden an den Decken gegeben hatte. Das Fundament wurde stabilisiert und die Deckengewölbe durch zusätzliche Betondecken verstärkt. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten wurde das Gebäude am 18. Februar 1994 eingeweiht. Das Herrenhaus beherbergt seitdem eine Zweigstelle der Volkshochschule Salzgitter sowie eine Begegnungsstätte für Senioren, die bis dahin im Kniestedter Gutshaus untergebracht war. Es gibt regelmässig Ausstellungen von Fotografen und anderen Künstlern:

24.07.2025: Die ehemalige Kniestedter Kirche in Salzgitter-Bad ist heute ein anerkanntes Kulturzentrum und Aufführungsort für Jazzkonzerte, Folkloreabende, Theaterreihen, Dichterlesungen oder Kabarett. Der Turm und das Schiff der Kniestedter Kirche sind Ende des 15. Jahrhunderts erbaut, Anfang des 17. Jahrhunderts umgebaut und etwa Mitte des 18. Jahrhundert nach Vergrösserung der Fenster in die heutige Form gebracht worden. Das Kirchenschiff ist von rechteckiger Grundform, besteht aus Bruchsteinmauern und hat ein Satteldach. Das rundbogige Portal an der Nordseite entstand 1609 und ist mit Muscheln, Diamantquadern und einem Löwenkopf verziert. Der Turm hat ein quer gelegtes Satteldach. In Höhe der Glockenstube sind kleine Schallöffnungen. An der Westseite liegt der Turmeingang mit einer gemusterten Holztür aus dem 18. Jahrhundert:

19.07.2025: Im Herzen der Hansestadt Uelzen befindet sich das Uelzen Museum. Die faszinierende Geschichte der Hansestadt und ihres Umlandes steht im Mittelpunkt, beleuchtet unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Bildung. Ein besonderes Highlight ist das mehrere Quadratmeter grosse Stadtmodell, das einen beeindruckenden Blick auf Uelzen vor dem grossen Brand von 1646 ermöglicht. Die Dauerausstellung ist in neun Themenbereiche aufgeteilt und gibt einen umfassenden Einblick in die Stadtgeschichte sowie die Vielfalt und Bedeutung der Region. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch stetig wechselnde Sonderausstellungen. Bis 2019 befand sich das Heimatmuseum im Schloss Holdenstedt. Nach dem Verkauf des Schlosses an einen privaten Investor zog der Museumsverein in die Bahnhofstrasse in die Räume der ehemaligen Stadtsparkasse um. Im November 2023 feierte es dort seine Wiedereröffnung in neuer Optik und Konzeption:
19.07.2025: Das Neue Schauspielhaus Uelzen öffnete seine Türen das erste Mal 1988. Damals noch in der Funktion als Kreativer Speicher und Museum des Aktionskünstlers Reinhard Schamuhn. Der Galerist und Mit-Initiator des Hannoverschen Flohmarktes hatte jedoch bereits kurze Zeit später eine neue Vision für das Gebäude entwickelt und so wurde das Haus an der Rosenmauer mithilfe vieler engagierter Parteien aus dem Stadt-, Kultur- und Kunstbereich in ein kleines Theater mit Foyer umgewandelt. Die Eröffnung 1998 läutete schließlich die Ära des Neuen Schauspielhauses ein und seither hat sich die Einrichtung zu einer festen Grösse im Kulturbetrieb Uelzen etabliert. Sowohl aufgrund seiner Räumlichkeiten als auch seines Programmangebotes erfreut sich das Schauspielhaus grosser Beliebtheit und führt die Vision Reinhard Schamuhns, auch nach seinem Tod, erfolgreich fort:

19.07.2025: Die Stadthalle aus dem Jahr 1957 ist seit Januar 2023 wegen baulicher Mängel geschlossen. Der Prüfbericht von 2023 stellte fest, dass sich alte Brandschutzklappen, die eine Feuerausbreitung durch die Lüftungsanlagen verhindern sollen, nach aktuellen Kriterien nicht mehr sachgerecht prüfen lassen. Für eine abschliessende Prüfung wären zunächst die Klappen auszutauschen. Der Sachverständige hatte aus diesem Grund keine Freigabe erteilt, die Stadthalle zu öffnen. Derzeit wird diskutiert ob Uelzen eine entweder für Millionen sanierte beziehungsweise neue Stadthalle braucht. Viele Nutzer der Stadthalle hätten adäquate Ersatzflächen finden können. Das habe eine stichprobenartige Befragung ergeben. Daher sei der Verzicht auf die Stadthalle eine vertretbare Handlungsoption: