Kirchen
04.09.2025: An der Christianstrasse wurde 1913 die zweite evangelische Kirche in Neumünster eingeweiht. Von der städtebaulichen Anordnung bis zum letzten Detail trägt sie die Handschrift des Architekten Hans Roß. Die Neumünsteraner hatten sich nach dem Neubau der klassizistischen, protestantisch kühlen Vicelin-Kirche ein Gotteshaus gewünscht, das Wärme ausstrahlt. So wurde diese Bürgerkirche üppig ausgestattet. Von Bomben im November 1944 schwer getroffen, brannte die Anscharkirche völlig aus und wurde von dem Architekt Fritz Hain sen., der bereits beim ersten Neubau mit tätig gewesen war, in schlichter Form wieder aufgebaut. Am 25. Februar 1951 fand die Einweihung statt. Der ursprünglich spitze Kupferturm war in jener Zeit nicht wieder herstellbar, das Bogendach über der Eingangsloggia wurde vereinfacht und das elliptische Innengewölbe aus statischen Gründen parabolisch erhöht. Die Altarzone wurde 1994 vom Architekten Friedrich W. Hain umgestaltet:

04.09.2025: Die Vicelinkirche in Neumünster (Bauzeit 1829–1834) steht im Südosten des ältesten Siedlungskerns Kleinflecken. Das Flüsschen Schwale macht dort einen Bogen, in dessen Mitte sich das beeindruckende Bauwerk erhebt, das Wahrzeichen der Stadt. Die Emporensaalkirche gilt als bedeutendster klassizistischer Kirchenbau in Schleswig-Holstein. Der Entwurf stammt vom Kopenhagener Oberbaudirektor Christian Frederik Hansen, der auch die gleichzeitig errichtete und sehr ähnliche neue Marienkirche in Husum entwarf, die ebenfalls als Ersatz für einen Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochenen mittelalterlichen Vorgängerbau errichtet wurde:

04.09.2025: 1893, eine Woche nach Ostern, wurde die katholische Kirche St. Maria – St. Vicelin in Neumünster eingeweiht. 300 Jahre nach der Reformation gab es wieder einen katholischen Geistlichen in der Stadt. Das war nötig geworden, weil sich die Gemeinde in der Diaspora sprunghaft vergrössert hatte. Als 1888 der große Weberstreik ausbrach, schickten die hiesigen Fabrikanten Agenten ins Eichsfeld und nach Schlesien, um Arbeitskräfte anzuheuern. So stieg die Zahl der Katholiken in einem halben Jahr sprunghaft von 372 auf 800. Fabrikant Sager erkannte die Notwendigkeit, ein Gotteshaus und eine Schule für die katholischen Zuwanderer anzubieten, und stellte das Gelände für den Neubau einer Kirche bereit. Die Diözese Osnabrück unterstützte die Baumassnahme finanziell und sorgte für das Interieur. So ist das Relief über dem Eingangsportal aus Sandstein der Baumberge bei Münster. Die Kirche ist von Architekt Emil Brettschneider, Altona, nach einem Grundentwurf von Dombaumeister Alexander Behnes (1843-1924), Osnabrück, im neoromanischen Stil gebaut worden. Sie blieb von Kriegseinwirkungen verschont und wurde das erste Mal umfassend 1965 renoviert. Zur 100-Jahrfeier wurde sie restauriert, wobei die Gemeinde und Bürger der Stadt mit grosszügigen Spenden halfen:
27.08.2025: Die Ursprünge der Kirche der Heiligen Cosmas und Damian reichen bis in die 1130er Jahre zurück, als eine Kapelle unter der Gerichtsbarkeit des Erzbischofs von Bremen erwähnt wurde. Obwohl das ursprüngliche Bauwerk nicht mehr sichtbar ist, deutet die Widmung an die Heiligen Cosmas und Damian, die für ihre Heilkräfte bekannt waren und deren Reliquien im Bremer Dom aufbewahrt wurden, auf ihre alten Wurzeln hin. Die heutige Kirche, aus Backstein gebaut und mit einem kreuzförmigen Grundriss, ist das Ergebnis zahlreicher Renovierungen und Umbauten vom 13. bis zum 17. Jahrhundert. Die ältesten Teile der Kirche befinden sich im Langhaus, den Querhäusern und dem gewölbten Kreuzgang. Im 15. Jahrhundert ersetzte ein dreischiffiger Chor die ursprünglichen östlichen Teile. Um 1550 war der Kreuzungsturm mit seiner markanten zwiebelförmigen Kuppel bereits ein auffälliges Merkmal der Stadt, wie in Martin Weigels Stadtansicht dargestellt. Ein verheerender Brand im Jahr 1659 zerstörte den Turmhelm, die Dachkonstruktionen und das gesamte Innere. Die Restaurierungsarbeiten dauerten bis 1684 und endeten mit der Hinzufügung der achteckigen barocken Kuppel, die noch heute ein sichtbares Wahrzeichen der Stadt ist. Der Turm, ohne Wetterfahne, erreicht eine beeindruckende Höhe von 62,45 Metern:

27.08.2025: Die dreischiffige gotische Hallenkirche, die grösste im Erzstift Bremen, entstammt der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und wurde anstelle eines Vorgängerbaus errichtet, der wohl bis in das 11. Jahrhundert zurück reicht. Einzig der Westturm geht sogar in das 13. Jahrhundert zurück. Im Stadtbrand von 1659 wurde auch die Kirche im Inneren zerstört und danach neu ausgestattet. Der Turm erhielt einen hohen Turmhelm, der 1724 durch Blitzschlag zerstört und durch das flache Zeltdach ersetzt wurde. Von der Innenausstattung bemerkenswert sind Altar und Kanzel von 1660, Kronleuchter des 16. und 17. Jahrhunderts und eine Reihe von Epitaphen. Das Kircheninnere wurde 1958-60 und 1991 weitgehend restauriert. Dabei konnte ein Teil der alten Deckenbemalung wieder hergestellt werden:

21.08.2025: Von der Grundsteinlegung 1215 bis zur kompletten Fertigstellung gingen gut 200 Jahre ins Land, erkennbar an den unterschiedlichen Baustilen. Während der Altarraum mit der Sakristei auf der Nordseite im spätromanischen Stil errichtet wurde, sind das Langhaus und der Turm bereits gotisch. Kulturhistorisch bedeutend sind der Schnitzaltar aus dem 14. Jahrhundert, das gothische Triumpfkreuz sowie die Gewölbemalereien im Altarraum aus dem 13./14. Jahrhundert. In den acht Kappen der zwei Joche sind Motive der Geschichte Jesu mit der Schöpfungsgeschichte dargestellt. Diese Malereien wurden bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt und nach damaligen Duktus restauriert. 2009 war erneut eine Restaurierung notwendig. Die Fresken erstrahlen heute Dank modernster Laser- und Zellulosetechnik in vollem Glanz und ziehen viele Besucher in ihren Bann:

21.08.2025: Die St. Johanniskirche zu Malchin ist ein Backsteinbau im Stil der Norddeutschen Backsteingotik. Nach einem Brand wurde sie als dreischiffige Basilika 1397 neu erbaut. Die romanischen Mauern des 1249 geweihten Vorgängerbaus sind in der Marienkapelle noch heute gut sichtbar, so dass hier Baugeschichte in besonderer Weise nachvollziehbar ist. Die Marienkapelle steht anstelle des möglicherweise geplanten Südturms. Im Westen ist nämlich der Turm nördlich versetzt, was auf eine ursprünglich geplante Doppelturmanlage hinweist. Die Baugeschichte des Turmes und der Kapelle ist jedoch unklar. Als die ursprünglich gotische Turmspitze herunterfiel, wurde sie 1648 durch eine geschweifte barocke Turmhaube ersetzt. Die Seitenschiffe stammen aus dem Jahre 1870. 1897 hat man das Turmdach noch einmal verändert:

18.08.2025: Die katholische Propsteikirche Sankt Anna liegt im Stadtzentrum von Schwerin. Das Gebäude fügt sich in die prachtvollen Häuserfronten der Schlossstrasse ein. Sie wurde im 18. Jahrhundert als erste katholische Kirche nach der Reformation in Mecklenburg gebaut. Die Kirche ist St. Anna, der Mutter von Maria, gewidmet. Es finden Gottesdienste und Konzerte statt. Die überwiegende Zahl der Kirchen in Mecklenburg ist seit der Reformation evangelisch. Mit dem Bau von St. Anna in der Schlossstraße im klassizistischen Stil wurde 1791 begonnen. Die Weihe erfolgte vier Jahre später. Von der einstmals reichen klassizistischen Ausstattung ist heute noch die Kanzel erhalten. Aus der Spätgotik stammt die Anna Selbdritt-Gruppe aus Holz. Das Taufbecken aus Granit wurde in der Schweriner Schleifmühle angefertigt und war ein Geschenk des regierenden Herzogs. Tabernakel, Kreuz und ein Bronzerelief sind Werke moderner Kirchenkunst aus den 1980er Jahren. Die Kirchenfenster zeigen verschiedene Heilige und Nils Stensen, dessen Wirken in Schwerin auch durch weitere Bronzereliefs in der Kirche und an den Aussenwänden der Kirche besonders gewürdigt wird. St. Anna verfügt über eine bedeutende Sammlung von Büchern und Schriften der vergangenen 400 Jahre, die zum Teil in Ausstellungen gezeigt werden:

18.08.2025: Vom Vorgängerbau des Doms blieb kaum etwas erhalten, einzig die Paradiespforte, das westliche Südportal im Turm stammt noch aus jener Zeit. Vermutlich blieb es erhalten, da es schon im gotischen Stil ausgeführt war. Auch der einstige Turm stand noch lange Zeit, wurde jedoch später abgerissen und 1889 durch einen neogotischen Turm ersetz. Durch die Schenkung einer Reliquie mit dem angeblichen Blut Christis entwickelte sich Schwerin zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Nordostdeutschlands. Die Pilger brachten viel Geld in die Kassen und da man mit dem Aufstieg der Hansestädte Rostock, Stralsund, Greifswald, Wismar mithalten wollte, begann man 1270 damit einen Neubau des Dom im Stil der Gotik zu beginnen. Dieser Neubau lag auf dem höchsten Punkt des Domberges und sollte deutlich prächtiger, als der Vorgängerbau werden. Das Hauptschiff des Neubaus wurde um rund 40 Meter auf 105 Meter verlängert. Zudem erhielt die dreischiffige Basilika einen Umgangschor mit Kapellenkranz. Die Gewölbehöhe beträgt 26,5 Meter. Bereits 1272 wurde am Chor gearbeitet, der 1327 fertig gestellt war. Ebenso fertig gestellt waren das Querhaus mit östlichen Seitenschiffen und das Kapitelhaus, das sich südlich direkt zwischen Chor und Querhaus an den Dom anschloss. Da im neuen Chor nun Gottesdienste abgehalten werden konnten, wurde der Vorgängerbau abgerissen. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts standen dann auch das restliche Querhaus und das Hauptschiff. 1416 wurde die Kirche eingewölbt und erhielt Fenster im Hauptschiff. Die Bemalung des Domes entspricht im weitesten Sinne der ursprünglichen mittelalterlichen Bemalung. Der 1892 fertig gestellte Turm ist mit 117 m der höchste in Mecklenburg-Vorpommern und dient als Aussichtsplattform. Der Kreuzgang der sich nördlich an den Dom anschliesst war für die Domherren gedacht und wurde zwischen 1392 bis 1463 angelegt. Hier lebten und arbeiteten die Domherren, die für den Gottesdienst und weitere liturgische Dienste zu ständig waren. Der Kreuzgang ist nicht mehr komplett original erhalten. Er wurde in der Neogotik verändert. Besonders das Obergeschoss, dass 1484 aufgesetzt worden war, wurde nach einem Brand im 19. Jahrhundert stark verändert:

Kreuzgang:

Glocken:

Aussicht vom Dom:

Ehemalige Landesbibliothek in einer Seitenkapelle:

Löwe vor dem Dom – das Denkmal wurde 1995 anlässlich der 1000-Jahr-Feier Mecklenburgs errichtet in Anlehnung an Heinrich den Löwen, der den Dom gründete. Finanziert wurde die Skulptur von einer privaten Stiftung:




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