Waterclerk
18.08.2025: Das prächtige Palais befindet sich in der Puschkinstrasse – der früheren Königstrasse – zwischen der Schlossstraße und dem Schelfmarkt, oberhalb des Pfaffenteichs. 1708 begann dort alles mit dem Kauf des Grundstücks. Herzog Friedrich Wilhelm liess nachfolgend für seinen Bruder Christian Ludwig den Prinzenhof, auch Ludwigshof genannt, erbauen. Später fand hier auch der Witwenwohnsitz für Charlotte Sophie, Frau des Herzog Ludwig, Platz. Sie lebte hier bis zu ihrem Tod im Jahr 1810. Danach stand das Palais zehn Jahre leer, bis der grossherzogliche Finanzminister Leopold von Plessen es nutzte. Wieder später, zur Zeit des Schweriner Schlossumbaus von 1843 bis 1857, diente das repräsentative Palais der grossherzoglichen Familie als Wohnsitz und dann wurde erneut angebaut. In dieser Zeit sorgte Hofbaumeister Georg Adolph Demmler noch für einen Saalanbau auf der Rückseite des Palais. Damit kehrte schlossähnliches Flair ein, denn der neue Raum war optisch und baulich an den Thronsaal angelehnt. Nachdem Grossherzog Friedrich Franz IV. 1920 abgedankt hatte, ging das Palais schliesslich in den Besitz des Freistaates Mecklenburg-Schwerin über. Das gediegene, aber bescheidene Barockpalais erhielt 1779/1780 eine Umgestaltung, die einem Neubau glich. Johann Joachim Busch machte die Pläne dafür und verhalf dem Gebäude zum Stil des französischen Barock. Dabei blieben zum Beispiel die zweigeschossige Dreiflügelanlage und der Ehrenhof erhalten. Das frühere Mansarddach allerdings wurde durch ein Plateaudach mit Dachgauben ersetzt. Die Fassaden erhielten eine kräftige Putzquaderung und Verzierungen in Form von Festons:

18.08.2025: Die St. Nikolai-Kirche, auch bekannt als Schelfkirche, liegt in der Schweriner Schelfstadt und zählt zu einer der wenigen barocken Backsteinkirchen in Mecklenburg. Erbaut 1713, ist sie der erste grosse Kirchenbau Mecklenburgs nach der Reformation und beherbergt noch heute die Gruft der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin. Die Kirche zeichnet sich durch ihren einzigartigen, kreuzförmigen Grundriss aus, der als idealer protestantischer Predigtsaal konzipiert wurde. Der Bau der Schelfkirche war für das 18. Jahrhundert technisch äußerst anspruchsvoll, insbesondere aufgrund des weit auskragenden Traufgesimses:

18.08.2025: Das Haus diente bis zur Vereinigung der Neustadt mit der Altstadt im Jahr 1832 als Sitz der Stadtverwaltung für diesen eigenständigen Stadtteil.Errichtet wurde das Gebäude im Jahr 1740 unter der Bauleitung von Johann Joachim Busch. Das Gebäude ist als repräsentativer Putzbau gestaltet und prägt den barocken Charakter des Schelfmarktes. Nach der Nutzung als Rathaus beherbergte es verschiedene Institutionen, darunter eine Baugewerbeschule und die Bauverwaltung. Nach einer Zeit des Leerstands wurde das Gebäude an einen privaten Investor verkauft, aufwendig saniert und dient heute als Wohnhaus. Im Erdgeschoss befindet sich zudem eine Arztpraxis:
18.08.2025: Das Haus ist den meisten Schwerinern bekannt als das alte Standesamt, aber geheiratet wurde dort ursprünglich nicht. Denn zunächst nutzte es die Kuetemeyer-Schenke-Steinecke‘sche Stiftung als Verwaltungsgebäude.
Johann Hermann Kuetemeyer war von 1803 bis 1820 Schweriner Bürgermeister. Das Haus wurde in den Jahren 1893/94 unter Architekt Gustav Hamann erbaut. Hamann lehnte sich teils an Renaissance-Formen an und entwarf den Bau letztlich im so genannten Johann-Albrecht-Stil. Die dazu gehörigen Terrakotten, die noch heute die Fassade schmücken,wurden in Schwerin hergestellt. Als das Haus fertig war, stand es noch sozusagen solo in der Strasse, ringsum befanden sich Gärten, die weiteren Gebäude kamen erst nach und nach hinzu. Die Kuetemeyer-Stiftung war wohltätigen Zwecken gewidmet und verlieh Geld an bedürftige Bürger sowie Kleinunternehmer. Aber im Jahr 1941 lösten die Nazis die Stiftung auf, das Geld ging an die Stadt Schwerin über. Im Juni 1942 wurde in dem Gebäude in der Krügerstrasse (so hiess sie während der NS-Zeit) das Standesamt untergebracht. Bereits Ende 2003 zog das Schweriner Standesamt in das Stadthaus um, jedoch wurden noch bis 2008 in der August-Bebel-Strasse Paare getraut. Danach stand es erstmal eine ganze Weile leer. 2010 kaufte der Schweriner Immobilienunternehmer Martin Henning Bischoff das schmucke Haus am Ost-Ufer des Pfaffenteichs. Er liess das Gebäude aufwendig und mit viel Liebe zum Detail sanieren. Seit Sommer 2015 zeigt es sich wieder als echtes Schmuckstück der Schelfstadt. Inzwischen wird der repräsentative Haupttrakt des Hauses inklusive Saal vom Ayurveda Campus genutzt, im oberen Teil befinden sich Wohnungen, die durch einen Nebeneingang erreichbar sind:

18.08.2025: In Betrieb ging das Städtische Elektrizitätswerk 1904. Als Gleichstrom-Erzeuger musste es in der Nähe des Zentrums liegen und wurde wegen der repräsentativen Stadthäuser in der Nachbarschaft architektonisch aufwendig gestaltet. Zwei Gasmotoren-Maschinensätze erzeugten überwiegend Lichtstrom für die Privathäuser, die Strassen wurden weiter vor allem mit Gaslaternen beleuchtet. Ein Grosskunde des E-Werkes wurde die seit 1908 fahrende Strassenbahn. Von 1921 bis 1926 wurden die Maschinen durch erheblich kräftigere Dieselmotorensätze für die Wechselstromproduktion ersetzt. Ausserdem wurde die Abwärme dieser Motoren erstmals in Deutschland für ein kleines Fernwärmenetz genutzt, ein Vorbild für moderne Blockheizkraftwerke. Seit 1935 bezieht Schwerin auch Strom aus dem Überlandnetz. Bis 1969 war das E-Werk in Betrieb. Seit 1998 ist es Spielstätte des Mecklenburgischen Staatstheaters:

18.08.2025: Das Arsenal befindet sich unmittelbar am Südwestufer des Schweriner Pfaffenteichs und ist derzeit Sitz des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommerns. Erbaut wurde es von 1840 bis 1844 nach den Plänen des Hofbaumeisters Georg Adolf Demmler unter Bauleitung von Gottlieb Ruge und Hermann Willebrand. Die Kosten des Bauwerks, das aus ca. 6 Millionen Ziegelsteinen besteht, betrugen 134.000 Taler.
Das Gebäude diente anfangs als Zeughaus, nach den Ersten Weltkrieg schliesslich als Polizeikaserne. In dieser Funktion wurde es während der Nazi-Diktatur Adolf-Hitler-Kaserne genannt. Nach dem Zweiten Weltkriegs bis einschliesslich 1947 wurde das heutige Arsenal als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt, danach diente es lange Zeit als Sitz der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei in der DDR. Nach der Wende übernahm das Innenministerium die Räumlichkeiten, in denen es bis heute seinen Sitz hat:
18.08.2025: Als dritte Kirche mit besonderem Bezug zum erneuerten Machtanspruch des mecklenburgischen Fürstenhauses erbaut, wird die St. Paulskirche auf der höchsten Erhebung der Stadt errichtet. Prägnant bildet sie entlang der Schlossstrasse, die fundamentale Sichtachse zur Niklot-Halle im Hauptturm des Schlosses und zu St. Nikolai oberhalb des Pfaffenteiches. Damit verbindet sie das Machtzentrum Schloss mit den stetig wachsenden Teilen der Stadt. Die neugotische Kirche ist bis heute in allen Teilen im Originalzustand erhalten. Im Auftrag des Grossherzogs lieferte Baurat Theodor Krüger die Pläne für die von 1865 bis 1869 errichtete Pfarrkirche. Die Bausumme wurde zu weiten Teilen aus der Schatulle des Grossherzogs finanziert, das fehlende Viertel stammte aus einer Privatstiftung, ursprünglich für den Turm des Doms bestimmt. Das Bau- und Ausstattungsprogramm der St. Paulskirche entspricht der Norm des von Theodor Kliefoth aufgestellten Programms für Kirchenbauten in Mecklenburg und gilt als deren Prototyp:
18.08.2025: Das Stadthaus in der Strasse Am Packhof 2–6 ist der Sitz der Stadtverwaltung und des Stadtrats. Der Gebäudekomplex wurde 1998 errichtet. Zuvor befand sich hier die Schweriner Zentralmolkerei aus dem Jahr 1880:
SCHWERIN
(98.300 Einwohner, 44 m ü. NHN) ist die Hauptstadt des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die kreisfreie Mittelstadt ist die kleinste Landeshauptstadt der Bundesrepublik Deutschland und zugleich die einzige, die keine Grossstadt ist. Schwerin ist nach Rostock die zweitgrösste Stadt und eines der vier Oberzentren des Bundeslandes und aktuell die grösste Mittelstadt Deutschlands. Der Herzog Heinrich des Löwen gab mit der Städtegründung 1160 den Anstoss zur Stadterweiterung. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Stadt um mehrere Bauten und Strassen. Er liess ein Dom im romanischen Stil errichten. Herzöge richteten ihren Verwaltungssitz in Schwerin ein. Die ideale Lage veranlasste den Herzog Johann Albrecht I. 1552, die Burg zu einem Schloss umzubauen. Schwerin tauchte in ein internationales Flair mit höfischen Festen ein. Die Stadt überlebte im 17. Jahrhundert die Besetzung schwedischer und französischer Truppen bis sich die Stadt durch Herzog Friedrich Wilhelm im 18. Jahrhundert weiter ausdehnte. Neue Stadtteile, wie die Neustadt auf der Schelfe, entstanden. Die Bebauung führte der Grossherzog Paul Friedrich fort, als er dort 1837 seine Residenz einrichtete. Das Arsenal am Pfaffenteich und der Marstall ergänzten das Stadtbild. Schwerin erhielt mit Paulstadt einen neuen Stadtteil. Am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden neue Kasernen auf dem Ostorfer Berg und in der Werderstrasse. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts schossen in der Innenstadt neue Gebäude im Jugendstil aus dem Boden. Unternehmen am Ziegelinnensee nahmen ihren industriellen Betrieb auf. 1908 fuhr die erste Strassenbahn durch die Strassen.Im Ersten Weltkrieg kochte die Stimmung über. Hunger und Armut bestimmten das Stadtleben. Mit der Novemberrevolution 1918 verlor die Schlossstadt den Prunk und Glanz der letzten Jahrhunderte. Die Herzöge flohen aus der Stadt und die Bürger übernahmen das herrenlose Steuer. Besitzlose Arbeiter traten in die städtische Regierung ein. Als 1933 die zerstörerische Welle der Nationalsozialisten begann, ganz Deutschland zu überfluten, war Schwerin Gauhauptstadt. Fast zügig explodierte die Stadt aus allen Nähten. Neue Kasernen und Militärparaden weckten den Eindruck einer neuen Soldatenstadt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten amerikanische Bombenangriffe zahlreiche Häuser in der Feldstadt. Dabei starben 217 Bewohner. Wegen fehlender militärischer Zielobjekte wurden 3 % der Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Am zweiten Mai 1945 marschierten amerikanische Truppen, dann britische, in die Stadt ein, bevor die Rote Armee sie für sich einnahm. Schwerin nahm den vor den Russen fliehenden Flüchtlingsstrom auf, was zu einer Wohnungsnot führte. Während der DDR-Zeit durchlebte die Stadt mehrere Veränderungen. Schwerin teilte man in eine Bezirksstadt für Mecklenburg ein. Langsam stieg die Wirtschaft an, sodass das Klement-Gottwald-Werk(KGW) mit seiner Betriebsaufnahme 1951 den Schiffsbau antrieb. Andere Betriebe schlossen sich dem industriellen Fortschritt in der Schwerindustrie an, unter anderem das Kabel- und dem Plastverarbeitungswerk. Neue Wohngebäude ersetzten seit 1978 baufällige Bauten auf dem grossen Moor. Schwerin erhielt nach der Wiedervereinigung den verlorenen Status als Landeshauptstadt zurück. Die Geschichte Schwerins erleben Sie auf Stadtführungen, ob zu Fuß oder mit einem Bus. Heute ist Schwerin neben den Hansestädten Stralsund, Rostock und Greifswald eines der wichtigsten touristischen Städteziele in Mecklenburg-Vorpommern. Die Landeshauptstadt spielt dank ihrer historischen Bauten nicht nur eine wichtige politische, sondern auch eine bedeutende touristische Rolle im nordöstlichsten Bundesland Deutschlands.
Hauptbahnhof (04.04.2015):
Stadthaus:

Evangelische St. Paulskirche:

Arsenal – Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern:

Pfaffenteich von Süden:

Ehemaliges Städtisches Elektrizitätswerk mit der kleinen Personenfähre PETERMÄNNCHEN auf dem Pfaffenteich:

Altes Standesamt – Kuetemeyer-Schenke-Steinecke‘sche Stiftung:

Neustädtisches Rathaus:

Evangelische Kirche St. Nikolai:

Pfaffenteich gegen Paulskirche und Arsenal:

Brandensteinisches Palais aus der Mitte des 18. Jahrhunderts – heute Volkshochschule:

Neustädtisches Palais – Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern:

Dom St. Marien und St. Johannis zu Schwerin:

Ausblick vom Dom in Richtung Norden:

Löwendenkmal vor dem Dom:

Löwendenkmal am Markt:

Marktplatz und Neues Gebäude:

Rathaus:

Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern:

Katholische Probsteikirche Sankt Anna:

Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern:

Buschstrasse mit Blick zum Dom:

Altes Palais:

Staatliches Museum:

Staatstheater:

Marstall:

Schweriner See in Richtung Norden und die Weisse Flotte:

Schlossbrücke:

Schweriner Schloss:

Orangerie:

Schlossgarten:

Alte Artilleriekaserne – Finanzamt:






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