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29.07.2025: Das Landgericht Stendal ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von vier Landgerichten in Sachsen-Anhalt. Es hat seinen Sitz in Stendal. Das Gebäude des Landgerichtes wurde 1876–1879 rechtzeitig zum Inkrafttreten des neuen Gerichtsverfassungsgesetzes erbaut. Es beherbergte zunächst auch das Amtsgericht nd die Staatsanwaltschaft. Im Obergeschoss befindet sich eine Bildergalerie aller Bundeskanzler und Bundespräsidenten Deutschlands. Auch andere Bilder regionaler Künstler werden zeitweise dort ausgestellt:

29.07.2025: Mit Gesetz vom 17. August 1825 wurde ein Kommunalständischer Verband der Altmark ins Leben gerufen, der auch einen Kommunallandtag einschloss. Diese Einrichtung stellte ein Zugeständnis der preussischen Krone an den altmärkischen Adel dar, der sich seit 1815 gegen die Eingliederung der Altmark in die Provinz Sachsen wehrte. Die Aufgaben des Kommunallandtages ähnelten der der preussischen Provinziallandtage. 1892 wurde das Grundstück Poststrasse 3b erworben und ein Landtagsgebäude (Haus des Kommunallandtages der Altmark) errichtet:

29.07.2025: Seit 1739 ist die Löwen-Apotheke die älteste durchgehend geöffnete Apotheke in Stendal und blickt auf eine mehr als 280-jährige, bewegende Geschichte zurück:

29.07.2025: Der Stendaler Roland, eine 1525 errichtete Rolandstatue auf dem Stendaler Marktplatz vor der Gerichtslaube des Rathauses, ist ein Wahrzeichen Stendals. Die Figur ist 7,80 Meter hoch. Der Roland ist ein städtisches Rechtssymbol, das die hohe Gerichtsbarkeit, Marktfreiheit oder bestimmte Stadtrechte verkörperte. Die Figur stellt den aus Liedern und Epen (Rolandslied) bekannten Heerführer Roland und angeblichen Neffen Karls des Grossen dar. Er ist als Ritter mit Schnurrbart dargestellt, der einen Plattenpanzer mit aufgelegten Wulsten trägt. In der rechten Hand trägt er ein eisernes Schwert mit ursprünglich vergoldetem Knauf und Griff, in der linken Hand hält er einen Schild mit dem städtischen Wappen, einen Brandenburgischen Adler, unter dessen Füssen zwei an den Ecken ausgezackte Quadrate (Steine) liegen. Um die Haare trägt er einen Reif in Form eines wulstförmigen Stoffbandes (Pausch), mit einem eisernen Kiefernzweig an der rechten Seite:
29.07.2025: Das Rathaus in Stendal ist ein Backsteinbau aus mehreren, zu verschiedenen Zeiten entstandenen Trakten. Aus dem 14. Jahrhundert stammt die rote unverputzte Gerichtslaube, die sich in spätgotischen Bögen hin zum Markt öffnet. In ihr tagte einst das Marktgericht. Jüngste dendrochronologische Untersuchungen des Dachstuhls lassen eine Rückdatierung der Gebäudekonstruktion auf ca. 1350 zu. An die Gerichtslaube stösst das in der Mitte bis Ende des 15. Jahrhunderts errichtete Gewandhaus an, mit dem heutigen Ratskeller. Der Ratskeller besitzt einen hallenartigen Hauptraum, der aus zwei Schiffen mit Kreuzrippengewölben besteht. Ursprünglich war dieser Raum die Kaufhalle der Gewandschneidergilde, wo Ballen und Tuche gehandelt wurden. Ein ganz besonderes Schmuckstück ist die Schnitzwand von 1462 in der alten Ratsstube im Obergeschoss des Gewandhauses. Sie ist Teil einer ehemaligen Gesamtvertäfelung des Raumes und die älteste erhaltene profane Schnitzwand Deutschlands, älter als die berühmten Holzvertäfelungen in den Rathäusern zu München (1481) und zu Goslar (um 1500). Auf der gesamten Vertäfelung waren einst der Kaiser und die sieben Kurfürsten des Reiches abgebildet. Ende des 15. Jahrhunderts kam der rechtwinklig zu Gerichtslaube und Gewandhaus stehende und der Achse der Marienkirche folgende Corpsflügel, der Hauptflügel, hinzu. Er wurde im 16. Jahrhundert verändert und sieht heute wie ein Renaissancegebäude aus – weiss verputzt mit Schweif- und Zwerchgiebeln. Im 19. Jahrhundert setzte man links daneben noch einen weiten Baukörper im Stil der Renaissance. Im Inneren des Corpsflügels sind heute noch die gotischen Gewölbe zu sehen und im Amtszimmer des Bürgermeisters, dem Kagelwitzzimmer, findet sich ein Sterngewölbe mit hölzernem Schlussstein. Seit 1525 steht vor dem Stendaler Rathaus die Kolossalfigur des Rolands, ein Zeichen der Rechte und Freiheiten der mittelalterlichen Stadt. Diese Sandsteinfigur hat die beachtliche Gesamthöhe von 7,80 m. Einst war Stendal einer der grössten norddeutschen Handelsplätze. Es gab Verbindungen nach Hamburg, Lübeck und Flandern, aber auch nach Augsburg und Nürnberg und bis nach Tirol. Sowohl den prächtig ausgestatteten Kirchen als auch dem Rathaus sieht man noch heute an, welch Reichtum diese Handelsbeziehungen mit sich brachten:

29.07.2025: Hinter dem Rathaus recken sich die gotischen Türme der Kirche St. Marien eindrucksvoll in die Höhe. Die Kirche wurde 1283 erstmals erwähnt. Zunächst wurde die St.-Marien-Kirche als romanische Basilika gebaut. Im späten 14. Jahrhundert erhielt dieser Bau zwei Türme. 1420 begann man damit an Stelle der romanischen Basilika eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche mit Umgangschor zu setzen. Schon 1447 wurde das Kirchenschiff überwölbt und am Bartholomäustag desselben Jahres geweiht. Die Marienkapelle baute man von 1470 bis 1473 an. In dieser Zeit wurde auch der Hochaltar aufgestellt. Die heutigen Doppeltürme wurden um 1516 vollendet. Die Kirche diente der Kaufmannsgilde als Hauptpfarrkirche und schliesst sich als Ratskirche direkt ans Rathaus an. 1538 wurde in der Marienkirche die erste reformatorische Predigt in der Mark Brandenburg gehalten. Ein besonderes Ausstattungsstück ist die gotische Bronzefünte, die im 13. Jahrhundert die steinernen Taufbecken vor allem in den Hansestädten und an der südlichen Ostseeküste ablösten. Dieses Taufbecken stammt von 1474 und ruht auf den vier Evangelisten: Matthäus als Engel, Johannes mit einem Adlerkopf, Lucas mit einem Stierkopf und Markus mit einem Löwenkopf, bei dem sich als Besonderheit die Zunge bewegen lässt. Ein weiteres einzigartiges Ausstellungsstück ist die astronomische Uhr, die sich unterhalb der Orgelempore befindet. Sie ist, wie alle astronomischen Uhren, mit drei mal drei Metern sehr gross und entstand, wie im Tierkreiszeichen Löwe erkenntlich, im Jahr 1552. Die Tageszeit wird auf ihr in einer 24-Stunden-Einteilung gezeigt:

29.07.2025: Am Südrand des Mönchskirchhofes steht die kleine spätgotische Backsteinkirche St. Anna. Sie war einst die Kirche des Franziskanerinnen-Klosters. Heute ist sie die Parrkirche der katholischen Gemeinde in Stendal. Zu ihrer Ausstattung gehört unter anderem ein beachtenswerter Marienaltar aus der Zeit um 1430/40:

29.07.2025: Die Stadtbibliothek ist eine öffentliche Einrichtung der Hansestadt Stendal. Sie wurde 1935 gegründet und befindet sich in der Klosterbibliothek, dem einzig erhaltenen Bestandteil eines ehemaligen Franziskanerklosters in der Stadtmitte Stendals. Dieses ist ein zweigeschossiger Backsteinbau mit typischen Formen der hochgotischen Architektur in Norddeutschland. Im Jahre 2012 wurde das Gebäude teilsaniert und durch einen modernen Anbau erweitert. Die Stadtbibliothek ist eine kombinierte Kinder- und Erwachsenenbibliothek:

29.07.2025: Der erste Bau aus der Zeit um 1250 war aus Feldsteinen errichtet. Von ihm ist noch eine romanische Rundbogenpforte an der Südseite des Chores erhalten. Um 1300 entstand dann der hochgotische Backsteinbau unter Verwendung von Feldsteinen für den Chor. Der Turmhelm in seiner Gestalt mit den vier Zwergtürmchen stammt aus dem Jahre 1583. Die Kirche besitzt einen im 15. Jahrhundert eingebauten Lettner aus Backstein. In seiner Wand stehen Schnitzfiguren aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts, Christus und die zwölf Apostel. Darüber befindet sich ein grosses Kruzifix mit den Evangelistensymbolen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Hochalter ist zusammengesetzt aus zwei Flügelaltären aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Um 1600 entstand die hölzerne Kanzel. Im Geläut gibt es zwei alte Bronzeglocken. Eine von Ihnen goss der berühmte Niederländer Gerhard van Wou im Jahre 1490 zusammen mit den beiden grossen Glocken der Marienkirche. Der Meister hatte offensichtlich in Stendal einen grösseren Auftrag erhalten. Von ihm sind noch weitere Glocken bekannt aus Demker und Beikau im Kreis Stendal. Eine zweite Glocke der Petrikirche goss 1498 Herrmann Vogel aus Soest. Am 12. Dezember 1717, dem 3. Advent, wurde in der Petrikirche Johann Joachim Winckelmann getauft:

29.07.2025: Das Winckelmann-Museum widmet sich dem Leben und Werk Johann Joachim Winckelmanns (1717-1768), dem Begründer der Klassischen Archäologie und Kunstgeschichtsschreibung. Im Zentrum des 2016-2018 grunderneuerten, weitgehend barrierefreien Museumsquartiers steht die ständige Ausstellung zu Winckelmann, die sich nun im modernen Antlitz präsentiert. Im generationsübergreifenden Familienmuseum können Klein und Gross die römische Welt spielerisch erkunden. Ein Skulpturenhof lädt zum Verweilen, Schauen und Lauschen akustischer Geschichten ein. Unter dem Motto 8000 Jahre Kunst – das Mäzenaten-Museum können die Besucher in neu eingerichteten Schaumagazinen jene Sammlungen bestaunen, die von Mitgliedern der Winckelmann-Gesellschaft dem Haus grosszügig geschenkt wurden. Sonderausstellungen mit Themenschwerpunkten zur Kunst und Kultur des Altertums, zum 18. Jahrhundert oder zur Antikenrezeption bis in die Gegenwart ergänzen das Ausstellungsprogramm des Hauses. Ausserdem kann die Winckelmann-Bibliothek von interessierten Lesern besucht werden:
