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25.07.2025: Um 1820 erreichte die Einwohnerzahl Wolfenbüttels die neuntausender Marke, damit einher stieg auch die Zahl der Schulpflichtigen an. In dieser Situation fiel das Haus Schlossplatz 19 (Eckhaus zum Schulwall) an den Fiskus. Der gab es 1821 an den Stadtmagistrat zur Einrichtung einer Töchterschule. Nicht unerwähnt sei noch, dass das Gebäude zuvor schon mal in gewisser Weise als Schule gedient hatte. 1790 zog der Pädagoge Ernst Christian Trapp (1745-1818) von Braunschweig hierher. Um seine Leibrente etwas aufzubessern, unterhielt er in den Räumlichkeiten bis zu seinem Tode ein Schulpensionat:

25.07.2025: Bereits auf den ersten Blick bringt das Schloss Wolfenbüttel seine Besucherinnen und Besucher durch die prunkvolle Architektur und herrlichen Verzierungen zum Staunen. Das Gebäude ist das zweitgrösste Schloss Niedersachsens und hat auch kulturell einiges zu bieten. Die ehemalige Wasserburg wurde im Jahr 1074 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und 1255 aufgrund von Differenzen zwischen Gunzelin von Wolfenbüttel und Herzog Albrecht I. komplett zerstört, 1283 aber wieder aufgebaut. Der heutige Schlossgrundriss stammt noch aus dieser Zeit. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Schloss mehrmals zerstört und neu errichtet. Zur Residenz des Adelsgeschlechts der Welfen aus Braunschweig wurde das Schloss etwa im Jahr 1350. In der Epoche des Barocks wurde die Fassade umgestaltet, das steinerne Eingangsportal und die kunstvollen Skulpturen des österreichischen Bildhauers Franz Finck sind noch erhalten. Sie stellen die Pflichten und Tugenden dar, für die Herzöge stehen. Ab 1770 lebte Gotthold Ephraim Lessing, der eine Anstellung als Bibliothekar an der Biblioteca Augusta innehatte, ein paar Jahre lang in einer Wohnung im Wolfenbütteler Schloss. Heute befinden sich in den Räumlichkeiten des hochherrschaftlichen Gebäudes ein Gymnasium sowie das einzige Residenzmuseum des Barocks und Absolutismus in der Braunschweiger Umgebung. Besucherinnen und Besucher wandeln hier auf den Spuren der Welfer. In 15 original nachempfundenen Gemächern kann der für den Absolutismus typische Prunk bestaunt werden. Im Schloss Wolfenbüttel wird Geschichte lebendig und greifbar. Ausserdem finden hier regelmässig weitere kulturelle Veranstaltungen, beispielsweise Kunstausstellungen, statt:

25.07.2025: Das Zeughaus wurde zwischen 1613 und 1619 als Kaserne und Lagerstätte für Kriegsgerät im Stil der Spätrenaissance erbaut. Das Gebäude steht in unmittelbarer Nähe des Schlosses Wolfenbüttel und befand sich ursprünglich innerhalb des Festungsringes der Dammfestung. Das Zeughaus ist heute ein wesentlicher Bestandteil des Architekturensembles des Wolfenbütteler Schlossplatzes und gilt als einer der grössten Renaissancebauten Norddeutschlands:

25.07.2025: Das heutige Bibliotheksgebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Stil eines florentinischen Palazzo errichtet und ersetzte die baufällige berühmte Bibliotheksrotunde des vorherigen Jahrhunderts. Heute befindet sich in dem imposanten Gebäude eine moderne Forschungsbibliothek von internationalem Rang. Ungefähr eine Million Bände, davon circa 350.000 Bände aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, beinhaltet die Sammlung der Herzog-August-Bibliothek. Gäste aus aller Welt besuchen die musealen Räume der Bibliothek, um die bibliophilen Kleinodien vergangener Zeiten zu bestaunen. Neben der Dauerausstellung gibt es regelmässig Sonderausstellungen sowie ein vielfältiges Kulturprogramm. Der Schatz der Schätze in der Bibliotheca Augusta und Besuchermagnet schlechthin ist das 1983 in London für 32,5 Millionen DM ersteigerte Evangeliar Heinrichs des Löwen. Eine der prächtigsten und kunsthistorisch wertvollsten Handschriften des Mittelalters hat nun seinen endgültigen und prominenten Platz in Wolfenbüttel gefunden:

25.07.2025: Der Kuba-Komet, das Stadtmodell von 1747, der bucklige Friedel von Wilhelm Busch, ein selbstgebauter Fluchtkoffer von 1944 mit Rädern – das 2017 eingeweihte Bürger Museum zeigt an Themeninseln aussergewöhnliche und typische Ausstellungsstücke Wolfenbütteler Stadt- und Bürgergeschichte der vergangenen 500 Jahre. Zu diesem Zweck wurde die ehemalige Jahnturnhalle, die im 19. Jahrhundert als Reithalle errichtet wurde und später als Sporthalle für Leichtathletik, Basketball und Boxveranstaltungen diente, zu einem modernen Museum am historischen Ort umgebaut. Unter dem Motto Bürger erzählen lädt das Bürger Museum Wolfenbüttel zu vielen partizipativen Projekten ein und erklärt mit grosser Lebendigkeit die Geschichten hinter den ausgewählten Exponaten:
25.07.2025: Der Kornspeicher Wolfenbüttel, auch bekannt als Proviantboden oder Magazinhaus ist das grösste Fachwerkgebäude in der niedersächsischen Stadt Wolfenbüttel. Das Gebäude wurde zwischen 1659 und 1662 errichtet, um die wachsenden Lagerbedürfnisse des Hofes unter Herzog August dem Jüngeren zu erfüllen. Im 19. Jahrhundert erhielt das Haus einen steinernen Sockel und wurde auf der Westseite verkürzt. Das Gebäude zeigt traditionelle Handwerkstechniken der Region mit seinem Fachwerk-Design, das die Art widerspiegelt, wie Menschen Lebensmittel damals sicher lagerten. Wer das Haus heute betrachtet, kann die Sorgfalt erkennen, mit der Handwerker die Struktur gebaut haben, um Getreide vor Feuchtigkeit und Schädlingen zu schützen:
25.07.2025: Das Amtsgericht Wolfenbüttel ist eines von neun Amtsgerichten im Landgerichtsbezirk Braunschweig. Das Amtsgericht hat insgesamt 68 Mitarbeiter, darunter zehn Richter und neun Rechtspfleger. Übergeordnetes Gericht ist das Landgericht Braunschweig. Um 1888 entsteht anstelle alter Stallbauten ein zweigeschossiges Gebäude aus gelben Sandstein, dass aber 1971 zu Gunsten des zweigeschossigen Neubaus wieder abgerissen wurde:

25.07.2025: Die Schünemannsche Mühle von 1875 beherbergt heute das Gästehaus der Bundesakademie für Kulturelle Bildung. Die Mühle ist eine Station an der Niedersächsischen Mühlenstrasse, kann aber nur von aussen besichtigt werden. Der Mühlenbetrieb wurde 1974 eingestellt:

25.07.2025: Die ehemals neue herzogliche Kanzlei wurde 1587 bis 1590 durch Um- und Anbauten älterer Gebäudeteile und unter Verwendung von Grundmauern eines Vorwerkes auf Veranlassung von Herzog Julius durch den Baumeister Hans Vredemann de Vries errichtet und zeigt sich heute als eines der schönsten Renaissancebauwerke in Wolfenbüttel. Seit 1956 ist das Gebäude Sitz der Abteilung Ur- und Frühgeschichte des Braunschweigischen Landesmuseums mit der archäologischen Schausammlung unserer Region. In moderner Aufmachung wird dem Besucher eine archäologische Dauerausstellung präsentiert, die durch 500.000 Jahre Geschichte des Braunschweiger Landes führt. Chronologisch aufgereiht, von der Urgeschichte durch alle Epochen der Frühgeschichte bis zur fränkischen Eroberung des sächsischen Stammesgebietes und dem damit beginnenden Mittelalter begibt sich der Besucher auf eine Zeitreise. Die wird verständlich und vor allem sehr anschaulich dargestellt:

25.07.2025: Die Hauptkirche Beatae Mariae Virginis zu Wolfenbüttel ist der erste bedeutende protestantische Grosskirchenbau der Welt. Der Name der Kirche bedeutet Der seligen Jungfrau Maria und für dieses erste gross gedachte Kirchengebäude des Protestantismus gab es in der Geschichte keinerlei Vorbilder. Herzog Heinrich Julius, Wegbereiter der Reformation in Wolfenbüttel, gab den Bau der Kirche in Auftrag, 1608 begann der herzogliche Baumeisters Paul Francke mit der Errichtung. Die Vorgaben waren komplex, einerseits sollte der Bau als Gotteshaus für Predigten und das Abendmahl genutzt werden können, andererseits sollte er die Pracht und Macht der Fürsten repräsentieren sowie als Grablege für die fürstliche Familie dienen. So verschieden wie die erwünschten Zwecke sind auch die Elemente, die in den Bau mit einflossen, charakteristische Züge aus Gotik, Renaissance und Barock verschmelzen unter dem Oberbegriff Manierismus zu einem prachtvollen Bauwerk. Im Inneren fasziniert Beatae Mariae Virginis Gläubige und Kunstinteressierte mit dem aus Holz geschnitzten Hochaltar des Freiberger Bildschnitzers Bernhard Ditterich, der bildlichen Darstellung der Passionsgeschichte sowie der reich verzierten Orgel mit ihrem eindrucksvollen Orgelwerk mit 53 Registern:
