02.10.2025: Die Geschichte des Schlosses geht bis ins Mittelalter zurück. So diente die Burg Gottorf von 1161-1268 als Sitz der Bischhöfe von Schleswig. Im Jahr 1268 tauschte Herzog Erich I. von Schleswig die Burg gegen die Burg von Schwabstedt und Gottorf blieb fortan in weltlichem Besitz. 1288 liess Herzog Waldemar IV. von Schleswig den Westflügel abbrechen und die Burg ab 1295 in eine Vierflügelanlage umwandeln. 1326-1459 residierten die Schauenburger Grafen auf Gottorf, das 1460 an den dänischen König Christian I. fiel. Sein Sohn, der spätere König Friedrich I., übernahm das Schloss 1490 und nahm einen Brand im Jahr 1492 zum Anlass für weitreichende Umbauten. Nach einem weiteren Brand in der Neujahrsnacht 1564/65 wurde das Schloss in unterschiedlichen Bauabschnitten zu einer vierflügeligen Festungsanlage ausgebaut. Unter Herzog Friedrich III. (1597-1656) erlebte Gottorf seine Blüte und wurde zu einem der bedeutendsten Fürstenhöfe Europas. Künstler und Gelehrte wurden an den Hof geholt und Expeditionen bis in den Orient gesandt. Der Gottorfer Globus, der Barock-Garten und die wertvollen Sammlungen der Kunstkammer genossen einen hervorragenden Ruf und der Gottorfer Hofstaat bestand zeitweilig aus mehr als 400 Personen. Herzog Freidrich IV. starb während des Grossen Nordischen Krieges und erlebte Gottorfs Umbau in eine barocke Residenz nicht mehr. Bis zu seinem Tod wurde nur der Südflügel fertig, die übrigen Pläne wurden nicht mehr ausgeführt. Nach dem verlorenen Krieg wurden die Länder Schleswig und Holstein im Jahr 1713 verschiedenen Herrschern zugesprochen und fortan gehörte das Herzogtum Schleswig mit Gottorf zum Machtbereich des dänischen Königs, der zugleich den Titel des Herzogs von Schleswig erhielt. Im Jahr 1848 wurde in Gottorf ein dänisches Lazarett eingerichtet. Die einstigen Paradezimmer wurden zu Schlaf- und Esssälen umgebaut, die Nebengebäude abgerissen, die Verteidigungsanlagen geschleift und der Niedergang des Schlosses nahm seinen Anfang. Nach 1945 wurde Gottorf als Auffanglager für Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten genutzt und so wurden zeitweise mehrere hundert Flüchtlinge im Schloss untergebracht. 1948 schliesslich wurde Schloss Gottorf zum Sitz zweier Landesmuseen – dem heutigen Museum für Kunst- und Kulturgeschichte und dem Museum für Archäologie – erklärt und ab 1972 wurden die kaserenenmässigen Ein- und Umbauten im Zuge einer Grundinstandsetzung entfernt.
Der Südflügel ist der imposanteste und größte Bauteil:

Der Westflügel mit Schlachterturm wurde ab 1530 errichtet:

Der Nordflügel ist der älteste Bauteil, in ihm sind noch Teile der alten Burg enthalten:

Das Kavaliershaus liegt südlich des imposanten Hauptschlosses und ergänzt das historische Ensemble der Museumsinsel:

Kreuzstall – östlich des Schlosses befanden sich die umfangreichen Marställe für die Pferde und Wagen der herzoglichen Familie und anderer Würdenträger:

Neuwerkgarten mit Tempel und Barockgarten:






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