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BAD NAUHEIM

(32.500 Einwohner, 151 m ü. NHN) ist eine Kurstadt und nach Bad Vilbel die zweitgrösste Stadt im hessischen Wetteraukreis in Deutschland. Die Bedeutung Bad Nauheims ist in den Solquellen begründet, die am Fusse des Johannisbergs zutage treten. Ihre Nutzung lässt sich bis in das 5. vorchristliche Jahrhundert zurück verfolgen, als keltische Salzsieder an der Usa siedelten. Fränkische Siedler gründen um 900 n. Chr. das Dörfchen Niwiheim, ein Söderdorf. Auch sie leben von der Salzgewinnung, die in der Römerzeit nicht weitergeführt worden war. Während des Mittelalters betreibt eine Söderzunft die Salzgewinnung. Nauheim wäre sicher ein kleines Städtchen mit bäuerlicher Struktur geblieben, hätte man nicht die heilende Wirkung der salzigen Quellen entdeckt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschicken die Bad Nauheimer Sole zur Behandlung Kranker nach Wilhelmsbad und Hanau. Im benachbarten Friedberg nutzen bereits zwei Ärzte die heilende Wirkung des salzigen Wassers. Mit der Gründung der „Ersten Solbadeanstalt zu Nauheim“ beginnt der Aufstieg zum Heilbad. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstehen neue Badehäuser und immer mehr Unterkünfte für die Kurgäste. Dank des 1846 hervorgebrochenen Grossen Sprudels und des kurze Zeit später erbohrten Friedrich-Wilhelm-Sprudels hat man genug Quellwasser für die Behandlung der zahlreichen Badegäste. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts reichen die bestehenden Badeanlagen für die wachsende Zahl der Kurgäste nicht mehr aus. Auf Veranlassung von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein entstehen neue Bade- und Kuranlagen im Jugendstil. Die Zahl der Kurgäste steigt auf mehr als 35.000 im Jahr, darunter viele Russen und Amerikaner. Doch auch den weniger begüteten Menschen kann ein Kuraufenthalt ermöglicht werden. Die erste soziale Einrichtung entsteht bereits 1898 durch die Stiftung von Francis Theodora Konitzky. In der Folge wandelt sich das Kurhospital von bescheidenen Anfängen zu einer vielbeachteten Institution. Seit Mitte der fünfziger Jahre etablieren sich in Bad Nauheim zunehmend Kurheime der Versicherungsanstalten des Landes und Bundes. Durch die offenen Kuren der Krankenkassen erlebt Bad Nauheim einen neuen Aufschwung als Sozialbad. Zur Sicherung des Kurbetriebs siedeln sich immer mehr Fachkliniken für Herz- Kreislauferkrankungen an und bescheren dem Herzheilbad eine zweite Blütezeit. 1975 kommen über 60.000 Kurgäste nach Bad Nauheim. Das Kurhaus entwickelt sich zu einem bedeutenden Tagungs- und Kongresszentrum. 1972 werden im Zuge der hessischen Gebietsreform Nieder-Mörlen, Schwalheim, Rödgen, Wisselsheim und Steinfurth eingemeindet. Bad Nauheim ist nun die grösste Stadt des Wetteraukreises.

Den Johannisberg erreicht man über bequeme Fusswege – oder auch mit dem Auto. Oben angekommen, eröffnet sich ein einmaliger Blick über Bad Nauheim, weit hinaus in die Wetterau bis hin zum Vogelsberg und zur Stadt Frankfurt. Bad Nauheims Hausberg befindet sich 268 m über dem Meeresspiegel. Durch seine herausragende Lage war der Johannisberg bereits lange vor dem Christentum Kultstätte heidnischen, keltischen und germanischen Brauchtums. Funde belegen eine Besiedlung bereits in der Stein- und Bronzezeit. Bereits 779 soll hier eine Missionskirche errichtet worden sein. Die Johanniskirche wurde als Tauf- und Mutterkirche zur Urpfarrei der ganzen nördlichen Wetterau. Während der Reformationszeit wurde die Kirche allerdings aufgegeben und verfiel schnell. Einzig der Kirchturm blieb in seinen Grundmauern erhalten und wurde 1866 zum Aussichtsturm umgebaut. Seit 1965 beherbergt der Turm die Volkssternwarte. Nur wenige Schritte von der Volkssternwarte entfernt steht man vor den Überbleibseln eines römischen Signalturms aus dem 2. Jahrhundert, der zum UNESCO Weltkulturerbe Limes gehört. Er ist der besterhaltenste Signalturm entlang des Limes.

Die Volkssternwarte im Johannisbergturm:

Überreste eines römischen Signalturms:

Hinweistafeln auf dem Johannisberg:

Das geschlossene Café Restaurant Johannisberg:

Ausblicke vom Johannisberg auf Bad Nauheim mit seinen Kirchen und Gradierwerken…:

…und auf Friedberg mit seiner Burg:

Treppenauf- und abtieg zum Johannisberg:

Bahnhof Bad Nauheim:

Kurhaus und Jugendstiltheater:

Direkt neben dem Hotel Villa Grunewald befindet sich die Elvis Stele auf dem Elvis-Presley-Platz. Sie wurde am 26. August 1995 eingeweiht und ist seit dem Gedenkstätte für Elvis-Fans aus der ganzen Welt. Blumen und kleine Botschaften werden von den Fans in allen Sprachen der Welt niedergelegt:

Maschinenzentrale und ehem. Saline mit Werkstattgebäude:

Blick vom Bahnhof zum Johannisberg:

Gradierwerke V + IV mit dem Mühlenturm:

Blick zum Steinkopf:

Gradierwerk III mit Wasserrad am Ludwigsbrunnen und Café:

Die Usa am Gradierwerk III:

Gradierwerk II:

Gradierwerk I:

Katholische Pfarrkirche St. Bonifatius:

Jeder Elvis-Fan kennt es, das auf der Usa-Brücke geschossene Foto von Elvis in Uniform, wie er lässig am Geländer lehnt. Die deutschlandweit einmalige Elvis Statue aus Bronze steht seit August 2021 auf der sanierten Brücke:

Evangelische Dankeskirche:

Ein heiß begehrtes Fotomotiv ist die Burgpforte, wo das Bild für das Plattencover von „A Big Hunk O‘ Love“ entstand:

Ein Schmuckstück der Stadtgeschichte Bad Nauheim ist das Gasthaus Zur Krone. Nicht als Gasthaus gedacht, wurde es im Jahre 1661 im fränkischen Fachwerkbaustil errichtet:

Rathaus:

Altes Rathaus am Marktplatz:

Der junge Franklin begleitete seine Eltern James und Sara Roosevelt in den Jahren 1891 bis 1896 zu mehreren Kuraufenthalten nach Bad Nauheim. Während des ersten Aufenthaltes besuchte der Neunjährige für etwa sechs Wochen die städtische Volksschule, die sich von 1869 bis 1902 im späteren Rathausgebäude, Friedrichstrasse 3, befand:

Der Waitzsche Turm:

Der Sprudelhof:

Alle Aufnahmen entstanden während eines zweiwöchigen Kuraufenthalts am 27.11. + 05.12.2021.

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