Stadttürme
17.06.2022: Von König Rudolf von Habsburg erwirkte Graf Gerhard IV. von Diez im Jahre 1281 die Stadtrechte für Camberg. In der zweiten Hälfte des 14. Jh. wurde die neue Stadt mit einer Mauer und 13 Türmen befestigt. Die beiden Ein- und Ausgänge, das Untertor und Obertor, wurden besonders befestigt und mit schweren Toren versehen. Am Untertor wurde zur Sicherung eine grosszügige Zwingeranlage erbaut. Mit einer Neigung von 1,44 m steht der Turm dicht an der Stadtmauer. Die sich an den Turm und die Stadtmauer lehnenden Fachwerkhäuser der Kirchgasse wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Vermutlich geriet der Turm schon zur Bauzeit 1394 in Schieflage. Von der Befestigungsanlage ist heute nur noch der Hauptturm erhalten. Das Zeltdach des Turmes wurde in den letzten Kriegstagen 1945 in Brand geschossen. 2001 wurde der Turm saniert und mit einem neuen Dach versehen. Der neue Turmhelm ruht auf einer Stahlkonstruktion, die auf dem Mauerwerk der Türmerstube verankert ist. Die Öffnung des Turms in etwa halber Höhe war der Durchgang zum Wehrgang auf dem Stadttor. Von dort aus ist der Turm heute von aussen zugänglich und kann zu besonderen Anlässen besichtigt werden:

04.06.2022: Zwar eher unscheinbar und scheinbar deplatziert wirkend, gehört der 1870 errichtete Fischerturm (Fischerwachturm) am Alten Hafen neben dem bekannten Wassertor doch zu den wichtigsten maritimen Denkmälern in der Hansestadt Wismar. Der Turm war früher mit einem Sturmball ausgestattet, an dem die Fischer die für ihre Fangplanung wichtigen Windverhältnisse ersehen konnten. Ausserdem umgab ein Schuppen den Turm, der heute zudem viel tiefer im Erdreich steckt als früher, da im Lauf der Zeit das Straßenniveau immer weiter angehoben wurde. Der Fischerturm steht unter Denkmalschutz und ist Teil der UNESCO-Welterbestätte „Historische Altstädte Stralsund und Wismar“:

03.05.2022: Der Turm steht an der Ostseite der Altstadt, zwischen den nicht mehr vorhandenen Bauwerken Kalchtor und Wasserturm. Gegenüber befindet sich der ZOB und der Memminger Bahnhof. Der Turm war rechteckig und hatte ein Satteldach und ähnelte wahrscheinlich dem Hexenturm. Heute ist es ein rechteckiger, fast quadratischer Turm mit einem blechgedeckten Flachdach. Der Pulverturm hat eine wechselvolle Geschichte. Er wurde um 1350 bei der zweiten Stadterweiterung erbaut. Bis zum Ende der Reichsstadtzeit diente er als Aufbewahrungslager für das Schiesspulver. In seiner Nähe befand sich eine Pulvermühle, weshalb er auch Pulvermühlturm genannt wurde. Beim Bahnbau 1863 war er der einzige Turm, der vom Abriss verschont blieb. Trotzdem wurde an ihm viel umgebaut, so dass von seinem ursprünglichen Aussehen nicht mehr viel vorhanden ist. In den Dreissigerjahren des 20. Jahrhunderts wurde er in ein Café integriert, das später zu einem Abendlokal, dann zu einem Tanzlokal erweitert wurde. Heute ist der Betrieb geschlossen. Vereinzelt finden dort noch Abendveranstaltungen statt:

03.05.2022: Der rechteckige Turm besteht im Unterbau aus Tuffstein und im Oberbau aus Backsteinen und besitzt ein Satteldach. Durch ihn führt der Wehrgang an der Hohen Wacht. Der Soldatenturm stammt aus der zweiten Stadterweiterung im 14. Jahrhundert. Er ist einer von früher insgesamt fünf gleichen Türmen zwischen der Hohen Wacht und dem Lindauer Tor. Zwei brachen bei der Stadtbelagerung von 1647 zusammen, zwei weitere wurden im 19. Jahrhundert abgebrochen. Der Name leitete sich vermutlich von der davor liegenden Roten Kaserne ab:

03.05.2022: Der Turm steht an der Westseite der sogenannten Ulmer Vorstadt zwischen dem Weissen Mehlsack und dem Kerkerturm. Der Schwalbenschwanzturm ist ein aus Ziegeln gemauerter runder Turm. An der Rückseite ist er im Eingangsbereich abgeflacht und mit einfachem Fachwerk versehen. Die ehemalige Standfläche ist nicht mehr erhalten. Heute hat er ein mit Dachziegeln bedecktes Schrägdach. Die Zinnen sind wie Schwalbenschwänze gemauert. Im Frühjahr 2008 musste das Fachwerk an der Rückseite des Turms durch Backsteinmauerwerk ersetzt werden, da das Holz nicht mehr tragfähig war. Der Schwalbenschwanzturm wurde 1445 als Geschützturm bei der letztmaligen Stadterweiterung erbaut. Er diente vor allem dazu, die Achillesferse der Stadt, die Ecke zwischen der Ulmer Vorstadt und der alten Welfenstadt, abzusichern. Des Weiteren wurde er zur Verteidigung der Grimmelschanze eingesetzt. Der Name Grimmelturm stammt von dem dahinterliegenden innerstädtischen Grundstücken der Herren von Grimmel, einer ehemaligen Patrizierfamilie Memmingens. Der Turm war früher zur Stadtseite hin offen und wurde erst später durch eine Mauer geschlossen. Der Turm hatte vier Stockwerke, von denen nur noch zwei vorhanden sind. Das unterste Geschoss befindet sich jetzt auf Bodenniveau, da der Verteidigungsgraben zugeschüttet wurde. Das oberste Geschoss ist durch das nachträglich aufgesetzte Dach nicht mehr vorhanden:

03.05.2022: Der Luginsland war der höchste Verteidigungsturm der Stadt. Er wurde 1806 wie andere Memminger Stadttürme auf Verlangen der Franzosen abgebrochen. Der Turm war der östliche Eckturm der sogenannten Ulmer Vorstadt zwischen dem Bettelturm und dem Ulmer Turm. Der Luginsland war ein aus Ziegel gemauerter, runder Turm. Das Dach war ebenfalls rund, nach oben gezogen, mit einer kleinen Wetterfahne abgeschlossen und mit Dachziegeln gedeckt. Unter dem Dach befand sich eine Galerie mit Schiessscharten. Der Luginsland wurde 1445 bei der letzten Stadterweiterung als Geschützturm erbaut. Er diente vor allem dazu, das angrenzende Ulmer Tor und den Stadtgraben abzusichern. Er war der höchste der insgesamt 30 Türme umfassenden Wehranlage. Aus diesem Grund wurde er auch Luginsland genannt (hochdeutsch: Schau in das Land). Auf Betreiben Napoleons musste er 1806 zusammen mit vier weiteren Türmen abgebrochen werden. Nur die Grundmauern aus Tuffstein blieben erhalten. Eine Gedenktafel an der Stadtmauer erinnert an den einstigen Turm:

03.05.2022: Der Turm steht an der Ostseite der sogenannten Ulmer Vorstadt zwischen dem Einlass und dem nicht mehr vorhandenen Luginsland. Der Bettelturm ist ein aus Ziegeln gemauerter, runder Turm. An der Rückseite ist er im Eingangsbereich abgeflacht und mit einfachem Fachwerk versehen. Das Dach ist ebenfalls rund, nach oben gezogen und mit einer kleinen Wetterfahne abgeschlossen. Bedeckt ist er mit Dachziegeln. Der Bettelturm wurde 1471 bei der letzten Stadterweiterung als Geschützturm erbaut. Er diente vor allem dazu, den Einlass und den Stadtgraben abzusichern. Woher sich der Name ableitet, ist nicht bekannt. Er diente im 19. Jahrhundert auch als Armenhaus. Heute wird er von der Schwimmabteilung des TV Memmingen benutzt:

03.05.2022: Der Hexenturm wurde um 1150 als Teil der Memminger Stadtbefestigung errichtet, der obere Aufbau stammt aus dem 14. Jahrhundert. Er war einer von drei Gefängnistürmen der Stadt. Ein an die Stadtmauer angebautes Haus gehört zum Ensemble des Hexenturm, heute wird es als Geräteschuppen des städtischen Bauhofs genutzt:

26.03.2022: Er diente erst als Gefängnis für Hexen und später als Folterkammer und Gefängnis für Diebe. Überlieferungen zufolge sass die letzte Hexe 1739 ohne jegliches Gerichtsverfahren im Turm. Dort liess man die angebliche Hexe Christine aus Erkshausen verhungern. Durch die untere Luke wurden die Gefangenen in den Turm gelassen, durch ein Loch in der Decke des unteren Turmraums warf man die Nahrung herab:
