Kirchen
01.08.2025: Die St. Johanniskirche, 1906 im neoromanischen Stil erbaut, wurde die Nachfolgekirche für die zu klein gewordene Hospitalkapelle und Gotteshaus für die wirtschaftlich aufstrebende Süderstadt. Bemerkenswert sind die Buntglasfenster aus der Quedlinburger Werkstatt von Ferdinand Müller. Sie zeigen die vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und die vier Propheten: Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel sowie die Taufe Jesu Christi durch Johannes den Täufer, dargestellt auf einer Rosette im Altarraum. Die Orgel stammt aus der Werkstatt des bekannten Orgelbaumeisters Röver aus Hausneindorf:

01.08.2025: Die Kathedrale Sankt Sebastian ist der Mittelpunkt des Bistums Magdeburg. Wie soviel in Magdeburg zeugt auch diese Kirche von der langen Tradition des christlichen Glaubens in der Region. Bereits um 1015 weihte Erzbischof Gero am Ort der heutigen Kathedrale eine Stiftskirche. Die wurde allerdings schon um 1170 durch die noch heute vor allem im Turmbereich erkennbare romanische Basilika Sankt Sebastian ersetzt. Bei Grossfeuern 1188 und 1207 zweimal stark beschädigt wurde Sankt Sebastian im 14. und 15. Jahrhundert schliesslich zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut. Im Dreissigjährigen Krieg erneut stark in Mitleidenschaft gezogen, fristete das Gotteshaus dann für lange Zeit ein kaum beachtetes Dasein. Der nördlich der Kirche gelegene Kreuzgang verfiel in dieser Zeit gänzlich. Während der Napoleonischen Kriege und in der Mitte des 19. Jahrhunderts diente die heutige Kathedrale dann nur noch als Lagerraum. Erst im Jahr 1873 kam Sankt Sebastian zurück in den Besitz der katholischen Gemeinde von Magdeburg. Der erste Gottesdienst fand 1878 statt. Beim Bombenangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 wurde auch die Sebastianskirche schwer beschädigt. Trotzdem wurde das Gotteshaus 1949 zur Hauptkirche des Erzbischöflichen Kommissariats erhoben und später die Mitte des Bischöflichen Amtes Magdeburg. Seither hat Sankt Sebastian zahlreiche Reparaturen und Umbauten erfahren. In den 80-er Jahren kamen verschiedene moderne Elemente hinzu wie beispielsweise das Bronzeportal des Paderborner Künstlers Jürgen Suberg. Die letzten Arbeiten, der Einbau einer neuen Empore und das Verlegen des Altarraums in die Vierung, wurden im Frühjahr 2004 beendet. Der Einbau der neuen Hauptorgel erfolgte im Frühsommer des darauf folgenden Jahres:

31.07.2025: Das älteste noch erhaltene Gotteshaus der Stadt ist die St. Jakobi Kirche. Die frühgotische, dreischiffige Basilika wurde im 13. Jahrhundert mit Bruchsteinen aus Plötzky errichtet. Die quadratischen Türme und die spitzbogigen Klangarkaden stammen ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Im Jahr 1735 erhielt die Kirche ihre barocken Doppelhauben. 1840 wurde das neugotische Westportal fertiggestellt. Die eindrucksvollen und farbenfrohen Fenster der Seitenschiffe wurden zwischen 1885 und 1895 vom Quedlinburger Kunstglaser Ferdinand Müller geschaffen. Von der alten sakralen Einrichtung ist aufgrund des verheerenden Hochwassers von 1876 nur noch wenig erhalten geblieben. Dazu gehören die Schnitzfiguren Katharina und Maria mit Kind, sowie ein verwitterter Taufstein aus dem 17. Jahrhundert. Der restliche Innenraum sowie das Äussere der Kirche wurden nach dem Hochwasser grundlegend saniert. Nachdem die Türme in den Neunzigerjahren als einsturzgefährdet galten, wurde mit Hilfe von Spenden und Fördermitteln eine erneute Sanierung realisiert. Die Kirche wird seither bei Dunkelheit angestrahlt. Auch Wandbehänge des Schönebecker Künstlers Christof Grüger zieren mittlerweile den Innenraum. Heute engagiert sich der Kirchbauverein für den Erhalt des Gotteshauses und seiner Kulturgüter:

31.07.2025: Von 1859 bis 1871 wurde Schönebeck seelsorglich von Calbe (Saale) aus versorgt. Im Jahr 1872 erfolgte die Ernennung des ersten Missionsvikars. Vikar Carl Holst wirkte als erster katholischer Priester nach der Reformation in Schönebeck. Er wurde Opfer des in der Stadt wütenden Typhus. Sein Grab befindet sich hinter der Marienkirche. Von 1877 bis 1892 konnte die Stelle infolge der Auswirkungen des Kulturkampfes nicht wieder besetzt werden. Die Gemeinde wurde wieder eine Filiale von Calbe. Bereits 1873 eröffneten die Salzkottener Franziskanerinnen eine Schwesternstation mit Kinderheim und Kommunikantenanstalt, seit 1939 ein Säuglingsheim. Eine armselige Notkirche auf dem Gelände des Säuglingsheimes reichte als Gottesdienstraum nicht mehr aus. Darum wurde in den Jahren 1906 bis 1908 die Kirche St. Marien nach den Plänen von Baurat und Königlichen Kreisbauinspektor Körner als Backsteinbau im gotisierendem Stil mit kreuzförmigem Grundriss erbaut, die am 22. Juni 1912 durch den Paderborner Bischof Dr. Karl Josef Schulte konsekriert wurde. Der Kirchenraum wurde in den Jahren 1961/62 von Grund auf renoviert. Altar und Chorraum erhielten im Zusammenhang mit der Verlegung einer Fussbodenheizung im Jahre 1980 die jetzige Gestaltung:
31.07.2025: Zu Beginn des 15. Jahrhunderts beschlossen die Pfänner von Gross Salze eine Kirche bauen zu lassen. Genaugenommen baute man ursprünglich zuerst den Turm für eine Feuerwache. Nach einer Bauplanänderung wurde der Ursprungsbau erweitert. Es entstanden zwei Kirchtürme und ein Kirchenschiff. Die Kirche wurde im Jahr 1536 eingeweiht. 1550 wurden die Turmspitzen auf dem gotischen Unterbau aufgesetzt und der Bau somit vollendet. Die dreischiffige spätgotische Hallenkirche besitzt eine reiche Innenausstattung im Stil der Renaissance und des Barocks. Die ursprüngliche Ausstattung wurde jedoch bei einem Grossbrand im Jahr 1635 nahezu vollständig zerstört, so dass nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges durch die Pfänner eine neue und prunkvolle Ausstattung in Auftrag gegeben wurde. Diese brachte den Reichtum zur Geltung, den die adligen Pfänner erwirtschaftet hatten. Kulturhistorisch in höchstem Masse wertvoll und sehenswert zugleich ist der kunstvoll verzierte Hochaltar aus dem Jahr 1667. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Salzgewinnung eingestellt, die Pfännerschaft wurde aufgelöst. Dank umfangreicher und andauernder Renovierungs- und Sanierungsmassnahmen präsentiert sich die St. Johannis Kirche jedoch nach wie vor in alter Schönheit:

30.07.2025: Die Stephanskirche befindet sich auf der höchsten Erhebung Tangermündes, dem Prälatenberg. Sie zählt zu den herausragenden Bauwerken der norddeutschen Backsteingotik. Verschiedene Quellen schrieben dem Turm eine Höhe von 94 Metern zu. Einige wenige Tangermünder und auch Touristen äusserten über viele Jahre Zweifel an dieser enormen Höhe. Erst die Vermessung des Turms im Zuge der Sanierung (1998-2000) sollte den Skeptikern Recht geben und ergab eine Höhe von 87,5 Metern. Aber auch mit dieser Höhe darf St. Stephan für sich weiterhin beanspruchen, der höchste Kirchturm in der Altmark zu sein. Das erste nachweisbare Bauwerk ist eine romanische Backsteinkirche von vor 1188. Von diesem sind Teile im heutigen Bau erhalten, an der Aussenwand des letzten Langhausjoches befindet sich zwischen zwei kleinen gotischen Rundbogenfenstern ein romanisches Fenster. Die ursprüngliche Planung in den 80er Jahren des 12. Jahrhunderts, an St. Stephan in Tangermünde ein Domherrenstift einzurichten, wurde letztendlich zu Gunsten der in Stendal befindlichen Kirche St. Nikolaus entschieden. Die St. Stephanskirche in Tangermünde zählt zu den herausragenden Bauwerken der norddeutschen Backsteingotik. Aufgrund ihrer qualitätvollen Architektur und der wertvollen Ausstattung erreicht sie europäischen Rang:

29.07.2025: Die Geschichte des Doms zu Magdeburg beginnt, wie so viele andere Geschichten in der Stadt, mit Otto I. dem Grossen. Nachdem er seine Frau 946 im Mageburger Kloster St. Mauritius bestattet hatte, wählte er die Stadt auch als seine zukünftige Begräbnisstätte aus. Um 950 liess er in der Stadt einen Kirchenneubau errichten und schaffte zahlreiche Kostbarkeiten in die Stadt. Wie das Gebäude genau aussah, ist nicht hundertprozentig belegt, man vermutet aber, es war eine dreischiffige, kreuzförmige Basilika. In dieser Kirche wurde Otto dann auch beigesetzt. Nachdem 1207 ein Feuer Magdeburg und auch die Basilika und die benachbarte Kirche grossflächig zerstört hatte, liess Albrecht I. noch im selben Jahr den Grundstein für den Neubau legen. Teile des Vorgängerbaus wurden beim Bau wiederverwendet. Das gesamte Kirchengebäude ist auf die Grabstätte Otto des Grossen ausgerichtet und weist zu seinem Vorgängerbau eine veränderte Bauachse auf. Das Grab von Editha, Ottos erster Frau fand auch einen Platz in dem Magdeburger Dom. Mit der Zeit wurde das Geld für den Bau des Doms knapp und in der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts kam es zu einer mehrjährigen Unterbrechung der Bauarbeiten. Es folgten noch viele Jahre Bauzeit und 1520 war der Dom schliesslich fertig gestellt. Während der Reformation zählte Magdeburg zu den Hochburgen des Protestantismus und Erzbischof Albrecht von Brandenburg betrieb, bis zu seinem Tod, einen regen Handel mit Ablassbriefen. Nach seinem Tod 1545 schloss der Dom für 20 Jahre seine Türen und öffnete anschliessend als protestantisches Gotteshaus. Nach dem Dreissigjährigen Krieg, dem in Magdeburg gut zwei Drittel der Bevölkerung und fast die gesamte Stadt den Flammen zum Opfer fielen, liess General Tilly den Dom reinigen und feierte dort einen katholischen Gottesdienst. Von nun an war der Erzstift Magdeburg wieder katholisch. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom und seine Inneneinrichtung sehr stark beschädigt. Im September 1955 konnte man die Kirche nach Restaurierungsarbeiten dann wieder eröffnen. Seit dieser Zeit ist der Magdeburger Dom wieder für Gottesdienste und Besucher geöffnet und zählt zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Magdeburg:


29.07.2025: Der Dom St. Nikolaus ist eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche mit Querhaus und einem Langchor mit polygonalem Abschluss. Markgraf Otto II. und sein Bruder, Graf Heinrich von Gardelegen, gründeten in Stendal 1188 das Kollegiatstift St. Nikolaus. Eine Gemeinschaft von weltlichen Chorherren, die keinem Orden angehörten. Diese waren direkt dem Papst unterstellt, so dass das Stift neben den Bistümern Havelberg und Brandenburg zu den wichtigsten geistlichen Zentren der Mark gehörte. Parallel zur Stiftung wurde auch mit dem Bau einer Stiftskirche begonnen. Diese erste Kirche war wohl eine dreischiffige Basilika mit Apsis und war wohl jener im Kloster Jerichow ähnlich. Die Westfassade zeigt heute noch Teile dieser ersten Kirche. Der heutige Bau wurde vermutlich ab 1420 gebaut. Etwa Mitte des 15. Jahrhundert wurde er vollendet. Beeindruckend ist der am nördlichen Querhaus befindliche Staffelgiebel mit seiner Masswerkrosette. Etwas daneben wurde eine Vorhalle angebaut über die man ins Kirchenschiff kam, denn an der Westseite hatte man eine Marienkapelle vorgesetzt und damit den Zugang zum Kirchenschiff versperrt. Diese Kapelle wurde jedoch 1730 wieder abgerissen. Im Inneren trennt ein steinerner Lettner, eine sogenannte Chorschranke, das Langhaus vom Chor. Besonders sehenswert sind die 22 Fenster, die etwa zur Hälfte noch mit Originalgläsern bestückt sind. Sie entstanden zwischen 1425 und 1480 und wurden im 19. Jahrhundert umfassend restauriert. Eine noch grössere Anzahl mittelalterlicher Fenster findet sich heute nur noch im Erfurter Dom. Auf der Südseite der Kirche schliessen sich ein Kapitelhaus und ein Kreuzgang an. Das Kapitelhaus ist zwei geschossig und weist im Erdgeschoss einen Kapitelsaal mit einem schönen Kreuzgewölbe auf. Der Saal wurde 1463 vollendet. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Westflügel des Kreuzganges durch einen Bombentreffer zerstört und bis 2013 wieder in einer modernen Fassung aufgebaut. Auch die Gewölbe des südlichen Querhauses bekamen etwas ab. Die Glasfenster der Kirche hatte man frühzeitig ausgelagert und blieben so erhalten:

29.07.2025: Hinter dem Rathaus recken sich die gotischen Türme der Kirche St. Marien eindrucksvoll in die Höhe. Die Kirche wurde 1283 erstmals erwähnt. Zunächst wurde die St.-Marien-Kirche als romanische Basilika gebaut. Im späten 14. Jahrhundert erhielt dieser Bau zwei Türme. 1420 begann man damit an Stelle der romanischen Basilika eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche mit Umgangschor zu setzen. Schon 1447 wurde das Kirchenschiff überwölbt und am Bartholomäustag desselben Jahres geweiht. Die Marienkapelle baute man von 1470 bis 1473 an. In dieser Zeit wurde auch der Hochaltar aufgestellt. Die heutigen Doppeltürme wurden um 1516 vollendet. Die Kirche diente der Kaufmannsgilde als Hauptpfarrkirche und schliesst sich als Ratskirche direkt ans Rathaus an. 1538 wurde in der Marienkirche die erste reformatorische Predigt in der Mark Brandenburg gehalten. Ein besonderes Ausstattungsstück ist die gotische Bronzefünte, die im 13. Jahrhundert die steinernen Taufbecken vor allem in den Hansestädten und an der südlichen Ostseeküste ablösten. Dieses Taufbecken stammt von 1474 und ruht auf den vier Evangelisten: Matthäus als Engel, Johannes mit einem Adlerkopf, Lucas mit einem Stierkopf und Markus mit einem Löwenkopf, bei dem sich als Besonderheit die Zunge bewegen lässt. Ein weiteres einzigartiges Ausstellungsstück ist die astronomische Uhr, die sich unterhalb der Orgelempore befindet. Sie ist, wie alle astronomischen Uhren, mit drei mal drei Metern sehr gross und entstand, wie im Tierkreiszeichen Löwe erkenntlich, im Jahr 1552. Die Tageszeit wird auf ihr in einer 24-Stunden-Einteilung gezeigt:

29.07.2025: Am Südrand des Mönchskirchhofes steht die kleine spätgotische Backsteinkirche St. Anna. Sie war einst die Kirche des Franziskanerinnen-Klosters. Heute ist sie die Parrkirche der katholischen Gemeinde in Stendal. Zu ihrer Ausstattung gehört unter anderem ein beachtenswerter Marienaltar aus der Zeit um 1430/40:
