Andere Profanbauten
28.03.2022: Bereits seit dem Mittelalter steht hier eine Zehntenscheune, bei der früher die Bauern des Herrschaftsgebietes Steuern in Form von Naturalabgaben entrichteten. Sehenswert in dem dreigeschossigen Gebäude ist das noch in seinem ursprünglichen Zustand erhaltene schwere Eichengebälk, das die Obergeschosse trägt. Im Inneren befinden sich heute Räumlichkeiten für Veranstaltungen verschiedenster Art (Ausstellungen, Vorträge usw.):

28.03.2022: Die Rentei wurde 1767 als Amts- und Wohnhaus für die Amtmänner von Sickingen-Sickingen erbaut. Ende November 2005 wurde die Alte Rentei wieder als Verwaltungsgebäude (Standesamt, Friedhofsverwaltung, Rentenversicherung) in Betrieb genommen. Bis zum Herbst 2011 war hier der Sickingen-Tourismus beheimatet:

26.03.2022: Massives zweigeschossiges Untergeschoss und mehrstöckiges Fachwerk-Obergeschoss mit Motiven der Weserrenaissance. 1555 als Privathaus für den hiesigen Amtmann (heute dem Landrat vergleichbar) gebaut. Ab etwa 1600 im Besitz des Landgrafen Moritz. Später Einrichtung als Landvogtei (Verwaltungs- und Gerichts-
sitz), seit 1880 wieder in Privatbesitz:

22.03.2022: 1889 wurde es als Kaiserliches Postamt erbaut und nach dem damaligen Generalpostdirektor Heinrich von Stephan (1831–1897) auch „Stephans Tintenfass“ genannt. Das Gebäude hatte ursprünglich drei Kuppeln, die 1938 entfernt wurden, da sie dem Zeitgeschmack nicht mehr entsprachen:
22.03.2022: Das historische Wohnhaus von Lucas Cranach dem Älteren befindet sich im Stadtzentrum von Gotha am oberen Hauptmarkt. Hier lebte der bekannte Maler der Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Von dem früheren Bauwerk sind jedoch nur noch der Keller mit seinem historischen Kreuzgewölbe, ein Hauszeichen und das Portal übrig. Das Gebäude in seinem heutigen Erscheinungsbild stammt vorwiegend aus der Zeit nach 1632. In jenem Jahr zerstörte ein Flächenbrand einen Grossteil der Häuser in der Stadt. Nach dem Tod des Malers im Jahr 1553 wechselte das Cranach-Haus mehrfach die Eigentümer. Seit 1854 gehörte das Bauwerk der Stadt Gotha und wird mittlerweile für verschiedene Veranstaltungen genutzt. In den Kellerräumen befindet sich zudem die Pumpstation der seit etwa 150 Jahren bestehenden Wasserkunst:

22.03.2022: Der ehemaliger Marstall wurde 1848 nach Plänen des Architekten Gustav Eberhard (1805–1880) mit Seeberger Sandstein erbaut. Der Haupteingang des Nordflügels an der Parkallee hat ein Rundbogenportal mit sächsischen Rautenkranzwappen. Bis 1997 wurden die Reithalle und die Stallungen für den Reitsport benutzt. 1998 erfolgten umfangreiche Sanierungen zu Wohnungen, Büros und einer Galerie. Dies geschah mit finanzieller Unterstützung des Landes Thüringen:

22.03.2022: Das Prinzenpalais ist eine frühklassizistische Villa in der Mozartstraße 1. Es wurde 1776 erbaut und gehört so neben dem Schloss Wörlitz bei Dessau (1769–1773) und dem Friedericianum in Kassel (1769–1785) zu den frühesten Bauten des Klassizismus in Deutschland. Nach vielen Jahren des Leerstandes wurde das Ensemble, bestehend aus Prinzenpalais und Kavaliershaus, von der AWO AJS gGmbH gekauft. Während das Prinzenpalais umgebaut und aufwendig restauriert wurde, brach man das Kavaliershaus und die Galerie unter Protest ab. Es wurden zwei Flügel angebaut, in denen Seniorenwohngemeinschaften, seniorengerechte Wohnungen und eine Praxis für Logopädie und Ergotherapie untergebracht sind:

22.03.2022: Das Thüringer Finanzgericht ist ein Gericht der Finanzgerichtsbarkeit und das einzige Finanzgericht des Freistaates Thüringen. Es ist im Gothaer Haus der Versicherungsgeschichte untergebracht. Das nach seiner Errichtung in Räumlichkeiten des Amtsgerichts untergebrachte Gericht bezog 1995 das Gebäude Bahnhofstraße 3 a, in dem auch das Sozialgericht Gotha residiert. Dieser von dem Erfurter Baurat Bruno Eelbo geplante Bau wurde 1893/94 im Auftrag der Gothaer Lebensversichrung a. G. im Stil der Neorenaissance errichtet. Für 400.000 Mark erfolgte von 1917 bis 1923 ein südlicher Anbau. Grundlegende Sanierungsarbeiten wurden von 1993 bis 1995 durchgeführt. Nach der Deutschen Wiedervereinigung nahmen die Finanzrechtsprechung zunächst die Senate für Finanzrecht bei dem Bezirksgericht Erfurt wahr. Das Thüringer Finanzgericht wurde durch das Thüringer Gesetz zur Ausführung der Finanzgerichtsordnung vom 18. Juni 1993 am 26. Juni 1993 errichtet:

12.03.2022: Das Amtsgericht Göttingen wurde im Zusammenhang mit der grossen Justizreform im Königreich Hannover gemeinsam mit weiteren 167 Amtsgerichten am 1. Oktober im Jahre 1852 gegründet. Aufgrund der königlich-hannoverschen Verordnung vom 07.08.1852 wurde zum damaligen Zeitpunkt das System der Amtsgerichte im gesamten Königreich eingerichtet um die Trennung von Justiz und Verwaltung auf der untersten Stufe staatlicher Einflussnahme zu vollziehen. Vor dieser Reform erfolgte auf dieser Ebene die Rechtsprechung durch die allgemeine Landesverwaltung. In den ersten Jahren nach der Gründung wurden für die Geschäfte des Amtsgerichts zunächst Räume des Obergerichts im Gebäude am Wilhelmsplatz 2 genutzt, einem in den Jahren 1822-24 errichteten klassizistischen Putzbau mit Werksteingliederung. Nachdem das Obergericht im Jahre 1857 an den Waageplatz (dem heutigen Sitz der Staatsanwaltschaft Göttingen) umzog, konnte in den folgenden 100 Jahren die Räume dann durch das Amtsgericht allein genutzt werden. Erst weit nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde am 01.04.1962 der heutige Altbau in der Berliner Strasse bezogen. Der heutige Altbau war zunächst als Anbau des zuvor fertiggestellten Sitzes des Landgerichts Göttingen geplant. Im Jahr 1992 wurde dann noch der heutige Neubau des Amts- und Landgerichts errichtet:

12.03.2022: Die 1897 unter dem Namen Göttinger Volksbibliothek gegründete Stadtbibliothek Göttingens befindet sich seit 1980 in der Gotmarstrasse 8, dem ehemaligen Stadthaus in der Innenstadt. Das Gebäude diente während der NS-Zeit als städtisches Polizeigefängnis. Am 08.04.2008 wurde das Gebäude in Thomas-Buergenthal-Haus umbenannt. Der am 11.05.1934 in der Tschechoslowakei geborene Thomas Buergenthal ist Völkerrechtler und Jurist. Seine Mutter Gerda stammte aus Göttingen und auch er besuchte hier das Felix-Klein-Gymnasium. 1944 wurde seine Mutter in das Konzentrationslager Ravensbrück und er nach Ausschwitz-Birkenau deportiert. Sie schafften es beide zu Überleben und sahen sich im Dezember 1946 in Göttingen wieder. Nach dem Schulabschluss wanderte Thomas Buergenthal 1951 in die USA aus:
