
Waterclerk
09.07.2025: Das Amtsgericht Grevesmühlen war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Bezirk des Landgerichtes Schwerin. Es wurde zum 13. Juli 2015 durch die Gerichtsstrukturreform aufgehoben und in eine Zweigstelle im Amtsgericht Wismar umgewandelt. Das Gericht befand sich in der Bahnhofstrasse 2-4. Dort ist jetzt die Zweigstelle untergebracht. Die einst prächtige neo-klassizistische Fassade von 1878/79 ist nicht erhalten. Das Gebäude zeugt dennoch von der wachsenden Bedeutung der Stadt Ende des 19. Jahrhunderts:

09.07.2025: Im Zuge des Ausbaus der Bahnstrecke Lübeck-Bad Kleinen vor rund 150 Jahren entstand der Wasserturm am Bahnhof:

09.07.2025: Der Bahnhof Grevesmühlen liegt an der Bahnstrecke Lübeck-Bad Kleinen und wird von der Regional-Express-Linie RE 4 (Lübeck-Szczecin) im Stundentakt bedient. Die Bahnstrecke Grevesmühlen-Klütz begann in Grevesmühlen, der Personenverkehr wurde 1995 eingestellt. 1997 bis 2005 gab es auf der Strecke touristischen Verkehr mit historischen Lokomotiven und Triebwagen. Nach einem Umbau und der Sanierung strahlt das Bahnhofsempfangsgebäude aus dem Jahr 1871 heute in neuem Glanz. Die beeindruckende Ziegelfassade mit Terrakottasteinen, Wandbemalungen, Holzbalkendecken und historische Fliesen wurden erhalten und erinnern an die Entstehungszeit des Gebäudes, welches heute gleichzeitig vielfältigen Nutzern modernsten Komfort bietet:

GREVESMÜHLEN
(10.200 Einwohner, 40 m ü. NHN) ist eine Stadt im Landkreis Nordwestmecklenburg im Land Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und Teil der Metropolregion Hamburg. Grevesmühlen ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, die die Stadt Grevesmühlen mit dem Amt Grevesmühlen-Land bildet. Schon seit Jahrtausenden war das Gebiet um Grevesmühlen Siedlungsraum. Davon zeugen die 4.000-jährigen Grosssteingräber und Urnenfunde aus der römischen Kaiserzeit. Nach der Völkerwanderung vor mehr als 1.300 Jahren siedelten im westmecklenburgischen Raum Slawen. Archäologische Funde wie slawische Keramik, Werkzeuge und Waffen zeugen von dieser Siedlungsperiode. Nach dem Ende der dänischen Herrschaft an der südlichen Ostsee am Beginn des 13. Jahrhunderts, verstärkte sich der deutsche Einfluss östlich der Elbe. Deutsche Siedler aus Westfalen, Niedersachsen, Friesland oder Holstein kamen in die westmecklenburgischen Gebiete und trieben den Landesausbau und die Christianisierung voran. Die erste schriftliche Erwähnung Grevesmühlens stammt aus dem Jahr 1230 im Ratzeburger Zehntlehenregister, einer Einkommensliste des Ratzeburger Bischofs. Wann Grevesmühlen Stadtrecht erhielt, kann nicht genau datiert werden. In der Hansezeit entwickelte sich Grevesmühlen zu einem bedeutenden Knotenpunkt im Dreieck Lübeck-Wismar-Schwerin. Seuchen, Brände und Kriege liessen die Entwicklung Grevesmühlens in der Folgezeit stoppen. Erst im 19. Jahrhundert dehnte sich die Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen aus. Der Anschluss an dieEisenbahn und ein Aufschwung im Gewerbe und im Handel sorgten für einen Entwicklungsschub. Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf etwa 13.000. Es entstanden zahlreiche neue Betriebe und Wohnungen, zum Beispiel als Plattenbauten im Ploggenseering. Nach dem Ende der DDR 1989/90 fand Grevesmühlen seinen Platz als verkehrsgünstig gelegene Kleinstadt mit florierendem Handel und Gewerbe und einem vielfältigen gesellschaftlichen Leben.
Bahnhof Grevesmühlen:
Bahnwasserturm:

Ehemaliges Amtsgericht:

Ehemalige Kommandantur der Roten Armee, Rathaus und Finanzamt:

Evangelische Stadtkirche St. Nikolai:

Städtisches Museum:

Altes Postamt:

Ehemaliges Rathaus:

Markt-Apotheke:

Rathaus:

Stadtbibliothek:

Schäfergasse mit der Mühle Grevesmühlen:

Grevesmühlener Mühle:

Historischer Wasserturm:

Katholische Niels-Stensen-Kirche:

Wildgehege südwestlich vom Stadtzentrum mit Damwild:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Kurzbesuchs am 09.07.2025.
04.07.2025: Die Löwenapotheke befindet sich in der Burgstrasse gegenüber dem Amtsgericht. Das Gebäude wurde im Jahr 1689 errichtet und beherbergt die älteste Apotheke der Altmark. Zwischen 1847 und 1890 wurde die Apotheke von den beiden bedeutenden Heimatforschern und Apothekern Theodor Zechlin (1818-1895) und Konrad Zechlin (1854-1936), dem Sohn von Theodor, geleitet. Im Jahr 1900 wurde das Gebäude umfassend renoviert. Nachdem die Apotheke zur Zeit der DDR 1955 verstaatlicht worden war, gelangte sie 1991 nach der Wende wieder in Privatbesitz:
04.07.2025: Das heutige Amtsgerichtsgebäude war bis zur Vereinigung der Alt- und Neustadt im Jahr 1713 das Rathaus der Altstadt. Der heutige Bau wurde 1509 auf den Fundamenten eines älteren Rathauses aus dem 14. Jahrhundert errichtet. Nach einem schweren Brand im Jahr 1600, bei dem wertvolle historische Dokumente der Stadt verloren gingen, musste das Rathaus wiederaufgebaut werden. Nach dem Zusammenschluss der beiden Städte nutzten die Bürger den grossen Saal für verschiedene Veranstaltungen. Er diente ausserdem eine Zeit lang als Heuboden, während im Erdgeschoss die Hauptwache, die Akzisestube, die Stadtwaage und der Ratskeller untergebracht waren. Der Vorplatz diente neben der Nutzung für Gerichtsvollstreckungen als Marktplatz. 1855 kaufte die Justizbehörde das Haus und nutzte es als Gerichtsgebäude. Die Spitzbögen neben dem Eingang zeigen den Standort der früheren Gerichtslaube an, die wahrscheinlich im 16. Jahrhundert zugemauert wurde. Das Gebäude verfügt über ein achteckiges Türmchen mit Kupferhaube, unter dem damals die Sturm- und Feuerglocke hing. Die reliefartigen Plastiken in den Nischen des rechten Teils sind besonders beeindruckend. Sie umfassen eine Strahlenkranzmadonna, den Heiligen Christophorus, als Schutzheilger der Reisenden, sowie das Wappen des Kurfürstentums Brandenburg:

04.07.2025: Der Feuerwehr-Schlauchturm in Salzwedel ist ein markantes Wahrzeichen am Feuerwehrhaus, dass hauptsächlich zum Trocknen der nassen Feuerwehrschläuche dient. Eine historische Notwendigkeit, um Materialschäden zu verhindern, auch wenn moderne Technik heute oft hilft, aber die Türme bleiben als Übungsobjekt und Symbol erhalten:

04.07.2025: Der aus Backstein errichtete Neuperver Torturm ist ein repräsentatives Beispiel für die grösstenteils nicht mehr vorhandenen Stadttore Salzwedels und zeigt das Stilempfinden des 15. Jahrhunderts. Von den ursprünglich zehn Toren um Alt- und Neustadt ist es das ältere der beiden noch erhaltenen Stadttore. Die einstige Toranlage bestand aus Haupttor, Zugbrücke, einem 65 Meter langen Zwingergang und Vortor. Sie wurde zwischen 1460 und 1470 als Zugang vom Vorort Perver zur Neustadt Salzwedel errichtet. Richtiger wäre daher eigentlich die Bezeichnung Neustädtisches Perver Tor. Die äussere Toranlage bestand bis 1812, die Zugbrücke wurde bereits 1653 abgebrochen. Der quadratische Torturm aus Backsteinen trägt ein Satteldach, geschmückt von spitzbogigen Blendenpaaren zur Stadtseite hin. Auf der auswärtigen Feldseite fehlen Schmuckelemente, stattdessen gibt es eine schlichte Blendwand und Wappen. Links das altstädtische mit Adler und einem Schlüssel, rechts das neustädtische mit Adler und zwei Schlüsseln in den Fängen:

04.07.2025: Der ehemalige Wasserturm, ein Rundturm im neugotischen Stil, wurde 1903 errichtet. Er ist mit Ziernischen und einem kupfernen Spitzhelm verziert. Planung und Bauleitung übernahm der Salzwedeler Maurermeister und Architekt Albert Strauchenbruch. Der 43,7 Meter hohe Turm beherbergt in einer Höhe von 25 Metern einen 7 Meter hohen Ausgleichsbehälter, der bis zu 35 Kubikmeter Wasser speichern konnte. Nach Fertigstellung des damaligen Wasserwerks wurden die Leitungen zu dem errichteten Wasserturm verlegt. Die ersten Haushalte konnten versorgt werden. Zu Beginn erfolgte die Bereitstellung des Leitungswassers basierend auf einer pauschalen Verbrauchseinschätzung. Mit dem Anstieg des Wasserverbrauchs waren jedoch Wasseruhren notwendig und im Jahr 1938 kam ein elektrischer Pumpenantrieb hinzu. 1981 stellte die Stadt den Betrieb Wasserturms ein, da in etwa 5 km Entfernung am Schwarzen Berg Wasserspeicher errichtet wurden. Sie ermöglichten es, das Wasser kostengünstig bergab fliessen zu lassen:

04.07.2025: Der Karlsturm ist ein mächtiger runder Backsteinturm auf einem Feldsteinsockel, der um 1370 erbaut wurde. Er ist der Rest der einstigen Altpervertoranlage und stellte damals die stärkste Befestigungsanlage der Stadt dar. Diese war ursprünglich 150 Meter lang und bestand aus einem Innentor, einem Zwinger und zwei Vortoren am Jeetze-Umfluter (Stadtgraben). Das Vortor wurde 1812 abgebrochen, das Haupttor fiel 1856 dem wachsenden Verkehr zum Opfer und die Zugbrücke war bereits 1653 entfernt worden. Der Turm ist etwa 27 Meter hoch, hat eine Mauerstärke von ca. 1,90 Metern und einen Durchmesser von 8,80 Metern. Ursprünglich bestand er aus vier Stockwerken, die durch drei Kreuzgewölbe geteilt waren. Heute ist nur das untere Stockwerk erhalten. Sein Spitzdach stürzte um 1800 ein und wurde später wiederhergestellt. Der Karlsturm ist mit einem Spitzbogenfries verziert und zeigt die Wappen des deutschen Kaisers, der sieben Kurfürstentümer und der beiden Städte Salzwedel. In der Mittelnische steht eine Steinplastik, die ursprünglich als Kaiser Heinrich V. gedeutet, später jedoch als Kaiser Karl IV. identifiziert wurde. Der Name des Turms änderte sich 1833 daher von Heinrichsturm in Karlsturm. Im Laufe der Zeit diente der Turm als Waren- und Eislager, was einige bauliche Veränderungen mit sich brachte. Es gab Vorschläge, den Turm zum Wasserturm oder Turmcafe umzubauen, die jedoch nicht umgesetzt wurden:
