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15.06.2021: Der Wartturm oberhalb der Stadt Nierstein, nördlich im Roten Hang gelegen, ist der höchste Aussichtspunkt in den Weinbergen mit einem hervorragenden Rundblick über Nierstein bis hin zum Donnersberg, zur Hessischen Bergstrasse, in den Taunus, nach Wiesbaden, Mainz und das Rhein-Main-Gebiet. Zu seinem Bau verwendete man die Steine des abgebrochenen Königsstuhls zwischen Nierstein und Lörzweiler wo 1024 die Fürstenversammlung Kondrad II. zum ersten Salier auf dem deutschen Königsthron wählte. Ursprung des Wartturms: Mittelalterlicher Signalturm aus dem 12. Jahrhundert. Der Wartturm hat eine Höhe einschließlich Brüstung von 10,20 m. Er ist das Niersteiner Wahrzeichen. Hervorgegangen aus einem mittelalterlichen Signalturm, diente er den Winzern lange Zeit als Beobachtungs- und Einsatzzentrale der alljährlichen Starenabwehr. In neuerer Zeit wurde das Bauwerk als Fremdenverkehrsmagnet wiederentdeckt und von rührigen Niersteiner Bürgern in aufwendiger Kleinarbeit neu verputzt und herausgeputzt. Dass die Schönheit des Turms auch nachts wahrgenommen werden kann, ist ein wesentlicher Verdienst der Niersteiner Wartturm-Freunde, mit ihrem Engagement wurde die Beleuchtung des Turms ermöglicht. Er ist begehbar, der Schlüssel ist bei der Stadtverwaltung Nierstein erhältlich:

NIERSTEIN

(8.450 Einwohner, 84 m ü. NHN) ist eine Stadt im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Rhein-Selz an, deren grösste Kommune sie ist. An einer der landschaftlich schönsten Stellen entlang der Rheinterrassen liegt Nierstein am Rhein. Mit fast 1.000 Hektar Weinbergsfläche ist Nierstein die grösste weinbautreibende Gemeinde am Rhein. Bekannt und in aller Welt begehrt sind Niersteiner Weine vom berühmten Roten Hang mit den Top-Lagen Pettenthal, Hipping, Auflangen, Glöck, Orbel und Schloss Schwabsburg. Gut ausgebaute Wanderwege, mit Blick über den Rhein bis hin zum Taunus und Odenwald, laden zum Wandern und Radfahren ein. Im historischen Ortskern findet der Gast und Weinfreund romantische Weinhöfe, Strausswirtschaften, Weinstuben und Gaststätten, die Herzhaftes aus der regionalen Küche und beste Niersteiner Weine bieten. Vor 2000 Jahren befand sich an der Stelle des heutigen Nierstein eine römische Siedlung, die den Namen Bauconia Nova trug. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nierstein im Jahre 742. Der fränkische Hausmeier Karlmann, ein Sohn von Karl Martell, schenkte die Marienbasilika in Nierstein samt Zubehör dem 741 errichteten Bistum Würzburg. Das auf altem Königsgut befindliche Reichsdorf wurde 1315 zunächst von Ludwig dem Baier an den Erzbischof von Mainz und 1375 schliesslich an Ruprecht von der Pfalz verpfändet. 1451 werden Weingärten der Grafen von Katzenelnbogen in der Walpe erwähnt. Im 17. Jahrhundert wurden Teile Niersteins während des Dreissigjährigen Kriegs und des Pfälzischen Erbfolgekriegs zerstört. 1797 fiel Nierstein an Frankreich. Ab 1816 gehörte Nierstein zum Grossherzogtum Hessen. Der rheinland-pfälzische Ministerrat entschied am 12. März 2013, der Ortsgemeinde Nierstein die Stadtrechte zu verleihen. Die Ernennungsurkunde wurde am 7. Juni 2013 in einer Feierstunde übergeben. Mit den Stadtrechten sind in Rheinland-Pfalz keine Vorteile gegenüber anderen Gemeinden verbunden.

Empfangsgebäude Bahnhof Nierstein:

Rathaus Nierstein in einem ehemaligen Gutsgebäude:

Evangelische Pfarrkirche mit mittelalterlichen Kirchhofbefestigung mit dem spätromanischen Rundturm:

Herrenhaus Haxthäuser Hof:

Altes Rathaus und aktuell Paläontologische Museum:

Schloss Dalberg-Herding:

Karlmann-Steige zur Pfarrkirche:

Pfarrkirche St. Kilian auf dem Kiliansberg:

Blick von St. Kilian in Richtung Norden auf die Weinlagen des Bruderbergs:

Wartturm Nierstein:

Aussicht vom Wartturm auf den Rhein und Nierstein:

Burgruine Schwabsburg:

Blick von der Burg auf den Niersteiner Ortsteil Schwabsburg und evangelischer Kirche:

Evangelische Kirche Schwabsburg:

Katholische Kirche St. Pankratius:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Tagesbesuchs in Nierstein am 15.06.2021.

15.06.2021: Schon zur Römerzeit, vielleicht auch sogar schon bei den Germanen, war der Kiliansberg eine Kultstätte. 742 wird in einer Schenkungsurkunde des Karlmann eine Marienbasilika genannt. Das heutige Patrozinium des Hl. Kilian geht auf die Schenkung an das neu errichtete Bistum Würzburg und dessen erstem Bischof Burkard zurück. Nach den vorliegenden Zeugnissen wurde die Kirche dreimal neu- bzw. wiederaufgebaut, bevor sie am 23. Mai 1767 aufgrund eines Blitzeinschlags ein Raub der Flammen wurde. Die feierliche Konsekration der neuen Kirche war an Pfingsten 1776, fast genau neun Jahre nach dem grossen Brand. Damals schon hatte die Bergkirche ihre heutige Gestalt bis auf die Sakristei und die Taufkapelle, die 1902 bzw. 1963 angebaut wurden. Heute bietet sich dem Besucher eine einschiffige Kirche mit schlichtem barocken Langhaus, einer angebauten Taufkapelle (die heutige Marienkapelle), die sich gut zwischen Kirche und Eingangsbereich einfügt, und einem wuchtigen Chorturm, dessen Untergeschosse wohl noch aus der Karolingerzeit stammen. Der Zwiebelturm und die Laterne stammen dagegen aus dem Jahr 1776. Den Turm der Kirche schmückt eine ausgeprägte so genannte Welsche Haube, also eine mehrfach geschweifte, oben in einer Laterne endende Dachform, die typisch für den Barock ist. 1979/1980 leitete Pfarrer Edmund Heiser die zweite grosse Renovation, bei der die Altäre restauriert und die Bergkirche im Innern neu angelegt wurde. Nach dem Abriss des Atriums im Jahr 2001 (aus statischen Gründen), schloss sich unter der Leitung von Pfarrer Johannes Gans eine weitere Renovierungsmassnahme des Kircheninnern an. Übrigens waren damals die Niersteiner Katholiken zu Gast in der Ev. Martinskirche. Dieses freundliche Angebot von evangelischer Seite hat schon eine lange Tradition:

15.06.2021: Das historische freiadlige Dalberger Hofgut kam Anfang des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Freiherren von Herding. Ursula Freifrau von Herding ließ 1836-1839 ein Schloss nach italienischem Vorbild errichten. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde 1906 auf dem Gelände die Malzfabrik Nierstein errichtet, das Schlossgebäude für die gewerbliche Nutzung umgebaut und um zahlreiche Gebäude erweitert. Ein in den 1960er Jahren errichtetes, rund 40 Meter hohes Silogebäude dominierte lange das Ortsbild. 2006 gab der letzte Besitzer der Mälzerei, die Firma Durst-Malz, diesen Standort auf. Ein Investor erwarb das gesamte Gelände und ließ das Schloss in eine Wohnanlage umgestalten. Ein besonderes Kleinod ist bis heute die Schlosskapelle, die der seinerzeit bekannte Künstler Jakob Götzenberger in den Jahren 1839-1842 mit aufwändigen Wandgemälden im Stil der Nazarener schmückte:

15.06.2021: Erbaut 1838 unter Einbezug einiger Teile eines Vorgängerbaus, bis 1937 Sitz der Gemeindeverwaltung. Seit 1975 beherbergt es das Paläontologische Museum Nierstein. Es zeigt erdgeschichtliche Funde aus ganz Europa. Die Evolution der Lebewelt kann bei einem Streifzug durch das Museum in ihrer Entwicklung über Jahrmillionen bis in die Neuzeit verfolgt werden. Die Fossiliensammlung ist sehr vielfältig. Es werden mehr als 1000 Exponate aus ganz Europa gezeigt, die ältesten sind 500 Millionen Jahre alt, darunter auch etliche Neuentdeckungen und Einzelfunde:

15.06.2021: Ehemaliger Adelshof, gehörte bis 1681 der Familie von Rodenstein (Linie Fränkisch-Crumbach) und kam durch Erbe über die Familie Kamptz zu Godau in den Besitz der Familie Haxthausen. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört, zwischen 1698 und 1722 als barockes Herrenhaus wiederaufgebaut. Anna Sophia von Haxthausen, verwitwete von Stockheim, lebte 1722-1743 auf dem Hof. Der letzte adelige Besitzer Rudolf Christian von Haxthausen wurde 1797 durch die Franzosen enteignet. Seit 1804 im Besitz der Familie Wernher. Philipp Wilhelm Wernher gehörte 1848/49 dem Paulskirchen-Parlament in Frankfurt an, daran erinnert eine vom Geschichtsverein Nierstein angebrachte Gedenktafel am Tor:

15.06.2021: Der Chorturm der evangelischen Pfarrkirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. 1370 wurde die Kirche umgebaut, 1782-1787 renoviert und 1896 durch ein Querschiff und einen Westchor erweitert. In der Turmhalle finden sich drei Doppelgrabmäler Niersteiner Ritterschultheissen aus dem 16. Jahrhundert. Der Taufstein und Reste der mittelalterlichen Kirchhofbefestigung mit dem spätromanischen Rundturm lassen sich auf das 15. Jahrhundert datieren. Da Nierstein im Mittelalter keine Stadtmauer hatte, rettete sich der Adel bei Angriffen damals hinter die dicken Mauern der Wehrkirche. Unterirdische Geheimgänge führen heute noch hierher:

15.06.2021: Der Mainzer Philipp Josef Finck (1800–1884), durch Kaffee- und Zuckerhandel vermögend geworden, erwarb 1862 die renommierte Weinlage Glöck und liess sich 1863 bis 1866 in der Bildstockstraße 10 ein repräsentatives Gutsgebäude, umgeben von einer grossen Parkanlage, errichten. Finck machte die Glöck-Weine zu einer Marke mit eigenem Logo, sie erreichten international Ansehen. Sein Nachfolger konnte an den Erfolg nur zeitweise anknüpfen, wirtschaftliche Probleme zwangen ihn schliesslich zum Verkauf. Seit 1937 gehört das Gutsgebäude der Gemeinde, hier befindet sich heute das Rathaus der Stadt Nierstein:

15.06.2021: Der Bahnhof Nierstein präsentierte sich von Anfang an als eine recht weiträumige Anlage. Noch heute fahren vom Bahnsteig 1 die Züge in Richtung Mainz und vom Bahnsteig 2 in Richtung Worms/Mannheim. Das Empfangsgebäude entsprach dem standardisierten Typenbau, den Ignaz Opfermann in den meisten Bahnhöfen entlang der Strecke errichten liess. Es wurde später erheblich erweitert und umgebaut. Heute dient das Empfangsgebäude nicht mehr dem Bahnbetrieb. Am Niersteiner Bahnhof halten vereinzelt – vor allem in den werktäglichen Hauptverkehrszeiten – RE-Züge von und nach Mainz/Frankfurt (Main) sowie Mannheim/Karlsruhe. Ebenfalls halten einzelne Züge der Linie RB33 in Nierstein, welche zwischen Worms und Bad Kreuznach verkehren. Zum 10. Juni 2018 wurden die Regionalbahnen der Linie RB 44 durch die S-Bahn-Linie S6 der S-Bahn RheinNeckar ersetzt. Dabei wird an allen Unterwegsbahnhöfen der Bahnstecke Mainz-Mannheim gehalten:

02.06.2021: Die älteste Kirche im Gebiet der Stadt Dreieich steht in der Gemeinde Offenthal. Wo zunächst nur eine Marienwallfahrtskapelle stand, ließ Anna von Falkenstein um 1400 die heute noch immer erhaltene gotische Kirche errichten. Dabei wurde die ältere Kapelle zu einem Teil des Kirchenchores der neueren gotischen Kirche. Viele architektonische Elemente zeigen den Wehrcharakter der Kirche, wie die schmalen Turmfenster, das massive Mauerwerk oder der ummauerte, ehemalige Wehrkirchhof. Umbauten im 18. Jahrhundert sind leider typisch gotische Elemente wie das Deckengewölbe zum Opfer gefallen: