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GÜSTROW

(28.950 Einwohner, 13 m ü. NHN) ist die siebtgrösste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns und Kreisstadt des Landkreises Rostock. Die Stadt ist Sitz des Amts Güstrow-Land, dem 14 Gemeinden angehören, selbst aber amtsfrei. Sie ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und führt seit 2006 offiziell den Namenszusatz Barlachstadt nach dem Bildhauer Ernst Barlach. Am Schnittpunkt alter Handelswege gelegen, erhielt Güstrow 1228 Stadtrecht sowie seine städtebauliche Struktur. Im 16./17. Jahrhundert residierten hier die mecklenburgischen Herzöge der Nebenlinie Mecklenburg-Güstrow. Herzog Ulrich von Mecklenburg-Güstrow liess an Stelle der durch Brand zerstörten landesherrlichen Burg Mitte des 16. Jahrhundert ein Schloss im Renaissance-Stil errichten. Dieses war 1628-29 auch Residenz Albrechts von Wallenstein, dessen Heer den Dänenkönig Christian IV. 1626 besiegte und daraufhin Mecklenburg vom Kaiser als Pfand für seine Kriegskosten erhielt. Nach Abzug der Wallensteinschen Truppen kehrten die Herzöge 1631 nach Güstrow zurück. Im Nordischen Krieg wurde 1712 in der heutigen Schlossapotheke am Markt über einen Waffenstillstand zwischen August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, dem russischen Zaren Peter I. und dem schwedischen General Steenbock verhandelt. 1813 war Güstrow der Sammelpunkt der mecklenburgischen Freiwilligen. Im 19. Jahrhundert erfuhr das Städtchen durch die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben, Anschluss an das Verkehrsnetz (1850 Bahnlinie Güstrow – Bützow, 1896 Güstrow – Bützow – Kanal) sowie den Bau eines Theaters einen bescheidenen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Güstrow wurde 1887 Garnisonsstadt und entwickelte sich zu einer Kongress- und Ausstellungsstadt. Das Theater trägt heute den Namen des Bildhauers und Dichters Ernst Barlach, der von 1910 bis zu seinem Tode 1938 in Güstrow seine Wahlheimat fand. Nach 1933 wurde im Zuge der Aufrüstung die Garnison wesentlich vergrössert und Rüstungsbetriebe bzw. Einrichtungen der Wehrmacht angesiedelt. Das Heereszeugamt war Ziel eines alliierten Bombenangriffs im Jahr 1943, der auch Opfer unter der Zivilbevölkerung forderte. 1945 entging die Stadt durch den Einsatz einiger mutiger Bürger nur knapp der Zerstörung. Vor allem in den 70er und 80er Jahren erfolgte die Ansiedlung weiterer Industriebetriebe und die Stadt wurde um die Neubauviertel Südstadt und Distelberg erweitert. Heute ist die Barlachstadt Güstrow mit seiner sehenswerten Altstadt, den Kulturdenkmälern sowie ihrer malerischen Umgebung der touristische Höhepunkt im mittleren Mecklenburg.

Bahnhof-Empfangsgebäude:

Bahnwasserturm: 

Armesünderturm: 

Wasserturm des historischen Wasserkraftwerks: 

Finanzamt:

Ehemaliges Kaiserliches Postamt:Evangelische Kirche St. Marien:

Rathaus:

Kersting-Haus:

Derzscher Hof:

Palais – zweigeschossiges klassizistisches Palais von nach 1793 des Hofgerichtsadvokaten Joachim Christoph Breslach, Postamt Güstrow von 1831 bis 1866:

Norddeutsches Krippenmuseum (Heilig-Geist-Kirche):

Heiligengeisthof – Grundschule G.F. Kersting:

Schloss Güstrow:

Ernst-Barlach-Theater:

Städtische Galerie Wollhalle:

Stadtmuseum:

Amtsgericht:

Blick durch die Domstrasse zu St. Marien:

Evangelischer Dom St. Maria, St. Johannes Evangelista und St. Cäcilia:

Blick in die Hageböcker Strasse und St. Marien:

Gertrudenkapelle:

Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt:

Stadtplan von Güstrow auf dem Bahnhofsvorplatz:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Kurzbesuchs am 08.08.2025.

Innerhalb der Gattung der grauen Gänse besitzt die Graugans (Anser anser) das hellste Gefieder. Charakteristisch ist vor allem der helle Kopf mit dem kräftigen, keilförmigen Schnabel. Wenn sie nicht gerade ruhen oder auf dem Wasser schwimmen ist das beste Erkennungsmerkmal die Farbe der Füsse, diese sind blass rosa und nicht orange wie bei Bläss- oder Saatgans. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äusserlich nicht. Jung- und Altvögel kann man gut an der Farbe der verhornten Schnabelspitze, des sogenannten Nagels, unterscheiden. Jungvögel haben einen dunklen und Altvögel einen weisslichen Nagel. Graugänse sehen und hören hervorragend und die Mitglieder einer Familie oder Gruppe stehen ständig über Rufe oder schnatternde Soziallaute miteinander im Kontakt. Ausgewachsene Vögel wiegen 3 bis 4 Kilogramm. Das typische Flugbild einer Gänseschar ist die Keilformation, die aus aerodynamischen Gründen gebildet wird.

27.11.2025: Graugänse am Schwanheimer Mainufer:

11.08.2025: Der Marstall mit der alten Reithalle liegt direkt an der Lübecker Strasse, gegenüber der Schlossbrücke. Er wurde 1845/46 im Auftrag von Graf Ernst Schimmelmann gebaut und diente der Pferdezucht. Nach einigen Jahrzehnten mit wechselnden Besitzern und Nutzungszwecken, darunter z. B. eine Autowerkstatt, wurde das Gebäude Anfang dieses Jahrhunderts liebevoll saniert. Heute gibt es darin eine Galerie, die Reithalle wird als Veranstaltungsraum genutzt, ausserdem gibt es Büroräume:

11.08.2025: Gleich gegenüber der Schlossbrücke am Mühlenredder liegt die alte Mühle. Das alte Gebäude mit dem Reetdach entstand Ende des 16. Jahrhunderts. Sie war damals eine Zwangsmühle. Das bedeutet, die Bauern des Gutes Ahrensburg waren gezwungen, ihr Korn dort mahlen zu lassen. Heute ist das alte Mühlengebäude in Privatbesitz:

11.08.2025: Drei Kilometer südlich des heutigen Schlosses lag die Burg Ahrensfelde. Diese Burg aus dem 13.-15. Jahrhundert gehörte seit dem Jahr 1567 zu Dänemark. 1569 schenkte der dänische König den Besitz Daniel Rantzau als Belohnung für Kriegsdienste gegen die Schweden im sogenannten Dreikronenkrieg. Dessen Bruder Peter Ramtzau erbte die Burg und liess sie abbrechen um an anderer Stelle ein neues Schloss nach dem Vorbild des Glücksburger Schlosses zu errichten. Das neue Schloss wurde im Jahr 1585 fertiggestellt. Hierzu gehörten auch Gärten an der Stelle des heutigen Marstalls. Gegenüber dem Schloss entstanden die Gutskirche mit ihrer sterngewölbten Decke als Grablege der Rantzaus und die sogenannten Gottesbuden, die auch heute noch als Wohnraum für sozial schwache Menschen dienen. Bis ins 18. Jahrhundert verblieb der Besitz bei der Familie Rantzau. Begründet durch den wirtschaftlichen Niedergang wurde Ahrensburg im Jahr 1759 an den Kaufmann Heinrich Carl Schimmelmann verkauft. Schimmelmann hatte sein Vermögen unter anderem im sogenannten Dreieckshandel mit Sklaven gemacht. Er war als Gutsherr auf Ahrensburg jedoch sehr um die dauerhafte Verbesserung der Lebensumstände seiner Untertanen bedacht. Er liess das Herrenhaus in ein spätbarockes Landschlösschen umbauen und die Schlossinsel grundlegend umgestalten. Die Gärten auf der Insel bezauberten mit den für die Zeit typischen Broderien, Orangen- und Lorbeerbäumen. Zwar blieb Ahrensburg sechs Generationen im Besitz der Familie, doch im Jahr 1778 verlegte Schimmelmann seinen Wohnsitz nach Wandsbek. Sein Sohn Friedrich Joseph legte einen Englischen Garten nördlich der Schlossinsel an, dessen Sohn liess den Park landschaftlich mit seltenen Bäumen umgestalten. Aus wirtschaftlichen Gründen mussten die Grafen im Jahr 1938 das Schloss verkaufen. Dank der Initiative des Ahrensburger Hoteliers Hans Schadendorff (1898 – 1967) konnte das Schloss als Kulturdenkmal erhalten bleiben. Das Land Schleswig-Holstein, der Kreis Stormarn, die Kreissparkasse (heute: Sparkasse Holstein) und die Stadt Ahrensburg übernahmen dann die Trägerschaft für den Verein Schloss Ahrenburg e.V., der 1938 das Schlossmuseum eröffnete. Nach kriegsbedingter Schliessung und Renovierung dient das Schloss seit 1955 als Museum. Mehrere umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten (1983-1985 und 2009-2015) sorgten dafür, dass das Schloss in altem Glanz erstrahlt. Ende 2002 wurde das Schloss in eine Stiftung bürgerlichen Rechts umgewandelt:

11.08.2025: Gegenüber vom Schloss liess Gutsherr Peter Rantzau eine Kirche errichten, die 1596 geweiht wurde. Der schlichte, nachgotische Backsteinbau wurde um 1716 unter Detlev Rantzau mit einer wertvollen barocken Ausstattung versehen. Der Kanzelaltar und beispielsweise der Taufengel stammen aus dieser Zeit wobei der Altartisch sogar noch aus der Erbauungszeit vorhanden ist. Zeitgleich mit der Kirche wurden rechts und links der Schlosskirche die sogenannten Gottesbuden gebaut, um den Bedürftigen und Alten des Gutes eine Unterkunft zu bieten. Auch heute noch werden die kleinen Wohneinheiten von der Kirche an sozial schwache Menschen vergeben:

08.08.2025: Der Bahnhof liegt an den Strecken Bützow-Szczecin, Güstrow-Schwaan und Güstrow-Meyenburg. Ab Güstrow bestehen S-Bahn-Verbindungen mit der S 2 und S 3 der S-Bahn Rostock nach Rostock und Regionalexpressverbindungen nach Rostock, Berlin, Neubrandenburg und Szczecin sowie Bützow und Lübeck. Ein weiterer Bahnhof befindet sich im Stadtteil Primerburg. Für den Güterverkehr gibt es einen Railport. Das Bahnhofsgebäude wurde 1855 fertig gestellt und ist im Wesentlichen in seiner Struktur erhalten geblieben. Es ist ein zweigeschossiger symmetrischer Bau mit zwei vierachsigen Seitenrisaliten und einem sechsachsigen Zentralteil. 1895 erhielt es einen eingeschossigen Vorbau im Eingangsbereich zum Vorplatz hin. Dieser wurde zunächst zur Jahrhundertwende durch einen grösseren Bau ersetzt, der wiederum 1926 einem Neubau weichen musste, welcher den Grossteil der Strassenfront einnimmt. Hier wurden die Fahrkarten- und Gepäckschalter eingerichtet. Ein weiterer Vorbau entstand auf der Bahnsteigseite:

08.08.2025: Traditionelle Formen und modern-expressive Gestaltung lassen die Kirche von Paul Korff vertraut und doch neuartig erscheinen. Die Architektur kündet von der Ankunft des Neuen Bauens im Mecklenburger Land. Denn von Weitem fühlt sich der Betrachter an die Staffelgiebel mittelalterlicher Bürgerhäuser der Region erinnert. Doch es handelt sich um ein Gotteshaus, um einen experimentellen Bau der Neuen Sachlichkeit. 1928 wurde ein erster Entwurf für eine dreischiffige Kirche mit repräsentativem Turm und erhöhtem Altarhaus vorgelegt, der aus Kostengründen von der zuständigen kirchlichen Behörde in Osnabrück keine Zustimmung erhielt. Es galt, wie für Diasporakirchen damals üblich, eine möglichst hohe Funktionalität bei möglichst geringen Kosten zu erreichen. Dafür wählten die Architekten die dann ausgeführte reduzierte Gestalt ohne Turm und mit kostengünstigem Zollinger Lamellendach. Am 5. Mai 1929 erfolgte die Grundsteinlegung. Am 25. August 1929 konnte der Osnabrücker Bischof Wilhelm Berning den Bau feierlich konsekrieren. Im Laufe der Jahre wurden im Innenraum an den liturgischen Orten Veränderungen vorgenommen (bes. 1969/2011). Eine bauliche Veränderung erfuhr 2008 auch die Südseite der Kirche durch den Anbau eines Beichtraumes:

08.08.2025: Die Gertrudenkapelle wurde Ende des 14./Anfang des 15. Jahrhunderts ursprünglich als Fachwerkkonstruktion mit Backsteinmauerwerk ausserhalb der Stadtmauern errichtet. Sie diente zunächst als Wallfahrtskapelle. Seit Oktober 1953 beherbergt der flach gedeckte Backsteinsaal ein Museum für Werke des Bildhauers Ernst Barlach (1870 – 1938):

08.08.2025: Der Dom zu Güstrow ist das älteste Bauwerk der Barlachstadt Güstrow. 1226 wurde er auf dem Totenbett von Fürst Heinrich Borwin II. gestiftet, einem Enkel von Pribislav und Heinrich dem Löwen. Die Hauptaufgabe der heutigen Gemeindekirche war zunächst die Verbreitung des christlichen Glaubens im eroberten slawischen Land. Nach Fertigstellung des Langschiffes und des Turmes erfolgte 1335 die Domweihe durch den Bischof von Kammin, heute Kamień Pomorski. 1552 wird der katholische Domstift aufgehoben. Der Dom steht leer und wird 12 Jahre lang als Wagenscheuer genutzt. 1568 wird er evangelische Hofkirche und Grablege für das Güstrower Fürstenhaus bis 1695. Der Güstrower Dom wurde zunächst romanisch begonnen und dann gotisch vollendet. Der Bau ist reich mit Kunstschätzen von der Spätromanik bis zur Neuzeit ausgestattet. So der spätgotische Flügelaltar von Hinrik Bornemann, das Herzog-Ulrich-Monument von Philipp Brandin und die Apostelfiguren von Claus Berg. Das bekannteste Werk, das für den Güstrower Dom geschaffen wurde, ist der Schwebende von Ernst Barlach. 1927 wird das Denkmal gegen den Krieg angebracht, 1937 als entartete Kunst abgenommen und 1944 zu Kriegszwecken eingeschmolzen. 1953 wird der Drittguss des Schwebenden wieder im Dom über einem schmiedeeisernen Taufgitter aus dem 18. Jahrhundert angebracht: