Tages-Archive: 13. März 2026
13.03.2026: Der südöstliche Eckturm der Stadtbefestigung war zunächst Pulvermagazin. Im 18. Jahrhundert änderte sich seine Verwendung zum staatlichen Gefängnis mit Wohnung für den Kerkermeister. Delinquenten wurden dort in Eisen gelegt, daher die Bezeichnung Eisenhaus. Die darin herrschenden Zustände führten um 1838 zu mehrfachen Beschwerden, und 1858/59 wurde unweit von hier ein neues Gefängnis errichtet. Seitdem wird der Turm als Wohnhaus genutzt:
13.03.2026: Die Stadtbücherei Günzburg ist im historischen Hirschstadel (oft auch Hirschstadl geschrieben) beheimatet. Das markante historische Gebäude am Bürgermeister-Landmann-Platz dient seit dem Jahr 2001 als moderne städtische Mediathek und zentraler Kultur- und Begegnungsort. Neben dem klassischen Leihbetrieb finden im und am Hirschstadel regelmässig Veranstaltungen statt, wie etwa die beliebten Abende der Reihe Kultur im Hirschstadl im Rahmen des Günzburger Kultursommers:

13.03.2026: Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Joseph II., machte Günzburg zur Garnisonsstadt. Als Habsburger war er aber zugleich Erzherzog von Österreich und damit direkter Herrscher über die Stadt. Deshalb wurden in Günzburg natürlich nur österreichische Truppen stationiert. Für die Soldaten entstand in den Jahren 1780/81 eine aussergewöhnlich aufwendig gestaltete Kaserne, die aber im Oktober 1805 von napoleonischen Truppen innerhalb weniger Stunden eingenommen wurde. Als Folge dieser Eroberung gelangte Günzburg schliesslich in den Herrschaftsbereich von Bayern. Heute wird die ehemalige Kaserne als Schulgebäude genutzt, ursprünglich für eine Grundschule und inzwischen als Haus der Bildung:

13.03.2026: Die historische Jahnhalle ist ein knapp 100 Jahre altes, denkmalgeschütztes Gebäude, das Ende 2025 nach einer umfassenden, rund 6 Millionen Euro teuren Kernsanierung feierlich wiedereröffnet wurde. Seit April 2026 dient sie wieder als modernes und barrierefreies Haus der Vereine sowie als lebendiger Treffpunkt für Sport, Kultur und Bildung:

13.03.2026: Die Auferstehungskirche in Günzburg ist die zentrale Pfarrkirche der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Günzburg. Die Kirche wurde im Jahr 1903 erbaut. Das historische Gebäude zeichnet sich durch seine charakteristische helle Fassade und den markanten Uhrenturm aus. Im Jahr 1991 erhielt der Kirchenraum eine neue, klangvolle Orgel. Die Kirche ist als offizielles Baudenkmal geschützt:
13.03.2026: Direkt gegenüber des Schlosskomplexes gelegen, dient das 1991 eröffnete und 2012 erweiterte Forum als moderner Veranstaltungsort für Konzerte, Theater, Comedy, Tagungen und Messen mit Platz für bis zu 1.500 Besucher. Die Location bietet flexible Raumnutzungsmöglichkeiten auf rund 1.400 qm. Der grosse Maria-Theresia-Saal fasst je nach Bestuhlung bis zu 850 sitzende oder 1.500 stehende Personen. Für kleinere Seminare stehen zudem moderne Konferenzräume bereit. Das Haus verfügt über moderne Licht- und Tontechnik sowie einen festen Cateringpartner für feierliche Events, Hochzeiten oder Firmenausstellungen:

13.03.2026: Günzburg wurde im Jahr 1764 als Standort für eine habsburgische Münzstätte ausgewählt. Wichtige Faktoren für diese Entscheidung waren die günstige Lage im Verkehrs- und Nachrichtennetz der damaligen Zeit, die vorhandene Wasserkraft der Günz und ihrer Seitenarme und die Nähe zu Augsburg, von wo man das benötigte Münzmetall bezog. Im Erdgeschoss des von Joseph Dossenberger geplanten und 1767 fertiggestellten Gebäudes standen in einem grossen Saal vier sogenannte Spindelpressen, auf denen man überwiegend Silbermünzen prägte, in den Obergeschossen war die Verwaltung untergebracht. Die Münze mit der längsten Gültigkeit in der gesamten Geschichte des Geldes wurde ebenfalls hier hergestellt, der Maria-Theresien-Taler. Er war bis 1945 noch in Äthiopien gesetzlich gültiges Zahlungsmittel, was vor allem daran lag, dass sein Feingewicht von 23,389 Gramm und sein Feingehalt (833,333) niemals verändert wurden. Kupfermünzen wurden in einem zweiten Münzwerk, das zusammen mit einem Hammerwerk und einer Silberscheideanstalt ausserhalb der Stadtmauer stand, produziert. Das Ende der Münzprägung kam im Oktober 1805, als französische Truppen Günzburg besetzten und die Stadt kurz darauf bayerische wurde. Bereits seit 1809 dient das Münzgebäude als Rathaus, zahlreiche Umbaumassnahmen haben das Innere stark verändert:

13.03.2026: Erzherzog Ferdinand II. von Tirol (1564-1595) war mit Philippine Welser, einer Tochter aus der bekannten Augsburger Handelsfamilie, verheiratet. Einer ihrer beiden Söhne, Karl, trat 1605 die Herrschaft über die Markgrafschaft Burgau an. Als Residenzort hatte sein Vater Günzburg vorgesehen und schon 1577 den italienischen Baumeister Alberto Lucchese beauftragt, ein standesgemässes Schloß mit dazugehöriger Hofkirche zu errichten. In Reiseberichten aus der Zeit um 1600 wird eine prachtvolle Innenausstattung beschrieben, doch der Brand von 1703, Umbauten des 19. Jahrhunderts und die Bombenschäden des 2. Weltkriegs haben das Erscheinungsbild des Schlosses stark verändert. Heute ist das Rathaus und das Finanzamt in dem weitläufigen Komplex untergebracht:

Die Hofkirche entstand in den Jahren 1579/80 und ist einer der wenigen erhaltenen Kirchenbauten der Spätrenaissance in Süddeutschland. Details dieses Baustils, wie ionische Säulen und korinthische Kapitelle, lassen sich im Inneren gut ablesen. 1755 baute Joseph Dossenberger d. J. im Auftrag des benachbarten Piaristenkollegs, dem der Bau als Schulkirche diente, eine Seitenkapelle im Stil des Rokoko an. Sie ist dem Ordensstifter, dem seligen Joseph von Calasanza, gewidmet. Die Kirche ist heute profaniert, eine einfühlsame Restaurierung in den Jahren zwischen 2004 und 2006 hat dem Gebäude aber viel von seinem alten Glanz zurückgegeben:

Ehemalige Münzstätte Vorderösterreichs – heute Rathaus (Beschreibung siehe dort):





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