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05.08.2023: Mit ihren zwei mächtigen Bergfrieden, dem zwischen ihnen hochaufragendem Giebel und den massiven, teils zinnenbewehrten Mauern ist die Burgruine Münzenberg (oder kurz: Münzenburg) heute das Wahrzeichen der Wetterau. Errichtet wurde sie einst als Manifest des Machtanspruchs der Staufer, jener Familie, die zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert die römisch-deutschen Könige und Kaiser stellten. Mit damals insgesamt zehn Burgen in der Wetterau demonstrierten und sicherten sie ihren Anspruch auf das Land. Unterstützt wurden sie dabei von örtlichen Adelsgeschlechtern, die ihnen – wie die Familie von Hagen-Arnsburg – als Reichministeriale direkt unterstellt waren. Kuno von Hagen-Arnsburg, der Mitte des 12. Jahrhunderts die Burg errichten liess, nannte sich nach seinem neuen Domizil fortan Kuno von Münzenberg. Durch seine enge Verbindung zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) wurden er und seine Familie zur beherrschenden territorialpolitischen Macht in der Wetterau. Vom ersten Bauabschnitt des 12. Jahrhunderts sind heute noch der östliche und südliche Teil der inneren Ringmauer, der östliche Bergfried und der romanische Palas erhalten. Obwohl Kuno die Anlage nicht vollendete, entsprach sie mit diesen Bauten dem Idealbild einer stauferzeitlichen Burganlage. Die Mauern aus imposanten Buckelquadern und die Rundbögen der Fenster am Palas sind nicht nur typische Elemente für die Architektur der Romanik, wie die Epoche zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert in der Kunstgeschichte genannt wird. Die repräsentativen Wohnbauten mit dem reichen plastischen Schmuck an Säulen und Kapitellen der Fensterarkaden geben auch ein nachdrückliches Zeugnis von Rang und Selbstverständnis ihrer Erbauer. 1255 starben die Münzenberger in männlicher Linie aus. Mehrere Adelsgeschlechter teilten sich infolge die Burg, die bis Anfang des 15. Jahrhunderts als Ganerbenburg, sozusagen eine Art Wohngemeinschaft verschiedener Familien war. Eine davon waren die Herren von Falkenstein. Sie errichteten gegenüber dem Romanischen Palas um 1260 den Falkensteiner Palas. Wie sein Pendant hatte auch er im Obergeschoss einen grossen Saal – seine Fenster zeigen mit ihren Spitzbögen die damals zeitgemässe Formensprache der Gotik. Des Weiteren vollendeten die Falkensteiner die innere äussere Ringmauer und den westlichen Bergfried. Um 1500 schliesslich wurde die Münzenburg u.a. mit der Anlage eines grossen Bollwerks ein letztes Mal verteidigungstechnisch auf den neusten Stand gebracht. Noch vor dem Jahr 1600 begann die, schon nicht mehr bewohnte Burg zur zerfallen, im 30-jährigen Krieg wurde sie vollends zur Ruine. Zur Zeit der Burgenromantik Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Münzenberg als Ausflugsziel entdeckt. Erste Massnahmen zu ihrer Erhaltung folgten und dauern bis heute an. Aber auch als Ruine zeigt die Münzenburg ihren Besuchern und Besucherinnen eindrucksvoll, dass sie zu den bedeutendsten romanischen Burganlagen Deutschlands zählt.

Ansicht aus Südwesten vom Galgenweg:

Vortor im Hirschgarten:

In Höhe Hattsteiner Hof aus Richtung Süden:

Portenturm im Torzwinger:

Burgtor:

Romanischer Palas:

Zwingermauern und Schalentürme:

Östlicher Bergfried:

Blick vom östlichen Bergfried auf die Kernburg mit dem westlichen Bergfried, dem Romanischen Palas (links) und dem Gotischen Palas (rechts):

Blick auf Münzenberg:

Blick nach Ober-Hörgern und Eberstadt:

Aussichtsplattform des östlichen Bergfrieds:

Aufstieg im östlichen Bergfried:

Westl. Bergfried mit Romanischem Palas und Gotischem Palas:

Informationstafel:

Blick aus Richtung Norden in Höhe Ober-Hörgern:

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