Waterclerk
22.05.2023: Mit der Eröffnung des Museums Karlstadt im Frühjahr 2022 wurde die Altstadt um einen Anziehungspunkt reicher. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Baudenkmal ist bereits für sich allein schon etwas ganz Aussergewöhnliches. Die originalen Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert, darunter auch Sinnsprüche und Wappen fränkischer Adelsfamilien, sind ein wahres kulturhistorisches Kleinod. Das Museum selbst präsentiert zwei Abteilungen. Seit seiner Gründung um das Jahr 1200 hat Karlstadt vieles erlebt. Ausgehend vom gewaltigen Umbruch der Reformationszeit und weiteren prägenden Veränderungen verdeutlichen ausgewählte Kunstwerke die damit verbundenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und religiösen Neuerungen. Die Abteilung StadtGESCHICHTE thematisiert den Siedlungsraum in der Vorgeschichte und wirft ein Schlaglicht auf die „Karolinger am Main – Ausdehnung der Franken ins Maingebiet“. Vier nahezu unveränderte Fachwerkstuben erlauben Einblicke in die Baugeschichte des Hauses und lassen die Wohnkultur vergangener Zeiten wiederaufleben:

KARLSTADT AM MAIN
(15.000 Einwohner, 163 m ü. NHN) ist die Kreisstadt des unterfränkischen Landkreises Main-Spessart und liegt rund 30 Kilometer nördlich von Würzburg im mainfränkischen Weinbaugebiet. Im Kreis ihrer neun Ortsteile ist die Kernstadt Karlstadt historisch fast ein Neuankömmling. Gerade dies aber macht ihre Geschichte und Entwicklung besonders interessant. Die Stadt wurde zwischen 1198 und 1202 durch den Würzburger Bischof und ehemaligen staufischen Kanzler Konrad von Querfurt als befestigter Platz geplant und gegründet, um dem weiteren Vordringen der Grafen von Rieneck, der Fürstabtei Fulda und des Erzstiftes Mainz im Nordwesten des Bistums Würzburg zu begegnen. Nahezu unversehrt bewahrt die Altstadt den regelmässigen Rastergrundriss stauferzeitlicher Stadtarchitektur bis heute. Durch steuerliche und wirtschaftliche Privilegien, aber auch aufgrund der günstigen Verkehrslage entwickelte sich die Neugründung, von Anfang an mit dem Stadtrecht ausgestattet, rasch, und bald schon führten der dominierende Weinbau und Handwerke, die sich auf die Bedürfnisse des Umlandes spezialisierten, zu beachtlichem Wohlstand. Karlstadt wurde, nach Würzburg, zur wichtigsten Stadt des Bischofs und Zentrum des grössten geistlichen Landkapitels im Hochstift Würzburg sowie Amtsstadt der weltlichen Verwaltung im Herzogtum Franken. Die grossartige gotische Stadtpfarrkirche St. Andreas mit ihrem romanischen Westturm, aber auch das beeindruckende Rathaus von 1422 sowie die Spitalkirche St. Jakob und St. Wolfgang mit ihren Passionsfresken sind Zeugen des Reichtums im 15. Jahrhundert. Nach der Niederschlagung des Bauernkrieges von 1525 wird Karlstadts Befestigung aus dem 13. Jahrhundert verstärkt. Ein Jahrhundert später wird die Stadt im Dreissigjährigen Krieg als schwedische Festung zwischen 1631 und 1634 hart mitgenommen, doch tritt bis zum Ende des 17. Jahrhunderts ein erneuter Aufschwung ein. Vor allem in dieser Zeit entstanden die zahlreichen Fachwerkhäuser, die das Gesicht der Altstadt prägen. Um sie als denkmalgeschütztes Ensemble zu erhalten, aber auch, um den historischen Baubestand behutsam zu modernisieren, läuft seit 1974 ein grossräumiges mustergültiges Altstadtsanierungsprogramm. Mit dem Übergang an Bayern 1814 behält Karlstadt seine traditionelle Funktion als Amts- und Verwaltungsort bei, wird Sitz eines königlichen Landgerichts, später des Bezirks- und dann des Landratsamtes. Die wirtschaftliche Umstrukturierung begann mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz 1853, setzte sich mit dem Brückenbau über den Main 1880 fort und führte zur Ansiedlung des Zementwerkes 1887. Weitere Industrialisierung in unserem Jahrhundert, verbunden mit leistungsfähigen Handwerks- und Gewerbebetrieben, setzt diese Entwicklung bis heute fort. Vor allem in den letzten Jahrzehnten ist das Wachstum der Stadt sprunghaft vorangeschritten. Eingemeindet im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden die bis dahin neun selbständigen Gemeinden Gambach, Stetten, Hesslar, Karlburg, Mühlbach, Laudenbach, Wiesenfeld, Rohrbach und Stadelhofen sind im wesentlichen abgeschlossen. Die Kreisstadt hat alle kommunalen Pflichtaufgaben mit Bravur erfüllt. Umfangreiche Baumassnahmen zur Schaffung eines zweiten Standbeines für die städtische Wasserversorgung sind im wesentlichen abgeschlossen. Für den Touristen liegen Karlstadt und seine Stadtteile an der Nahtstelle zwischen dem Weinland am Main, den Wäldern des Spessarts und den Vulkankegeln der Vorrhön. Den zahlreichen Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadtgrenzen gesellen sich jene der Nachbarstädte, vor allem Würzburgs, hinzu. Karlstadt besitzt beispielhafte Sportstätten, ein markiertes Wanderwegenetz und eine rege Gastronomie. Zahlreiche Vereine in allen Stadtteilen gewährleisten ein vielfältiges kulturelles und gesellschaftliches Leben.
Bahnhof:
Die beiden halbrunden, der inneren Mauer vorgestellten Bastionstürme von 1544–1558 im Grünstreifen entlang der Jahnstrasse:

Stadtgeschichtliches Museum:

Roter Turm:

Karlsburg über dem Main:

Maintorturm:

Stadtbefestigung:

Historisches Rathaus:

Stadtpfarrkirche St. Andreas:

Rossmühle und Mühlturm:

Landratsamt Main-Spessart:

Alte Mainbrücke:

Villa Steinbrück:

Burgruine Karlsburg mit Blick auf Karlstadt:

Industriegebiet mit der Schwenk Zement KG:

Blick auf den Ortsteil Laudenbach:

Katholische Pfarrkirche St. Ägidius in Laudenbach:

Burgruine Laudenbach:

Schloss Laudenbach:

Feuerwehrgerätehaus in Laudenbach:

Oberer Torturm mit Oberem Torhaus:

Europäisches Klempner- und Kupferschmiede-Museum:

Ehemaliges Amtsgericht:

Katholische Spitalkirche:

Alte Brauerei – Das im Barock errichtete Fachwerkhaus ziert die Stadt und wird seit 1901 unter dem Namen „Alte Brauerei“ geführt. Nach nur 20 Jahren Brauereibetrieb wurde der hintere Bereich zu 20 Hotelzimmern umgebaut:

Ehemalige fürstbischöfliche Amtskellerei – heute der Sitz der Polizeiinspektion Karlstadt:

Sparkasse Mainfranken Würzburg am Marktplatz 2 in einem dreigeschossigen Walmdachbau von 1721:

Finanzamt Lohr – Aussenstelle Karlstadt:

Alle Aufnahmen entstanden während eines Tagesbesuchs am 22.05.2023.
19.05.2023: Die Kirche wurde wahrscheinlich um 1270 errichtet. In einer Urkunde des Jahres 1371 wurde die St.-Georgs-Kirche zum ersten Mal genannt. Im Zuge der Reformation wurde Steinbach 1526 lutherisch. Das Jahr der Erwähnung der Kirche im Rentbuch des Caspar von Kronberg als St. Georgskapelle 1538 galt lange Zeit als Jahr des Baus der Kirche. Die Verpfändung Steinbachs durch Graf Christoph von Stolberg-Königstein an die Grafen Hanau-Münzenberg im Jahre 1578 führte 1596 zum Erwerb Steinbachs durch die reformierten Hanauer Grafen, Steinbach blieb trotzdem lutherisch und eben protestantisch, auch wenn alle umliegenden Ortschaften im Rahmen der Gegenreformation zum katholischen Glauben zurückkehrten. Von 1702 bis 1721 wurde die Kirche durch Anbau des Chors, Erhöhung des gesamten Schiffs und Einbau der Emporen erweitert und erhielt damit ihre jetzige Form. In den heute noch zu sehenden Dachreiter wurde die 1699 von Johannes Schneidewindt in Frankfurt am Main gegossene St. Georgsglocke eingebaut. Von 1747 bis 1748 wurden drei Fenster in der Südwand vergrössert, die übrigen Fenster vermauert, um den Raum für Mitwirkung der Gottesdienstbesucher bei der Liturgie und durch Gesang mit Tageslicht zu erhellen. 1901 wurde die Kirche grundlegend renoviert, drei Jahre danach ein Heizofen aufgestellt und ein Kamin an der Nordwand gebaut. Die von der Firma Rincker gegossene St. Johannesglocke wurde 1956 eingeweiht. 1960 baute man eine Sakristei an und vier Gasheizgeräte ein. Im Jahre 1962 fand wieder eine Renovierung der Kirche statt und 1987 anlässlich der Feier des seinerzeit angenommenen 450jährigen Bestehens der Kirche abermals. 2002 folgte die Restaurierung des 1871 von der Firma Ritsert & Söhne gebauten Turmuhrwerks, das man schliesslich im grossen Saal des Ev. Gemeindehauses aufstellte. Die Turmuhr wird heute elektrisch angetrieben:

19.05.2023: Das restaurierte Fachwerkhaus befindet sich in der Kirchgasse. Im Backhaus kann man noch nach altem Brauch Brot selbst backen. Die Räume des Backhauses werden aber auch für verschiedene Ausstellungen und Vorlesungen genutzt. Im Untergeschoss ist das Heimatmuseum untergebracht. Im ersten Obergeschoss befand sich viele Jahre der Trausaal:

19.05.2023: Das Bürgerhaus in der Untergasse 36 wurde am 15.12.1969 offiziell eingeweiht. Die grosse Inanspruchnahme durch öffentliche Veranstaltungen, Vereinstraining, Vereinszusammenkünfte sowie Familienfeiern führte 1981 zum Bürgerhausanbau. Bei einem Brand in der Nacht zum Freitag, 08.02.2013 ist das Bürgerhaus teilweise abgebrannt. Das Feuer brach gegen halb zwei nachts im Bereich der Bühne aus. Laut Feuerwehr befanden sich noch ca. 20 Gäste im Bürgerhaus, die sich ins Freie retten konnten. Die Flammen griffen dann auf ein benachbartes Wohnhaus über. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Das Feuer zerstörte den Saal. Die Kegelbahnen im Untergeschoss wurden durch das Löschwasser ebenfalls zerstört. Die Clubräume standen durch die starke Rauch- und Russentwicklung nicht zur Verfügung. Die Stadtverordnetenversammlung hatte den Wiederaufbau des Bürgerhauses beschlossen. Mit den ersten Abrissarbeiten wurde nach langer Verhandlungsphase mit der Versicherung im April 2015 begonnen. Die Baugenehmigung zum Wiederaufbau hat die Stadt im Juni 2015 erhalten. Die offizielle Wiedereröffnung des neuen Bürgerhauses fand im Rahmen einer Feier mit Tag der offenen Tür am 20. August 2017 statt:
19.05.2023: Das derzeitige Rathaus und Sitz der Stadtverwaltung in der Gartenstrasse 20 wurde als Schule genutzt und 1966 zum Verwaltungsgebäude umgebaut. Das Schulgebäude wurde am 13. Oktober 1909 seiner Bestimmung übergeben. Auf dem Schulhof wurden kleine Lindenbäume gepflanzt, von denen einige heute noch erhalten sind, inzwischen aber die Schule bzw. das heutige Rathaus überragen:

19.05.2023: Ehemaliger Kühlturm (sogenannter Backsteinturm) der Fa. Georg Schütz GmbH Erste Süddeutsche Ceresinfabrik, die zum 31.01.1988 ihren Betrieb schloss. Durch
die Werksschliessung verloren 52 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Es wurde bekannt, dass das Firmengelände an den japanischen Autokonzern Mazda verkauft werden sollte, der hier sein europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum errichten wolle. Mazda erwarb etwa 71.000 qm mit 11 000 qm Nutzfläche des Schütz Geländes sowie eine Wegeparzelle von der Stadt Oberursel, die restlichen ca. 10.000 qm erwarb die Firma
Webb Service (Mister Minit) zur Einrichtung ihrer Hauptverwaltung mit Vertrieb und Hochregallager:

19.05.2023: Der Turm stammt aus dem Jahr 1942 und wurde dazu passend 42 Meter in die Höhe gebaut. Er wurde notwendig und zur Auflage gemacht, als sich bei einem Brand 1941 zeigte, dass die Wasserzuführung auf das Betriebsgelände der Ceresinfabrik mit ihrer aufwendigen Herstellung von Kunstharzen, Konservierungsmitteln und industriellen Spezialwachsen auf der Basis von veredeltem schwarzem Erdwachs für den Eigenbedarf und eventuelle Brandbekämpfung nicht ausreichend war. Ein Wachsveredlungswerk, das seinerzeit als grösste Ceresinfabrik in Europa galt. Das Wasser für den Wassersturm stammte aus dem Niederurseler Wasserwerk im Wiesenbereich von Stierstadt. Von dort wurde es eingespeist und über Pumpen hochgedrückt. Ein Behälter mit einem Fassungsvermögen von 80 Kubikmetern Brauchwasser befand sich an der Basis, unterhalb des Salons in luftiger Höhe konnten bis zu 200 Kubikmeter Trinkwasser im Rundum-Becken gespeichert werden. Eine erste Sanierung des Turms war 1977 nötig, 1988 reagierte die Denkmalbehörde schnell und stellte den besonderen Turm unter Denkmalschutz. So hat ihn Mazda Europa ein Jahr später beim Kauf von knapp 70 000 Quadratmetern des ehemaligen Schütz-Geländes für rund 60 Millionen Mark übernommen. Und damit auch die Sorgfaltspflicht für seinen Erhalt, der das Unternehmen nun nachkommt:

STEINBACH (TAUNUS)
(10.900 Einwohner, 166 m ü. NHN) ist eine Stadt im hessischen Hochtaunuskreis im Regierungsbezirk Darmstadt. Sie liegt, zentral im Ballungsraum Rhein-Main zwischen den Nachbarstädten Oberursel (Taunus), Kronberg im Taunus und Eschborn und grenzt nordwestlich an Frankfurt am Main. Somit stellt Steinbach von seiner Lage ein Bindeglied zwischen dem Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum Frankfurt und dem landschaftlich exponierten Taunus dar. Erste urkundliche Erwähnung von Steinbach im „codex traditioum“ war am 14. September 789: Die „Marca Steinbach“ geht als Schenkung an das Benediktinerkloster Lorsch. Damit gehört Steinbach zu den ältesten Gemeinden des vorderen Taunus. Von 1866 bis 1945 bildete Steinbach eine hessische Insel (Enklave) im ansonsten preussischen Vordertaunus. Als einzige Gemeinde im Frankfurter Westen gehörte Steinbach nicht zu dem von Preussen 1866 annektierten Herzogtum Nassau, sondern zum Landkreis Offenbach im Großherzogtum Hessen, später nach der Revolution 1918 zum Volksstaat Hessen. Bis 1945 war Offenbach am Main somit Kreisstadt für Steinbach. Die Stadtrechte wurden 1972, im Rahmen der Gebietsreform nach starkem Bevölkerungswachstum, verliehen. Steinbach hat mit 442 ha Fläche eine relativ kleine Gemarkung. Aufgrund dieser kleinen Fläche ergibt sich eine vergleichsweise hohe Einwohnerdichte von 2.260 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Stadt bietet vielfältige Einrichtungen und Veranstaltungen für Freizeit und Erholung und ist überwiegend Wohnort. Über die Hälfte der Berufspendler arbeitet in Frankfurt am Main. Eine besondere Sehenswürdigkeit Steinbachs ist die historische evangelische St. Georgskirche im alten Ortskern. Ein weiteres Schmuckstück im alten Ortskern ist das Backhaus, ein rekonstruiertes Fachwerkhaus. Die Bütt, das im Stadtwappen dargestellte Wahrzeichen Steinbachs, ist ein Brunnen auf dem Freien Platz, der an die alte Tradition der öffentlichen Brunnen als einzige Wasserquelle eines Ortes erinnern soll. Veranstaltungen im Jahresreigen sind Stadtfest, Rathauskonzert mit Flohmarkt, Kerb und der traditionelle Weihnachtsmarkt am 2. Adventswochenende.
Wasserturm Weisskirchen – offiziell auf der Gemarkung Oberursel-Weisskirchen, liegt aber direkt an der gemeinsamen S-Bahn-Station Weisskirchen/Steinbach:

Ehemaliger Kühlturm der Fa. Georg Schütz GmbH Erste Süddeutsche Ceresinfabrik, jetzt Firmengelände des japanischen Autokonzerns Mazda – ebenfalls direkt am S-Bahnhof gelegen:

Rathaus:

Bürgerhaus:

Heimatmuseum-Backhaus-Bügertreff:

Forstwarthaus:

Evangelische St. Georgskirche:

Eingerahmt wird das Zentrum von den beiden Gasthöfen Zum Goldenen Stern und Zum Schwanen mit ihren markanten Fachwerkfassaden, Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Beide Lokale haben eine lange Tradition. Der älteste Gasthof Steinbachs Zum Taunus in der Bornhohl existiert nicht mehr:







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