Tages-Archive: 18. August 2025
18.08.2025: Offiziell heißt das schneeweiße Säulengebäude am Marktplatz Neues Gebäude. Es entstand ursprünglich als Markthalle. Herzog Friedrich – genannt der Fromme – soll es gestört haben, dass auf dem Schweriner Marktplatz Handelsgüter wie Textilien, Kleidung und andere Waren neben Fisch und Fleisch und lärmenden Marktweibern und bei jedem Wetter draussen gehandelt wurden. Er ordnete Bau einer Markthalle für Händler von Textilien und anderen Waren an, die 1785 fertiggestellt wurde. Das Gebäude war fortan auch unter dem Namen Krambudenhaus bekannt. Heute ist der Name Säulengebäude geläufiger:
18.08.2025: Vor dem Neuen Gebäude, an der Nordseite des Altstädtischen Marktes, steht eine Löwenskulptur, die an den Stadtgründer Schwerins, Heinrich den Löwen, erinnert. Diese wurde 1995 am Vorabend des 800. Todestages des Stadtvaters errichtet. Geschaffen hat sie der Bildhauer Peter Lenk aus Konstanz. Von seinem viereinhalb Meter Sockel aus schaut der Löwe hämisch grinsend über den Platz, dessen Geschichte bis in die Zeit der Stadtgründung Schwerins im Jahr 1160 zurückgeht. Über Jahrhunderte bildete der Markt das politische, wirtschaftliche und religiöse Zentrum der Stadt, nur hier war es den Schweriner Kaufleuten gestattet, zu Zeiten Heinrich des Löwen mit Lebensmitteln und handwerklichen Erzeugnissen zu handeln. Als auf dem Markt 1995 das Denkmal für den Stadtgründer Heinrich den Löwen eingeweiht wurde, gab es sehr zwiespältige Meinungen dazu: Während die einen lächelnd die vier dargestellten Episoden aus dem Leben Heinrichs betrachteten, riefen sie bei anderen Empörung hervor. Denn eines der vier in Stein gemeisselten Bilder, die sogenannte Gesässparade, zeigt nackte Hintern, die die Bardowicker Bürger aus Groll dem durchreisenden Herzog einst gezeigt haben sollen. Denn dieser hatte während seiner Regierungszeit Schwerin und Lübeck als wichtige Handelsplätze gefördert, während Bardowick immer mehr an Bedeutung verlor. Die Gesässhuldigung erinnert an die Geringschätzung, die die Bardowicker dem Herzog seitdem entgegen brachten. Die weiteren Bilder der Säule erzählen satirisch kritisch vom Wendenkreuzzug 1147, der Gründung Schwerins 1160 und der Erschaffung des Braunschweiger Löwen als Symbol der Regentschaft Heinrichs in der Residenz Braunschweig:
18.08.2025: Vom Vorgängerbau des Doms blieb kaum etwas erhalten, einzig die Paradiespforte, das westliche Südportal im Turm stammt noch aus jener Zeit. Vermutlich blieb es erhalten, da es schon im gotischen Stil ausgeführt war. Auch der einstige Turm stand noch lange Zeit, wurde jedoch später abgerissen und 1889 durch einen neogotischen Turm ersetz. Durch die Schenkung einer Reliquie mit dem angeblichen Blut Christis entwickelte sich Schwerin zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Nordostdeutschlands. Die Pilger brachten viel Geld in die Kassen und da man mit dem Aufstieg der Hansestädte Rostock, Stralsund, Greifswald, Wismar mithalten wollte, begann man 1270 damit einen Neubau des Dom im Stil der Gotik zu beginnen. Dieser Neubau lag auf dem höchsten Punkt des Domberges und sollte deutlich prächtiger, als der Vorgängerbau werden. Das Hauptschiff des Neubaus wurde um rund 40 Meter auf 105 Meter verlängert. Zudem erhielt die dreischiffige Basilika einen Umgangschor mit Kapellenkranz. Die Gewölbehöhe beträgt 26,5 Meter. Bereits 1272 wurde am Chor gearbeitet, der 1327 fertig gestellt war. Ebenso fertig gestellt waren das Querhaus mit östlichen Seitenschiffen und das Kapitelhaus, das sich südlich direkt zwischen Chor und Querhaus an den Dom anschloss. Da im neuen Chor nun Gottesdienste abgehalten werden konnten, wurde der Vorgängerbau abgerissen. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts standen dann auch das restliche Querhaus und das Hauptschiff. 1416 wurde die Kirche eingewölbt und erhielt Fenster im Hauptschiff. Die Bemalung des Domes entspricht im weitesten Sinne der ursprünglichen mittelalterlichen Bemalung. Der 1892 fertig gestellte Turm ist mit 117 m der höchste in Mecklenburg-Vorpommern und dient als Aussichtsplattform. Der Kreuzgang der sich nördlich an den Dom anschliesst war für die Domherren gedacht und wurde zwischen 1392 bis 1463 angelegt. Hier lebten und arbeiteten die Domherren, die für den Gottesdienst und weitere liturgische Dienste zu ständig waren. Der Kreuzgang ist nicht mehr komplett original erhalten. Er wurde in der Neogotik verändert. Besonders das Obergeschoss, dass 1484 aufgesetzt worden war, wurde nach einem Brand im 19. Jahrhundert stark verändert:

Kreuzgang:

Glocken:

Aussicht vom Dom:

Ehemalige Landesbibliothek in einer Seitenkapelle:

Löwe vor dem Dom – das Denkmal wurde 1995 anlässlich der 1000-Jahr-Feier Mecklenburgs errichtet in Anlehnung an Heinrich den Löwen, der den Dom gründete. Finanziert wurde die Skulptur von einer privaten Stiftung:





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