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Monats-Archive: Juli 2025

27.07.2025: Die Alsenbrücke im Zentrum von Berlin nahe dem früheren Lehrter Bahnhof war eine eiserne Mehrgewölbe-Brücke zur Überquerung der Spree und des südlichen Bereiches des Humboldthafens. Die erste Brücke entstand Mitte des 19. Jahrhunderts, danach folgten Ersatzbauten. Die zuletzt 1928 fertiggestellte dritte Brücke besass keine südliche Anbindung zur Alsenstrasse und war damit keine Spreebrücke mehr. Das neue Bauwerk erhielt den Namen Hugo-Preuss-Brücke und wurde 1933 umbenannt in Admiral-Scheer-Brücke. Am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört, wurde diese Strassenbrücke rund 50 Jahre nicht wieder aufgebaut. Erst im Jahr 2002 liess die Berliner Senatsverwaltung eine neue Strassenbrücke an der alten Stelle errichten. Sie führt die nun Rahel-Hirsch-Strasse genannte Uferstrasse wieder über den Zufahrtskanal zum Humboldthafen. Im Jahr 2005 wurde dem Neubau der Name Hugo-Preuss-Brücke neu verliehen:

27.07.2025: Die Kronprinzenbrücke ist eine Strassenbrücke, die die Spree überspannt und im Berliner Bezirk Mitte die Ortsteile Mitte und Tiergarten mit dem Regierungsviertel verbindet. Das Bauwerk überführt die Konrad-Adenauer-Strasse, die Fortsetzung der Reinhardtstrasse, mit zwei Fahrstreifen und beidseitigen Rad- und Fusswegen. Unmittelbar an das westliche Brückenende schliessen die Kindertagesstätte des Deutschen Bundestages und der Spreebogenpark an. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kronprinzenbrücke im Frühjahr 1945 schwer beschädigt und nach 1945 provisorisch wieder instand gesetzt. Mit dem Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 wurde die Brücke gesperrt und verlor ihre Bedeutung als Verkehrsbauwerk, da die Spree hier Sektorengrenze war. 1972 folgte der Abriss des Brückenüberbaus, die Pfeiler und Widerlager blieben stehen. Nach der Wende im April 1991 wurde ein internationaler Realisierungswettbewerb zum Wiederaufbau der Kronprinzenbrücke ausgelobt. Die neue Kronprinzenbrücke ist eine filigrane, dreifeldrige Stahlbrücke mit einer Gesamtstützweite von 75,22 m. Die Hauptöffnung weist eine Stützweite von 44,0 m auf, die Randöffnungen spannen 15,61 m weit:

27.07.2025: Ganz in der Nähe des Deutschen Bundestags stellen sich ranghohe Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur den Fragen der Presse. An jedem Montag, Mittwoch und Freitag findet hier die Regierungspressekonferenz statt, auf der der Regierungssprecher sowie Sprecherinnen und Sprecher der 14 Bundesministerien den Pressevertretern Rede und Antwort stehen müssen. Dem 1949 gegründeten Bundespressekonferenz e.V. gehören über 900 deutsche Journalistinnen und Journalisten an. Besonders ist die Unabhängigkeit des Vereins von der Bundesregierung, denn in keinem anderen Land werden Pressekonferenzen mit Regierungsvertretern von den Journalisten selbst organisiert:

27.07.2025: Das ARD-Hauptstadtstudio befindet sich im Regierungsviertel und liefert die wichtigsten Nachrichten zur Bundespolitik. Das Gebäude an der Wilhelmstrasse wurde in den Jahren zwischen 1996 und 1998 von den Architekten Ortner & Ortner geplant. Es besteht aus zwei Gebäudeteilen, die durch einen Lichthof miteinander verbunden sind. Auffälligstes Merkmal ist die Fassade, die mit rotbraunen Betonelementen verkleidet ist. Das Hauptstadtstudio kann regelmässig bei Führungen besichtigt werden:

27.07.2025: Der Bahnhof Friedrichstrasse war schon vor dem Krieg legendär, der Fernbahnhof im Herzen Berlins. Zu einem wirklich bedeutenden Gebäude deutscher Geschichte wurde er durch seine Rolle während der Teilung Deutschlands. Nirgendwo im ganzen geteilten Europa waren sich Ost und West so nahe wie hier. Friedrichstrasse war eine ganz normale Ost-Berliner S-Bahn-Station, und ein Gleis neben deren Zügen standen S-Bahnen aus West-Berlin. Man konnte hier, auf Ost-Berliner Gebiet, zwischen West-Stadtbahn, West-Nordsüdbahn, West-U-Bahn (Linie 6) und West-Fernzügen umsteigen, ohne durch Grenzkontrollen zu müssen. Diese befanden sich in dem Gängegewirr im Innern des Bahnhofs. Die Wegeführungen von West-West-Wegen (Umsteigen von einer West-Bahn zur anderen), Ost-Ost-Wegen (S-Bahnhof des Ostnetzes mit Ausgang zur Stadt) und West-Ost-Wegen (Einreise in die DDR) waren sauber voneinander getrennt, doch angesichts der verwirrenden Anordnung wusste man nie genau, ob direkt hinter der nächsten Wand nicht vielleicht ein Gang einer anderen Welt verlief:

27.07.2025: Die Marschallbrücke wurde 1881-82 als dreifeldrige Eisenbogenbrücke nach Entwurf von Paul Gottheiner erbaut und gehört mit ihrer charakteristischen filigranen Bogenkonstruktion zu den wenigen überlieferten Eisen- und Stahlbrücken der ersten Generation in der Berliner Innenstadt. Sie dient als wichtiges Verbindungsglied zwischen der Dorotheenstadt und der Friedrich-Wilhelm-Stadt. Die Brücke überspannte mit drei, aus schmiedeeisernen Zweigelenkfachwerkbögen bestehenden und auf zwei granitverkleideten Strompfeilern ruhenden Feldern die Spree. Nach einem beschränktem Realisierungswettbewerb wurde die Marschallbrücke 1997-98 zu einer Zweifelderbrücke nach Entwurf von Gerhard Pichler und Benedict Tonon umgebaut. Dabei blieb nur die alte stählerne Zweigelenkbogenkonstruktion im Gehwegbereich des nördlichen Feldes erhalten, die erneuerten Geländer in diesem Feld sind dem bauzeitlichen Vorbild nachempfunden. Der südliche Strompfeiler wurde abgerissen und eine neue Stahlträgerkonstruktion zwischen südlichem Widerlager und dem in historischer Form erneuerten Strompfeiler gespannt. Die geborgenen Bogenträger fanden für die neue Fussgängerbrücke über den Landwehrkanal am Deutschen Technikmuseum eine angemessene Wiederverwendung:

27.07.2025: Direkt an der Spree enstand 2003 der dritte Parlamentsneubau direkt auf dem alten Verlauf der Mauer. Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus beherbergt den zweitgrössten Saal des Bundestages und einige andere Abteilungen wie die Parlamentsbibliothek oder die Geheimschutzstelle mit dem Archiv für Verschlusssachen:

Marie-Elisabeth-Lüders-Steg: Der als Marie-Elisabeth-Lüders-Steg bezeichnete Spreeübergang ist eine öffentliche Fussgängerbrücke zwischen den Parlamentsneubauten Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und Paul-Löbe-Haus im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Einen amtlichen Namen trägt das Bauwerk bisher nicht. Sie überspannt in einem sanften Bogen die Spree. Oberhalb des Steges verbindet eine 100 Meter lange Bautenverbindungs-Brücke die beiden Häuser in der sechsten Etage, die nur aus deren Innerem zugänglich ist. Im Bundestagsjargon heisst die obere Brücke auch höhere Beamtenlaufbahn, an ihrem Geländer befindet sich zudem ein Schild mit der Aufschrift Jakob-Mierscheid-Steg:

27.07.2025: Das ehemalige Reichstagspräsidentenpalais wurde 1899-1904 von Paul Wallot als Wohn- und Dienstsitz für den Präsidenten des Reichstages errichtet. Nachdem das Gebäude während des Zweiten Weltkriegs beschädigt worden war, wurde es bis auf den östlichen Gebäudeteil wieder aufgebaut. In der DDR wurde es auf verschiedene Weise genutzt, unter anderem als Sitz des VEB Deutsche Schallplatten. Mit dem Umzug der deutschen Regierung von Bonn nach Berlin sollte das Palais, das mit seiner Gartenanlage seit 1994 unter Denkmalschutz steht, wieder seinen repräsentativen Charakter erhalten und Sitz der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft werden. 1997 wurde es von dem Kölner Architekten Thomas van den Valentyn saniert und umgebaut. Seit 1999 stehen repräsentative Räume für Empfänge, Ruhebereiche und eine eigene Gastronomie Parlamentariern und deren offiziellen Gästen zur Verfügung. Aufgrund des steigenden Bedarfs fanden 2007-09 Umbaumassnahmen statt, um die Flächenressourcen im Gebäude effektiver zu nutzen. Ursprünglich für 400 Gäste konzipiert, sollte das Palais für 800 Personen, bei Sonderveranstaltungen sogar für bis zu 1.100 Personen erweitert werden. Zudem war eine klimatische, energetische sowie sicherheitstechnische Überarbeitung des gesamten Gebäudes notwendig (im Bild die Westfassade mit Eingang zu den ehemaligen Wohnräumen des Reichstagspräsidenten):

27.07.2025: Berlin verdankt das Brandenburger Tor König Friedrich Wilhelm II., der hatte das grosse Sandsteintor in Auftrag gegeben um einen würdevollen Endpunkt des Boulevards Unter den Linden zu haben. Das Tor gehört zu den grössten und schönsten Bauten des Klassizismus. Es entstand in den Jahren 1788 bis 1791 nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans d.Ä., der sich stark an den Propyläen der Athener Akropolis orientierte. Die Quadriga, ein Wagen, der von vier Pferden gezogen wird, ziert bereits zwei Jahre nach Fertigstellung des Brandenburger Tors das Dach. Die Quadriga wurde von Johann Gottfried Schadow im Jahr 1793 auf dem Brandenburger Tor angebracht. Die Plastik zeigt einen zweirädrigen Streitwagen, der von vier nebeneinander laufenden Pferden gezogen wird. Die Zügel hält die Siegesgöttin Victoria. Die Quadriga sollte den einziehenden Frieden in die Stadt symbolisieren. Die Plastik wurde im Laufe der Zeit drei Mal vom Brandenburger Tor herunter genommen. Nach der Niederlage Preussens im Jahre 1806 verschleppte Napoleon die Quadriga nach Paris. Doch durch den Sieg der Allianz konnte sie acht Jahre später wieder zurückgeholt und an ihren alten Bestimmungsort aufgestellt werden. Während der Kämpfe des Zweiten Weltkrieges wurde das Brandenburger Tor und die Quadriga durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Die Plastik musste deswegen 1956 im Zuge der Rekonstruktion entsorgt und durch eine Kopie ersetzt werden. Im Laufe der Geschichte erhielt das Brandenburger Tor besondere Symbolkraft. Mit dem Bau der Mauer im August 1961 fristete das Bauwerk ein einsames Dasein, denn es befand sich fortan im Sperrbereich und konnte weder von Menschen aus dem Osten noch aus dem Westen besucht oder durchschritten werden. Mit dem Fall der Mauer 1989 wurde das Brandenburger Tor zum Symbol der Wiedervereinigung. Am 22. Dezember 1989 erfolgte unter dem Jubel von mehr als 100.000 Menschen die Öffnung des Tores. Die Quadriga wurde aber durch die Vereinigungsfeiern, vor allem in der Silvesternacht 1989/90, so stark beschädigt, dass sie zwei Jahre später restauriert werden musste:

27.07.2025: Der Fernsehturm am Alexanderplatz ist nicht nur das höchste Bauwerk in Deutschland, sondern auch das Wahrzeichen der Stadt. Jeden Tag fahren zahlreiche Berlin-Besucher und Berliner mit dem rasanten Fahrstuhl in die Turmkugel, um einen wundervollen Ausblick über die ganze Stadt zu geniessen. Das Beste ist, man müsste sich nicht einmal bewegen, um einen Rundum-Blick zu geniessen, denn die Turmkugel rotiert innerhalb einer Stunde einmal um sich selbst. Der Fernsehturm steht auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Die DDR benötigte eine Sendeanlage, die landesweit ausstrahlen konnte. Ein großer Sendemast musste her. Zuerst sollte dieser in den Müggelbergen gebaut werden. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Turm für den nahen Flughafen eine zu grosse Gefahr darstellen würde. So entschied SED-Parteichef Walter Ulbricht höchst persönlich, dass der Fernsehturm am Alexanderplatz gebaut werden soll. Noch im selben Jahr, 1964, begannen die Bauarbeiten. Nach vier Jahren Bauzeit konnte der Fernsehturm im Oktober 1969 seinen Betrieb aufnehmen. Bis heute ist der Fernsehturm am Alex ein Muss bei einem Berlin-Besuch. Schliesslich ist die Aussicht wirklich unschlagbar. Bei gutem Wetter lässt sich bis zu 80 Kilometer weit gucken. Die Aussichtsetage befindet sich in einer Höhe von 203 Metern. Es geht allerdings noch ein Stückchen höher, denn über der Etage befindet sich ein Restaurant. Wer hier einen Fensterplatz ergattert, sieht Berlin innerhalb einer Stunde entspannt aus jeder Richtung, denn die gesamte Besucherkugel dreht sich innerhalb einer Stunde einmal um sich selbst. Es wird gern erzählt, die Berliner würden den Fernsehturm Telespargel nennen. Doch dieser von den DDR-Offiziellen gewünschte Spitzname setzte sich schon zu DDR-Zeiten nicht durch. Es kursierten aber vom Volk geschaffene Spitznamen wie Imponierkeule, Protzstengel oder St. Walter (SED-Parteichef Walter Ulbricht). In der Regel benutzen die Berliner aber die Bezeichnung Fernsehturm: