25.07.2025: Der Kuba-Komet, das Stadtmodell von 1747, der bucklige Friedel von Wilhelm Busch, ein selbstgebauter Fluchtkoffer von 1944 mit Rädern – das 2017 eingeweihte Bürger Museum zeigt an Themeninseln aussergewöhnliche und typische Ausstellungsstücke Wolfenbütteler Stadt- und Bürgergeschichte der vergangenen 500 Jahre. Zu diesem Zweck wurde die ehemalige Jahnturnhalle, die im 19. Jahrhundert als Reithalle errichtet wurde und später als Sporthalle für Leichtathletik, Basketball und Boxveranstaltungen diente, zu einem modernen Museum am historischen Ort umgebaut. Unter dem Motto Bürger erzählen lädt das Bürger Museum Wolfenbüttel zu vielen partizipativen Projekten ein und erklärt mit grosser Lebendigkeit die Geschichten hinter den ausgewählten Exponaten:
25.07.2025: Der Kornspeicher Wolfenbüttel, auch bekannt als Proviantboden oder Magazinhaus ist das grösste Fachwerkgebäude in der niedersächsischen Stadt Wolfenbüttel. Das Gebäude wurde zwischen 1659 und 1662 errichtet, um die wachsenden Lagerbedürfnisse des Hofes unter Herzog August dem Jüngeren zu erfüllen. Im 19. Jahrhundert erhielt das Haus einen steinernen Sockel und wurde auf der Westseite verkürzt. Das Gebäude zeigt traditionelle Handwerkstechniken der Region mit seinem Fachwerk-Design, das die Art widerspiegelt, wie Menschen Lebensmittel damals sicher lagerten. Wer das Haus heute betrachtet, kann die Sorgfalt erkennen, mit der Handwerker die Struktur gebaut haben, um Getreide vor Feuchtigkeit und Schädlingen zu schützen:
25.07.2025: Das Amtsgericht Wolfenbüttel ist eines von neun Amtsgerichten im Landgerichtsbezirk Braunschweig. Das Amtsgericht hat insgesamt 68 Mitarbeiter, darunter zehn Richter und neun Rechtspfleger. Übergeordnetes Gericht ist das Landgericht Braunschweig. Um 1888 entsteht anstelle alter Stallbauten ein zweigeschossiges Gebäude aus gelben Sandstein, dass aber 1971 zu Gunsten des zweigeschossigen Neubaus wieder abgerissen wurde:
25.07.2025: Die Schünemannsche Mühle von 1875 beherbergt heute das Gästehaus der Bundesakademie für Kulturelle Bildung. Die Mühle ist eine Station an der Niedersächsischen Mühlenstrasse, kann aber nur von aussen besichtigt werden. Der Mühlenbetrieb wurde 1974 eingestellt:
25.07.2025: Die ehemals neue herzogliche Kanzlei wurde 1587 bis 1590 durch Um- und Anbauten älterer Gebäudeteile und unter Verwendung von Grundmauern eines Vorwerkes auf Veranlassung von Herzog Julius durch den Baumeister Hans Vredemann de Vries errichtet und zeigt sich heute als eines der schönsten Renaissancebauwerke in Wolfenbüttel. Seit 1956 ist das Gebäude Sitz der Abteilung Ur- und Frühgeschichte des Braunschweigischen Landesmuseums mit der archäologischen Schausammlung unserer Region. In moderner Aufmachung wird dem Besucher eine archäologische Dauerausstellung präsentiert, die durch 500.000 Jahre Geschichte des Braunschweiger Landes führt. Chronologisch aufgereiht, von der Urgeschichte durch alle Epochen der Frühgeschichte bis zur fränkischen Eroberung des sächsischen Stammesgebietes und dem damit beginnenden Mittelalter begibt sich der Besucher auf eine Zeitreise. Die wird verständlich und vor allem sehr anschaulich dargestellt:
25.07.2025: Die Hauptkirche Beatae Mariae Virginis zu Wolfenbüttel ist der erste bedeutende protestantische Grosskirchenbau der Welt. Der Name der Kirche bedeutet Der seligen Jungfrau Maria und für dieses erste gross gedachte Kirchengebäude des Protestantismus gab es in der Geschichte keinerlei Vorbilder. Herzog Heinrich Julius, Wegbereiter der Reformation in Wolfenbüttel, gab den Bau der Kirche in Auftrag, 1608 begann der herzogliche Baumeisters Paul Francke mit der Errichtung. Die Vorgaben waren komplex, einerseits sollte der Bau als Gotteshaus für Predigten und das Abendmahl genutzt werden können, andererseits sollte er die Pracht und Macht der Fürsten repräsentieren sowie als Grablege für die fürstliche Familie dienen. So verschieden wie die erwünschten Zwecke sind auch die Elemente, die in den Bau mit einflossen, charakteristische Züge aus Gotik, Renaissance und Barock verschmelzen unter dem Oberbegriff Manierismus zu einem prachtvollen Bauwerk. Im Inneren fasziniert Beatae Mariae Virginis Gläubige und Kunstinteressierte mit dem aus Holz geschnitzten Hochaltar des Freiberger Bildschnitzers Bernhard Ditterich, der bildlichen Darstellung der Passionsgeschichte sowie der reich verzierten Orgel mit ihrem eindrucksvollen Orgelwerk mit 53 Registern:
25.07.2025: Ein echtes Wahrzeichen der Lessingstadt liegt idyllisch am Wolfenbütteler Stadtgraben und gehört dort seit 1893 zum Wolfenbütteler Stadtbild. Der Wasserturm war seinerzeit für die Bevölkerung der Stadt Wolfenbüttel eine der allergrössten Errungenschaften überhaupt. Durch den Bau des Turms und das im Stadtgebiet neu gelegte Trinkwassernetz konnte endlich die katastrophale Trinkwasser-Situation in der Stadt beendet werden. Denn bis zum Ende des 19. Jahrhunderts diente lediglich das Wasser aus der Oker und aus einer Reihe von Brunnen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet als Wasserspender. Da in die Oker aber bekanntlich auch die Abwässer aller Haushalte geleitet wurden, konnte von hygienischem und keimfreien Wasser nicht die Rede sein. Krankheiten und sogar ganze Epidemien, waren also nicht zu vermeiden und kosteten vielen Menschen das Leben. Heute hat der Turm ausgedient, ein Wahrzeichen der Stadt ist er aber geblieben:
25.07.2025: In der Residenzstadt Wolfenbüttel wurde 1592 mit dem Theater des Schlosses Wolfenbüttel Deutschlands erste stehende Spielstätte mit einem festen Ensemble gegründet. Geplant durch den Braunschweiger Architekten Otto Rasche, wurde der Theaterbau in Stahlbetonweise errichtet. Die Einweihung des im Stil des Jugendstil und Neoklassizismus errichteten Hauses erfolgte nach vierjähriger Planungsdauer und nach nur einjähriger Bauzeit am 25. September 1909 mit der Aufführung von Lessings Nathan der Weise. Das Lessingtheater und die Stadt Wolfenbüttel überstanden die beiden Weltkriege unbeschädigt. Das Theater erhielt erst 1929 seinen heutigen Namen, bis dahin wurde es Stadttheater genannt. Als Bespieltheater betrieben hat das Lessingtheater kein eigenes Ensemble und führt regelmässig Gastspiele mit wechselndem Programm auf. Bis zu seiner Schliessung im Jahr 2007 war es Veranstaltungsort für etwa 90 Veranstaltungen jährlich und bot bis zu 699 Gästen Platz. Im Januar 2007 wurde das Theater geschlossen, weil es nicht mehr den gesetzlichen Brandschutzanforderungen entsprach. Auch musste stetig in die Katakomben eindringendes Wasser aufgefangen und entsorgt werden. Das Theater wurde nach Sanierungsarbeiten Ende Mai 2013 wieder eröffnet:
25.07.2025: An der Ostseite des heutigen Holzmarktes wurde auf den Resten des ehemaligen Kaisertores die Trinitatiskirche als protestantische Predigtkirche errichtet. Die reich gegliederte barocke Fassade gibt dem Platz und damit der Altstadt nach Osten schon von weiten einen festlichen Abschluss. Das Kaisertor wurde 1589 vom niederländischen Architekten und Maler Hans de Vries geschaffen. Der letzte Rest des alten Stadttores befindet sich in der Kirche am Durchgang zwischen Kirchenschiff und Sakristei. Nach den Plänen des fürstlichen Landbaumeisters Johann Balthasar Lauterbach entstand zwischen 1693 und 1700 auf dem Rest des Stadttores ein beeindruckender Kuppelbau, Vorbild der späteren Bibliotheksrotunde. 1705 wurde dieser Kuppelbau durch einen Brand zerstört. Zwischen 1716 und 1722 wurde die Trinitatiskirche unter Beibehaltung der älteren Fassadentürme nach Plänen von Hermann Korb neu errichtet. Der zwischen die Türme eingespannte Mittelteil der Fassade greift die Bildungen des ehemaligen Lustschlosses in Salzdahlum auf. Die Einweihung als Gemeindekirche erfolgte bereits im Jahre 1719:
25.07.2025: Besuch Bismarckturm Wittmar im Landkreis Wolfenbüttel (Höhe: 24 m, Einweihung: 1901). Der Turm hat einen quadratischen Grundriss und eine Befeuerungsmöglichkeit. Der Turm wurde zu Ehren des Reichskanzlers Otto von Bismarck errichtet. Die Studentenschaft der Herzoglich Technischen Hochschule Carola-Wilhelmina in Braunschweig regte auf dem Vertretertag in Hamburg im Dezember 1898 an, Otto von Bismarck ein Denkmal zu erbauen. Ein Ausschuss sprach sich für den Bau einer Bismarcksäule nach dem preisgekrönten Typenentwurf Götterdämmerung des Architekten Wilhelm Kreis aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Bismarckturm in das Eigentum des Landes Niedersachsen über. Erst im Jahr 1977 wurde ein Vertrag mit dem Heimat- und Verkehrsverein Asse e. V. geschlossen, der Nutzung, Betreuung und Reinigung regelte: